1960

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Jubiläen

Ereignisse

Januar

  • 4. - 5. Januar 1960: Die Historisch-Landeskundliche Kommission für Posen und das Deutschtum in Polen (Sitz Marburg an der Lahn) hielt ihre vierte wissenschaftliche Tagung hier ab.
  • 6. - 7. Januar 1960: Tagung des Ausschusses für Finanz- und Steuerstatistik im Verband deutscher Städtestatistiker. Dabei wurden die Einrichtungen der Göttinger Stadtkämmerei als sehr fortschrittlich gelobt.
  • 6. Januar 1960: Über die "Deutsche Welle" strahlte der Rundfunk ein Chorkonzert der Göttinger Stadtkantorei nach Übersee aus.
  • 14. Januar 1960: Auf dem Truppenübungsplatz Kerstlingeröder Feld drehte das Hessische Fernsehen einen Lehrfilm über die Bundeswehr, bei dem das hiesige Panzergrenadier-Bataillon exerzierte.
  • 15. Januar 1960: Mit 26 Grad unter Null registrierte die Göttinger Wetterwarte die bisher tiefste Temperatur dieses Winters. Durch den starken Frost wurden ungefähr 30 Münzfernsprecher der Bundespost im Stadtgebiet, auch Briefmarken-Automaten außer Betrieb gesetzt.
  • 16. Januar 1960: Sechs Vertreter der National Union of Students of England, Wales and Northern Irelands bereisen zur Zeit auf Einladung des Verbandes Deutscher Studentenschaften die Bundesrepublik und Westberlin. Die Stadt gab ihnen im Rathaus-Sitzungssaal einen Empfang, abends waren sie Gäste des Auslandsreferates des Allgemeinen Studenten-Ausschusses.
  • 17. Januar 1960: Für die Dauer der Einbauarbeiten der neuen Heizung werden die Gottesdienste der St. Jakobi-Gemeinde in der Reformierten Kirche gehalten.
  • 21. - 22. Januar 1960: Im Sitzungssaale des Rathauses hielt der Beirat "Gewerberecht" des Deutschen Städtetages Arbeitssitzungen ab.
  • 22. Januar 1960: Der Rat beschloß, ab Ostern dieses Jahres die bisherige Filiale der Bonifatiusschule (derzeitig in der Albert-Schweitzer-Schule und im Gebäude 98 auf dem ehemaligen Flugplatz untergebracht) in ein selbständiges Schulsystem umzuwandeln. Vorerst soll die Bezeichnung lauten: "XII. Volksschule - Bonifatius-Schule II - katholische Volksschule."
  • 23. Januar 1960: Professor Dr. Wolfgang Kayser, Ordinarius für deutsche Philologie, einer der bekanntesten Literaturhistoriker, starb im Alter von 53 Jahren plötzlich an einem Herzinfarkt, der Tod ereilte ihn auf der Straße. Am 28. Januar fand in der Aula, wo er seine Vorlesungen gehalten hatte, eine akademische Trauerfeier statt.
  • 28. Januar 1960: Das Institut für den wissenschaftlichen Film beging das Richtfest seines großen Neubaues am Nonnenstieg.

Februar

  • 5. Februar 1960: Jahresempfang des Rates und der Stadtverwaltung, an dem in der Rathaushalle etwa 500 Gäste teilnahmen.
  • 10. Februar 1960: Einstimmig wählten die Obermeister den bisherigen Kreishandwerksmeister Gustav Bielefeld wieder, der dieses Amt jetzt seit zehn Jahren versieht.
  • 10. Februar 1960: Einweihung des Wohnheimes der Rotkreuz-Schwesternschaften in der Robert-Koch-Straße.
  • 13. Februar 1960: Mit einer Ausstellung "Göttinger Buchschaffen aus der Frühzeit der Universität" in der Staats- und Universitäts-Bibliothek, einer Feierstunde in der Aula der Georgia Augusta und einer Begegnung mit Autoren und Freunden des Hauses beging der Verlag Vandenhoeck & Ruprecht sein 225jähriges Bestehen. Die abendliche Kantate der Stadtkantorei in der St. Marien-Kirche war aus diesem Anlaß besonders festlich gestaltet.
  • 18. Februar 1960: 10. Jahrestagung der Rechtspfleger des Landgerichts-Bezirks Göttingen.
  • 22. Februar 1960: Besuch des Kulturattachés der amerikanischen Botschaft in Bonn, Dr. Edward D. Meyers, und des Kulturattachés des amerikanischen Generalkonsulates in Hamburg, Dr. David W. Smith, bei Universität und Stadt.
  • 26. Februar 1960: Die Konzertdirektion Kronbauer - Inhaber Diplom-Kaufmann Otto Hack beging mit einem Beethoven-Abend des Göttinger Symphonie-Orchesters und Professor Elly Ney als Solistin das 50jährige Bestehen. Vor dem Konzert fand in "Gebhards Hotel" ein Empfang statt.
  • 27. Februar 1960: Im "Deutschen Theater" Uraufführung des Schauspiels "Unter dem Sternbild der Waage" von Erwin Sylvanus.

