1955

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Jubiläen

Ereignisse

Januar

  • 1. Januar 1955: Mit Wirkung vom heutigen Tage sind aus Gründen besserer Wirtschaftlichkeit die städtischen Eigenbetriebe (Gaswerk, Wasserwerkc, Omnibusbetrieb, Kiesgrube, Stadtgut Niedernjesa, Stadtbad und Freibad) zu einem Unternehmen "Stadtwerke Göttingen" zusammengeschlossen.
  • 14. Januar 1955: Kaufmann Rudolf Hack, von 1953 an Inhaber der Konzertdirektion Kronbauer, seit 1949 auch Ratsherr, im 66. Lebensjahre verstorben.
  • 14. Januar 1955: Nach Schätzungen des Flüchtlingsamtes leben jetzt rund 6000 frühere Bewohner der sowjetischen Besatzungszone hier, ein Zeichen für die Schwierigkeiten Göttingens als Grenzstadt.
  • 30. Januar 1955: Direktor Otto Niemann, seit 1927 Leiter des Städtischen Betriebsamtes und besonders verdient um Aufbau und Entwicklung des städtischen Autobusbetriebes, trat in den Ruhestand.

Februar

  • 11. Februar 1955: Zur historisch einwandfreien Klärung der Göttinger Kapitulations-Vorgänge im April 1945, um die sich seit einiger Zeit bereits Legenden gebildet haben, beschloß der Rat die Einsetzung eines wissenschaftlichen Ausschusses.
  • 19. Februar 1955: Das bis jetzt an Kassel angeschlossene Fernschreibamt Göttingen ist seit heute selbständig.
  • 19. Februar 1955: Universität und Akademie der Wissenschaften gedachten des 100. Todestages von Carl Friedrich Gauß. Es nahmen Wissenschaftler aus vielen Ländem teil, auch aus Sowjet-Rußland. Von der niedersächsischen Landesregierung ist ein Gauß-Fond geschaffen worden, der dazu dienen soll, deutschen und ausländischen Gelehrten das Weiterstudium auf den Gebieten der Mathematik und der Astronomie in Göttingen zu ermöglichen. Die Deutsche Bundespost gab eine Sonderbriefmarke mit dem Bildnis von Gauß heraus.
  • 25. Februar 1955: An der Universität wurde das erste Diplom-Kaufmann-Examen abgehalten, nachdem die Bedingungen für das Studium der Betriebswissenschaften an der Georgia Augusta auf die Ausbildung von Diplom-Kaufleuten ausgedehnt worden sind.

März

  • 16. März 1955: Berufsschuldirektor i. R. Ewald Sieper, der von 1924 bis 1946 Leiter der Gewerbeschule war und sich um deren Entwicklung große Verdienste erworben hat, ist 77jährig gestorben.
  • 20. März 1955: Mit 73 Jahren verschied Stadtschulrat i. R. Dr. Hermann Witte, dem nach dem Zusammenbruch von 1945 der Wiederaufbau des Stadtschulamtes zu verdanken ist.

April

  • 5. April 1955: Auf Grund der neuen niedersächsischen Gemeindeordnung wählte heute der Rat die Mitglieder des neu geschaffenen Verwaltungsausschusses, denen in den kreisfreien Städten die Amtsbezeichnung "Senator" zusteht. Der Verwaltungsausschuß ist jetzt Träger der eigentlichen Regierungsgewalt in den Städten, die er nach den Beschlüssen der Ratsversammlung zu führen hat. Er wird vom Rate aus dessen Mitte auf vier Jahre gewählt, darunter auch sein Vorsitzer, der Oberbürgermeister, dessen bisherige alljährliche Wahl damit entfällt. Da die Amtsperiode des derzeitigen Rates im Herbst 1956 abläuft, waren Oberbürgermeister und Senatoren nur bis zu diesem Termin zu bestimmen.

Einstimmig wählte man Oberbürgermeister Föge wieder, desgleichen Bürgermeister Kraft als Ersten Beigeordneten. Senatoren wurden die Ratsherren: Jünemann (FDP), Jeep und Peuster (SPD), von Thadden, Förster, Dr. Harmsen (Gemeinschaftsfraktion BHE/DRP) und Dr. Bretschneider (CDU). Senator Förster ist zum Stellvertreter des Ersten Beigeordneten und Bürgermeisters, Senator Dr. Bretschneider zum Schriftführer des Verwaltungsausschusses bestimmt.

