1969

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Jubiläen

Ereignisse

Januar

  • 10. Januar: Abends in der Stadthalle in Gegenwart von Regierungspräsident Dr. Rabus, Hildesheim und anderer Ehrengäste Jahresempfang der Stadt, bei dem Oberbürgermeister Lessner Oberstadtdirektor Busch und Stadtdirektor Dr. Berger offiziell vorstellte.
  • 29. Januar: In Bad Harzburg Konzert des Göttinger Symphonie-Orchesters.

Februar

  • 9. Februar: Unter dem Motto "Theater für alle" gab das "Deutsche Theater" mit dem Komischen Drama "Die Unterrichtsstunde" von Eugène Ionesco die Première in Rittmarshausen. An dieses Experiment, auch die Bevölkerung der Dörfer für das Theater zu interessieren, schloß sich eine Diskussion an; es hat bei vielen Bühnen Interesse gefunden. Weitere Gastspiele folgten in Osterode, Nörten-Hardenberg, Stadtoldendorf, Dransfeld, Salzderhelden, Seesen, Herzberg, Alfeld, Höxter, Osterode.
  • 16. Februar: Durch die in den letzten Tagen niedergegangenen heftigen Schneefälle stürzte das Dach der Werkhalle der Elektroröhren-Gesellschaft auf dem Industriegelände ein, der Schaden wird auf rund 2 Millionen DM geschätzt.
  • 18. Februar: Die Turnhalle der Volksschule III an der Bornbreite im Gebietsteil Geismar mit einer kleinen Feier in Betrieb genommen.
  • 25. Februar: Wie in anderen Städten der Bundesrepublik protestierten die im Kreislehrerverband Göttingen organisierten Lehrer in einem Demonstrationszug durch die Innenstadt gegen die geplanten Sperrvorschriften zur Lehrerbesoldung.

März

8. März: Am Hause Gervinusstraße 5, dem einstigen Wohnsitz Otto Hahns, Nobelpreisträger, Ehrenpräsident der Max-Planck-Gesellschaft, Ehrenbürger der Städte Berlin, Frankfurt am Main und Göttingen (+ 28. Juli 1968) wurde aus Anlaß seines 90. Geburtstages eine Gedenktafel angebracht.

April

  • 10. April: Im Rathaus Empfang für Innenminister Hasselmann und Vertreter der CDU-Fraktionen im Niedersächsischen Landtag, Kreistag und Rat sowie Bundestagsabgeordneten, die zur Information zur Gebiets- und Verwaltungsreform den Göttinger Raum besuchen.
  • 12. April bis 13. April: Frühjahrstagung des Deutschen Altbriefsammler-Vereins, verbunden mit einer großen, internationalen Altbrief- und Briefmarken-Ausstellung "Philatelie und Geschichte" (Schätzungswert mehr als 3,5 Millionen DM) in der Stadthalle. Die Bundespost gab dazu einen Sonderstempel heraus.
  • 26. April: Im "Deutschen Theater" deutsche Erstaufführung des Lustspiels "Ein Dorf ohne Männer" des Ungarn Ödön von Horváth.
  • 27. April: Nach Schluß der Vorstellung brach eine vierjährige Löwin aus ihrem Käfig im hier gastierenden Zirkus Aramand aus und mußte von der Polizei erschossen werden.

Mai

  • 1. Mai: Traditionelle Mai-Kundgebung der Gewerkschaften auf dem Marktplatz.
  • 9. Mai: Zur Erinnerung an die Lieferungen Einbecker Biers an die Herzöge von Bayern vor rund 400 Jahren zog ein Biertreck in historischem Kostüm von Einbeck nach München. Am zweiten des auf 14 Tage berechneten Zuges traf der Treck in Göttingen ein und wurde vor dem Deutschen Theater empfangen. Der Erlös des verkauften Bieres und der Sonder-Briefmarken ist für die Olympischen Spiele München 1972 bestimmt.
  • 10. Mai bis 11. Mai: Landesparteitag der Freien Demokratischen Partei in der Stadthalle. Am Abend vorher Empfang des Landesparteivorstandes durch die Stadt im Rathause.

