1953

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Jubiläen

Ereignisse

Januar

Februar

März

  • 30. März 1953: Im Landgerichtsgefängnis kam es heute zu einer Meuterei, bei der drei Gefangene einen Wärter niederschlugen und schwer verletzten. Die Täter konnten zunächst entkommen, wurden aber am 2. April bei Hainholzhof wieder festgenommen.

April

  • April 1953: Für die nach Berlin versetzten "Irish Fusiliers" ist das "Kings-Shopsire"-Regiment als neue britische Besatzungstruppe nach Göttingen gekommen.
  • 17. April 1953: Der Verkehr in der Innenstadt hat derart zugenommen, daß zur Vermeidung von Unfällen am gefährlichsten Punkte, der Ecke Weender-, Prinzen-, Theater-Straße, automatische Verkehrsregelungen eingeführt sind.
  • 24. April 1953: Aus Anlaß des "Tages des Baumes" pflanzte Oberbürgermeister Föge mit 6 Schülerinnen und Schülern in einer Feierstunde auf dem westlichen Ödland-Hang des Lohberges 3 junge Eichen. Seit dem vorigen Jahre sind im Göttinger Gebiet rund 50 000 Bäume unter Mithilfe der Schulen gesetzt worden.
  • 24. April 1953: Am östlichen Rande des Bahnhofs-Vorplatzes wird jetzt der letzte Rest des alten Bleichert-Grabens in einer Länge von 200 m kanalisiert. Auch am südlichen Nikolausberger Wege verschwindet der Graben zwischen Bühl- und Hanssen-Straße, dessen Wasser vom oberen Nonnenstieg kommt.
  • 29. April 1953: Schon im März war am Ascherberg eine vom letzten Kriege her dort noch liegende Fliegerbombe gefunden worden, und am 21. April explodierte in einem Schrebergarten am Schützenplatz eine etwa 250 kg schwere Sprengbombe und riß einen Krater von 6 m Durchmesser und 4 m Tiefe, verletzt wurde niemand. Seither war ein Räumkommando aus Hannover zur Suche nach etwa noch vorhandenen weiteren Blindgängern eingesetzt. Dieses entschärfte heute auf dem Hofe des Städtischen Betriebsamtes eine 5 m im Boden versteckte Fliegerbombe von 500 kg Gewicht.

Mai

  • 1. Mai 1953: An der Kleinen Mühle am Wall ist eine Tafel angebracht worden zur Erinnerung, daß der Mühlen-Pächter Christian Kunze und seine Ehefrau Minna geb. Harke, in den Jahren von 1881 bis 1907 hier 20 Menschen vor dem Wassertode gerettet haben.
  • 12. Mai 1953: Nach monatelangen Bauarbeiten ist die in Luftangriffen des letzten Krieges schwer zerstörte, der Universitäts-Bibliothek als Magazin dienende ehemalige Pauliner-Kirche in einer Feierstunde ihrer neuen Bestimmung als Vortrags- und Kongreß-Saal übergeben worden.
  • 14. Mai 1953: Im 56. Lebensjahre verstarb in Göttingen Prof. Dr. Dr. h. c. Hermann Rein. Der Heimgegangene hat sich vor allem in den schweren Jahren seines Rektorates 1946 bis 1948 größte Verdienste erworben. Er war zuletzt Direktor des neuerrichteten Institutes für Physiologie am Max Planck-Institut für Medizinische Forschung in Heidelberg.
  • 30. Mai 1953: Inbetriebnahme des nach dreijähriger Bauzeit fertiggestelltenhauptabschnittes der großen Abwässerreinigungsanlage der Stadt.
  • 31. Mai 1953: Oberbürgermeister Föge übergab das an der Weender Straße stehende Mahnmal der Öffentlichkeit. Der Stein trägt die Inschrift: "Wir warten auf Euch. Gebt unsere Kriegsgefangenen und Verschleppten frei.'