März

  • 1. März 1960: Aus Anlaß der Vollendung des 70. Lebens-Jahres Heinz Hilperts veranstaltete das "Deutsche Theater" eine Feier, bei der der Dichter Carl Zuckmayer die Festrede hielt und Hilpert von den Vertretern der niedersächsischen Landesregierung, der Stadt und der Universität gewürdigt wurde. Oberbürgermeister Professor Dr. Jungmichel überreichte die auf Beschluß des Rates verliehene Ehrenplakette der Stadt Göttingen.
  • 22. März 1960: Am Hause des Deutschen Gewerkschaftsbundes, an der Ecke Obere Maschstraße und Untere Maschstraße, Enthüllung einer Gedenktafel. Sie gilt der Erinnerung an die einst dort gestandene, von den Nationalsozialisten am 9. November 1938 niedergebrannte Synagoge sowie an die während des nationalsozialistischen Regimes ermordeten jüdischen Mitbürger. Auf Antrag des Kulturausschusses hatte der Rat der Stadt im Januar die Anbringung dieser Tafel einstimmig beschlossen.
  • 23. März 1960: Der bisherige Leiter des Staatlichen Gesundheitsamtes Soltau, Medizinalrat Dr. Herbert Segelken, übernimmt das Staatliche Gesundheitsamt Göttingen.
  • 30. März 1960: Im Turme der Friedenskirchen-Gemeinde auf dem Kleinen Hagen eröffnete die Städtische Bücherei eine derzeitig mit rund 2000 Bänden ausgestattete Zweigstelle.
  • 30. März 1960: Zwei Vertreter der Britischen Botschaft in Bonn, Gesandter Mr. Rose und Generalkonsul Mr. Forster, statteten Universität und Stadtverwaltung heute einen Besuch ab.
  • 31. März 1960: Von der Industrie- und Handelskammer wurden nach abgelegter Prüfung 650 Lehrlinge der Kaufmannsberufe und der gewerblichen Wirtschaft freigesprochen.

April

  • 1. April 1960: Das im August 1957 von engagementfreien Schauspielern in Göttingen gegründete "junge theater" hat sich mit dem aus Schülern des Max-Reinhardt Seminars bestehenden "studiokreis berlin" zusammengeschlossen. Die Aufführungen finden im Saale des Fridtiof-Nansen-Hauses in der Merkelstraße statt.
  • 1. April 1960: Die Oberstadtdirektoren der kreisfreien Städte Niedersachsens hielten im hiesigen Rathause eine Arbeitstagung ab.
  • 1. April 1960: Hauptmann Ibscher, Standortkommandant von Göttingen, zum Major befördert.
  • 19. April 1960: Zur Besichtigung der Landes-Krankenhäuser am Rosdorfer Weg und in Tiefenbrunn weilte der Haushalts- und Finanzausschuß des Niedersächsischen Landtages hier.
  • 22. - 23. April 1960: Tagung der Vereinigung deutscher Psychagogen.

