Achim Windel

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Windel vor einem Teil seiner Plattensammlung

Der Duderstädter Achim Windel ist als DJ tätig.

Zur Person

Beatles oder Stones, Checkpoint oder Musikwerkstatt, VfL oder Olympia – so war das in den 1970ern. Jeder Jugendliche in Duderstadt positionierte sich, ob es um Musik ging, um Politik oder den „richtigen“ Fußballverein. Auch Achim Windel machte da keine Ausnahme.

Er stand auf der Seite der Rolling Stones, ging in die Musikwerkstatt und spielte bei Olympia. An diesen Grundfesten hat sich bis heute nicht viel geändert. Noch immer bezieht Windel – zumindest in musikalischer Hinsicht – Stellung, als Plattensammler, Musiker und DJ. Bei der ersten Duderstädter Musiknacht legt er ab 20 Uhr Rock aus seinen persönlichen Anfängen auf: Rockmusik aus den Siebzigern. 
„Flower Power“ heißt die Party, die Windel gemeinsam mit Kneipeninhaber Coskun Tokaci auf die Beine gestellt hat. Als Hippie hat sich Windel hingegen nie gesehen. „Klar, bei den ersten Konzerten, die ich gesehen habe, hatten alle lange Haare“, beschreibt Windel, was er bei Auftritten unter anderem von „Nektar“, „Kin Ping Meh“, oder „Omega“ im Duderstädter Schützenhaus erlebt hat. Doch für einen standesgemäßen Hippie-Look war Windel schlicht zu jung: 13 Lenze zählte er, als er die Konzerte sah, die ihn musikalisch prägten. 
„Es gab richtig gute Konzerte im Eichsfeld“, schwärmt der Ur-Duderstädter. Eindruck hinterließen „Jane“ am Seeburger See oder die Gigs von „Embryo“ und „Missus Beatsly“ in der Musikwerkstatt, in der Windel als DJ Underground Rock und Wave auflegte.

Mit den Konzerten kamen die Platten. Windels Sammlung wuchs stetig an. Er nutzte jede Gelegenheit, an frisches Vinyl zu kommen. Während die Familie den Hannover Zoo besuchte, durchwühlte Achim die dortigen Plattenläden. Ergebnis: Pink Floyds „Dark Side of the Moon“ und Cans „Ege Bamyasi“. Die Rockmusik wurde komplexer, die Musiker besser und schneller. Und dem Sammler schlug das Herz höher. 
Den Musiker hingegen frustrierte der wachsende Anspruch auf Dauer. Zunächst versuchte sich Windel noch am Jazz-Rock, doch schon bald gab es für ihn nur noch eine Alternative: Punk. Mit Bands wie „Spermüll“, „Brainstorm“ oder „Void“ stand er seinerzeit auf den Bühnen des Eichsfeldes. Erfolg aber kam erst mit der Band „Placebo Effect“. Mit seinen Mitstreitern verschrieb sich Windel nun dem EBM, tanzbarer elektronischer Musik, und Windel tauschte Gitarre gegen Synthesizer. Mit dem Szene-Hit „Move“ veröffentlichten die Eichsfelder einen Clubhit, der bis heute läuft.

Mit der Veranstaltung in der Alten Backstube erfüllt sich Windel einen Traum. Zum ersten Mal seit Jahren will er Rockmusik der 70er Jahre auflegen, Krautrock, Space Rock und Psychedelic überwiegend. Außerdem hofft er, einen Anlaufpunkt für Rockfans nach dem Besuch der Konzerte bei der „Musiknacht“ bieten zu können: „Nachdem die Covers der Songs live gespielt wurden, lege ich die Originale aus der Konserve auf“, verspricht Windel, der auch ausgefallene Wünsche berücksichtigen will. Angesichts seiner Plattensammlung dürfte das wohl kein Problem sein.