Alexander Reitmann

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Sein Fortsetzungsroman erscheint im Mitteilungsblatt Adelebsen: Alexander Reitmann in seinem Zimmer im elterlichen Haus.

Alexander Reitmann ist ein Nachwuchsautor aus Adelebsen.

Düstere Geschichten entstehen in der Nacht

Der 21-Jährige Alexander Reitmann veröffentlicht derzeit im Mitteilungsblatt Adelebsen einen Fortsetzungsroman. Adelebsen. Wenn es Nacht wird in Adelebsen, setzt sich Alexander Reitmann an den Bildschirm und tippt düstere Geschichten in den Computer. Der BWL-Student geht seiner Leidenschaft nach: dem Schreiben. Das hat nun schon seit einiger Zeit eine ungewöhnliche Folge: Reitmann, der noch zu Hause bei seinen Eltern im Einfamilienhaus wohnt, veröffentlicht seinen Roman „Südlich des Himmels“ im Mitteilungsblatt der Gemeinde Adelebsen.

Der 21-jährige Jungschriftsteller schildert in dem Roman das Leben des Teenagers Dominik, das immer mehr aus den Fugen gerät. Denn es sind eine Menge Probleme, die der Schriftsteller seinem Antihelden auflädt: schwierige Familienverhältnisse, Tod der Freundin, Drogen, Selbstmordgedanken, eine neue äußerst komplizierte Beziehung – all das bringt Reitmann schon auf den ersten Seiten des Romans unter.

Ihn interessierten keine Helden-Lichtfiguren, die alles perfekt machten und am Ende beim Happy End die Kinder ins Bett bringen, sagt Reitmann. Er habe eine Schwäche für Schwache, für Underdogs mit Ecken und Kanten. Das sei spannender, als wenn alles in Ordnung sei. Er wolle Leute in den Mittelpunkt stellen, „für die sich sonst keiner interessiert“. Auch Reitmanns Kurzgeschichte „Neunzehn“ schlägt in diese Kerben. Die Handlung startet an einem düsteren Oktobernachmittag in einer Plattenbausiedlung. Der Antiheld ist ein geschiedener Polizist, der einen Alkoholentzug hinter sich hat und der in unheimliche, psychische Abgründe gerät. Auch in dieser Geschichte spielt das Thema Selbstmord eine bedeutende Rolle.

Bei so viel Düsterheit verwundert es nicht, dass Reitmann als Vorbilder Stephen King, Charles Bukowsky und Alice Sebold anführt. Auch die TV-Serie „Californication“ habe ihn beeinflusst, sagt Reitmann. Filme wie „Garden State“ oder „Der letzte Kuss“ hätten ebenfalls ihre Spuren bei ihm hinterlassen.

Auch beim Schreiben bevorzugt Reitmann eine gewisse düstere Atmosphäre: Er schreibe nur selten am Tag, sondern meistens abends bis nachts, zwischen 22 und 3 Uhr, berichtet der junge Mann, der rein äußerlich so gar nicht düster wirkt.

Er schreibt jedenfalls diszipliniert und viel: „Südlich des Himmels“ ist nicht der erste Roman, den er fertiggestellt hat. In Adelebsen und Uslar hat er jedenfalls schon ein Publikum gefunden und auf Lesungen Auszüge aus seinem Werk vorgestellt. In der für Herbst 2010 angekündigten Anthologie „Düstere Moorlegenden“ des P.G. Darfan-Verlags wird er mit einer Kurzgeschichte vertreten sein.

Der Hobby-Fußballer weiß aber auch, dass es schwierig ist, vom Schreiben zu leben – mit dem BWL-Studium erhofft er sich zumindest ein sicheres finanzielles Standbein. Und wenn es dunkel wird in Adelebsen, entstehen die nächsten Romankapitel.