1958

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Jubiläen

Ereignisse

Januar

  • 9. Januar 1958: Die außerplanmäßigen Professoren und Dozenten der Georgia Augusta überreichten dem Rektor der Universität feierlich eine Protesterklärung gegen den Entwurf eines Besoldungsgesetzes für das Land Niedersachsen, der die Sonderstellung der Hochschullehrer nicht genügend berücksichtigt. Um die Bedeutung des Aktes zu dokumentieren, waren die Professoren im Talar erschienen.
  • 19. Januar 1958: Einführung von Pastor Joachim Pitsch als neuer Pfarrer der Reformierten Gemeinde.
  • 22. Januar 1958: Nach Übernahme der Pachtung des "Ratskellers" durch die Städtische Brauerei wurde der Gastronom Baum, Pächter des "Kaiser-Wilhelm-Parks", des "Rohns" und des "Franziskaners", als neuer Wirt eingesetzt.
  • 26. Januar 1958: Im Alter von 70 Jahren verschied der Begründer der hiesigen Schulzahnpflege, Zahnarzt Dr. Lehm.
  • 31. Januar 1958: Fleischermeister Otto Beck, seit 1950 Obermeister der Innung, starb 54jährig.

Februar

  • 1. Februar 1958: Mit Wirkung vom heutigen Tage wurde Oberstleutnant Salewski, Kommandeur des Grenadier-Bataillons 41, zum Standortältesten für den Standortbereich Göttingen ernannt.
  • 3. Februar 1958: Das seit dem Vorjahre hier liegende Flak-Bataillon ist nach Essen-Kupferdreh verlegt worden.
  • 4. Februar 1958: Einzug des neuen Göttinger Truppenteils: Grenadier-Bataillon 41. Auf dem Albaniplatz offizielle Übergabe der Einheit an Göttingen durch den Befehlshaber im Wehrbereich II, Generalmajor Siewert, und Begrüßung durch Oberbürgermeister Prof. Dr. Jungmichel. Am Rathause Vorbeimarsch vor den Generälen und Ehrengästen.
  • 16. Februar 1958: Feier des 50jährigen Bestehens der Städtischen Fachschule für Frauenberufe mit einer Feststunde und Ausstellung von Schülerinnen-Arbeiten.
  • 18. Februar 1958: Auf einer Rundreise durch die Bundesrepublik weilte eine aus vier Personen bestehende sowjetrussische Studenten-Delegation hier, besichtigte die Stadt, verschiedene Universitäts-Einrichtungen wie Institute der Max-Planck-Gesellschaft und diskutierte mit Göttinger Studenten.
  • 19. Februar 1958: In Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste (unter ihnen Landtagspräsident Schuster, Kultusminister Langeheine, Justizminister Dr. Hofmeister) legte der Niedersächsische Ministerpräsident Hellwege auf dem Gelände zwischen Nikolausberger Weg und Universitäts-Sportfeld den Grundstein zum Juristischen Seminar, dem ersten Gebäude des dort geplanten Geisteswissenschaftlichen Zentrums der Georgia Augusta. - Vorher hatte Kurator Dr. Müller das neue Landmaschinen-Institut an der Gutenbergstraße eingeweiht.
  • 19. Februar 1958: Dem Präsidenten der Hannoverschen Klosterkammer, Staatssekertär a. D. Dr. Bojunga (1938 bis 1953 Kurator in Göttingen) ist die Ehrenbürger-Urkunde der Universität feierlich überreicht worden.
  • 19. Februar 1958: In diesen Tagen begannen die Vorarbeiten für die wegen des immer mehr anschwellenden Verkehrs notwendig gewordene großzügige städtebaulidie Neuanlage an der Kreuzung Groner Straße/Groner-Tor-Straße/Berliner und Bürgerstraße.
  • 27. Februar 1958: Zu ihrem neuen Obermeister wählte die Fleischer-Innung den Meister Heinrich Hoppe.

