2007

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Januar

  • Der Niedersächsische Turnerbund (NTB) präsentiert mit seinem Feuerwerk der Turnkunst unter dem Motto „Dolce Vita“ ein beeindruckendes Programm. Mehr als 6000 Zuschauer erleben das „süße Leben“ in all seiner prallen Kraft, samt Überraschungen, Emotionen, tragischen und wunderschönen Momente mit turnerischer Vielfalt. Internationale Spitzenturner und -akrobaten entführen das Publikum in der Göttinger Lokhalle zweieinhalb Stunden lang in eine Welt voller Leichtigkeit, Magie und Nervenkitzel.
  • Das in Niedersachsen einmalige neue Palliativzentrum im Universitätsklinikum in Göttingen wird vor 300 Gästen eröffnet. Mit knapp 3,5 Millionen Euro finanziert die Deutsche Krebshilfe den Bau des Zentrums maßgeblich mit. Als „einen weiteren Schritt“ in die richtige Richtung“, bezeichnet der Geschäftsführer der Krebshilfe, Gerd Nettekoven, die Eröffnung. Das Palliativzentrum schließt eine Versorgungslücke. Jetzt können Station und Pflegeteam Support zusammenwachsen und Patientenversorgung, Forschung und Lehre weiter entwickelt werden, betont Friedemann Nauck, Professor für Palliativmedizin am Klinikum. Auf lange Sicht sei auch eine Tagesklinik geplant.
  • Im Januar wird bekannt, dass die Staatsanwaltschaft Hannover gegen einen Professor des Göttinger Uni ermittelt. Der Verdacht: Besitz und Verbreitung von Kinderpornografie. Sein Dienstrechner ist bereits Mitte 2006 beschlagnahmt und er vom Dienst suspendiert worden. Dennoch sind unter seinem Namen noch Einträge auf einschlägigen Seiten vorgenommen worden. Erste Hinweise auf kinderpornografische Inhalte auf dem Uni-Rechner hat ein Internet-Provider an die Ermittler gegeben. Die Staatsanwaltschaft erhebt später Anklage, im Januar 2008 wird verhandelt.
  • Die Entscheidung ist gefallen: Das Freiburger Ensemble „L’Art du Bois“ wird bei den Göttinger Händel-Festspielen 2007 auftreten. Mit dem Konzert dieses Ensembles schließt die „Göttinger Reihe Historischer Musik“ im Mercedes-Benz-Center erfolgreich ab. Die Juroren küren „L’Art du Bois“ einstimmig zum Sieger.
  • Für nicht schuldfähig, aber weiterhin gefährlich hält das Landgericht eine 37-jährige Frau aus dem Landkreis Northeim. Sie wird in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht, weil sie versucht hat, ihre essgestörte 13-jährige Tochter mit einem 200 Gramm schweren Hammer zum Essen zu bewegen. Diagnose: chronisch paranoide Psychose.
  • Die Referees aus Hannover Land gewinnen das 25. Jungschiedsrichterturnier. Beim Wettbewerb der Schiedsrichterinnen verteidigt der Bezirk Braunschweig den Pokal. Unisono wird von den Teilnehmern der 48 Mannschaften aus 43 Kreisen die hervorragende Ausrichtung um Cheforganisator Christian Rahlfs gelobt.
  • Seine sieben Regionalversorger will der Eon-Konzern bis Mitte 2008 umstrukturieren, wird bekanntgegeben. Künftig soll nur noch eine Gesellschaft für alle privaten Strom- und Gasabnehmer zuständig sein. Betroffen von der Umstrukturierung ist auch die Eon Mitte AG (ehemals EAM), die unter anderem Südniedersachsen versorgt.
  • Die Sparkasse Göttingen schließt das Geschäftsjahr mit einem Betriebsergebnis von 25 Mio. Euro (Vorjahr 24 Mio. Euro). Der Vorstand äußert sich voll des Lobes für die 700 Mitarbeiter. Die Sparkasse, die zu den fünf größten niedersächsischen Sparkassen gehört, zählt 328189 Kunden mit 266792 Konten.
  • Krzystof Szafranski wird in Bütow, 60 Kilometer südlich von Danzig, gefasst: Der Mann gilt als Haupttäter der Schießerei in der Goetheallee, bei der im August 2005 ein hessischer Geschäftsmann auf offener Straße lebensgefährlich verletzt worden ist. Zwei der drei Täter sind bereits in Haft. Mit Szafranskis Festnahme endet die europaweite Fahndung.
  • Gerhard Steidl wird in Osnabrück mit dem Niedersächsischen Staatspreis ausgezeichnet. Der Göttinger verbinde in besonderer und qualitätsvoller Weise seine Verlagsarbeit mit der eines „Buch-Künstlers“, so Ministerpräsident Christian Wulff (CDU). Die Verleihung wird von Protesten begleitet: 120 Studenten bilden eine symbolische Blockade, um gegen Studiengebühren zu demonstrieren.
  • Die Sartorius AG fährt weiter auf Wachstumskurs. Im Geschäftsjahr 2006 legt der Konzern sowohl im Umsatz als auch im Ertrag kräftig zu. Zum Jahresabschluss erhöht sich laut Vorstandsvorsitzendem Joachim Kreuzburg der Konzernumsatz auf 521,1 Mio. Euro (484,3 Mio. Euro im Vorjahr) und überschreitet damit zum ersten Mal die 500 Millionen-Euro-Marke. Die Steigerungsrate beim Umsatz beträgt 7,6 Prozent und übertrifft leicht die Prognosen der Konzernleitung.
  • Borussia Mönchengladbach heißt der Sieger des Mister-Lady-Junior-Cups in der ausverkauften Lokhalle. Die Fohlen gewinnen das Finale des internationalen Hallenfußball-Turniers für A-Junioren gegen Brondby Kopenhagen mit 4:3 (1:1) nach Neunmeterschießen. Platz drei sichert sich der PSV Eindhoven mit einem 3:2-Sieg gegen den Bundesliga-Nachwuchs von Hertha BSC Berlin.
  • Weil der Dekanatsrat Göttingen auf bischöfliche Anweisung aufgelöst wird, ist der Neujahrsempfang der Göttinger Katholiken zugleich eine Abschiedsfeier für den Vorsitzenden des Dekanatsrates, Friedrich Braun.
  • Eike Bruns wird während der Sportlerehrung der Georgia Augusta als Hochschulsportler des Jahres ausgezeichnet. Mehr als 60 erfolgreiche Studenten werden an diesem Abend geehrt.
  • Forscher des Max-Planck-Institutes für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen haben eine Methode entwickelt, um Netzwerke aus Nervenzellen mit bestimmten Aktivitätsmustern mathematisch zu modellieren. Beteiligt sind die Göttinger Grundlagenforscher Marc Timme und Raoul Martin Memmesheimer von Bernstein.
  • Die Carl Mahr Holding GmbH will den Geschäftsbetrieb der Mahr Helios Messtechnik GmbH & Co. KG in Dörzbach an den Stammsitz der Mahr GmbH nach Göttingen verlagern. Das kündigt Mahr-Geschäftsführer Stefan Gais an. Der Betrieb soll ein Jahr nach der Helios-Übernahme ab Anfang Juli durch Mahr komplett in Göttingen abgewickelt werden.
  • Mit dem Orkantief „Kyrill“ zieht einer der heftigsten Stürme der vergangenen 20 Jahre über Europa hinweg. Auch an Südniedersachsen zieht „Kyrill“ nicht spurlos vorüber: Etliche Straßen werden wegen umgestürzter Bäume gesperrt, unzählige Ziegel fliegen von Dächern herab, in Rittmarshausen wird die Wellblechabdeckung einer Lagerhalle vom Winde verweht. Weil die Bahn gar bundesweit den Zugverkehr einstellt, müssen rund 1000 in Göttingen gestrandete Bahnreisende in der Godehardhalle campieren. Feuerwehren, Polizei und Technisches Hilfswerk verzeichnen hunderte Einsätze.
  • Sturmtief „Kyrill“ beschert vielen Schülern im Raum Göttingen einen freien Tag – und wieder Chaos. Vorsorglich wird Schulausfall verkündet. Niemand weiß, wer das für die Schulen im Kreis außerhalb Göttingens beschlossen hat. Die Eltern und Schulen sind verärgert über mangelhafte Informationen. Lückenhafte Radiohinweise sind nicht die einzige Ungereimtheit: Die Schulen selbst werden nicht oder spät informiert, Elternnachfragen falsch beantwortet. Die RBB kann den Schulbusverkehr nicht rechtzeitig umstellen. Die Göttinger Kreisverwaltung weiß nichts von der Entscheidung.
  • Eine teure Grundsanierung des Dransfelder Wahrzeichens, des Gaußturms auf dem Hohen Hagen, soll in Angriff genommen werden. Die Finanzpolitiker im Stadtrat sprechen sich einhellig dafür aus, 370000 Euro im Haushalt bereit zu stellen.