Juni

  • 5. Juni 1953: Der Rat beschloß, die im Zuge der Groner Landstraße gelegene Leine-Brücke zur Erinnerung an den verstorbenen Stadtbaudirektor Otto Frey nach diesem zu benennen.
  • 8. Juni 1953: Im III. Physikalischen Institut der Universität Einweihung des reflexionsfreien Raumes, des größten schalltoten Raumes der Welt.
  • 16. Juni 1953: Nachdem der Bronzeadler auf dem Krieger-Denkmal für 1870/71 an der Kreuzung Goethe-Allee-Bahnhofstraße schon während des letzten Krieges der Metallsammlung zum Opfer gefallen war, ist heute auch der Sockel des Denkmals aus Verkehrsrücksichten beseitigt worden.
  • 23. Juni 1953: Die Göttinger Polizei erhielt ihre ersten Streifenwagen, die mit Ultra-Kurzwellengeräten ausgerüstet und mit der Zentrale im Stadthause dauernd in Verbindung ständig umherfahren sollen.
  • 25. Juni 1953: Beginn der Festwochen aus Anlaß, der tausendjährigen Wiederkehr der ersten Nennung des Namens Göttingen ("Gutingi") in eine Urkunde Ottos I. vom Jahre 953. Mit der Eröffnung einer großen Wirtschafts-Ausstellung "1000 Jahre Göttingen" auf dem Schützenplatz setzten die offiziellen Veranstaltungen ein. Künstlerische Darbietungen aller Art wechselten im Laufe der Wochen mit sportlichen Ereignissen. Tagungen und Kundgebungen der Jugend-Verbände, jeder Tag stand unter einem bestimmten Motto. Nach langer Pause fanden auch wieder Göttinger Händelfestspiele statt. Den Hauptfesttag läuteten morgens die Glocken aller Kirchen ein. Festgottesdienste in St. Johannis und St. Paulus schlossen sich an. Mittags fand in der Rathaushalle der offizielle Festakt statt, bei dem die Bundesregierung durch BundesInnenminister Dr. Dr. h. c. Lehr, die niedersächische Landesregierung in Verhinderung des erkrankten Ministerpräsidenten durch den Finanzminister Kubel vertreten war. Außerdem nahm eine große Anzahl prominenter Ehrengäste an der Feier teil. Den Festvortrag hielt Prof. Dr. Schramm über das Thema: "Bürgertum: Geschichte und Aufgabe. An vier bedeutende Wissenschaftler verlieh der Rat das Ehrenbürgerrecht: die Professoren Max Born-Edinburgh (von1909 bis 1915 Privatdozent, von 1920 bis 1935 ordentlidier Professor für mathematische Physik an der Universität Göttingen), ferner Richard Courant-New York (hier von 1912 bis 1919 Privatdozent, 1920 außerordentlicher, 1920 bis 1934 ordenlicher Professor für reine Mathematik), weiter James Franck Chicago (von 1920 bis 1934 ordentlicher Professor für Physik an der Georgia Augusta) und Hermann Nohl-Göttingen (1920 außerordentlicher, 1920 bis 37 und 1945 bis 47 ordentlicher Professor für Philosophie und Pädagogik hier). Außerdem erhielten noch zwei als ehemalige Bürgervorsteher und Senatoren um die Stadt verdiente Göttinger Persönlichkeiten die gleiche Ehrung: Tischlermeister Harry Lambach (ehrenamtlicher Senator von 1919 bis 1923) und Telegraphen-Inspektor a. D. August Reuper (von 1919 bis 1929 ebenfalls ehrenamtlicher Senator). Den Höhepunkt des Tages bildete der große, kilometerlange, von Prof. Dr. Niedecken-Gebhard entworfene und geleitete Festzug, der sich von 14.30 bis 17.30 Uhr durch die Stadt bewegte. Abends im Theater als Festvorstellung der Göttinger Händelfestspiele die Oper "Rodelinde".
  • 27. Juni 1953: "Tag der Feuerwehr" mit großen Vorführungen der Berufs- und der Freiwilligen-Wehr. - Auf dem ehemaligen Flugplatz Eröffnung der Flugtage, in deren Rahmen bis zum 9. Juli tägliche Passagier-Flüge über der Stadt ausgeführt wurden.
  • 29. Juni 1953: Am heutigen "Tag der Wirtschaft" sprach auf einer Kundgebung der Industrie- und Handelskammer für Südhannover Vizekanzler Blücher in der Aula der Universität.
  • 29. Juni 1953: Der Rat ehrte in einem Festakte in der Rathaushalle die 46 ältesten Göttinger Geschlechter, die mindestens 200 Jahre ununterbrochen hier ansässig sind.
  • 30. Juni 1953: Beginn der in den Rahmen der Tausendjahrfeier eingegliederten und bis zum 9. Juli dauernden "Deutschen Filmtage 1953".