März

  • 10. März 1958: Wie in anderen Städten des In- und Auslandes veranstalteten auch hier heute Abend deutsche und ausländische Studenten einen Schweigemarsch vom Auditorium zum Wilhelmsplatz als Protest gegen ein während des Freiheitskampfes in Algerien von einem französischen Kriegsgericht gegen eine algerische Studentin ausgesprochenes Todesurteil.
  • 19. März 1958: Heute führte in der gesamten Bundesrepublik und Westberlin (mit Ausnahme von Hamburg, Bremen und Saarland) die Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr einen 24stündigen Warnstreik aller Kommunalarbeiter durch, in Göttingen rund 500 Personen. Der Autobusverkehr ruhte völlig, im Gas- und Wasserwerk war nur ein Notdienst eingerichtet. Polizei, Feuerwehr, Gesundheits- und Bestattungswesen waren von dem Streik ausgenommen. Anlaß des Warnstreiks waren Differenzen zwischen Gewerkschaft und dem Verbande kommunaler Arbeitgeber wegen erhöhter Lohnforderungen. Gegen die Stadtverwaltung Göttingen als solche richtete sich der Streik nicht.
  • 20. März 1958: Der auf dem ehemaligen Flugplatz untergebrachten Kreismittelschule wurde der auf Beschluß des Kreistages gewählte Name "Gerhart-Hauptmann-Schule" offiziell verliehen.
  • 26. März 1958: Im völlig umgebauten Hause Groner Straße 29/31 eröffnete das große Textilhaus Gebrüder Leffers (Stammhaus in Steinbild an der Ems) die 17. Niederlassung.

April

  • 1. April 1958: Mit Erreichung der gesetzlichen Altersgrenze trat der Direktor der Niedersächsischen Staats- und Universitäts-Bibliothek, Prof. Dr. med., Dr. phil. Karl-Julius Hartmann, in den Ruhestand. Er hat die Bibliothek seit 1935 geleitet. Zu seinem Nachfolger wurde der bisherige Stellvertretende Direktor, Oberbibliotheksrat Dr. Wilhelm-Martin Luther, ernannt.
  • 1. April 1958: Auch der Rektor der Albani-Schule, Heinrich Knigge, ist in den Ruhestand getreten.
  • 1. April 1958: Das hiesige Grenadier-Bataillon 41 hat eine neue Benennung erhalten, es heißt jetzt Grenadier-Bataillon 12.
  • 23. April 1958: Mit einer Gedenkstunde am Grabe von Max Planck auf dem Stadtfriedhof begannen die Feiern zum 100. Geburtstage des großen Gelehrten.
  • 26. April 1958: In diesem Jahre wurde der "Tag des Baumes" hier durch eine Anpflanzung auf dem Gelände des Kiessees begangen, das künftig parkartig gestaltet werden soll.
  • 30. April 1958: Einführung der neuen Rektorin, Frau Hannah Prüter, an der Personn-Schule, an der sie bisher als Konrektorin tätig war.