Juni

  • 1. Juni: Nach achtmonatiger Bauzeit Wiedereinweihung der renovierten Reformierten Kirche.
  • 4. Juni: In Anwesenheit von Bischof Heinrich Maria Janssen, Hildesheim und anderer Ehrengäste Übergabe des dreistufigen Altenheims "St.-Paulus-Stift" (Altersheim, Pflegestation, Altenwohnungen) im Maria-Montessori-Weg an den Caritasverband Hildesheim.
  • 7. Juni: 100jähriges Bestehen des Ortsvereins Göttingen der Industrie-Gewerkschaft Druck und Papier, mit einer Feierstunde in der Rathaushalle und festlicher Veranstaltung in der Stadthalle begangen.
  • 11. Juni bis 14. Juni: 20. Ordentliche Hauptversammlung der Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften in Anwesenheit von Bundespräsident Dr. Lübke, Ministerpräsident Dr. Diederichs, Bundesforschungsminister Dr. Stoltenberg und Niedersächsischem Kultusminister Langeheine. Am 12. Juni gaben das Land Niedersachsen und die Stadt in der Stadthalle einen Empfang. Dort fand am nächsten Tage die Fest-Versammlung der Max-Planck-Gesellschaft statt. Bei Ankunft wie bei der Abfahrt des Bundespräsidenten, der Minister und des Präsidenten der Max-Planck-Gesellschaft, Professor Dr. Butenandt, München, protestierten rund 1000 Studenten mit Sprechchören und durch Werfen von Farbbeuteln und anderer Gegenstände gegen die Hochschulpolitilk in Bund und Ländern. Nur durch Eingreifen des großen, von auswärts verstärkten Polizeiaufgebotes mit Schlagstöcken konnte die Freimachung der Wagen erzwungen werden. Es war dies für Göttingen der erste schwere Zusammenstoß zwischen Polizei und extremen Studentengruppen. - Am 12. Juni war es schon vor dem Kuratoriumsgebäude in der Theaterstraße bei einer Protestaktion zu Auseinandersetzungen mit der Polizei gekommen.
  • 13. Juni bis 17. Juni: Händel-Festspiele der Göttinger Händel-Gesellschaft. Das Gastspiel der Händel Opera Society aus London mit zweimaliger Aufführung der Oper "Susanna" gab den Tagen das besondere Gepräge. Die Stadt gab den zahlreichen Gästen aus dem In- und Ausland im Städtischen Museum einen Empfang.
  • 14. Juni: In Südhannover niedergehende schwere Regenmengen verursachten allein in der Stadt hundertmal Wasseralarm und richteten beträchtliche Schäden an. Zwei Tage später nochmals starke Regengüsse. Im Göttinger Raum sind durch eindringendes Wasser 12 Fernmeldekabel mit rund 1000 Leitungen vorerst unbrauchbar und dadurch über 400 Fernsprechanschlüsse betriebsunfähig geworden.

Juli

  • 2. Juli bis 5. Juli: In der Mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Warnstreik der Studenten gegen den Platzmangel und die verschärften Zulassungsbestimmungen.
  • 4. Juli: Das Panzergrenadierbataillon 43 beging mit Parade und Empfang den Kommandeurwechsel von Oberstleutnant Gärtner (als leitender Taktiklehrer an die Kampftruppenschule Munster versetzt) an Major Kendziorna, bisher stellvertretender Kommandeur.
  • 10. Juli bis 12. Juli: An der Pädagogischen Hochschule auf Beschluß ihrer Vollversammlung Streik der Studierenden für das Lehramt an Realschulen.
  • 19. Juli bis 27. Juli: 577. Göttinger Schützenfest im traditionellen Rahmen, unter den Ehrengästen Ministerpräsident Dr. Diederichs und Regierungspräsident Dr. Rabus, Hildesheim.

August

  • 11. August: In der Johannis-Kirche Konzert eines im Dienste des "Youth for Understanding Teenage Exchange Programm" stehenden amerikanischen Schülerchores. Vorher hatten die 70 Jugendlichen auf dem Marktplatz gesungen und waren anschließend in der Rathaushalle von Oberbürgermeister Lessner empfangen worden.
  • 28. August: An der Ecke Johannis-/Zindelstraße Grundsteinlegung des Neubaues der Deutschen Bank.