Juli

  • 1. Juli 1953: Ihre nun seit 219 Jahren bestehende Verbundenheit mit der Stadt bekundete die Georg August-Universität durch den "Tag der Universität". Beim akademischen Akt in der Aula hielt Prof. Dr. D. Smend die Festrede über das Thema: "Die Göttinger Universität und ihre Umwelt." Die Universitäts-Institute waren heute zur allgemeinen Besichtigung geöffnet.
  • 2. Juli 1953: "Tag der Jugend": In den Schulen Ausstellungen von Schülerarbeiten, in der Felix Klein-Oberschule für sämtliche Anstalten ein Lichtbildervortrag von Stadtarchivdirektor Dr. van Kempen "1000 Jahre Göttingen", auf verschiedenen Plätzen der Stadt Belustigungen für Kinder. Abends musizierten auf der Rathaus-Terrasse Schüler der Voigt-Schule.
  • 2. Juli 1953: Die 50 ältesten Einwohner der Stadt wurden vom Rat durch ein Schreiben und ein Lebensmittel Paket geehrt.
  • 3. Juli 1953: Großes Reit- und Fahr-Turnier am Kiessee.
  • 4. Juli 1953: Mit einer nächtlichen Kanufahrt von 30 mit Wimpeln und Lampions geschmückten Booten begrüßten auf dem Kiessee die beiden hiesigen Kanu-Klubs das tausendjährige Göttingen. Ein Zeichen volkstümlich-fröhlicher Anteilnahme an der Jubelfeier der Stadt war das Nachbarschaftsfest der Anwohner der Johannis-Straße. Mit dieser Veranstaltung hat ein in anderen Städten, z. B. Einbeck, alteingeführter Brauch auch in Göttingen Eingang gefunden.
  • 5. Juli 1953: Am Tag der Heimat kam die Verbundenheit der vielen Tausende durch den letzten Krieg Vertriebenen mit der neuen Heimat zum Ausdruck und wurde darüber hinaus zum Bekenntnis der deutschen Heimat in Ost und West. Im Maschpark-Stadion fand eine große Kundgebung der Vertriebenen statt.
  • 9. Juli 1953: Der Neubau des Institutes für Zuckerrüben-Forschung an der Holtenser Landstraße wurde seiner Bestimmung übergeben.
  • 10. Juli 1953: In vertraulicher Sitzung wählte der Rat den bisherigen Stadtdirektor Helmut Kuß zum Oberstadtdirektor.
  • 11. Juli 1953: Austrag der niedersächsischen Schwimm-Landesmeisterschaften im Städtischen Freibad.
  • 11. Juli 1953: Nach dem Vorbild der Johannis-Straße hat auch die Siedlung Ebertal ein eigenes "Gemeinde-Fest" begangen.
  • 12. Juli 1953: Letzter Tag der Tausendjahrfeier, vornehmlich sportlichen Veranstaltungen gewidmet. In der Rathaushalle Ehrung besonders verdienter Sportlerinnen und Sportler durch Rat und Stadtverwaltung.
  • 12. Juli 1953: Das Deutsche Theater beendete mit der dritten Aufführung "Der Widerspenstigen Zähmung" seinen zur Jubelfeier der Stadt gebrachten Shakespeare-Zyklus.
  • 16. Juli 1953: Aus Anlaß eines am 8. Juli von den farbentragenden Korporationen veranstalteten Fackelzuges war es zu Meinungsverschiedenheiten zwischen diesen und der übrigen Studentenschaft gekommen, Rektor und Senat hatten den Fackelzug mißbilligt. Mehr als tausend freie Studenten brachten vor der Aula Rektor und Senat eine Treuekundgebung dar.
  • 17. Juli 1953: Einstimmig wählte der Rat den bisherigen Dezernenten des Sozial-, Flüchtlings- und Ausgleichamtes, Dr. Franz Claaßen, zum Stadtdirektor und Stadtkämmerer.
  • 17. Juli 1953: Oberstadtdirektor Kuß übergab den Schützenvereinen den Schlüssel der neuen Schießstände auf dem Schützenplatz.
  • 19. Juli 1953: Superintendent Friedemann Hittmeyer, Superintendent des Kichenkreises Göttingen-Nord und seit 1935 Erster Pfarrer an St. Jakobi, hielt seine Abschiedspredigt. Er tritt am 1. August in den Ruhestand.

August

  • 1. August 1953: Auch die Neustadt veranstaltete ein Nachbarschaftsfest.
  • 3. August 1953: Göttingen erlebte zum ersten Male die Landung eines Hubschraubers (auf dem Dach des Kaufhauses Karstadt).
  • 8. August 1953: Im Rahmen eines Festaktes Übernahme der Patenschaft für die Stadt Kreuzburg (Oberschlesien) in der geschmückten Rathaushalle.
  • 9. August 1953: Vor dem Rathause begingen die Teilnehmer des 5. Jahrestreffens des Kreises Kreuzburg O/S in einer Kundgebung die 700-Jahrfeier ihrer seit 1945 unter polnischer Verwaltung stehenden Heimatstadt.
  • 15. August 1953: Prof. Dr. Ludwig Prandtl, um die wissenschaftliche Erforschung der Luftfahrt international verdient, starb im 79. Lebensjahre.
  • 22. August 1953: Der Gedanke der Nachbarschaftsfeste hat sich in Göttingen mehr und mehr durchgesetzt. Nachdem kürzlich die Söhlwiese feierte, gab es heute nicht weniger als drei Festplätze: Ritterplan, Leinestraße und Maschmühlenweg.
  • 30. August 1953: Höhepunkt eines großen niedersächsisch-ostpreußischen Soldatentreffens bildete die Einweihung des Ehrenmales der Gefallenen im Rosengarten am Wall. Dorthin ist das Denkmal für die Toten des Regiments 82 aus dem ersten Weltkriege vom Platz vor dem Geismar-Tor versetzt und darum ein Ehrenhof erbaut worden.