Mai

  • 1. Mai 1960: Auf dem Marktplatz Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes mit Ansprachen des Rektors der Universität, Professor Dr. Plessner, und des Vorsitzenden des Kreisausschusses des Gewerkschaftsbundes, Schmalz.
  • 7. Mai 1960: An der Universität, im traditionellen akademischen Rahmen, feierliche Rektoratsübergabe des bisherigen Rektors, Professor Dr. med. Rudolf Schoen, an den Ordinarius für Soziologie, Professor Dr. phil. Helmuth Plessner.
  • 7. Mai 1960: Der "Tag des Baumes" wurde in diesem Jahre im neu hergerichteten früheren Levinschen Park, der "Grünen Lunge der Weststadt", begangen. Schüler pflanzten symbolisch drei junge Bäume am Eingang des Parkes.
  • 9. Mai 1960: Im Rahmen der Historisch-Politischen Vorlesungsreihe der Universität hielt der italienische Botschafter bei der Bundesregierung, Exzellenz Pietro Quaroni, einen Vortrag über das Thema: "Die Verantwortung Europas gegenüber den Entwicklungsländern." Mittags waren der Botschafter, der italienische Generalkonsul in Hamburg, Dr. Emiliano Guidotti, mit ihren Gattinnen und der italienische Kulturattaché bei der Botschaft in Bonn, Dr. Bavaj, im Rathause empfangen worden, wo sie sich in das Goldene Buch eintrugen.
  • 11. Mai 1960: Besprechungen des Kulturausschusses des Niedersächsischen Landtages hier mit dem Senat der Universität über den Ausbau der Georgia Augusta.
  • 11. Mai 1960: Demonstration mehrerer hundert Germanistik-Studenten auf dem Wilhelmsplatz vor der Aula gegen die völlig ungenügenden Raumverhältnisse im Seminar für Deutsche Philologie. Diese hatten dazu geführt, daß den Studienanfängern die Benutzung des Seminars untersagt werden mußte, um den Studenten der höheren Semester Arbeitsplätze zu sichern. Mit der Kundgebung war ein Vorlesungsstreik der Germanisten verbunden.
  • 14. Mai 1960: Immatrikulation von 1864 neuen Studentinnen und Studenten an der Universität.
  • 16. Mai 1960: Während der britischen Besatzung nach 1945 haben 20 000 Soldaten Vorlesungen des Rheinarmee-College gehört, das 1945 in Göttingen gegründet wurde und für dessen Zwecke das Auditorium in der Weender Straße beschlagnahmt war. Zur Erinnerung an diese Verbundenheit des Rheinarmee-College mit der Georgia Augusta enthüllte heute der ranghöchste Education Officer der Rheinarmee, Brigadier Nicholls, im Treppenhause des Auditoriums eine vom Royal Army Educational Corps gestiftete Tafel. In lateinischer Sprache wird darin der Dank an die Universität zum Ausdruck gebracht.
  • 19. Mai 1960: Durch einen Schweigemarsch vom Auditorium in der Weender Straße zum Albaniplatz demonstrierte die Studentenschaft gegen das Scheitern der sogenannten Pariser Gipfelkonferenz, des Zusammentreffens der leitenden Politiker der vier Siegermächte von 1945: Staatspräsident de Gaulle, Präsident Eisenhower, Ministerpräsident Macmillan und Ministerpräsident Chruschtschow. Auf dem Albaniplatz sprachen der Rektor der Universität und der Oberbürgermeister zu mehr aIs 4000 Bürgern und Studenten für die Wiedervereinigung Deutschlands in Frieden und für die Freiheit Berlins.
  • 20. - 22. Mai 1960: 58. Verbandstag des Niedersächsischen Schmiedehandwerks, eröffnet durch einen Empfang im Rathause. Als Landes-Innungsmeister wurde der Göttinger Kreishandwerksmeister, Gustav Bielefeld, einstimmig wiedergewählt.

Der aus Vertretern der Kultusministerien der Zonenrandländer Bayern, Hessen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und des Bundesministeriums für gesamtdeutsche Fragen bestehende kulturelle Arbeitskreis begann seine diesjährige Sitzung in Göttingen.