Mai

  • 1. Mai 1958: Mai-Feier des Deutschen Gewerkschafts-Bundes, die in der hier seit Jahren üblichen Weise verlief.
  • 1. Mai 1958: Als neuer Leiter der Außenstelle Göttingen der Landes-Kriminalpolizei ist Oberkommissar Bernecker, bisher in Hildesheim, eingeführt worden.
  • 4. Mai 1958: Pastor Theodor Kamlah, seit 38 Jahren Seelsorger der Reformierten Gemeinde, hielt nach Übertritt in den Ruhestand seine Abschiedspredigt.
  • 4. Mai 1958: Die 1946 vom damaligen Niedersächsischen Kultusminister Grimme nach der Ausbombung in Berlin hier neu gegründete Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen wurde nach Bonn verlegt.
  • 9. Mai 1958: Auf einer Studienreise durch die Bundesrepublik waren in diesen Tagen 40 Geographie-Studenten der Universität Amsterdam in Göttingen. Sie machten von hier aus wissenschaftliche Exkursionen in die Umgebung und in den Harz.
  • 9. Mai 1958: In seiner heutigen Sitzung beschloß der Rat, die von der Rudolph-Winkel-Straße nach Westen abzweigende Straße auf dem Industriegelände des ehemaligen Flugplatzes nach dem Göttinger Fabrikanten Ernst Ruhstrat zu benennen.
  • 10. Mai 1958: Feierliche Rektoratsübergabe an der Universität. Das Amt ging von dem Staatsrechtler Prof. Dr. Werner Weber an den Ordinarius für reformierte Theologie, D. Otto Weber, über. Der scheidende Rektor widmete in seinem Tätigkeitsbericht der zwingenden Notwendigkeit einer kommunalpolitischen Neuordnung des Göttinger Raumes ernste Worte, da die Universität auf die Dauer unter der räumlichen Beengtheit der Stadt Schaden leiden müsse.
  • 13. Mai 1958: Auf Einladung der Stadt Cheltenham in England, mit der Göttingen seit Jahren in lebhaften Beziehungen steht, reisten Oberbürgermeister Prof. Dr. Jungmichel und Kulturreferent Dr. Ronte mit ihren Damen heute zu einem Besuche der befreundeten Stadt und zur Teilnahme an der feierlichen Einführung des neuen Bürgermeisters dorthin.
  • 17. Mai 1958: Immatrikulationsfeier an der Pädagogischen Hochschule: 143 Studierende (davon 111 weibliche) traten in diesen 15. Jahrgang ein. Ferner wurden 36 Personen für das der Pädagogischen Hochschule angeschlossene Institut für Mittelschullehrer-Ausbildung eingeschrieben.
  • 20. Mai 1958: Gegen die Ausrüstung der Bundeswehr mit atomaren Waffen fand - wie in anderen Hochschulstädten-auch hier eine große akademische Demonstration statt. An der Spitze des Schweigemarsches vom Auditorium zum Wilhelmsplatz gingen angesehene Professoren und Bürger.
  • 30. Mai 1958: Regierungspräsident Dr. Suermann-Hildesheim eröffnete die vom Niedersächsischen Landvolk (Kreisverband Göttingen) auf dem Schützenplatz veranstaltete große Ausstellung "Landvolk und Wirtschaft". Sie steht unter der Schirmherrschaft des Niedersächsischen Ministers für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Rißling.
  • 31. Mai 1958: In Gegenwart von Oberbürgermeister Prof. Dr. Jungmichel und seiner Gattin wurde in Bremerhaven das Küsten-Minensuchboot "Göttingen" der Bundesmarine offiziell in Dienst gestellt.

Juni

  • 9. Juni 1958: Abends rollten die ersten Panzer des von Kassel hierher verlegten Panzer-Grenadier-Bataillons 62 in Göttingen ein.
  • 14. Juni 1958: Schlüsselübergabe des neuen Gebäudes der Zweigstelle II der Städtischen Sparkasse, Groner-Tor-Straße 32a. Der von Dipl.-Ing. Schulze-Holzweißig errichtete Bau dient in den vier oberen Stockwerken einer großen Anzahl von Firmen als Bürohaus. Auch befindet sich dort die Evangelische Bibliotheksschule.
  • 28. Juni 1958: Vor den Verwaltungsgebäuden der Gothaer Versicherungsbanken am Gothaer Platz Enthüllung einer von Prof. Hoene-München geschaffenen Büste des Gründers der Gothaer Lebensversicherung, Ernst Wilhelm Arnoldi.
  • 28. - 29. Juni 1958: Auf der Radrennbahn am Sandweg wurden die Deutschen Meisterschaften des Landesverbandes Niedersachsen im Arbeiter Rad- und Kraftfahrer-Bund "Solidarität" ausgetragen.