  • Der Labor- und Prozessausstatter Sartorius übernimmt sämtliche Anteile der Firma Toha Plast GmbH und stärkt so seine Biotechnologie-Sparte. Die 1973 gegründete Firma entwickelt und fertigt Kunststoffkomponenten für die Branchen Medizin und Biotechnologie. Alle 75 Mitarbeiter werden übernommen. Der bisherige Toha-Eigentümer Thomas Hackel verkauft aus Altersgründen.
  • Der größte und wohl auch der längste Ball findet in der Lokhalle statt: Der Ball des südniedersächsischen Handwerks. Mit 1400 Gästen ist das Fest, das erst am frühen Morgen endet, komplett ausgebucht. Höhepunkt ist die Verlosung einer elftägigen Reise auf dem Traumschiff MS Deutschland, die Karstadt und die Sparkasse Göttingen spenden. Ludwina Ahlborn-Laake gewinnt den Preis im Wert von 8412 Euro.
  • Gleich drei Insolvenzanträge renommierter Firmen gehen beim Amtsgericht ein. Zu Jahresbeginn beantragt das Familienunternehmen Otto-Reisen aus Nesselröden Insolvenz. Kurze Zeit später stellt der Göttinger Ford-Autohändler Eckloff einen Antrag auf vorläufige Insolvenz. Die nächste Hiobsbotschaft aus der Branche kommt keine Woche später: Auch das Renault-Autohaus Evertz in Rosdorf beantragt vorläufige Insolvenz. Und es soll weitergehen mit der Pleitewelle: Mitte Februar stellt auch das Mazda-Autocenter Eckloff Insolvenzantrag.
  • Erfolgreiche Bewerbung der Georg-August-Universität: Sie wird für die zweite Auswahlrunde der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder benannt. Der Präsident der Universität, Prof. Kurt von Figura, spricht von „einem hervorragenden Zwischenergebnis“.
  • Die letzte Stufe der Begutachtung in dem bundesweiten universitären Wettbewerb ist erreicht: Die Georgia Augusta kann Vollanträge stellen für ihr „Zukunftskonzept zum Ausbau der universitären Spitzenforschung“ in der Förderlinie III und für zwei Graduiertenschulen (Förderlinie I) für Terrestrische Ökosysteme sowie Neurowissenschaften und Molekulare Biowissenschaften.
  • Seinen vorzeitigen Rücktritt „aus privaten Gründen“ kündigt Göttingens City-Manager Christian Glantz (Bild) an. 40 Personen bewerben sich um das Amt des 64-Jährigen. Im März wird Beate Behrens vorgestellt.
  • Der Vorstandsvorsitzende der Eon Mitte, Christian Simon (Bild), wird spätestens zum 1. April Chief Sustainability Officer in Düsseldorf. Das teilt der Kasseler Energieversorgermit. Zu Simons Nachfolger wählt der Aufsichtsrat im Februar Dr. Henrich Wilckens.
  • Ende Januar verabschiedet sich die lanjährige Geschäftsführerin der Göttinger Agentur für Arbeit, Marianne Gersdorf (Bild). Sie wechselt als Agentur-Chefin nach Hannover. Mehrere Monate lang übernimmt Michael Schmidt die kommissarische Leitung.
  • Die Würfel sind gefallen: Den Satirepreis „Göttinger Elch“ erhält in diesem Jahr der Satiriker, Cartoonist, Maler, Autor und Musiker Ernst Kahl. Aufgrund von Terminschwierigkeiten erfolgt die Verleihung erstmals im September statt im Januar.
  • Er ist Polizist und Musiklehrer mit 30 Jahren Theatererfahrung – jetzt schlüpft der 59-jährige Eberhard Horn in Hann. Münden in die Rolle des barocken Wunderdoktors Eisenbart.
  • Die Leistung Stefan Hells, Träger des Deutschen Zukunftspreises 2006, würdigt bei einem Empfang in Göttingen Laudator Jens Frahm auf humorvolle Art. Hell habe „den wesentlichen Trick gefunden, um die 1873 von Abbe beschriebene, begrenzte Auflösung in der Licht-Mikroskopie zu durchbrechen“.
  • Mit einem Landesmeistertitel im 3000 Meter-Rennen kehrt Paul Lennart Kruse von den Hallen-Meisterschaften zurück.

Februar

  • Beschäftigte im ganzen Bundesgebiet gehen auf die Straße, um gegen Rente mit 67 und für die Beibehaltung von Altersteilzeit zu demonstrieren. Die Gewerkschaften IG Metall und Verdi rufen auch in Göttingen ihre Mitglieder zur Demonstration auf – und so protestieren rund 700 Menschen gegen Sozialabbau. Beschäftigte von Mahr, Linos, Zeiss, Bosch, Sartorius und Klinikum formieren sich und ziehen zum Gänseliesel, wo weitere Demonstranten aus Uslar und Hann. Münden zur zentralen DGB-Kundgebung eintreffen. Auch gegen die Gesundheitsreform wird an diesem Tag protestiert.
  • Die Schließung des Landschulheims des Landkreises Göttingen in Pelzerhaken sorgt im Kreistag für heftige Auseinandersetzungen. Die Verkaufs-Gegner üben Kritik an der Kreisverwaltung. Die Substanz des Hauses soll durch einen Notbetrieb gesichert werden. Im Kreishaushalt werden dafür 39000 Euro eingestellt.
  • 50000 Euro hat die Phywe Systeme Gmbh & Co. KG in das Göttinger Werk investiert. Inhaber Rolf Lucas-Nülle präsentiert rund 200 Gästen, Kunden und Mitarbeitern nach Umbau und Modernisierung die neuen, modernen Ausstellungs- und Schulungsräume in der Robert-Bosch-Breite.
  • Nach einer Art Schnitzeljagd, die in Göttingen ihren Ausgangspunkt hat, nimmt die Polizei bei Springe einen Bahnerpresser fest. Der hat, so stellt sich heraus, die Geldboten mit dem Lösegeld zunächst in ein Göttinger Hotel in Bahnhofsnähe und später über die Autobahn 7 in Richtung Norden gelotst.
  • Mit Beifall und spontanen Bravorufen bedacht wird nicht nur das Göttinger Symphonie Orchester unter Leitung von Ex-GSO-Chef Volker Schmidt-Gertenbach, sondern auch Sören Michael Diedrich. Er ist Schöpfer des Siegerstückes des GSO-Komponistenwettbewerbes: „Der nicht zu tanzende Tanz“
  • Seit nunmehr 47 Jahren wird in Göttingen eine spezielle Schweinerasse gezüchtet: das Göttinger Miniaturschwein. Emma und Elvis, beide aktuelle Bewohner in den Ställen des Instituts für Tierzucht und Haustiergenetik der Georg-August-Universität, stehen ganz im Dienste der Wissenschaft. Eingesetzt werden die Tiere zur Erprobung von Operationstechniken, bei Medikamentenversuchen und für Entwicklungen im Bereich der Herzchirurgie. Das Göttinger Miniaturschwein wiegt im ausgewachsenen Zustand 35 Kilogramm. Vorteil für die Forscher außerdem: Schweine sind dem Menschen ähnlich.
  • Unruhige Zeiten in der Göttinger Novelis-Niederlassung: Am 9. Februar wird bekannt, dass trotz guter Auftragslage acht Millionen Euro eingespart und rund 100 Arbeitsplätze wegfallen sollen. Wenige Tage später wird verkündet: Der Novelis-Konzern ist an den indischen Aluminiumkonzern Hindalco verkauft. Für das Göttinger Werk kommt die Nachricht von dem Sechs-Milliarden-Dollar-Deal überraschend. Betriebsratsvorsitzender Hans-Joachim Wildner hofft auf den Erhalt der Stellen, und IG-Metall-Chef Gerd-Uwe Boguslawski befürchtet, dass die Rationalisierungsmaßnahmen auch unter neuer Führung durchgezogen werden.
  • Die Brennerei Hardenberg in Nörten streicht 22 Stellen. Grund: Die Spirituosenhersteller Hardenberg und Underberg wollen im Bereich Abfüllung und Verpackung in einer neuen Gesellschaft am Standort Wilthen zusammenarbeiten. Anfang März protestieren die Mitarbeiter gegen die Kündigung.
  • Mit der Inszenierung des Stücks „Cherry Docs“ gastieren die Schauspieler des Jungen Theaters dort, wo auch die Handlung spielt – im Gefängnis. Thema ist die Gewalt im Knast.
  • Der neue Bahnsteig auf der Ostseite des Friedländer Bahnhofes ist noch nicht offiziell eröffnet und steht schon in der Kritik. Ein Freitod am Bahnübergang heizt die Diskussion um die Sicherheit noch zusätzlich an. Eigentlich soll der neue Bahnsteig für mehr Sicherheit sorgen, doch Eltern beklagen die Enge am neuen Bahnsteig. Erreichbar ist er außerdem auch nur über den Umweg über den Übergang. Wer zu spät kommt, steht vor verschlossener Schranke. Die Bahn betont, die Anlage entspreche den Normen.