  • 26. - 28. Mai 1960: Tagung der Leiter niedersächsischer Volkshochschulen und der Tutoren der in 28 Orten des Landes in Verbindung mit der Universität Göttingen abgehaltenen Seminarkurse.
  • 27. Mai 1960: Nach dem Dichter Carl Zuckmayer (1953), dem britischen Kreisresidenzoffizier, Brigadier Kenchington (1957) und Heinz Hilpert (1960) erhielt Pastor i. R. Albrecht Saathoff die Ehrenplakette der Stadt in Würdigung seiner stadtgeschichtlichen Arbeiten.
  • 28. Mai 1960: In Gegenwart zahlreicher Ehrengäste, unter ihnen der Vizepräsident des Niedersächsischen Landtages, Dr. Hoffmeister, der Niedersächsische Justizminister von Nottbeck, Staatssekretär Dr. Müller vom Niedersächsischen Kultusministerium (früher Kurator der Universität), wurde das Juristische Seminar, der erste Bauabschnitt des Geisteswissenschaftlichen Zentrums am unteren Nikolausberger Weg, eingeweiht. Die früheren Räume des Seminars im alten Auditoriengebäude an der Weender Straße werden dadurch für neue Hörsäle frei.
  • 28. Mai 1960: Rund 300 neue Studentinnen und Studenten, dazu etwa 60 Lehrer zur Ausbildung als Mittelschullehrer wurden an der Pädagogischen Hochschule immatrikuliert.
  • 28. - 29. Mai 1960: Elftes Heimattreffen Stadt und Kreis Kreuzberg/Oberschlesien in der Patenstadt Göttingen.
  • 30. Mai 1960: Wieder konnte ein Universitäts-Neubau übergeben werden: der Erweiterungsbau des III. Physikalischen Institutes an der Bürgerstraße.

Juni

  • 4. - 7. Juni 1960: Unter der Losung "Ihr seid das Salz der Erde" hielten mit über 500 Teilnehmern die deutschen evangelischen Schüler-Bibelkreise hier ihre sechste Tagung nach 1945 ab. Im Schlußgottesdienst predigte Landesbischof D. Dr. Lilje, Hannover.
  • 4. - 7. Juni 1960: In den Pfingsttagen feierten zwei Göttinger studentische Korporationen ihr hundertjähriges Bestehen: die Burschenschaft "Holzminda"- und die Landsmannschaft "Gottinga".
  • 9. Juni 1960: Als Nachfolger des auf eigenen Wunsch nach Bremen versetzten Postrates Stute wurde Postrat Kurt Engelmann als Leiter des Postamtes eingeführt. Göttingen ist das zweitgrößte Amt des Oberpostdirektionsbezirkes Braunschweig.
  • 10. - 12. Juni 1960: Tagung der Baltischen Historischen Kommission.
  • 13. Juni 1960: Eröffnung einer von der Bundeswehr veranstalteten Ausstellung "Unsere Luftwaffe" auf dem Gelände der einstigen Anatomie am Bahnhof.
  • 14. Juni 1960: Der älteste aktive Göttinger und deutsche Schütze überhaupt, Fabrikant Martin Hochapfel, wurde anläßlich der Vollendung des 90. Lebensjahres am Vorabend durch einen Fackelzug der Schützen geehrt. Außerdem erhielt er die Goldene Ehrenplakette der Bürgerschützen-Gesellschaft verliehen, das Deutsche Fernsehen nahm den Akt auf.
  • 14. Juni 1960: Auf dem Hainberg hat die Gothaer Lebensversicherung gemeinsam mit dem Göttinger Verschönerungsverein eine große Anzahl neuer Ruhebänke gestiftet, die zur Erinnerung an die thüringische Heimat sämtlich Namen thüringischer Städte tragen.
  • 17. Juni 1960: Am "Tage der deutschen Einheit" fand an der Ecke Weender und Berliner Straße eine Kundgebung zum Gedächtnis an den 17. Juni 1953 und zum Bekenntnis eines geeinten Deutschlands statt. Es sprachen der Oberbürgermeister und als Vertreter Berlins das Mitglied des dortigen Abgeordnetenhauses, Dr. Werner Bloch. Mit der Kundgebung war die Enthüllung eines von der Stadt gestifteten Berlin-Steines verbunden. Er zeigt mit der Aufschrift "Berlin 325 km" das Berliner Wappentier, den Bär, und soll Ausdruck des Bekenntnisses zur einstigen, jetzt von uns getrennten alten Reichshauptstadt sein.
  • 21. - 24. Juni 1960: Arbeitstagung der Industrie-Vereinigung Chemie-Faser für Lehrkräfte an den berufsbildenden Schulen Niedersachsens.
  • 23. Juni 1960: 36 Austausch-Schülerinnen aus Rouen trafen hier ein, um für mehrere Wochen am Unterricht des Gymnasiums für Mädchen teilzunehmen. Mit Rouen besteht schon seit Jahren dieser Austausch.
  • 30. Juni - 4. Juli 1960: Als älteste Turnerschaft an einer deutschen Hochschule feierte die "Cheruscia" ihr hundertjähriges Bestehen.