  • 5. April 1955: Für Unfälle besonderer Art im Stadtgebiet, im Landkreise und auf der Autobahn von Nörten-Hardenberg bis zur Werrabrücke bei Hedemünden stellte die Polizei einen Verkehrsunfall-Einsatzwagen in Dienst.
  • 13. April 1955: Der erste, nach den neuen Richtlinien des Industrie- und HandelskammerTages hier veranstaltete Lehrgang für Industriemeister wurde durch die Prüfungen beendet. Voraussetzung für die Teilnahme an dem 2 1/2jährigen Lehrgange ist der Nachweis von fünf abgeschlossenen Gehilfenjahren.
  • 17. April 1955: Als gemeinnützige Einrichtung zur Förderung des Feuerlöschwesens Gründung eines Kreisfeuerwehrverbandes Göttingen-Stadt, dem Berufs- und Freiwillige Feuerwehr, die Altersverbände und Werk-Löschgruppen angehören.
  • 24. April 1955: Nach ruhig verlaufenen Wahlkampf ging bei der heutigen Wahl zum Niedersächsischen Landtage Göttingen-Stadt der FDP verloren, die ihn durch Oberbürgermeister Föge seit Bestehen innegehabt hatte. Mit 799 Stimmen vor der FDP siegte der Kandidat der SPD, Dr. Peter von Oertzen.
  • 29. April 1955: In der Nacht zum 30. April 1955 wurde der Stadtparksaal durch Brand ernstlich beschädigt, so daß er geschlossen werden mußte.
  • 30. April 1955: Mit dem heutigen Tage endete die Erhebung einer Wohnraumsteuer in Göttingen, die seit 1. Juli 1949 in Kraft gewesen war.

Mai

  • 7. Mai 1955: Feierliche Übernahme der Patenschaft für den ehemaligen Landkreis Kreuzburg O/S. Für die Stadt Kreuzburg ist Göttingen schon seit zwei Jahren Pate.
  • 13. Mai 1955: Der Ratskeller beging mit einer Festwoche die 550-Jahrfeier.
  • 16. Mai 1955: Übergabe des großzügigen Neubaues der Universitäts-Nervenklinik an der von-Siebold-Straße durch Kultusminister Voigt.
  • 19. Mai 1955: Ihr 100jähriges Bestehen beging heute die Pelzfirma H. Krätzschmar in der Weender Straße.
  • 20. Mai 1955: Rektor, sämtliche Dekane und Wahlsenatoren der Georgia Augusta legten aus Protest gegen die Ernennung des Göttinger Verlegers Leonhard Schlüter zum Niedersächsischen Kultusminister ihre Ämter nieder. Dieser Schritt hat in ganz Deutschland und weithin im Ausland Aufsehen erregt und vielfache Zustimmung von Hochschulen, anderen wissenschaftlichen Körperschaften wie sonstigen Organisationen gefunden. Der Rat der Stadt Göttingen hat sich in seiner heutigen Sitzung mit großer Mehrheit hinter die Universität gestellt.

Juni

  • 30. Juni 1955: Beginn des viertägigen 2. Niedersächsischen Landesturnfestes, zu dem 15 000 Turnerinnen und Turner aus ganz Niedersachsen nach Göttingen kamen. Beim Festzug am 3. Juli und der großen Schlußkundgebung auf der Jahn-Kampfbahn war auch der Vorsitzende des Deutschen Turnerbundes, Oberbürgermeister Dr. Kolb-Frankfurt am Main, zugegen.

Juli

  • 9. - 12. Juli 1955: Der persönlichen Initiative eines hier studierenden Pakistaners entsprang eine lebendiger Verbindung zwischen Deutschland und Pakistan dienende "Pakistanische Woche".
  • 9. Juli 1955: Mit überwältigender Mehrheit Wiederwahl des bisherigen Rektors, der Dekane und übrigen Wahlsenatoren an der Universität.
  • 9. Juli 1955: 100-Jahrfeier des Bundesbahn-Ausbesserungswerkes.
  • 18. Juli 1955: Prof. Dr. Rudolf Stich, einer der bedeutendsten deutschen Chirurgen, seit 1911 in Göttingen, und Apothekenbesitzer Dr. Fritz Ulrici, als Bürgervorsteher, -wortführer und bürgerlicher Senator zwischen 1918 und 1932 verdient, wurden zu Ehrenbürgern ernannt.

