Albrecht von Haller

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Albrecht von Haller zählt zu den großen Universalgelehrten der Georg-August-Universität zu Göttingen. Nach ihm ist das Albrecht-von-Haller-Institut benannt.

Leben und Werk

Albrecht von Haller ist als Sohn einer bürgerlichen Patrizierfamilie am 16. Oktober 1708 in Bern geboren worden. Seine Kindheit verbrachte er auf der Hasiglute, inmitten der Natur, die er später erforschen sollte.

1721 bezog Haller das Gymnasium in Bern, das er bereits zwei Jahre später wieder verließ, um in Tübingen Medizin zu studieren. Der Ruf des bedeutenden Professors Boerhaave ließ in nach Leiden in den Lehrbetrieb gehen. Die holländische Universität besaß seinerzeit die bedeutendste medizinische Fakultät der Welt.

Haller promovierte 1727. Nach dem Examen unternahm er eine wissenschaftliche Reis enach London und Paris und studierte anschließend in Basel Mathematik. Außerdem entschloss er sich dort, ein weiteres Fach hinzu zu nehmen: Botanik. Im Somer 1728 begab er sich auf eine große botanische Reise durch die schweizer Alpen. Dort war die Pflanzenkunde wissenschaftliches Neuland, sodass Haller sich auf Sammlungen beschränken musste, die er später in Göttingen veröffentlichte.

1729 ließ sich Haller in Göttingen als praktischer Arzt nieder. Bald darauf veröffentlichte er seine ersten satirischen Gedichte, Von 1734 an ermhielt er das Recht, anatomische Vorlesungen zu halten. Gerade war das anatomische Theater entstanden, an dem Ärzte und Medizinstudenten den Anatomen bei der Arbeit zusehen konnten.

Während dieser Zeit waren die Planungen zur Gründung der Georg-August-Universität bereits konkreter. Nach Anfänglichen Überlegungen, auf eine medizinische Fakultät ganz zu verzichten, wurde Haller dann doch der Lehrstuhl für Medizin, Anatomie, Botanik und Chirurgie angeboten. 1738 setzte Haller mithilfe seiner Kollegen den Bau eines anatomischen Theaters auf dem Gelände des heutigen Alten Botanischen Gartens durch. Er begründete seinen Antrag damit, dass die Medizinstudenten die Heilkräuter kennenlernen müssten. Die Betreuung des Gartens übernahm er in jedem Sinne - dazu gehörte auch die schlichte Gartenarbeit.

Von 1743 bis 1754 veröffentlichte Haller sein Tafelwerk "Icones anatomica", das ihm internationalen Ruhm einbrachte, 1747 folgte "Primae lineae physiologiae". Mit diesem Buch wurde er zum Begründer der Physiologie.

Auch das Material zu seinen späteren Hauptwerken sammelte Haller in Göttingen. Dort fasste er auch den Entschluss zur Gründung einer Akademie der Wissenschaften, doch persönliche Streitereien vereitelten zunächst den Plan. Bei der Gründung der Akademie 1751 wurde Haller auf Lebenszeit zum Präsidenten gewählt - trotz aller Unstimmigkeiten.

1749 wurde Haller in den Adelsstand gehoben.

Haller verließ Göttingen 1753. Er ging zurück nach Bern, um sich dort neuen Aufgaben zu stellen.

Die Göttinger sahen Haller und insbesondere seine Vorlesungen über das Sezieren nicht als Forscher an. Aus einer seiner Vorlesungen ist überliefert, es habe heftige Kritik an seiner "handwerklichen" Wissenschaft gegeben:

"Na, hören Se mal! Das is' kaane Wissenschaft, das tut in Chöttingen der Abdecker!"

oder - als Abschreckung für Kinder:

"Ins Bette oder ich hole Professor Haller, der schnaadet Dich den Bauch auf!"

Literatur

  • Dr. Günther Meinhardt: Albrecht von Haller in Göttingen - Zu seinem 200. Todestag am 12. Dezember. Göttinger Monatsblätter, Dezember 1977, S. 4 bis 5.

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