Juli

  • 2. Juli 1960: Eine Gruppe Mädchen und Jngen, Jung-Rotkreuzler aus Halmstad in Südschweden, wurde im Rathause von der Stadt empfangen. Sie werden als Gäste des hiesigen Roten Kreuzes vierzehn Tage in Göttingen weilen.
  • 9. Juli 1960: Der Leiter des "Deutschen Theaters", Heinz Hilpert, erhielt bei einer Feierstunde im Rathause von Ministerpräsident Kopf die Niedersächsische Landesmedaille überreicht.
  • 16. Juli 1960: Beginn des bis zum 23. Juli dauernden Schützenfestes. Am Sonntag, dem 17. Juli, fand unter großer Anteilnahme der Bevölkerung der traditionelle Festzug statt. Die Würde des Schützenkönigs errang am 21. Juli der Versicherungs-Angestellte Eckardt Körber.
  • 16. - 17. Juli 1960: Wiederum wurden hier Deutsche Hochschul-Meisterschaften ausgetragen, diesmal für Leichtathletik. Mehr als 400 Studentinnen und Studenten aller Hochschulen der Bundesrepublik und Westberlins nahmen in der Jahn-Kampfbahn daran teil. Stadt und Universität begrüßten die Gäste offiziell.
  • 17. Juli 1960: Die Georg-August-Universität ernannte den Verlagsbuchhändler Günther Ruprecht in Göttingen zum Ehrenbürger. Mit dieser Würdigung der Arbeit des wissenschaftlichen Verlegers bekundete die Georgia Augusta zugleich ihre Verbundenheit mit dem Verlage Vandenhoeck & Ruprecht, zu dem sie seit ihrer Gründung in engen Beziehungen steht.
  • 29. Juli - 1. August 1960: Hundertjähriges Stiftungsfest der Studentischen Musikverbindung ("Blaue Sänger"), dessen Höhepunkt ein Festkonzert in der Aula war.

August

  • 6. - 8. August 1960: Treffen der Ehrengilde des Bundes Deutscher Radfahrer. Göttingen ist in diesen Tagen außerdem Ziel der Wanderfahrt der Rad- und Motorradfahrer dieses Bundes.
  • 26. August 1960: Abermals konnte ein öffentliches Gebäude das gleiche Fest begehen: der Amtsgerichts-Trakt an der Berliner Straße.
  • 29. August 1960: 22 Oberschülerinnen und Oberschüler aus Nimes, Arles und Uzés hielten sich auf einer längeren Deutschland-Reise einige Tage in Göttingen auf und wurden heute von der Stadt im Rathause empfangen.