August

  • 5. August 1955: Der Rat beschloß den Kauf des derzeitig der Städtischen Brauerei gehörenden Stadtpark-Geländes.

September

  • 1. September 1955: Polizei-Hauptkommissar Helmut Knigge, bisher Leiter des Polizeiabschnittes Göttingen-Stadt, nach Peine versetzt. Sein Nachfolger ist Polizei-Hauptkommissar Karl Döscher aus Hildesheim.
  • 10. September 1955: Bedingt durch die starke Zunahme der Teilnehmer Umstellung der hiesigen Fernsprech-Vermittlungsstellen von dem 10 000er auf das 100 000erSystem.
  • 19. September 1955: Im Rahmen der 400-Jahrfeier der ehemaligen Klosterschule Roßleben an der Unstrut Enthüllung einer Gedenktafel in der St. Johannis-Kirche.
  • 19. September 1955: Einstimmig beschloß der Rat zur Sicherung der Kontinuität der Arbeit die Ernennung von Stellvertretern der Senatoren.

Oktober

  • 18. Oktober 1955: Übergabe des vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge ausgebauten Ehrenfriedhofes an die Stadt. Dort liegen vom ersten und zweiten WeltKriege fast 600 deutsche und 669 fremde Soldaten, unter den letzteren allein 655 Russen.
  • 26. Oktober 1955: Mit Übernahme von drei neuen Wagen hat die Stadt Göttingen seit Gründung des Städtischen Kraftwagenbetriebes im Jahre 1927, insgesamt 50 Autobusse gekauft, davon seit der Währungsreform 1948 bis heute allein 25.

November

  • 2. November 1955: 100-Jahrfeier der Firma E. A. Wolters - Getreide, Futter-, Düngemittel und Kohlenhandlung, in der Bahnhofstraße.
  • 6. November 1955: Einführung von Prof. Dr. phil. Dr. theol. Martin Doeme als Universitäts-Prediger durch Landesbischof D. Dr. Lilje-Hannover in der St. Nikolai-Kirche.
  • 8. November 1955: Auf der Howardt-Werft in Hamburg Stapellauf des 8450 Tonnen großen, für -die Nordamerika-Ostküstenfahrt der Hapag bestimmten Dampfers "Göttingen". Die Taufe vollzog die Gattin des derzeitigen Rektors der Universität, Frau Erika Woermann.
  • 8. November 1955: Abschluß der seit langen Jahren betriebenen, durch den zweiten Weltkrieg unterbrochen gewesenen Umstellung des elektrischen Stromes von Gleich- auf Wechselstrom. Das Hoch- und Niederspannungsnetz in der Stadt, einschließlich der Vororte Geismar, Grone und Weende, ist 350 km lang. Die Kosten haben allein seit der Währungsreform im Jahre 1948 rund 5 1/2 Millionen DM betragen.
  • 12. November 1955: Gedenkfeier zum 200. Geburtstage Scharnhorsts in der ehemaligen Pauliner-Kirche, veranstaltet von den drei mit Scharnhorst verbunden gewesenen südhannoverschen Städten Göttingen, Northeim und Osterode.
  • 15. November 1955: Postrat Stute, bisher Referent bei der Oberpostdirektion Braunschweig, in sein Amt als Leiter des Postamtes Göttingen eingeführt.
  • 22. November 1955: Richtfest des neuen Universitäts-Institutes für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung an der von-Siebold-Straße.
  • 22. November 1955: Auch das erste Gebäude der aus mehreren Häusern geplanten Südschule an der Kantstraße wurde gerichtet.

Dezember

  • 4. Dezember 1955: Eugen Dumont, seit 1945 eines der beliebtesten Mitglieder des Göttinger Theaters, konnte das seltene 60jährige Bühnen-Jubiläum begehen.
  • 8. Dezember 1955: Nach langen Vorbereitungen ist heute wieder ein Fremdenverkehrsverein gegründet worden.
  • 25. Dezember 1955: Der Dampfer "Göttingen" trat heute Mittag von Hamburg aus seine Jungfernreise nach New York an.

Geburten

Todesfälle

Quellen

  • Stadtarchiv Göttingen (Das Stadtarchiv erstellt seit 1900 jährlich die Chronik der Stadt. In ihr sind - jeweils aus zeitgenössischer Sicht - die wichtigsten Ereignisse eines Jahres zusammengestellt. Für die Zeit vor 1900 wurde die Chronik 1953 vom damaligen Stadtarchivar Wilhelm van Kempen erarbeitet.)