  • Von Konzertbesuchern in Deutschlands Westen wird die Göttinger Formation „Ganz Schön Feist“, alias Rainer Schacht, Mathias Zeh und Christoph Jess, mit dem „Schwerter Kleinkunstpreis“ für ihr Programm „Hüa“ ausgezeichnet.
  • „Ich muss jetzt länger arbeiten“, beschreibt Göttingens Oberbürgermeister Wolfgang Meyer (SPD) eine seiner Erfahrungen. Grund: Seit 100 Tagen ist er im Amt. Als „große Sache“ bezeichnet er in seiner Bilanz die Verhandlungen mit Eon über Verkaufsoptionen bei Stadtwerkeanteilen – „eine Extremsituation, die viel Geld gebracht hat.“
  • Als einer von 15 Menschen aus allen gesellschaftlichen Bereichen nimmt der Göttinger Politikwissenschaftler, Prof. Franz Walter, am persönlichen Beraterkreis von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) teil.
  • Als „Mutter Theresa des Pferdesports“ bezeichnet Josef Fütterer, Vorsitzender des Kreisreiterverbandes, die Göttinger Tierärztin und Präsidentin des Verbands Deutscher Distanzreiter, Juliette Mallison. In Anerkennung ihrer Verdienste um die deutsche Distanzreiter-Equipe erhält sie vom Landesfachverband die Goldene Ehrennadel.
  • Ansprechpartner der Bundeswehr im neu gegründeten Verbindungskommando in Göttingen ist im Katastrophenfall Oberst der Reserve, Wolf-Frithjof von Hammerstein. Der pensionierte Truppenoffizier tritt seinen Dienst an.
  • Andre Dorenbusch von der Arbeitsgemeinschaft Demokratischer Fachschaftsmitglieder (ADF) ist der alte und neue Vorsitzende des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) der Universität Göttingen. Das Studierendenparlament hat den Philologie-Studenten bestätigt.
  • Für den SC Weende und Hannover 96 haben Lutz Renneberg, Fußballabteilungsleiter des SCW, und Jens Rehagel, Leiter des Nachwuchsleistungszentrums des Bundesligisten, einen Kooperationsvertrag unterzeichnet.
  • Nach 22 Jahren an der Spitze des Göttinger Ortsverbandes im Deutschen Hausfrauenbund gibt Elke Knackstedt das Amt an Emmi Rümenapf ab.
  • Rund 2000 Gäste des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) begehen in der Göttinger Lokhalle das Jubiläum „100 Jahre Luft- und Raumfahrtforschung in Deutschland“. Sie erfahren, dass hier 1907 die erste Vorgängerorganisation des DLR entstanden ist. DLR-Vorstandsvorsitzender Prof. Sigmar Wittig bezeichnet Göttingen als „Wiege der Luftfahrtforschung“. Unter den zahlreichen Festgästen ist auch Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU).
  • Wegen einer Panne bei den Kommunalwahlen 2006 gehen 53 Bürger in Schnedinghausen erneut an die Urnen – und sorgen für einen Wechsel im Northeimer Kreistag: Der stellvertretende Landrat Johannes Klett-Drechsel (Grüne) verliert sein Mandat zugunsten von Jörg Wolkenhauer (Grüne).
  • Die Sartorius AG will ihre Biotechnologie-Sparte mit dem französischen Unternehmen Stedim Biosystems S. A. fusionieren. Die Göttinger sollen an der neuen Firma mit Sitz in Frankreich eine mindestens 70-prozentige Mehrheit halten.
  • Zu sechseinhalb Jahren Haft mit anschließender Führungsaufsicht und Kontaktverbot verurteilt das Landgericht Göttingen einen 42-jährigen Frührentner aus der Gemeinde Staufenberg. Ihm wird sexueller Missbrauch von drei sieben bis neun Jahre alten Jungen in 16 Fällen zur Last gelegt.
  • Der soziale Wirtschaftsbetrieb Handweberei Rosenwinkel im Rittergut Besenhausen befindet sich in dramatischer Finanznot. Neun von 23 Mitarbeitern bekommen die Kündigung. Ein Grund für die Misere: Ein mit 200000 Euro von der EU gefördertes Projekt ist ausgelaufen.
  • Im ehemaligen Möbelhaus in der Straße In der Krümme in Grone will Amr Abdel Aziz eine Moschee eingerichen. Der Geschäftsmann, seit einer Versteigerung Eigentümer der Immobilie, stellt einen Bauantrag, den die Stadt ablehnt, weil der Bebauungsplan hier gewerbliche Nutzung vorsieht.
  • Die Einnahmen aus den Studiengebühren sollen an der Universität Göttingen auch für Baumaßnahmen verwendet werden, unter anderem rund drei Millionen Euro für den Umbau der Verfügungsgebäudes. Das geht aus einer Liste der erweiterten Zentralen Kommission Studium (ZLKS) hervor und stößt innerhalb der Studienkommission auf Kritik. Als wenig später die Unileitung die Verwendung von rund 14 Millionen Euro Studiengebühren im kommenden Sommer- und Wintersemester offiziell bekannt gibt, stuft AStA-Vorsitzender Andre Dorenbusch die geplanten Baumaßnahmen als förderungswürdig ein.
  • Nur ein kurzes, wenige Tage andauerndes Gastspiel gibt der Winter Anfang Februar. Ansonsten bleiben Schnee und Eis die Ausnahme, und die Winterdienste der Straßenmeistereien brauchen kaum Schnee von den Straßen zu räumen. Harald Frischatzky von der Wetterwarte Geismar des Deutschen Wetterdienstes bilanziert für die Monate Dezember, Januar und Februar – den meteorologischen Winter – den wärmsten Winter aller Zeiten. Allein im Februar liegen die Temperaturen drei Grad über dem langjährigen Mittel. Neben ungewöhnlich hohen Temperaturen verzeichnen die Wetterexperten im Februar auch mehr Niederschläge als üblich.
  • Der amerikanische Investor „Flying J“ will auf einer Fläche zwischen Autobahn 38 und Mariengarten bei Dramfeld einen Autohof errichten und nimmt Gespräche mit der Klosterkammer als Grundstückseigentümer auf. Es geht um eine etwa elf bis 13 Hektar großen Fläche. Während SPD und CDU Zustimmung signalisieren, lehnen die Dramfelder die Pläne ab. Es folgt eine Demonstration. Ende Juni springt der Investor schließlich ab.
  • Soll das Rauchen in Gaststätten verboten werden?“ – so lautet die erste Frage der Woche, die das Göttinger Tageblatt seinen Lesern stellt. Abgestimmt werden kann im Internet fortan wöchentlich über kontroverse Themen. Übrigens: 81,4 Prozent finden ein Rauchverbot richtig, 18,4 Prozent befürchten das Ende aller Stammkneipen.
  • In der zweiten Finalrunde der RTL-Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ erhält der Northeimer Dennis Haberlach zwar viel Lob von der Jury, die Zuschauer voten aber nicht für den smarten 26-Jährigen.
  • Der gebürtige Saarländer Jörg Paliot übernimmt die Leitung des Göttinger Peguform-Werkes. Dem 45-Jährigen unterstehen einschließlich Leiharbeitern 600 Beschäftigte, die im Dreischichtbetrieb Spritzgussteile herstellen.
  • Mit der Goldmedaille im Riesenslalom kehrt der Göttinger Gundolf Krüger von den Deutschen Seniorenmeisterschaften im Alpinen Skisport aus dem österreichischen Lofer zurück.
  • Der emeritierte Göttinger Theologe und Experte für das Neue Testament, Eduard Lohse, erhält den mit 40000 Euro dotierten Leopold-Lucas-Preis der Universität Tübingen. Der frühere Bischof der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover habe das Neue Testament in dessen Breite und Fülle einzigartig in den Mittelpunkt seiner Forschung gestellt, heißt es in der Begründung.
  • Einzige Frau in der Männerriege der Regionalbeauftragten für Naturschutz und Landschaftspflege im Landkreis Göttingen ist Antje Feldhusen, Leiterin der Revierförsterei Adelebsen.

März

  • In einem unglaublichen Finish bezwingen die Basketballer der BG 74 die Verfolger des Mitteldeutschen BC. Dank eines Dreiers macht Babis Douloudis mit der Schluss-Sirene die Meisterschaft perfekt. Am Ende steht es in der ausverkauften Godehardhalle 82:70, und die rund 2000 BG-Fans geben sich dem kollektiven Freudentaumel hin. Immerhin ist mit diesem „Traumspiel“, wie es Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) formuliert, der Aufstieg in die erste Bundesliga fünf Spieltage vor Saisonende perfekt. Die erstklassigen BG-Herren können sich übrigens nicht nur über den Meistertitel freuen. Wenige Tage zuvor wird vereinbart, dass die BG im Falle ihres Aufstiegs künftig ihre Heimspiele in der Lokhalle austragen wird. Lokhallen-Betreiber GWG und Verein einigen sich auf die Konditionen. Die Erstligalizent wird dem Verein im April erteilt.
