Albert-Schweitzer-Krankenhaus

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Das Albert-Schweitzer-Krankenhaus ist ein Krankenhaus in Northeim und gehört zur Gruppe der Albert-Schweitzer-Krankenhäuser. Es ist Teil der Klinik-Holding im Landkreis Northeim mit dem Albert-Schweitzer-Krankenhaus (ASK) in der Kreisstadt sowie dem Evangelischen Krankenhaus in Bad Gandersheim.


Klinik-Holding: Verkauf von Anteilen? Beteiligung der Rhön-Kliniken im Gespräch

Quelle: Karola Hofmann im Göttinger Tageblatt vom 25.08.08

Die Klinik-Holding im Landkreis Northeim mit dem Albert-Schweitzer-Krankenhaus (ASK) in der Kreisstadt sowie dem Evangelischen Krankenhaus in Bad Gandersheim steht möglicherweise vor einer Teilprivatisierung. Nachdem die Paracelsusgruppe als Betreiber abgesagt hat, haben die Gesellschafter der Rhume-Leine-Gande-Holding Sondierungsgespräche mit einem anderen „strategischen Partner“ für die beiden Krankenhäuser mit rund 900 Mitarbeitern aufgenommen: der Rhön-Klinikum AG (Tageblatt berichtete). „Es geht nicht um einen Verkauf, sondern darum, Geschäftsanteile an der Holding zu veräußern.“ Dies erklärten Olaf Bornemeier, Vorsitzender der Geschäftsführung der Rhume-Leine-Gande GmbH, sowie Geschäftsführer Christian von Gierke gestern während einer Pressekonferenz. Dabei „geht es nicht um eine Minderheitsbeteiligung“, aber die Rhön-Klinikum AG werde auch „nicht 100 Prozent erwerben“, so Bornemeier. Allerdings legten die Rhönkliniken „Wert darauf, die unternehmerische Führung zu haben“. Bei Verhandlungen werde es auch um ein Vetorecht für den Landkreis gehen, unabhängig von der Höhe der Beteiligungsrechte. Derzeit halten Landkreis und Holding zu gleichen Teilen das Gros der Anteile, eine Stiftung besitzt drei Prozent. Die Rhön-Klinikum AG habe ihr „Interesse bekundet, die Häuser näher zu betrachten“. In der kommenden Woche soll die private Betreibergesellschaft (insgesamt 47 Krankenhäuser, mehr als 32000 Mitarbeiter) daher weitere Informationen über die beiden Krankenhäuser erhalten. Am 14. August wird sich der Northeimer Kreistag während einer außerordentlichen Sitzung mit der Zukunft der Klinik-Holding beschäftigen. Offen sei derzeit noch die Frage einer möglichen Ausschreibung. „Konzept geplatzt“ „Northeim ist kein Bauernopfer“, betonte Bornemeier mehrfach und nahm damit Bezug auf Äußerungen des ASK-Betriebsrates. Die aktuelle Entwicklung sei zeitlich bedingt, weil eine Lösung für das Gandersheimer Krankenhaus nötig sei, das „liquiditätsmäßig in schweres Fahrwasser“ geraten sei. Außerdem sei nach dem Bruch der Holding mit dem Einbecker Krankenhaus im April 2008 „Fatales geschehen“: Durch die Absage eines Gefäßchirurgen-Teams sei das „Gandersheimer Konzept geplatzt“. Weitere künftige Herausforderungen bestünden darin, qualifiziertes ärztliches Personal zu bekommen. Zudem müsse das ASK entweder für 50 Millionen Euro saniert oder für 60 Millionen Euro neu gebaut werden. Die weitere Holding beider Häuser stehe außer Frage.


Brand

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Riesige Rauchsäule über der Stadt, Hunderte Rettungskräfte im Einsatz: Ein Feuer hat am frühen Sonntagmorgen im Northeimer Albert-Schweitzer-Krankenhaus eine unbelegte Station zerstört. Dabei wurden nach Polizeiangaben zwei Mitarbeiter des Krankenhauses verletzt. Sie mussten mit Rauchgasvergiftungen ins Göttinger Universitätsklinikum gebracht werden. Lebensgefahr bestehe aber nicht.

Patienten unverletzt

Von den rund 140 Patienten wurde niemand verletzt. Allerdings mussten wegen der Rauchgasentwicklung die Patienten angrenzender Bereiche evakuiert und auf andere Stationen verteilt werden.

Die neun Patienten der Intensivstation, die sich unter dem ausgebrannten Trakt befindet und auch weitgehend zerstört wurde, mussten ebenfalls evakuiert werden. Sie wurden mit Hubschraubern und Rettungswagen in umliegende Krankenhäuser gebracht. Die Klinik verfüge aber über eine zweite Intensivstation. Der Krankenhausbetrieb sei derzeit also nicht gefährdet, sagte Kliniksprecherin Julia Szikszay.

Ursache des Brandausbruchs unklar

Bis zum Abend stand die Ursache des Feuers nicht fest. Auch zur Schadenshöhe wurden keine Angaben gemacht. Schätzungen zufolge liegt der Schaden aber bei mindestens einer Million Euro. Mehr als 400 Kräfte von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk (THW), Polizei und den Rettungsdiensten des Landkreises Northeim waren im Einsatz.