Juli

  • 1. Juli 1958: Einführung des für den neuerrichteten Sprengel Göttingen der evangelisch-lutherischen Landeskirche berufenen Landessuperintendenten Lothar Stark, bisher Superintendent in Meppen. Vormittags fand in der St. Jacobi-Kirche in Gegenwart der im Ornat erschienenen gesamten Geistlichkeit des Sprengels (ungefähr 200 Pfarrer) die feierliche Einführung durch Landesbischof D. Dr. Lilje statt. Daran schloß sich in der Rathaushalle eine offizielle Begrüßung an.
  • 2. Juli 1958: Auf Anregung des Arbeitskreises "Kampf dem Atomtod" zogen heute Nachmittag Tausende von Gegnern der Aufrüstung der Bundeswehr mit Atomwaffen in einem Schweigemarsch vom Waageplatz nach dem Geismar-Tor zu einer Demonstrationsversammlung.
  • 5. Juli 1958: Im "Deutschen Theater" Uraufführung des Schauspiels "Der Herr kommt aus Bahia" von Ulrich Becher, das bei Publikum und Presse nur schwache Resonanz fand.
  • 8. Juli 1958: Auf Grund der neuen Kreisordnung wählte heute der Kreistag einstimmig den bisherigen Landrat Fahlbusch-Weende bis zum Ende der Legislaturperiode wieder.
  • 10. Juli 1958: Sieben nordamerikanische Professoren der Geschichte und Sozialwissenschaft, die als Gäste der Bundesregierung die Bundesrepublik bereisen, wurden von der Stadt im Rathause und vom Rektor der Universität empfangen.
  • 20. Juli 1958: Beginn des eine Woche dauernden großen Schützen- und Volksfestes.
  • 23. Juli 1958: Eröffnung eines Verkehrsbüros auf dem Bahnhofs-Vorplatz.
  • 24. Juli 1958: Arabische und deutsche Studenten veranstalteten heute Abend als Protest gegen die Landung amerikanischer Truppen im Libanon und britischer in Jordanien einen Schweigemarsch zum Albaniplatz, wo anschließend eine Kundgebung stattfand.
  • 31. Juli 1958: Ein Empfang der Stadt im Rathause bildete den Auftakt der vom 1. bis 3. August auf der Jahn-Kampfbahn stattfindenden Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften. Aus der ganzen Bundesrepublik und West-Berlin sind dazu fast 1100 Jungen und Mädel nach Göttingen gekommen.

August

  • 15. August 1958: Richtfest der neuen Autobushalle auf dem Gelände des Städtischen Betriebsamtes.
  • 19. August 1958: Gegen Morgen tobte über Göttingen und dem Leinetale ein heftiges Gewitter, das schwerste dieses Jahres. In 10 Minuten fielen, auf den Quadratmeter umgerechnet, 24 Liter Wasser. In der Stadt erlosch das Licht, da ein Blitzschlag die Transformatoren-Station am Kleinen Hagen in Brand gesetzt hatte. In einigen Kliniken standen die Heizkessel unter Wasser, viele Keller mußten von der Feuerwehr ausgepumpt werden.
  • 23. August 1958: 92jährig verstarb der letzte Vertreter des untergegangenen Posamentier-Handwerks, Johann Bonte.

September

  • 1. September 1958: Das Max-Planck-Institut für Physik unter Professor Heisenberg ist nach München verlegt. Landesregierung wie Stadt Göttingen haben sich vergeblich bemüht, dieses wichtige Institut und den bedeutenden Gelehrten hier zu halten.
  • 10. September 1958: Eröffnung der "Sonnen-Apotheke" als der elften in Göttingen im Hause Weender Straße 72 durch Apothekerin Hildegunde Willrich.
  • 13. September 1958: Aus Anlaß des "Tages der Heimat" fand - wie schon in früheren Jahren auf dem Marktplatz eine Kundgebung des Bundes der vertriebenen Deutschen statt.
  • 15. September 1958: Im früheren Hause der Ärztekammer (Weender Landstraße 46/48) gründete der Pharmazeut Josef Krause (einst Allenstein in Ostpreußen) die "Nordstadt-Apotheke womit sich die Zahl der Göttinger Apotheken auf 12 erhöht.
  • 21. September 1958: Im Alter von 60 Jahren verstarb in Hannover der Präsident der Klosterkammer, Staatssekretär a. D. Dr. Bojunga, von 1938 bis 1953 Kurator der Universität Göttingen und um deren Entwicklung hochverdient.
  • 23. September 1958: Im Göttinger Wald, gegenüber der Tuchmacherquelle wurde ein schlichtes Mal zum Gedenken an die sechs im ersten und neun im zweiten Weltkrieg gefallenen Bediensteten des Stadtforstamtes eingeweiht.
  • 25. September 1958: Wieder trafen 15 amerikanische Studenten ein, die im Rahmen des alljährlichen Austausches zwischen der Bundesrepublik und den USA ein Jahr hier studieren werden.