  • Das Textilunternehmen Mister+Lady verlängert sein Engagement für das Göttinger A-Junioren-Fußballturnier in der Lokhalle und ist damit bis zum Jahr 2009 Hauptsponsor. Turnier-Cheforganisator Lutz Renneberg sieht darin „eine gute Basis für die Zukunft“.
  • Die Bürgerinitiative „Freie Heide“, die sich seit 1993 gegen Flug- und Schießübungen auf einem ehemaligen Truppenübungsgelände in Brandenburg wehrt, erhält in Göttingen den mit 3000 Euro dotierten Friedenspreis der Stiftung Dr. Roland Röhl.
  • Das Land hat die Fördermittel für niedersächsische Kultureinrichtungen bewilligt – insgesamt 640000 Euro. 20000 Euro bekommt der Kunstverein Göttingen, das Apex dagegen geht leer aus. Begründung: Das Ausstellungskonzept sei von „geringerer Qualität“.
  • Wir kommen sehr gut alleine zurecht“, begründet Einbecks Kreishandwerksmeister Hermann-Josef Hupe das einstimmige Nein der Kreishandwerkerschaft (KH) Einbeck/Northeim zur Fusion mit der KH Südniedersachsen. Letztere hat die Fusion forciert.
  • Ein neues ethnologisches Landesmuseum plant die Landesregierung in Göttingen. Das verkündet Kulturminister Lutz Stratmann (CDU). Grundstock soll die berühmte Cook-Forster-Sammlung der Göttinger Uni sein. Kostenplanung und Standortsuche beginnen.
  • Das Bernstein Center of Computational Neuroscience Göttingen, eine von bundesweit vier interdisziplinären Forschungseinrichtungen, die die neuronalen Grundlagen von Hirnleistungen erforschen, wird mit einem Festakt eröffnet. Einer der Festredner ist der niedersächsische Wissenschaftsminister Lutz Stratmann (CDU).
  • Einen Geldregen können mehrere Gemeinden der Region erwarten. Die Landesregierung stellt 840000 Euro aus der Städtebauförderung für Maßnahmen bereit. Davon profitieren die Stadt Hann. Münden (300000 Euro), die Stadt Dransfeld (200000 Euro), Friedland (140000 Euro) und Grone (200000 Euro).
  • Zwei große Baumaßnahmen stellt die Bahn AG im März fertig. 13,8 Millionen Euro stecken im modernisierten Göttinger Bahnhof, zu dessen Eröffnung der niedersächsische Verkehrsminister Walter Hirche (FDP) anreist und die Bedeutung des Bahnhofes für die Region Südniedersachsen herausstellt. Fertig sind auch die neuen Bahnsteige, 90 Parkplätze einer Park&Ride-Anlage und zwei Brücken am Bahnhof Friedland. Das Investitionsvolumen hier beläuft sich auf 2,6 Millionen Euro.
  • Eine so genannte „Hochrisiko-Operation“ bei Unterkühlung und Herzstillstand gelingt einem Expertenteam der Universität Göttingen erstmals in Norddeutschland. Einer 55 Jahre alten Patientin wird erfolgreich ein großes Aneurysma abgeklemmt, was sie Gefahr einer Hirnblutung und eines Schlaganfalls minimiert.
  • Die Ergebnisse des „Zukunftsatlas 2007“ liegen vor. Das Unternehmen Prognos bewertet in seiner Untersuchung im Auftrag der Zeitschrift „Handelsblatt“ die Zukunftschancen und das Profil einer Region. Unter den 439 untersuchten Kreisen und Städten bundesweit landet Göttingen auf Platz 145.
  • Es blitzt, doch an diesem 6. Juli 2006 ist es kein Fotograf, der den Schauspieler Dominique Horwitz ablichtet – die Geschwindigkeitsmessanlage an der A 7 am Werraberg bei Laubach hat Horwitz am Steuer seines Wagens mit Tempo 129 geblitzt. Zu viel für sein Flensburger Punktekonto. Und so geht es in der Verhandlung vor dem Amtsrichter in Hann. Münden nun um den Führerschein des Mimen. Dem Mitgefühl seiner Lebensgefährtin – „Ich habe das Schreiben vor ihm versteckt“, bestätigt sie, dass ihr Freund den Bußgeldbescheid nicht erhalten hat – hat Horwitz zu verdanken, dass er auch künftig am Steuer laut seine Rollen lernen kann. Ihr gibt der Richter am Ende mit auf den Weg: „Ziehen Sie ihm die Ohren lang, damit er künftig nicht mehr so schnell fährt.“
  • Um die Mittagszeit bricht in einem Wohnhaus im Gleichener Ortsteil Etzenborn aus unbekannter Ursache ein Feuer aus. Die Bewohner, ein älteres Ehepaar, sind nicht Zuhause. Obwohl 50 Kräfte mehrerer Ortsfeuerwehren im Einsatz sind, wird das Fachwerkhaus bei dem Brand zerstört. Der Sachschaden wird auf rund 250000 Euro geschätzt.
  • Er ist amtierender Deutscher Meister und Athlet der LG Göttingen: Jacob Minah belegt bei den Hallen-Europameisterschaften in Birmingham mit persönlicher Bestleistung den fünften Platz.
  • Der Göttinger Stadtrat wählt einstimmig Ludwig Hecke zum neuen Schul- und Jugenddezernenten der Stadt. Der 50-jährige Diplom- und Sozialpädagoge bringt Erfahrung in der Kinder- und Jugendarbeit mit.
  • Der Aufsichtsrat des Jungen Theaters Göttingen verlängert den Vertrag mit Intendant Andreas Döring. Der neue Vertrag läuft bis zum Ende der Spielzeit 2010/2011. Damit soll die bisherige erfolgreiche Arbeit fortgesetzt werden.
  • Sie leidet von Geburt an an einem schweren Herzfehler. Durch Spenden wird die fast sechsstündige Operation im Göttinger Universitätsklinikum finanziert. Die dreijährige Gordana Stankovic übersteht den Eingriff am Herzen gut.
  • Der Trainer von Fußball-Bezirksligist TSV Adelebsen, Wilfried Rusteberg, hat seinen Vertrag mit dem Verein um ein Jahr verlängert.
  • Der Leiter der Ernährungspsychologischen Forschungsstelle der Universität, Prof. Volker Pudel, wird emeritiert. Zum Abschied des populären Wissenschaftlers findet ein Symposium statt.
  • Hans Holzapfel kündigt nach 22 Jahren seinen Rücktritt als Göttinger Kreishandwerksmeister an. Er gibt sein Amt zum Jahresende auf.
  • Der langjährige Adelebser Gemeindebürgermeister Horst Pischek (SPD) wird Ehrenbürger des Fleckens. Das beschließt der Rat.
  • Üblicherweise sitzt sie auf dem Fahrrad und dreht in der Manege des Wanderzirkus Luna ihre Runden. Das ist der Braunbärendame Shirley offenbar beim Gastspiel im Hann. Mündener Ortsteil Bonaforth zu langweilig. Sie reißt vom Zirkusgelände aus und begibt sich auf einen Ausflug. Während das Fünf-Zentner-Tier noch in der Fulda badet und im Ufer buddelt, alarmieren Spaziergänger die Polizei. Vier Stunden dauert die Bärenjagd: Erst als eine Tierärztin die Bärin mit Betäubungsmittelspritzen benebelt, gelingt es, das Tier einzufangen und in einen Pferdetransporter zu bugsieren.
  • Der Verein Kultur unterstützt Stadt (Kunst) veranstaltet seine alljährliche Gala in der Stadthalle und freut sich über ein ausverkauftes Haus. Die Akteure bieten den rund 1200 Zuschauern ein abwechslungsreiches und vielseitiges Programm. Dreieinhalb Stunden dauert die Show mit Tango, HipHop, Theater, Musik und Kleinkunst. Den schrägsten und skurrilsten Auftritt bietet Tadashi Endo mit seiner Butoh-Tanzperformance. Am Ende freut sich Organisator Nils König, dass inklusive Sponsorengeldern rund 17500 Euro für Kinder- und Jugendförderung zusammenkommen.
  • Mit einer Feier wird das Nachbarschaftszentrum Grone an seine Nutzer übergeben. Der 550000 Euro teure Neubau an der Deisterstraße soll ein Haus der Begegnung von Kulturen und Nationalitäten sein. „Ende gut, alles gut“, fasst Göttingens Oberbürgermeister Wolfgang Meyer (SPD) die positiven Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Sanierungsprogramm Soziale Stadt zusammen.