September

  • 3. September 1953: Eröffnung der in das Eckhaus Markt-Rote Straße 19 verlegten Zweigstelle 1 der Städtischen Sparkasse.
  • 6. September 1953: Bei der heutigen Bundestagswahl siegte im Wahlkreis Göttingen-Münden der Kandidat der Koalitionsparteien, Fabrikdirektor Dr. Ing. Walter Drechsel-Weende.
  • 28. September 1953: Frau Sophie Stölting, geb. Twele, die älteste Einwohnerin der Stadt, starb im Alter von 102 Jahren.

Oktober

  • 1. Oktober 1953: Das Uhren- und Juweliergeschäft Hartwig besteht 125 Jahre.
  • 2. Oktober 1953: Laut Ratsbeschluß fahrt die Stadt Göttingen von jetzt ab offiziell den Beinamen "Universitätsstadt". Gleichzeitig Stiftung einer Ehrenplakette für Verdienste in Kunst, Wissenschaft, Literatur und im öffentlichen Leben mit besonderer Beziehung zu Göttingen.
  • 4. Oktober 1953: Die Städtische Gewerbeschule beging in einem Festakt im Theater und einer Ausstellung von Schülerarbeiten ihr hundertjähriges Jubiläum.
  • 7. Oktober 1953: Der zweite Bauabschnitt der 10. Volksschule, die jetzt den Namen "Brüder Grimm-Schule" trägt, in Benutzung genommen.
  • 8. Oktober 1953: Feierliche Einweihung des im Frühjahr 1952 begonnenen Anbaues der Personn-Schule.
  • 18. Oktober 1953: Verleihung der ersten Ehrenplakette der Stadt Göttingen in Silber an den Dichter Carl Zuckmeyer, aus Anlaß der Uraufführung seines Dramas "Ulla Winblad" im Deutschen Theater.

November

  • 7. November 1953: Rat und Verwaltung begingen mit 500 Göttingern des Jahrganges 1932 zum zweiten Male eine Jungbürgerfeier.
  • 8. November 1953: Übergabe des von der Göttinger Architektin Lucy Hillebrand entworfenen Anbaues des Fridtjof Nansen-Hauses in der Merkel-Straße.
  • 11. November 1953: Prof. Dr. J. B. Conant, derzeitiger amerikanischer Hoher Kommissar und Botschafter in der Bundesrepublik, besuchte Göttingen zur Besichtigung von Instituten der Universität wie der Max Planck-Gesellschaft und hielt abends in der Aula einen Vortrag.
  • 16. November 1953: Eröffnung des Staatlichen Archivlagers im Hause Merkel-Straße 3.
  • 29. November 1953: Mit Festvortrag, Festgottesdienst und weiteren Veranstaltungen gedachte die Reformierte Gemeinde ihres 200jährigen Bestehens und ihrer Gründung durch den großen Albrecht von Haller.

Dezember

  • 3. Dezember 1953: Der Kurator der Göttinger Universität, Ministerialdirektor Dr. Bojunga, ist beauftragt worden, bis auf weiteres die Geschäfte des Staatssekretärs im Niedersächsischen Kultusministerium wahrzunehmen.
  • 13. Dezember 1953: Feierliche Einweihung der von Prof. Diez Brandi-Göttingen erbauten Christus-Kirche auf dem Egelsberge durch Landesbischof D. Dr. Lilie-Hannover.
  • 16. Dezember 1953: Ministerialrat Kurt Müller vom Niedersächsischen Kultusministerium übernimmt kommissarisch die Führung der Geschäfte des Universitäts-Kurators in Göttingen.
  • 20. Dezember 1953: Landessuperintendent Detering-Hildesheim weihte das in der Merkel-Straße gelegene neue Gemeindehaus St. Albani-Süd ein.

Geburten

Harald Grahovac, Bürgermeister von Rosdorf
Harald Grahovac Bürgermeister von Rosdorf








Todesfälle