September

  • 1. September 1960: Heute besteht der Kraftpost-Verkehr des Göttinger Postamtes 40 Jahre. Die erste Linie führte nach Bremke, jetzt sind es 17 Linien, die mit 22 Omnibussen und 8 Personen-Anhängern befahren werden. Im vergangenen Jahre haben diese Wagen über eine Million Kilometer zurückgelegt und über zwei Millionen Fahrgäste befördert.
  • 4. September 1960: Im Rosengarten am Wall veranstaltete die Landsmannschaft Ostpreußen zum "Tag der Heimat" ihre alljährliche große Kundgebung, an der Tausende aus dem ganzen Bundesgebiet teilnahmen.
  • 8. - 9. September 1960: Die Fraktion der Christlich-Demokratischen Union im Niedersächsischen Landtage hielt sich zu einem Informationsbesuch in Südhannover auf und trat zu einer Sitzung in Göttingen zusammen. Einer der Hauptpunkte der Verhandlungen war die Frage, ob in Niedersachsen eine zweite Universität zu gründen sei. Die Fraktion tritt dafür ein, alle verfügbaren Mittel für die Georgia Augusta einzusetzen.
  • 11. September 1960: Von der Schlesischen Landsmannschaft ist auf dem Hainberg eine Eichendorff-Gedenkstätte errichtet worden. Mit einer Feier wurde heute der Stein der Stadt übergeben, sein Sockel dabei mit schlesischer Erde aus Neisse, der Ruhestätte des Dichters, bestreut.
  • 11. September 1960: In der katholischen St. Michaels-Kirche verübte ein Unbekannter Brandstiftung durch Anzünden ausliegender Schriften. Die Untat wurde rechtzeitig bemerkt, so daß kein größerer Schaden entstand.
  • 16. September 1960: Eröffnung der ersten Spielzeit des "jungen theaters - studiokreis Göttingen - Berlin" im eigenen Hause Geismarlandstraße 19, dem einstigen Maschinensaal der Buchdruckerei Grosse.
  • 23. - 25. September 1960: Mitgliederversammlung des Landesverbandes der Volkshochschulen Niedersachsens.
  • 23. - 25. September 1960: Mit sportlichen Kämpfen im Jahn-Stadion, musischen Spielen in der Aula des Felix-Klein-Gymnasiums und einer Kranzniederlegung am Ehrenmal der ostpreußischen und niedersächsischen Regimenter im Rosengarten am Wall hielt die Deutsche Jugend des Ostens ihre Bundesspiele ab.
  • 17. September 1960: Kurz vor Vollendung des 81. LebensJahres starb der emeritierte Professor der Pädagogik an der Georgia Augusta und Ehrenbürger der Stadt Göttingen, Dr. phil., Dr. jur. h. c. Hermann Nohl, ein Bahnbrecher moderner Erziehungswissenschaft. Zu seinem 80. Geburtstage erhielten die Südschulen in der Kantstraße 1959 seinen Namen.
  • 28. September 1960: 171 Facharbeiter und 87 Kaufmannsgehilfinnen und -gehilfen konnten nach mit der Prüfung abgeschlossenen Lehrzeit heute freigesprochen werden.
  • 30. September 1960: Rat und Verwaltung veranstalteten in den Räumen der Gaststätte "Rohns" auf dem Hainberge zum neunten Male die "Jungbürgerfeier" für die in diesem Jahre wahlmündig werdenden jungen Göttinger.

Oktober

  • 3. Oktober 1960: Traditionelle Feier des Gildetages durch das Göttinger Handwerk.
  • 7. Oktober 1960: Der Niedersächsische Minister der Finanzen, Ahrens, weilte mit Staatssekretär Dr. Hüchting, dem obersten Baubeamten des Landes, Ministerialdirigent Professor Dr. Gollert und Regierungspräsident Dr. Suermann aus Hildesheim zur Information über Probleme der Stadt wie der Universität in Göttingen.
  • 15. Oktober 1960: Von der Wetterwarte Göttingen wurde heute früh mit -0,7 Grad der erste leichte Nachtfrost festgestellt. Im vergangenen Jahr trat er mit -2 Grad schon am 18. September ein.
  • 15. - 25. Oktober 1960: Unter Leitung ihres Dirigenten, Diplom-Kirchenmusiker Hans Jendis, veranstaltete die Göttinger Jakobi-Kantorei eine Konzertreise nach Westfalen, Rheinland und den Niederlanden. Sie sang dort in Buer, Osnabrück, Nordhorn, Scheveningen, Amsterdam, Utrecht, Westzaan, Neuss, Witten und Vluyn.
  • 23. - 28. Oktober 1960: In den Universitäts-Kliniken fand wieder ein Fortbildungskursus für Ärzte statt, ferner im Institut für den wissenschaftlichen Film ein Einführungskursus in die wissenschaftliche Kinematographie.
  • 31. Oktober 1960: Mit dem 15. Göttinger Juristentag war die Einweihung des neuen Schwurgerichtssaal-Traktes im Landgericht an der Berliner Straße verbunden.