  • An der Abteilung Pädiatrie II mit Schwerpunkt Neuropädiatrie des Göttinger Uniklinikums eröffnet das neue Sozialpädiatrische Zentrum (SPZ). In den neuen Räumen, einem Bewegungsraum, einem Raum für Ergotherapie und neuen Untersuchungsräumen, werden übergewichtige, entwicklungsauffällige Kinder behandelt.
  • Marita und Rainer Kloska schließen zum Monatsende ihr Autohaus in der Groner Landstraße. Ausstellungs- und Bürogebäude übernimmt die Firma Sixt. Die Kloska-Mitarbeiter Torsten Stahr und Klaus Behrens machen sich mit einer eigenen Autowerkstatt im Rischenweg in Rosdorf selbstständig.
  • Geht es nach WM-Quartier-Geschäftsführer Lutz Renneberg, dann werden Spiele der Frauenfußball-WM 2011 in Göttingen ausgetragen. Göttingen – 2006 bereits Quartier für die Nationalelf aus Mexico – hat sich mit dem Jahnstadion beworben. Im Juni wird die Bewerbung aufgrund hoher Auflagen zurückgezogen.
  • Gegen Zahlung eines Bußgeldes will die Staatsanwaltschaft das Ermittlungsverfahren unter anderem gegen die ehemaligen Landräte Göttingens und Northeims, Heinrich Rehbein und Ralf-Reiner Wiese, sowie Göttingens Ex-OB Jürgen Danielowski, wegen einer von Eon gesponserten Reise nach Venedig einstellen.
  • Der neue Finanz-Vorstand des Göttinger Uniklinikums, Hans-Joachim Conrad, nimmt die Arbeit auf. Der 54-jährige Volkswirt hat die Sanierung der maroden Finanzen des Klinikums zum Ziel. Um dieses zu erreichen, sollen unter anderem zunächst 50 bis 100 Stellen abgebaut werden. Auch alle 2760 befristeten Arbeitsverträge sollen auf ihre Notwendigkeit überprüft werden. Mittelfristig sieht Conrad einen Stellenüberhang in der Größenordnung von 15 Prozent in verschiedenen Bereichen. Im Juni kündigt er seinen Wechsel nach Frankfurt an.
  • Aus Sorge um die Orgeln in den Kirchen St. Cyriakus und St. Servatius lehnen Regionalkantor Paul Heggemann und Pastor Karl Wurm ein Händel-Konzert des Organisten Ton Koopmann in Duderstadt ab. Der Niederländer habe bereits mehrere Instrumente beschädigt, lautet ihre Begründung. Das Programm der Händel-Festspiele wird geändert: Koopmann soll sein Orgel-Recital in der Göttinger St. Jacobi-Kirche geben.
  • Beim Versuch, einen Familienstreit zu schlichten, wird Friedlands Bürgermeister Andreas Friedrichs (SPD) Opfer einer Messerattacke. Durch Stiche in Hand und Hals wird der 43-Jährige von seinem Schwiegersohn schwer verletzt. Ende März nimmt Friedrichs wieder die Amtsgeschäfte auf. Der 22-jährige Angreifer wird im August zu dreieinhalb Jahren Haft und Unterbringung in der Psychiatrie verurteilt.
  • Die mehr als zwei Jahre leerstehende Spießmühle im Niemetal kommt unter den Hammer. Bei der Zwangsversteigerung erhalten Rins Peter Okel und Juliane Hardt für 83000 Euro den Zuschlag.
  • Vorstand und Aufsichtsrat von Pro City stellen die neue Citymanagerin für Göttingen vor: Beate Behrens. Die 39-Jährige, bisher Stadtmanagerin in Rinteln, tritt Anfang Mai ihr Amt an.
  • Neuer Trainer von Fußball-Bezirksligist RSV 05 wird zum 1. Juli Thomas Hellmich. Der 52-Jährige sagt dem Verein zu, die Nachfolge von Stephan Margraf anzutreten, dessen Vertrag ausläuft.
  • „Ein Fest für Inge“ zum Internationalen Frauentag veranstaltet die Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) für die SPD-Politikerin und langjährige ASF-Vorsitzende Inge Wettig-Danielmeier. Im Mittelpunkt einer weiteren Feier steht die frühere CDU-Familien- und Jugendministerin Rita Süssmuth. Der CDU-Kreisverband hat den Empfang aus Anlass ihres 70. Geburtstages organisiert.
  • Wegen wiederholter Krankheitsfälle – vor allem montags und freitags – kürzt Thorsten Ruch, Geschäftsführer von der Bäckerei Ruch & Gerhardy, drei Mitarbeitern den Lohn um 30 Prozent. Die Betroffenen nehmen diese arbeitsrechtlich bedenkliche Maßnahme aus Angst um ihren Job hin.
  • Die Kanutin Margret Neher erhält im Rahmen der Sportlerehrung der Stadt Göttingen die Gold-Plakette. 23 Athleten werden im Alten Rathaus mit Silber und Bronze geehrt. Neher kündigt wenige Wochen später überraschend an, sich zugunsten ihres Studiums aus dem Leistungssport zurückziehen zu wollen.
  • Das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland wird Heinz Ganz ans Revers gesteckt. Damit werden die langjährigen Verdienste des ehremamtlich aktiven Schedener Kommunalpolitikers gewürdigt.


April

  • Der Übergang am Helvesanger über die Autobahn 7 wird mithilfe von 150 Kilogramm Sprengstoff in Schutt und Asche gelegt. Eine dicke Staubwolke signalisiert das Ende des 50-Meter-Bauwerkes, das Grone mit der Siedlung an der Springmühle verbunden hat und nun im Zuge des sechsspurigen Autobahnausbaus weichen muss. Der Verkehr wird wegen der Sprengung umgeleitet, die A 7 in beiden Richtungen stundenlang gesperrt. Weitere fünf Brücken, die die A 7 im Ausbauabschnitt überqueren, sollen nach Angaben der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Bad Gandersheim ebenfalls abgerissen und durch neue Bauwerke ersetzt werden. Nicht wieder aufgebaut wird dagegen die Brücke, die Holtensen mit Lenglern verbindet. Sie soll durch die geplante Kommunale Entlastungsstraße ersetzt werden, die an die Anschlussstelle Göttingen-Nord angebunden wird.
  • Weil eine Unternehmerin die Villa auf dem ehemaligen Glunz-Gelände in Grone gekauft und in einen Bordellbetrieb umbauen lässt, mehren sich sowohl in der Nachbarschaft als auch in Politik und Stadtverwaltung die Bedenken gegen die geplante erotische Belebung der Industriebrache. Verhindern lässt sich das Projekt Puff indes nicht, denn da die Frau lediglich Wohnungsprostitution plant, ist eine offizielle Genehmigung nicht erforderlich.
  • Aus Stammzellen des Knochenmarks haben deutsche Forscher, darunter Humangenetiker der Universität Göttingen, weltweit erstmals Spermien-Vorläufer gezüchtet, was einen ersten Schritt zur künstlichen Erzeugung menschlicher Spermien darstelle. Bisher seien die Keimzellen nicht zur Befruchtung von Eizellen geeignet.
  • Die Geschäftsführung der Zufall-Gruppe freut sich bei Präsentation der Zahlen für das Geschäftsjahr 2006 über kräftige Zuwächse: beim Umsatz (plus zwölf Prozent), bei den Aufträgen (plus 13 Prozent) und bei der Tonnage (plus zwölf Prozent).
  • Die dritte Auflage der Tour d’Energie von den Terrassen bricht alle bisherigen Rekorde: 1661 Pedalritter gehen an den Start, 200 mehr als im Vorjahr. Nur neun Fahrer erreichen das Ziel nicht. Rund um die Strecke herrscht Volksfeststimmung. Im Zielbereich auf der Bürgerstraße in Göttingen jubeln mehr als 3000 Zuschauer den Jedermännern begeistert zu. Vor allem dem strahlenden Sieger Michael Rademacher vom RFC Freilauf Roßbach. Der 25-jährige Hesse gewinnt nach einem spannenden Schlussspurt das Rennen über 80 Kilometer. Mit diesem Triumph setzt sich Rademacher an die Spitze der T-Mobile-Cycling-Tour. Bei den Frauen sichert sich Annika Grüber vom Cycle Club Thüringen den Sieg.
  • Im Landkreis Göttingen sind wieder Kornkreise aufgetaucht – die ersten des Jahres in Deutschland, sagt Kornkreisforscher Andreas Müller. Die ungewöhnlichen geometrischen Formen – ein Werk von unbekannten Urhebern – zieren ein Rapsfeld in der Nähe von Meensen.
  • Göttinger Forschern ist es gelungen, bei Mäusen die Alzheimer-Krankheit aufzuhalten und den Tieren zu neuer Lernfähigkeit und Erinnerung zu verhelfen. Die veröffentlichte Therapiemöglichkeit soll Grundlage für klinische Studien am Menschen werden.