Oktober

  • 6. Oktober 1958: In althergebrachter Weise beging das Göttinger Handwerk seinen Gildetag. Durch Einführung der 45-Stunden-Woche muß jetzt auch in Göttingen, wie anderwärts, sonnabends die Nachmittagsbestellung der Post ausfallen. Auch werden sonnabends nach 17 Uhr nun nur noch wenige Briefkästen geleert.
  • 8. Oktober 1958: Im neuen Landgerichtsgebäude an der Berliner Straße nach feierlicher Verabschiedung von Landgerichtspräsident Walter Meyerhoff durch Staatssekretär Meyer-Abich Einführung des Nachfolgers, Dr. Schröder, bisher Vizepräsident des Landgerichtes Oldenburg. Präsident Meyerhoff tritt nach Erreichung der gesetzlichen Altersgrenze in den Ruhestand. Mit der Feier war die offizielle Schlüsselübergabe für den Neubau verbunden.
  • 10. Oktober 1958: Ministerpräsident Hellwege stattete der Universität einen Besuch ab zur Information über die räumlichen Verhältnisse mehrerer Institute und der völlig unzureichenden Mensa am Wilhelmsplatz. - Mittags wurde er im Rathause empfangen und trug sich dort in das Goldene Buch der Stadt ein.
  • 10. Oktober 1958: Der Bischof der Evangelischen Kirche Österreichs, D. May-Wien, sprach in Göttingen über "Die evangelische Kirche in Österreich".
  • 11. Oktober 1958: Oberbürgermeister Prof. Dr. Jungmichel erhielt vom Rektor der Universität die Urkunde der Ernennung zum Ordentlichen Professor überreicht. Die Urkunde trägt das Datum des 9. September 1958.
  • 17. Oktober 1958: 50 Mitglieder der sozialdemokratischen Fraktion des Niedersächsischen Landtages besuchten heute Stadt und Universität, um sich über die hier drängenden Probleme zu unterrichten.
  • 17. Oktober 1958: In der St. Jacobi-Kirche wurden in feierlichem Gottesdienst fünf Predigtamtskandidaten durch Landessuperintendent Stark ordiniert.
  • 24. Oktober 1958: Siebente Jungbürgerfeier der Stadt, an der ungefähr 500 von insgesamt 1329 in diesem Jahre volljährig und damit wahlberechtigt werdenden jungen Göttingerinnen und Göttingern teilnahmen.
  • 24. - 26. Oktober 1958: Zum zweiten Male fanden die Deutschen Hochschulmeisterschaften im Reiten hier statt.

November

  • 9. November 1958: Im Rahmen einer öffentlichen Sitzung verlieh die hiesige Akademie der Wissenschaften die diesjährigen Preise: für Chemie an Prof. Dr. Bohlmann-Braunschweig und für Physik an Prof. Dr. Böhm-Kiel.
  • 15. November 1958: An der Universität Immatrikulation der neuen Studenten. Zum ersten Male sprach bei der Feier auch der Vorsitzende des Allgemeinen Studentenausschusses. Die Zahl der Studierenden und Gasthörer wird in diesem Semester die 6000-Grenze beträchtlich übersteigen.
  • 15. November 1958: Aus Anlaß der Akademischen Feier erhielten die Ehrenbürger der Georgia Augusta: Staatssekretär a. D. Dr. Wende, Oberstadtdirektor i. R. Erich Schmidt und Oberbaurat i. R. Seidel die Ehrenplakette verliehen.
  • 16. November 1958: Der Volkstrauertag zum Gedenken der in beiden Weltkriegen Gefallenen wie der Opfer des Hitler-Regirnes wurde mit einer Feier am Ehremnal im Rosengarten begangen, an der mehr als 2000 Personen teilnahmen.
  • 17. November 1958: Gründung einer Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit. Göttingen ist die 21. deutsche Stadt, in der sich diese Gesellschaft gebildet hat.
  • 21. November 1958: Der insgesamt 46 000 Kubikmeter umfassende Erweiterungsbau der Firma Karstadt in der Groner- wie in der Johannisstraße feierte Richtfest.
  • 22. November 1958: Im Rahmen des weiteren Ausbaues des Selbstwähler-Fernmeldedienstes der Bundespost wurde heute Nacht der Selbstwähler-Fernsprechdienst zwischen Göttingen und Braunschweig eingeführt.
  • 26. - 27. November 1958: Exzellenz Frau Viiaya Lakshmi Pandit Schwester des indischen Ministerpräsidenten Nehru, Indischer Hoher Kommissar in Großbritannien, Botschafterin in Spanien und Gesandtin in Irland, weilte in Göttingen. Anlaß des Besuches war die Verleihung der Dorothea-Schlözer-Plakette durch die Universität. Diese nur für Frauen bestimmte Auszeichnung ist von der Georgia Augusta für Verdienste um Forschung und Wissenschaft oder um Frauenbildung, insbesondere Hochschulstudium, kürzlich gestiftet worden. In feierlichem Akte überreichte der derzeitige Rektor in der Aula die Plakette. Anschließend hielt Frau Pandit einen Vortrag "India old and new". Vor dem akademischen Akte hatte sie der Stadt einen Besuch gemacht und sich in das Goldene Buch im Rathause eingetragen.

