Adam von Trott

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Adam von Trott zu Solz wurde im Jahr 1909 in Potsdam geboren. In den Jahren 1927 bis 1931 studierte er Jura in Göttingen, München und Berlin. Er heiratete Clarita von Tiefenbach und arbeitete von 1940 bis 1944 als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Auswärtigen Amt. Trott engagierte sich kurz vor Beginn des Zweiten Weltkrieges in Großbritannien für einen Plan zu dessen Verhinderung. Im Jahre 1944 schloss er sich dem Kreisauer Kreis an und half daraufhin bei den Vorbereitungen des Attentats vom 20. Juli 1944 auf Hitler. Am 25. Juli 1944 wurde seine Verbindung zu Stauffenberg aufgedeckt, woraufhin Trott verhaftet und am 15. August 1944 vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt wurde. Am 26. August 1944 wurde er als Gegner des nationalsozialistischen Regimes in Berlin-Plötzensee hingerichtet.

Adam von Trotts Widerstand begann mit dem Aufbau eines Netzes von Widerstandkontakten durch seine Dienstreisen in die Schweiz, nach Schweden und in die Türkei. Sein Ziel dabei war stets ein dauerhaftes Friedenssystem in Europa, eine europäische Föderation für Freiheit und Gleichberechtigung, die Internationalisierung der Streitkräfte, sowie die Schaffung einer gemeinsamen Wirtschaftsstruktur mit einer einheitlichen Währung und einer europäischen Sozialgesetzgebung. Der Versuch, Kontakt zu den Alliierten herzustellen, um den Staatsstreich auch außenpolitisch abzusichern, scheiterte aufgrund von Misstrauen seitens der Alliierten, da diese ihn auf einer internationalen Konferenz in Amerika für einen ‚Nazi-Agenten‘ hielten. Aus diesem Grund blieben die Widerstandkämpfer bis zuletzt im Unklaren über das Verhalten der Alliierten im Falle eines Umsturzes in Deutschland.

Trott, der von Anfang an seine Entscheidung, für den Widerstand zu kämpfen, für richtig hielt, setzte 1944 seine Hoffnung auf Claus Graf Schenk von Stauffenberg, einen deutschen Offizier der Wehrmacht. Dieser war zunächst ein Anhänger des Nationalsozialismus, schloss sich der SA an und beteiligte sich als Oberleutnant einer Panzerdivision beim Überfall auf Polen. Stauffenberg befürwortete Hitler und dessen Ernennung zum Reichskanzler 1933. Erst um 1942 erkannte er die unsachgemäße Führung der nationalsozialistischen Diktatur und damit auch die Aussichtslosigkeit der militärischen Gesamtlage Deutschlands. Daraufhin schloss er sich dem Kreisauer Kreis an und Adam von Trott wurde zum Vertrauten Stauffenbergs. Zusammen mit dem Kreisauer Kreis plante er programmatische Entwürfe für die Zukunft nach dem Ende des diktatorischen Regimes. Stauffenberg war schließlich der Hauptakteur bei dem Attentat vom 20. Juli 1944 auf Hitler und wurde am Abend des selbigen Tages ergriffen, verurteilt und erschossen.

Heute wird an Adam von Trott als wichtiger Widerstandskämpfer in der NS-Zeit und als Vorbildfunktion in unserer Gesellschaft erinnert. Dabei sind die Erinnerungsorte vor allem auf diejenigen beschränkt, in denen sich Trott nachweislich aufhielt. So ist sein Name auf einer Ehrentafel im Auswärtigen Amt in Berlin, auf einem Straßenschild am Bahnhofsplatz in Hannoversch-Münden oder in einer Siedlung in Kassel vorzufinden. Des Weiteren findet seit mehreren Jahren in Zusammenarbeit mit der Universität Göttingen eine Gedenkveranstaltung an den 20. Juli 1944 statt. Vor allem aber leistet die Stiftung Adam von Trott Imshausen e.V. einen großen Teil zur Erinnerungskultur bei. Diese wurde 1986 gegründet und unterhält die Themenschwerpunkte zum Widerstand gegen die NS-Diktatur, zur Geschichte der deutschen Teilung, Friedensarbeit im Geist der Ökumene und der Ost-West-Begegnung, sowie allgemeine Zeitgeschichte ab 1945. Allem voran bietet sie öffentliche Veranstaltungen zu historischen, politischen und gesellschaftlichen Fragestellungen, um so die Erinnerung, sowohl an Adam von Trott als auch an die Diktatur und den Widerstand aufrechtzuerhalten und an die nachfolgenden Generationen weiterzugeben.


Weiterführende Literatur:

  • Krusenstjern, Beninga von 2009: "daß es einen Sinn hat zu sterben - gelebt zu haben": Adam von Trott zu Solz 1909-1944. Göttingen: Wallstein.
  • Pfister, Wilfried 2004: Gedenken an Adam von Trott und den 20. Juli 1944: Zwanzig Jahre Reden am Kreuz in Imshausen. Marburg: Schüren.
  • Mehlhorn, Ludwig (Hrsg.) 2011: Gewissheit im Widerstand. Adam von Trott zum 100. Geburtstag. Berlin: LIT Verlag.
  • Von Trott zu Solz, Clarita 2009: Adam von Trott zu Solz. Eine Lebensbeschreibung. Berlin: Lukas Verlag.
  • Homepage der Stiftung Adam von Trott Imshausen e.V.: www.stiftung-adam-von-trott.de