  • Die mitreißende Choreografie des Erfolgsprogramms „Wiener Blut“ überzeugt auch die Wertungsrichter beim Formationsfestival. Die Göttinger Standardformation feiert mit mehr als 1500 Zuschauern in der Godehardhalle Sieg und Regionalliga-Meisterschaft.
  • Im Umfeld des Römerlagers bei Hedemünden machen Archäologen einen sensationellen Fund: ein komplett erhaltener, 2000 Jahre alter Legionärsdolch mit 29 Zentimetern Länge. Außerdem berichtet Kreisarchäologe Klaus Grote von zwei größeren Außenlagern oberhalb der Fulda, die zusammen mit dem Wegesystem „eine wesentliche und archäologisch-historisch hochwichtige Ergänzung zur Entdeckung des Römerlagers“ seien.
  • Gudrun Ebeling-Bartels erhält für ihr „vorbildliches gesellschaftliches Engagement“ das Verdienstkreuz am Bande des Niedersächsischen Verdienstordens.
  • Der Rechtswissenschaftler und Richter am Internationalen Gerichtshof, Prof. Thomas Buergenthal, wird mit der Ehrendoktorwürde der Juristischen Fakultät der Georgia Augusta geehrt und als „eine der angesehendsten Persönlichkeiten des Völkerrechts“ bezeichnet.
  • Sein Amt als Vorstandsvorsitzender der Eon Mitte AG in der Kasseler Zentrale tritt der 59-jährige Henrich Wilcksen an. In Göttingen wolle er „mehr Präsenz zeigen“, sagt der promovierte Jurist.
  • Drei neue Professuren für die Geisteswissenschaften erhält die Georg-August-Universität über ein Landesförderprogramm. Dieses ist nach den Göttinger Professoren Christian Gottlob Heyne und Gottfried Gervinus benannt.
  • Mit einem Festakt und einer Reihe von Vorträgen feiert das Göttinger Laser-Laboratorium (LLG) sein 20-jähriges Bestehen. Verein und Geschäftsführer Prof. Gerd Marowsky begrüßen dazu internationale Gäste.
  • Der niedersächsische Finanzminister Hartmut Möllring (CDU) überreicht dem Göttinger Günter Herold in Hannover die vom Land gestiftete Medaille für vorbildliche Verdienste um den Nächsten. Herold setzt sich seit vielen Jahren für Muskelkranke ein.
  • 40 Bands und Solointerpreten, darunter die Gruppe „Chumbawumba“, treten bei der „Night of the Clubs“ in zwölf Clubs auf.
  • Mit einer gecharterten Cessna dreht ein 53-Jähriger aus Hahnenklee im Harz am Nachmittag über dem Flugplatz Northeim mehrere Übungsrunden. Wenige Minuten später stürzt die Maschine in ein Auewäldchen zwischen Tierheim und Rhume und prallt rücklings zwischen Pappeln auf die Erde. Der Pilot, ein Privatflieger, hat Glück im Unglück: Er überlebt dank der stabilen Kabine und wird schwerverletzt von den Rettungskräften versorgt. Das etwa 60000 Euro teure Flugzeug gehört dem örtlichen Luftsportverein. „Die Cessna war erst kürzlich in der Werft und technisch in einwandfreiem Zustand“, versichert Besitzer und Fluglehrer Heinz Apetz. Die Bergung der Maschine aus dem unwegsamen Gelände übernimmt am Folgetag des Unfalls die Freiwillige Feuerwehr Northeim. Unterdessen nimmt die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung beim Luftfahrtbundesamt die Ermittlungen zur Absturzursache auf. Später steht fest: Nach einer Triebwerksstörung hat die Maschine die Bäume berührt.
  • Durch das Rücken von Bühnenteilen für die Premiere des Stückes „Der Mann von La Mancha“ wird im Bereich der Bühne des Deutschen Theaters das Röhrensystem der Sprinkleranlage beschädigt. Dadurch wird die Anlage aktiviert und setzt große Teile der Bühne und der Beleuchtungsanlage unter Wasser. Zirka 36000 Liter regnen herab, bis die Feuerwehr die Anlage abstellt. Die Premiere fällt buchstäblich ins Wasser.
  • 21. Göttinger Frühjahrsvolkslauf: 2300 Läufer gehen an den Start. Lili Seide und Mario Burger heißen die Sieger über zehn Kilometer. Die 5000 Meter gewinnen Anika Wallwitz und Lars Moeller. Eine Energieleistung vollbringt Knut Höhler, der LGGer wird in beiden Läufen Zweiter.
  • Aus Sorge um Arbeitszeiten, Löhne und Beschäftigungssicherung fordern Beschäftigte der Deutschen Telekom mit bundesweiten Warnstreiks einen Tarifvertrag „Auslagerungsschutz“. Grund: Das Unternehmen plant die Ausgliederung von Servicegesellschaften. Auch die Belegschaft des Cinemaxx in Göttingen geht auf die Straße und protestiert für einen Tarifvertrag und mehr Lohn.
  • In seiner Sitzung erlebt der Aufsichtsrat der Gesellschaft für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung (GWG) eine böse Überraschung: Die GWG-Führung erklärt, bei risikoreichen Zinsgeschäften – einem so genannten Swap-Geschäft – möglicherweise 800000 Euro verzockt zu haben. Etwa diese Summe zahlt die Stadt an die GWG als jährlichen Zuschuss.
  • Der April schlägt alle Wetter-Rekorde. Es ist der trockenste April seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1927. An jedem Tag des Monats scheint die Sonne, im gesamten Monat fallen nur 3,1 Liter Regen pro Quadratmeter an nur drei Tagen. Die lang anhaltende Trockenheit hat auch ihre Schattenseiten: Landwirte warten dringend auf Regen und die Waldbrandgefahr ist so hoch wie im Hochsommer.
  • Spektakulärer Fund auf der Plesse: Die Steintafel, mit der Landgraf Wilhelm von Hessen die Burg nach 1571 in Besitz genommen hat, wird bei Arbeiten durch Zufall im Mauerwerk wiederentdeckt. Die seit Renovierung der Burg 1860 verschollene Original-Inschrift soll zusammen mit dem alten Wappenstein im Depot der Plesse-Freunde verwahrt werden.
  • Vorjahressieger Alessandro Petacchi sichert sich erneut den Gesamtsieg der Niedersachsen-Rundfahrt. Der Radprofi vom Milram-Team lässt sich auf der Bürgerstraße von über 20000 Zuschauern feiern. Etappensieger wird Heinrich Haussler (Team Gerolsteiner).
  • Aus 16000 Kandidatinnen setzt sich die Nikolausbergerin Michaela von Krockow, genannt Milla, bei der Jury um Heidi Klum durch. Die TV-Zuschauer aus der Region drücken ihr Woche für Woche die Daumen, aber für die Model-Krone reicht es nicht – als siebtletzte Kandidatin der Pro-Sieben-Casting-Show „Germany’s next Topmodel“ scheidet die 20-jährige Halbchinesin aus.
  • Der Senat der Universität Göttingen verleiht dem ehemaligen IGS-Schulleiter Peter Brammer die Ehrenmitgliedschaft der Georgia Augusta und zeichnet damit die Verdienste des Pädagogen um die Kinder-Uni aus.
  • Turbulenzen bei den Göttinger Fußballclubs: Der Streit zwischen dem Geschäftsführenden Vorstand Dieter Meier und Fußball-Abteilung des SCW Göttingen gipfelt im sofortigen Rücktritt von Abteilungsleiter Lutz Renneberg, Jugendkoordinator Holger Jortzik, Teammanager Thomas Witschewatsch und Liga-Obmann Dieter Renneberg. Knut Nolte, Trainer des SCW, erhält im Mai die fristlose Kündigung. Club-Chef Meier wirft Nolte vor, versucht zu haben, Spieler des SCW für seinen neuen Club SVG abzuwerben. Holger Koch, bislang Coach des Fußball-Bezirksoberligisten SVG, gibt ebenfalls sein Traineramt auf – im gegenseitigen Einvernehmen mit dem Verein.
  • Trainer und Mannschaftskapitäne der Zweitliga-Konkurrenten der Göttinger BG-74-Basketballer bestimmen mit klarem Votum (64 Prozent) John Patrick zum Trainer und BG-Topscorer Kyle Bailey zum Spieler des Jahres. Im Mai unterschreibt Patrick einen Ein-Jahres-Vertrag als Coach sowie als Sportdirektor. Bailey hingegen verlässt die BG 74 zum BBL-Konkurrenten Ulm.