November

  • 3. November 1960: Stadtkämmereidirektor i. R. Gustav Butzmann, von 1920 bis 1947 Leiter der Stadtkämmerei, verschied 78jährig.
  • 3. - 5. November 1960: Jahresversammlung des Landesverbandes der gewerblichen Berufsgenossenschaft Nordwestdeutschlands.
  • 4. - 6. November 1960: Die Deutsche psychoanalytische Gesellschaft hielt hier ihre mit der Feier des 50jährigen Bestehens verbundene Tagung ab.
  • 11. November 1960: Bei einer Stimmenthaltung beschloß der Rat in heutiger Sitzung, Ostern 1961 an dem Gymnasium für Mädchen wieder eine Frauenoberschule einzurichten, wie sie dort bis 1951 bestanden hat.
  • 12. November 1960: Immatrikulationsfeier an der Universität. Die Zahl der im Winter-Semester 1960/61 eingeschriebenen Studenten wird sich auf rund 7600 belaufen.
  • 13. November 1960: Zum Volkstrauertag fand am Ehrenmal im Rosengarten am Wall eine Feierstunde statt.
  • 14. November 1960: An der Pädagogischen Hochschule wurden 103 neue Studierende immatrikuliert. Insgesamt sind dort jetzt 953 Studierende eingeschrieben.
  • 18. - 19. November 1960: Eine internationale Ärztekonferenz zur Diskussion der erst vor wenigen Jahren erkannten Taxoplasmose, einer Infektionskrankheit, fand hier statt.
  • 19. November 1960: Die Akademie der Wissenschaften zu Göttingen verlieh in öffentlicher Sitzung ihren diesjährigen Preis für hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der Chemie an Privatdozent Dr. Max Schmidt in München.
  • 29. November 1960: Sparkassendirektor i. R. Ferdinand Schulze, von 1924 bis 1946 Direktor der Städtischen Sparkasse und um deren Entwicklung sehr verdient, starb im Alter von fast 70 Jahren.