September

  • 2. September: Zum traditionellen Treffen der Landsmannschaft Ostpreussen mit ehemaligen belgischen und französischen Kriegsteilnehmern Empfang im Rathaus. Prominentester Gast war Exzellenz Professor Si Hamza Baubakeur, höchster muselmanischer Würdenträger Europas.
  • 5. September: Verabschiedung von Stadtrat Dr. Helmut Busse, mit Wirkung vom 1. September Geschäftsführer der Bundesvereinigung Deutscher Heimstätten in Bonn. Dr. Busse war seit 1950 in der Stadtverwaltung in den verschiedensten Dezernaten tätig. Besondere Verdienste erwarb er sich in der Wohnungsbauförderung (seit 1960) und als Kulturdezernent (seit 1964).
  • 12. September: Im neuen Universitätsgebiet wurden die Straßen nach bedeutenden hiesigen und auswärtigen Professoren benannt: Otto-Hahn-Straße, Tammanstraße, Goldschmidtweg, Kellnerstraße, Burckhardtweg, Büsgenweg, Griesbachstraße, Nohlstraße, Bernhard-Zimmermann-Straße, Eduard-Spranger-Straße.
  • 14. September: Auf dem Kleinen Hagen Einweihung des "Hauses der Naturfreunde".
  • 28. September: Wahl zum 6. Deutschen Bundestag mit einer Göttinger Wahlbeteiligung von 88,5 Prozent. Nach scharf geführtem Wahlkampf verlief der Wahltag selbst ohne Störungen durch extremistische Gruppen.
SPD: Erststimme: 27.884; Zweitstimme: 26.119; Zusammen: 54.003
CDU: Erststimme: 20.779; Zweitstimme: 20.678 Zusammen: 41.457
FDP: Erststimme: 2.412; Zweitstimme: 4.176; Drittstimme: 6.588
NPD: Erststimme: 1.787; Zweitstimme: 2.157; Zusammen: 3.944
ADF (Aktion Demokratischer Fortschritt): Erststimme: 259; Zweitstimme: 263; Zusammen: 522
EP (Europapartei): Erststimme: 133; Zweitstimme: 124; Zusammen: 257
GDP (Gesamtdeutsche Partei): Erststimme: -; Zweitstimme: 36; Zusammen: 36
FSU (Freie Soziale Union): Erststimme: -; Zweitstimme: 32; Zusammen: 32

Gewählt ist daher der Kandidat der SPD, Dr. Günter Wichert.

Oktober

  • 4. Oktober bis 7. Oktober: 50. Niedersachsentag, verbunden mit der 32. Jugendwoche für Heimatforschung und Heimatpflege. Höhepunkt war am 5. Oktober die Festversammlung im Deutschen Theater mit einer Ansprache von Ministerpräsident Dr. Diederichs.
  • 6. Oktober bis 10. Oktober: Gemeinsame Tagung der Deutschen Gesellschaft für Völkerkunde und der österreichischen Ethnologischen wie der Anthropologischen Gesellschaft. Dabei studentische Protestaktionen gegen die Ausrottung von Indianern in Brasilien.
  • 10. Oktober bis 12. Oktober: Zur Weckung des Interesses am kulturellen Leben in der Bevölkerung veranstalteten die, verschiedenen Göttinger Kulturinstitutionen (die beiden Theater, Symphonie-Orchester, Bund bildender Künstler, Volkshochschule, Städtische Bücherei, Städtisches Museum und Künstlerkreise) "Göttinger Kulturtage" mit vielen Darbietungen.
  • 15. Oktober: Fertigstellung der für 180 000 Bewohner berechneten ersten Ausbaustufe der Kläranlage am Rinschenrott nach viereinhalbjähriger Bauzeit.

November

  • 3. November: Als Protest gegen die unzureichenden Studienbedingungen Streik der Studierenden der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität. Der Streik hat bis zum 8. Dezember gedauert.
  • 14. November: Verleihung der Ehrenmedaille der Stadt an den Ehrensenator der Max-Planck-Gesellschaft, Dr. Telschow.
  • 16. November: Bei der Gedenkstunde zum Volkstrauertag in der Stadthalle hielt Regierungspräsident Dr. Rabus als Vorsitzender des Bezirksverbandes des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge die Rede.
  • 21. November: Richtfest des Erweiterungsbaues am Felix-Klein-Gymnasium.
  • 23. November: Im Deutschen Theater Jungbürgerfeier für ungefähr 150 Jungbürger des Geburtsjahrganges 1948, nur etwa ein Zehntel der Eingeladenen waren erschienen.
  • 24. November bis 1. Dezember: Studenten-Streik in der juristischen Fakultät als Protest gegen ungenügende Studienbedingungen.

Dezember

  • 3. Dezember bis 5. Dezember: Die Studenten der Pädagogischen Hochschule Niedersachsen, darunter die Abteilung Göttingen, veranstalteten einen Warnstreik als Protest gegen die unzureichenden Studienbedingungen. Vom 15. Dezember ab schloß sich ein weiterer Streik bis zum 18. an.
  • 13. Dezember: Wie in anderen Städten demonstrierten auch in Göttingen Studenten und Schüler gegen den Krieg in Vietnam.

Geburten

Todesfälle