Mai

Mit einem Konzert des Göttinger Symphonie Orchesters (GSO) werden die Internationalen Händel-Festspiele 2007 zum Thema „Macht und Ohnmacht“ in der nahezu ausverkauften St.-Johannis-Kirche eröffnet. Zu Gast sind neben dem GSO der Göttinger Kammerchor, Solisten und Schauspieler Christian Quadflieg. Im Zentrum der Festspiele steht die Oper „Giulio Cesare“, die nach 85 Jahren erstmals wieder in Göttingen erklingt. Unter den rund 1000 Künstlern aus elf Ländern, die das Programm bestreiten, befinden sich etliche Göttinger Ensembles und Musiker – unter ihnen der Violinist Henning Vater, der als einziger Göttinger dem internationalen Festspielorchester angehört. Etwa 16500 Besucher genießen die rund 40 Konzerte an zwölf Festspieltagen.

  • Das Universitätsklinikum Göttingen hat ein 28-Millionen-Euro-Loch in der Kasse. Die Landesregierung Niedersachsens soll den Kreditrahmen erhöhen, das Klinikum hat einen Masterplan zur Entwicklung und Sanierung vorgelegt. Darin enthalten: Vorschläge für die bauliche Entwicklung des Klinikums. Unter anderem kommen die Fachleute darin zu dem Schluss, dass das „Bettenhaus Eins“ kaum saniert werden kann. Abriss und Neubau sind billiger.
  • Mit einem niedersächsischen Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung (IFBE) will die Landesregierung die frühkindliche Förderung bündeln. Geplant ist, Forschungsstellen an den Universitäten Göttingen und Osnabrück einzurichten. Die Form des geplanten Instituts ist bundesweit einmalig. Wissenschaftsminister Lutz Stratmann (CDU) hält die Vermittlung von Bildung für eine der wichtigsten Aufgaben, um die Zukunftsperspektiven der nächsten Generation zu sichern.
  • Der TSV Holtensen lässt im Rennen um den Aufstieg in die Bezirksoberliga nichts anbrennen. Der Spitzenreiter der Fußball-Bezirksliga besiegt vor heimischer Kulisse Merkur Hattorf klar mit 6:0 und steht so schon einen Spieltag vor Saisonende als Aufsteiger fest. Überragend ist bei den Holtensern wieder einmal die Offensivabteilung. Ercan Beyazit trifft dreimal, Markus Stanko zweimal.
  • Nach über 60 Jahren Stillstand dreht sich das Mühlrad der Odilienmühle wieder. Gemeinsam mit Oberbürgermeister Wolfgang Meyer (SPD), den Bauausschussmitgliedern Ulrich Holefleisch (Grüne) und Hans Otto Arnold (CDU) sowie dem Leiter des Baubetriebshofes, Volker Hempfing, nimmt Hausbesitzer Henning Hauschild das Rad in Betrieb und lässt das von der Stadt restaurierte Wehr herab, um das Wasser des Leinekanals auf die Schaufeln des Rades zu lenken.
  • Der Landesrechnungshof kritisiert die mangelnde Auslastung der Lehreinheit Physik an fünf niedersächsischen Hochschulen. Auch in Göttingen ist die Auslastung mit rund 50 Prozent unter den angestrebten Werten. Prof. Stefan Dreizler von der Fakultät Physik hofft, dass die Maßnahmen zur Verbesserung bald greifen.
  • Noro-Virus im Krankenhaus: Am Universitätsklinikum treten Fälle der ansteckenden Magen-Darminfektion auf. Betroffen sind Patienten und Mitarbeiter. Insgesamt wird bei etwa 50 Patienten ein Verdacht auf Noro-Virus geäußert, bei 21 Patienten wird es nachgewiesen.
  • Die Hip-Hop-Dance-Academy gewinnt in der Königsdisziplin Formation mit „Rhythm Attack“ in Hannover die Deutsche Meisterschaft. Mit dem Titel qualifiziert sich „Rhythm Attack“ für die Europameisterschaft in Graz sowie die Weltmeisterschaft in Bremen. Michele Müller glänzt in der Kategorie „Solo Kids“ als Deutsche Vizemeisterin.
  • Entwicklungen von Biopharmaka dauern lange und kosten viel Geld. Um diese Prozesse zu beschleunigen, entwickelt Sartorius innovative Einwegtechnologien. Ein neues Laborgebäude der Göttinger wird in Anwesenheit von Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) offiziell eröffnet.
  • Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte gewinnt eine Nachwuchsmannschaft von Sparta den Fußball-Bezirkspokal. Die B-Junioren der Rot-Weißen haben nach dem 6:0-Triumph in Wolfenbüttel gegen den klassentieferen Bezirksligisten JSG Helmstedt einen Platz in den Annalen des Clubs vom Groner Greitweg sicher.
  • Manfred Eigen, Nobelpreisträger und Göttinger Ehrenbürger, wird 80 Jahre alt. Für Untersuchungen sehr schneller chemischer Reaktionen erhielt er 1967 den Nobelpreis für Chemie.
  • Michael Thenner, Geschäftsführer der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Göttingen (GWG), kündigt drei Jahre vor Vertragsablauf „aus freien Stücken“ zum Jahresende.
  • Novelis baut sein Personal um: Stefan Erdmann wird Werkleiter von Novelis Göttingen. Der 34-Jährige ist seit 1993 im Unternehmen. Die Verantwortung für den Standort Göttingen mit 900 Beschäftigten teilt er mit Klaus von Stumberg. 1996 kam von Stumberg zu Alcan. Das Ziel der neuen Werkleitung: Göttingen soll im Konzern das führende Werk in der Oberflächentechnik werden.
  • Michael Buback, Sohn des 1977 von RAF-Terroristen ermordeten Generalbundesanwalt Siegfried Buback, diskutiert 30 Jahre nach dem Attentat über Gnadenrecht. Bei einer Podiumsdiskussion erklärt Buback, warum er mit einem Ex-RAF-Mitglied im Fernsehen auftrat.
  • Walter Gleitze, Michael Glaese und Thomas Lauer übernehmen den Tiefbau der Wayss & Freytag Schlüsselfertigbau. Eine Million Euro investieren die geschäftsführenden Gesellschafter der Rohrleitungs-, Straßen- und Tiefbau (RST) GmbH ins neue Unternehmen.
  • Prof. Karl Kardinal Lehmann, katholischer Theologe und Kardinal, referiert in Göttingen in der überfüllten Aula am Wilhelmsplatz über „Gott und Macht. Ein religionsphilosophischer Versuch“. Der Vortrag ist Teil der Ringvorlesung „Vorsehung, Schicksal und göttliche Macht“ der Akademie der Wissenschaften.
  • Eine amtliche Befragung der Stadt Göttingen zu befestigten Flächen und Kanalanschlüssen wirft Verständnisfragen auf. Tausende Grundbesitzer sind verärgert und verunsichert über einen Erhebungsbogen, den die Stadt allen Haus- und Grundbesitzern geschickt hat. Umstritten ist insbesondere die Frage nach befestigten Flächen, von denen Regenwasser im Garten versickert. Es wird nachgebessert, und im Juni wird eine neue Abwassersatzung, mit der alle leben können, beschlossen.
  • Ein tödlicher Unfall auf der Autobahn 7 zwischen dem Dreieck Drammetal und der Raststätte bei Mengershausen kostet das Leben eines 55-jährigen Fernfahrers und löst Verkehrschaos im ganzen Landkreis aus. Bis in den Abend ist die A 7 in beide Richtungen voll gesperrt. Von Northeim bis zur Werra sowie auf sämtlichen Umleitungsstrecken B 3, B 27 und B 80 hat die Sperrung teils massive Auswirkungen. In Göttingen geht in der City zeitweise gar nichts mehr. Zwischendurch gibt es gar die Befürchtung, eine beschädigte Brücke müsse abgerissen und die A 7 längere Zeit gesperrt werden.
  • Vier Tage ist Göttingen Zentrum der Hanseraumkonferenz (Hako). 530 Wirtschaftsjunioren aus Norddeutschland informieren sich in Seminaren und Vorträgen. Höhepunkt ist der Gala-Abend in der Lokhalle.
  • Großer Jubel herrscht bei der Göttinger Standardformation um Trainer Markus Zimmermann. Mit Traumnoten qualifiziert sie sich beim Relegationsturnier in Oberhausen für die 2. Bundesliga.
  • Groß Lengden gehört zu den drei schönsten und aktivsten Dörfern Niedersachsens. Die Jury im Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ nominiert den Ort der Gemeinde Gleichen für den Bundeswettbewerb.
  • Gut 80 Gäste feiern mit der SVG ihr 100-jähriges Bestehen. Vertreter aus Sport, Politik und Wirtschaft treffen sich im schwarz-weißen Vereinsheim und zollen dem Verein vom Sandweg Respekt.
  • Am 6. Mai 1982 nimmt das Studentenwerk mit der Nordmensa die erste „richtige“ Verpflegungseinrichtung auf dem Nordcampus in Betrieb. Das 25-jährige Bestehen wird mit Delikatessen gefeiert.
