„Göttingen in Licht und Schatten“

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1978: Abriss in der Hospitalstraße

Außergewöhnliche Ansichten der Stadt Göttingen mit aufwendiger fototechnischer Umsetzung verbunden: Fotos, die Eberhard Koltze in seinem Band „Göttingen in Licht und Schatten“ innerhalb von vier Jahrzehnten erstellt hat. Vor zwei Jahren wurden sie im Städtischen Museum gezeigt, danach entstand ein opulenter Band im Göttinger Cuvillier Verlag: Teilweise eindringliche Abbilder von einer Stadt, die es so heute nicht mehr gibt.


Der Göttinger Eberhard Koltze beschloss 1979, seine Heimatstadt in möglichst umfassender Weise und in Großformaten (6x6 und 13x8) zu fotografieren. Obwohl er von Anfang an sehr an der Schwarz-Weiß-Technik interessiert war, setzte er in seinem Buch eine Rubrik „Göttingen in Farbe“ an den Anfang. Diese Aufnahmen entstanden in der digitalen Technik, die er erst spät in sein Programm einbezog. Schon 1973 besaß Koltze eine 13x18-Kamera, ein etwas umständliches Gerät in einem großen Holzkoffer. Für alle Fotos galt dieselbe Anforderung: 15-fache lineare Vergrößerung. Wobei klar war, dass nicht alle Negative diesen Härtetest bestanden. Für Ausstellungszwecke ließ er insgesamt 60 große Fotos im Format 70x100 herstellen, doch gab es insgesamt 190 Negative, die seinen Ansprüchen standhielten – weshalb das Buchprojekt entstand.

Umfangreich erklärt er übrigens den Einfluss von Objektiv und Blende, stellt zum Schluss einige der von ihm verwendeten Kameras vor. Den Laien interessieren eher die Stadtansichten selbst – und davon gibt es auf mehr als 400 Seiten zahlreiche zu sehen. Gebäude und Plätze, Straßen wie die regennasse Speckstraße im Jahr 1966, Landschaften in Stadtnähe – etwa vom Hohen Hagen. Ein Kapitel ist Vorwerken und der Saline Luisenhall gewidmet, ein anderes Bäumen und Gewässern, darunter zwei zauberhafte Fotos der für Göttingen typischen Kaukasischen Flügelnussbäume. Buntsandstein und Muschelkalk ist ein anderer Abschnitt gewidmet, Kirchen und Friedhöfen ein weiterer.