Dezember

  • 5. Dezember 1958: Der neue Rektor der Albani-Schule, Helmut Becker, in sein Amt eingeführt, er war seit 1938 an der Schule als Lehrer tätig.
  • 6. - 7. Dezember 1958: Bei den hiesigen katholischen Gemeinden St. Michael und St. Paulus Besuch des chinesischen Bischofs Vitus Chang, der, aus seiner Heimat vertrieben, jetzt auf den Philippinen lebt.
  • 10. Dezember 1958: Die Handelslehranstalten begingen in einem mit der offiziellen Einweihung ihrer Neubauflügel verbundenen Festakte ihre 125-Jahrfeier.
  • 11. Dezember 1958: Nach anderthalbjähriger Bauzeit konnte heute das neue Gebäude des Arbeitsamtes, Friedländer Weg 55a, seiner Bestimmung übergeben werden.
  • 17. Dezember 1958: Richtfest für die katholische St. Godehard-Kirche an der Pfalz-Grona-Breite, sechs Monate nach der Grundsteinlegung.
  • 17. Dezember 1958: In der heutigen Ratssitzung wurden drei neue Straßennahmen beschlossen: die von der Von-Ossietzky-Straße zwischen der Görlitzer Straße und der Straße "Am Kirschberge" nach Süden abzweigende Stichstraße erhielt die Bezeichnung "Sudetenland-Straße". Von der Straße "Am Kirschberge" bis zur Gemarkungsgrenze Geismar führt eine Straße, die "Christianshöhe" genannt worden ist. Damit soll des ersten Kampfes bei Göttingen im Dreißigjährigen Kriege gedacht werden, als am 25. Juni 1623 ein Reitertrupp Christians von Halberstadt auf dem Hainberge ein ligistisches Regiment überfiel. Auf diesem Gelände hatte ein Göttinger Fabrikant ein kleines Landhaus, das schon "Christianshöhe" benannt war. Für eine von der Brüder Grimm-Allee nach Norden laufende Straße wurde der Name "Fiorillo-Weg" gewählt, zum Gedächtnis an den ersten Göttinger Professor der Kunstgeschichte, Johann Dominicus Fiorillo, hier tätig von 1784 bis 1821.
  • 17. Dezember 1958: An Stelle des zurückgetretenen Ratsherrn Dr. med. Zimmer verpflichtete der Oberbürgerrneister die in den Rat berufene Ärztin Frau Dr. Klara Skudelny.
  • 19. Dezember 1958: Mit dem heutigen Tage tritt, zunächst auf zwei Jahre befristet, für Göttingen eine Bausperre-Anordnung des Regierungspräsidenten in Hildesheim in Kraft. Sie dient der Sicherung einer planvollen baulichen Entwicklung der Universität und bezieht sich auf das Gebiet zwischen Leinekanal und Lotzestraße.

Geburten

Todesfälle

Quellen

  • Stadtarchiv Göttingen (Das Stadtarchiv erstellt seit 1900 jährlich die Chronik der Stadt. In ihr sind - jeweils aus zeitgenössischer Sicht - die wichtigsten Ereignisse eines Jahres zusammengestellt. Für die Zeit vor 1900 wurde die Chronik 1953 vom damaligen Stadtarchivar Wilhelm van Kempen erarbeitet.)