  • Die Universität Göttingen erhält einen weiteren von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Sonderforschungsbereich. Mit 5,7 Millionen Euro wird das Projekt „Photonische Abbildung auf der Nanometerskala“ über vier Jahre gefördert. Der Blick in die Zelle soll ermöglicht werden.
  • Ein neues „Schnarch-Schnuller“-Spiel der Göttinger Universität hilft Kindern ab vier Jahren, durch die Nase zu atmen. Mit Handpuppen-Tieren und einem dünnen Schlauch wird der für Erwachsene entwickelte „Schnarch-Schnuller“ jetzt auch für die Behandlung von Kindern erweitert. Logopäden nutzen das System, um Kindern, die gewohnheitsmäßig durch den Mund atmen, die gesündere Nasenatmung zu vermitteln.
  • Als eine Perle in der Innovationslandschaft Niedersachsen“ bezeichnet Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) das Xlab, Experimentallabor für junge Leute. Bei seinem Besuch auf dem Nordcampus teilt der niedersächsische Regierungschef mit, dass der Verein Xlab bis zum Jahr 2010 eine Landesförderung in Höhe von einer Million Euro erhält. Auch die Universität sichert einen jährlichen Betriebskostenzuschuss von 120000 Euro zu.
  • Das Huhtamaki-Gelände in der Karl-Grüneklee-Straße ist verkauft. Neuer Eigentümer der 110000 Quadratmeter großen Fläche ist ab dem 1. Juli die westfälische Hoko-Immobilienverwaltungs-GmbH. Geplant sind ein Gewerbe- und Wohnungspark mit Flächen für Büros und Industriehallen. Mit Hilfe der Immobilienmaklerfirma Dr. Lübke GmbH will die Firma neue Unternehmen nach Göttingen locken. Der Investor spricht langfristig von 500 neuen Arbeitsplätzen. Käufer verhandeln mit der Stadt auch über eine Bauleitplanung zur Wohnbebauung.
  • Weil die Mannschaft ihm das Vertrauen entzieht, zieht Norbert Meyer die Konsequenz: Er tritt nach 22 Jahren als Trainer der Niedersachsenliga-Damen der SG Holtensen zurück.
  • Für eine Öko-Steuer spricht sich Norbert Walter, Chef-Ökonom der Deutschen Bank, bei seinem Besuch in Göttingen aus und bricht damit bewusst aus dem Raster „Deutsche Bank“ aus.
  • Nach nur drei Monaten im Amt als Finanzvorstand des Göttinger Uniklinikums kündigt der Vorstand Wirtschaftsführung und Administration, Hans-Joachim Conrad, seinen Wechsel ans Uniklinikum Frankfurt an. Der 55-Jährige übernimmt in der Hessen-Metropole die Position des Kaufmännischen Direktors.
  • Ein Jahr lang wird Anna Marija Berdelsmann fortan im Namen der Rose unterwegs sein. Beim Rosenfest in Hann. Münden wird die 18-jährige Gymnasiastin aus Oberode zur neuen Rosenfee gekürt.
  • Schätze aus Sibirien und Russisch-Amerika hat er 35 Jahre lang für die Universität Göttingen gesammelt: Georg Thomas Baron von Asch. In der Völkerkundlichen Sammlung wird die weltweit älteste ethnografische Sammlung eröffnet.
  • Der Göttinger Sportwissenschaftler Rolf Geese soll mit dafür sorgen, dass der Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg in der neuen Saison besser abschneidet: VfL-Trainer Felix Magath zieht ihn zur Leistungsdiagnostik beim Training hinzu.
  • Die Akademie der Wissenschaften zu Göttingen verleiht in der Uni-Aula dem Berner Philosophen und Schriftsteller Prof. Peter Bieri die Lichtenberg-Medaille.
  • Das Göttinger Amtsgericht erlässt dutzendweise Haftbefehle gegen die führenden Köpfe des umstrittenen Finanzdienstleisters Göttinger Gruppe, um Zahlungen an geprellte Anleger zu erzwingen. Gleichzeitig leitet die Braunschweiger Staatsanwaltschaft ein neues Ermittlungsverfahren wegen Betruges und Kapitalanlagebetruges ein. Kurz danach werden über die Göttinger Gruppe und ihren betrieblichen Kern, die Securenta AG, Insolvenzverfahren eröffnet. Im Juli schließlich wird Erwin Zacharias, Gründer der Göttinger Gruppe, weltweit gesucht wegen Steuerhinterziehung verurteilt, verhaftet.
  • Das Göttinger Güterverkehrszentrum (GVZ) geht mit der Eröffnung des vom Logistikriesen Schenker und der Firma Novelis betriebenen Logistikzentrums an den Start. 190 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung kommen zur Eröffnungsfeier, unter ihnen Wirtschaftsminister Walter Hirche (FDP).
  • Mit einer Feier wird der Abschluss von Restaurierungsarbeiten an zehn Gelehrten-Grabmalen auf dem historischen Bartholomäusfriedhof gewürdigt. Investitionskosten für die Erhaltung der Grabmale, die ein wichtiges Zeugnis der Stadt- und Universitätsgeschichte sind: rund 100000 Euro.
  • 37 Jahre nach ersten Forderungen nach einer Entlastungsstraße für das Dorf Holtensen ist es soweit: Die Bauarbeiten für die Umgehungsstraße beginnen. Grund: 14000 Autos täglich, 90 Prozent davon reiner Durchgangsverkehr, sind eine hohe Belastung für den Ortsteil.
  • Mit einem Neubau will die Philosophische Fakultät alle Seminare an einem Ort vereinen. Sieger des Architektenwettbewerbs ist Prof. Klaus Sill aus Hamburg, der das Areal im Hinterhof der alten Frauenklinik neu gestalten wird. Kosten: 15,2 Millionen Euro.
  • Dem Leiter eines Seniorenheims in Göttingen, gegen den die Staatsanwaltschaft wegen sexueller Nötigung von Mitarbeiterinnen ermittelt, wird von der Stadtverwaltung fristlos gekündigt. Der Mann, der vor 15 Jahren in Bad Gandersheim wegen ähnlicher Vorfälle seinen Job verloren hat, reicht gegen dagegen Klage ein – allerdings ohne Erfolg.
  • Mit Zinsspekulationen setzt die Göttinger Stadtverwaltung zirka 5,5 Millionen Euro in den Sand. Über diese unerfreuliche Entwicklung wird der Finanzausschuss in geheimer Sitzung informiert. Zwei negativ verlaufende so genannte Swap-Vereinbarungen mit Banken löst die Stadt auf.
  • Beim Deutschland-Cup der rhythmischen Sportgymnastik triumphiert Lea Hinz (TSV Obernjesa). In der freien Wettkampfklasse (über 16 Jahre) gewinnt sie den Mehrkampf. Im Gerätefinale bestätigt Hinz ihre gute Form mit einem weiteren Sieg in der Bandkür, Platz zwei mit dem Reifen und Platz drei mit den Keulen.
  • Stürmer Carsten Leuschner erzielt zwei Tore und trägt vor 500 Zuschauern zum 5:2-Sieg des TSV Landolfshausen gegen Spitzenreiter TSV Holtensen bei. Damit wird das Team von Erfolgstrainer Ingo Müller am letzten Spieltag Meister in der Bezirksliga.
  • Die Trinos Vakuum Systeme GmbH expandiert weiter. Das 1997 von Marco Weinhagen (Physiker) und Peter Spreitz (Betriebswirt) gegründete Unternehmen plant einen weiteren Anbau mit 5000 Quadratmetern Fläche auf der Siekhöhe.
  • Mit drei Titeln kehrt Rollkunstläuferin Inga Knorr von den Landesmeisterschaften zurück. Als Belohnung für diesen Dreifach-Triumph nominiert der Landesverband die Sportlerin des 1. RCG für die Norddeutschen und die Deutschen Meisterschaften.
  • Mit zwei Finalsiegen ist der TuS Lichterfelde wieder das erfolgreichste Team beim Basketball-Miniturnier der BG 74. Das dramatische Endspiel zwischen den U-10-Jungen der BG 74 und dem TSV Breitengüßbach in der Leistungsklasse I bildet den emotionalen Höhepunkt der 28. Auflage. Hauchdünn mit 33:35 nach Verlängerung unterliegt die Mannschaft von Steffen Kuberczyk den Oberfranken. Als Zweiter ist der Veilchen-Nachwuchs bestes aller BG-Teams in den insgesamt neun Spielklassen.
  • Flugkomfort wie in einem modernen Auto für jeden Passagier – dafür sollen am Göttinger Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) die Weichen gestellt werden. Eine ausgemusterte Do 728 wird dafür als Versuchsträger dienen. Mit Dummys und Studenten soll das Klima während des Fluges simuliert und erforscht werden.


Quellen

  • Britta Eichner-Ramm, Das war das Jahr 2007, Verlagsbeilage des Göttinger Tageblattes, 31. Dezember 2007.