Dezember

  • 3. Dezember 1960: Rektoren-Wechsel in der Albert-Schweitzer-Schule. Frau Schulrätin Sültemeyer wurde als bisherige Leiterin verabschiedet, Frau Rektorin von Ribbeck als ihre Nachfolgerin eingeführt.
  • 3. - 4. Dezember 1960: Zu einem Erfahrungsaustausch über die Arbeit der ungarischen Hochschulgruppen im Bundesgebiet trafen sich hier 60 ungarische Studenten.
  • 4. - 5. Dezember 1960: Auf ihrer Besichtigungsreise durch die Bundesrepublik besuchte eine Delegation der Vereinigten Arabischen Republik Göttingen. Sie stand unter der Führung des Erziehungsministers der Republik und ägyptischen Ministerpräsidenten Kamaleddin Hussein. Zur Begrüßung im Namen der niedersächsischen Landesregierung war Kultusminister Voigt erschienen. Die Stadt gab in "Gebhards Hotel" einen Empfang, die Gäste trugen sich in das Goldene Buch der Stadt ein. Am folgenden Tage wurden Institute der Universität, das Institut für den wissenschaftlichen Film sowie die "Phywe" (Physikalische Werkstätten) besichtigt. Auch die Universität empfing die Gäste offiziell, die sich auch dort in das Goldene Buch eintrugen.
  • 7. Dezember 1960: Schulrat Kreuzer in Duderstadt, von 1954 bis 1959 Rektor der Bonifatius-Schule, wurde in einer Feierstunde verabschiedet. Gleichzeitig führte Stadtschulrat Buchheim die neuen Leiter der beiden selbständigen Schulsysteme in ihre Ämter ein: Rektor Lüdke (Bonifatius-Schule I), Rektorin Gervens (Bonifatius-Schule II).
  • 14. Dezember 1960: Die Preisrichter-Kommission für den Neubau eines Jugendzentrums in der Godehardstraße erteilte dem Entwurf von Dipl.-Ing. Jochen Brandi den ersten Preis. An dem nur für Göttinger offenen Wettbewerb hatten sich zehn Architekten beteiligt. Mit zwei gleichrangigen zweiten Preisen wurden Dipl. Ing. Hans Hautsch und Architekt Friedrich Wagener bedacht, mit zwei Ankäufen Dipl.-Ing. Paul Kurth und Architekt Wolfgang Nieselt. Dem Preisgericht gehörten außer Persönlichkeiten von Rat und Verwaltung die Professoren Graubner (Technische Hochschule Hannover) und Oesterlen (Technische Hochschule Braunschweig) an.
  • 15. Dezember 1960: In der Pädagogischen Hochschule Eröffnung einer wöchentlich zweimal zugänglichen Kinder-Lesestube.
  • 16. Dezember 1960: Folgende Straßen-Benennungen beschloß der Rat in der heutigen Sitzung: I. Im Neubaugebiet "Am Toppe": a) Die oberhalb des Institutes für den wissenschaftlichen Film an zwei Stellen in den Nonnenstieg einmündende Ringstraße "Stauffenbergring", b) die vom Stauffenbergring nach Süden, beziehungsweise Osten abzweigenden Stichstraßen: "Bonhoefferweg", "Gördelerweg", "Leuschnerweg" und "Popitzweg". Diese fünf neuen Straßen tragen die Namen führender Persönlichkeiten des Widerstandes gegen das nationalsozialistische Regime und des Attentates auf Hitler am 20. Juli 1960 1944, die nach dessen Scheitern hingerichtet worden sind. II. Neubaugebiet in der Südstadt folgende Stichstraßen: a) Der vom Stegemühlenweg nördlich des Grundstücks Stegemühlenweg 62 nach Westen abzweigende "Greifswalder Weg", b) der dort südlich des Grundstücks Stegemühlenweg 64 nach Westen führende: "Stralsunder Weg", c) der ebenfalls dort nördlich des Grundstücks, Stegemühlenweg 71 nach Osten abbiegende "Kolberger Weg", d) der gleichfalls dort nördlich des Grundstücks Stegemühlenweg 75 nach Osten abgehende: "Stargarder Weg". III. Neubaugebiet "Leineberg": a) Die Haupt-Aufschließungsstraße: "Weserstraße", b) die Verbindungsstraße zwischen Tonkuhlenweg und der Weserstraße: "Allerstraße", c) der das Baugebiet von Osten nach Westen durchschneidende Fußgängerweg: "Werrastieg", d) die von der Weserstraße nach Norden und Westen abzweigenden Stichstraßen: "Fuldaweg", "Okerweg", "Rhumeweg", "Sieberweg" und "Söseweg", e) der als Verkehrskreisel zu gestaltende Verkehrsknotenpunkt an der Rosdorfer Brücke: "Rosdorfer Kreisel", f) die parallel zur Leine laufende Verbindungsstraße zwischen Rosdorfer Kreisel und Iheringstraße bis zur Eisenbahnbrücke: "Im Leinetal", g) die vom Tonkuhlenweg zwischen der Ernst-Schultze-Straße und der Verbindungsstraße im Leinetal nach Norden biegende Stichstraße: "Ilmeweg", h) die von der Allerstraße parallel zum Tonkuhlenweg nach Westen führende Stichstraße: "Innersteweg".
  • 18. Dezember 1960: Professor Dr. Rudolf Stich, einer der bedeutendsten Chirurgen Deutschlands, von 1911 bis 1945 Direktor der Chirurgischen Universitätsklinik und seit 1956 Ehrenbürger der Stadt Göttingen, entschlief im Alter von 85 Jahren.
  • 26. Dezember 1960: Das "Deutsche Theater" brachte in Uraufführung das Lustspiel "Kalamitäten" von Alwin Woesthoff heraus. Der Autor ist seit langen Jahren hier als Schauspieler tätig und Mitglied des "Deutschen Theaters".
  • 28. - 29. Dezember 1960: Am V. Berliner Weihnachtssingen nahm auf Einladung auch die Göttinger Stadtkantorei unter Kirchenmusikdirektor Ludwig Doormann teil. Sie sang in der Ostberliner Marien-Kirche wie in der Matthäus-Kirche in Steglitz (Westberlin) und schlug damit wieder eine Brücke zwischen den beiden Teilen des politisch gespaltenen Deutschlands.

Geburten

Todesfälle

  • 23. Januar 1960: Professor Dr. Wolfgang Kayser, Ordinarius für deutsche Philologie, einer der bekanntesten Literaturhistoriker, starb im Alter von 53 Jahren plötzlich an einem Herzinfarkt, der Tod ereilte ihn auf der Straße. Am 28. Januar fand in der Aula, wo er seine Vorlesungen gehalten hatte, eine akademische Trauerfeier statt.


Quellen

  • Stadtarchiv Göttingen (Das Stadtarchiv erstellt seit 1900 jährlich die Chronik der Stadt. In ihr sind - jeweils aus zeitgenössischer Sicht - die wichtigsten Ereignisse eines Jahres zusammengestellt. Für die Zeit vor 1900 wurde die Chronik 1953 vom damaligen Stadtarchivar Wilhelm van Kempen erarbeitet.)