Die Feuerwehr sei um 6.15 Uhr alarmiert worden, sagte Northeims Kreisbrandmeister Bernd Kühle bei einer Pressekonferenz vor Ort. „Daraufhin wurde das komplette Stadtgebiet alarmiert.“ Zwei Mitarbeiter der Klinik hätten bei der Ankunft der Feuerwehr auf Fenstersimsen auf der Ostseite gesessen. Sie seien über Drehleitern gerettet worden.

„Die waren völlig ruhig“, sagte Kühle. Sie hätten sich vorbildlich verhalten, was wohl an der ­regelmäßigen Schulung im Krankenhaus liege. „Zum Glück war die Station ansonsten nicht belegt.“

Drei Drehleiter im Einsatz

Bei der Brandbekämpfung kamen drei Drehleitern zum Einsatz. Probleme habe das massive Dach gemacht, sagte Kühle. „Es war schwer zu öffnen.“ Gegen 8 Uhr war das Feuer aber unter Kontrolle. Um Brandnester endgültig zu löschen, pumpte die Feuerwehr am Mittag Schaum in den betroffenen Trakt. Das THW sicherte das Gebäude, das nach dem Feuer einsturzgefährdet ist.

Von Beginn an seien Gefahrenstoffmessungen im Gebäude und im Umfeld des Krankenhauses durchgeführt worden, sagte Hartmut Heuer, Erster Kreisrat. Die Lüftungsanlage des Gebäudes sei zwar sofort nach Ausbruch des Feuers abgeschaltet worden, damit sich die giftigen Rauchgase nicht in andere Teile des Gebäudes verteilen konnten. Zur Sicherheit habe man aber weiter gemessen.

Abgesicherte Operation

Außerdem musste eine Operation, die bei Ausbruch des Feuers schon lief, abgesichert werden. Sie sei ohne Komplikationen beendet worden, sagte Szikszay. Auch die Evakuierung von Patienten und Mitarbeitern habe gut funktioniert. Das bestätigte Kühle: „Die Zusammenarbeit hat super geklappt.“

Anwohner wurden während der Löscharbeiten per Rundfunkdurchsagen aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Der Bereich um das Krankenhaus war weiträumig abgesperrt.

Am Sonntagabend ist das Feuer erneut ausgebrochen. Feuerwehrleute der Northeimer Feuerwehr bekamen die erneut auflodernden Flammen schnell wieder unter Kontrolle und konnten das Feuer löschen.


„Dann heulten schon die Sirenen“: Bericht eines Augenzeugen

Andreas Gruber war einer der ersten, die das Feuer im Northeimer Krankenhaus entdeckten.

Der 28-Jährige war mit Thomas Somnitz zur Sicherung eines Patienten aus dem Maßregelvollzugszentrum Moringen, der einen Termin in der Klinik hatte, um 6 Uhr morgens an der Klinik. „Um kurz nach sechs ging es los“, erinnert sich Somnitz, der es auf dem Dach knistern und knacken hörte. „Wir haben hoch geguckt und das Feuer gesehen.“

Einer der beiden lief schnell ins Krankenhaus und schlug Alarm. „Und dann heulten auch schon die Sirenen“, sagt Gruber. Während er auf den Patienten aufpasste, half Somnitz bei der Evakuierung der Intensivstation. Anschließend kümmerte er sich vor dem Krankenhaus mit anderen Helfern um die ersten Evakuierten. „Es wurden Decken und Wasser herbeigeschafft.“

Das Personal und die Einsatzkräfte hätten gut reagiert, sagt Somnitz. Panik habe es nicht gegeben.

Hans W. (Name geändert) lag als Patient auf Station 11, nicht weit von dem Trakt entfernt, wo das Feuer ausbrach. „Gegen 6 Uhr kam plötzlich die Schwester rein und hat sich mein Bett geschnappt“, erzählt der 55-Jährige. „Es brennt, wir müssen evakuieren“, habe sie gerufen. „Dann wurde die gesamte Station in Windeseile geräumt.“

Er sei in seinem Bett auf den Gang einer anderen Station geschoben und dann nach unten gebracht worden. Dort habe er dann eine ganze Zeit gesessen, sei aber ständig umsorgt und mit Wasser versorgt worden.

Dann seien alle Evakuierten auf andere Stationen verteilt worden. „Das war alles sehr gut organisiert, es gab keine große Hektik“, erzählt W. „Sogar das Frühstück war fast pünktlich. Nur die Medikamente gab es zwei Stunden später, aber das ist ja kein Problem.“ Brille und Geldbörse seien zwar noch in seinem alten Zimmer. „Zum Glück aber ist niemandem etwas passiert.“


Quelle: "Großbrand in Klinik verursacht Millionenschaden", Artikel von Andreas Fuhrmann im Göttinger Tageblatt vom 20. August 2012.

Foto: EF.

Links

[1] Webseite der Albert-Schweitzer-Krankenhäuser

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