Alter Botanischer Garten

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Der Alte Botanische Garten ist eine öffentlich zugängliche Grünanlage in Göttingen, die in der Gründungsphase der Georg-August-Universität entstanden ist. Er wurde 1982 gemeinsam mit dem Göttinger Stadtwall zum Naturdenkmal ernannt.

Geschichte

Erste Anstrengungen der Landesregierung, einen "Hortus Medicus" anzulegen, gab es bereits 1734. Schließlich - nach einer langwierigen Suche nach dem passendern Grundstück - wurde 1736 das in der Karspüle am Wall gelegene Gelände gekauft.

1737 wurde ein erster Gartenplan angelegt.- Vier von zehn Feldern waren für Heilkräuter vorgesehen, sechs für Küchengewächse. Diese Felder wurden verpachtet. 1747 benötigte die Universität sechs der zehn Felder für eigene Pflanzen. Die erste Bepflanzung beinhaltete 450 Heilkräuter und Blumen. Außerdem waren Pfirsichbäume, Aprikosen, Wein, Birnbäume, Äpfel, Kirschen, Quitten, Pflaumen und Maulbeeren angepflanzt.

1740 wurde ein erstes Wohngebäude für den Direktor gebaut, ein erstes Gewächshaus bestand bereits.

Erstmals vergrößert wurde der Botanische Graten 1777. Es folgten Erweiterungen in den Jahren 1827 und 1843. Mit dem Bau des Auuditoriums 1863 und einen Anbau daran 1901 büßte der Botanische Garten wieder an Fläche ein ebenso wie nach dem Ausbau des Nikolausberger Weges im 20. Jahrhundert.

1967 wurde der Neue Botanische Garten in der Grisebachstraße 1a gegründet. Dennoch stellt der Alte Botanische Garrten Pflazen für Forschung und Lehre bereit. So wurde 1998 ein Teich mit Sumpf- und Wasserpflanzen aus aller Welt angelegt.

Außerdem dient der Alte Botanische Garten als Ort für Veranstaltungen, die sie nicht nur an Wissenschaftler richten. So werden dort Pflanzenbörsen abgehalten udn Themenführungen organisiert.

Sanierung

2013: Der gesamte Innenhof vor dem Farnhaus (links) wurde gepflastert. Neue Bäume hat man bis jetzt nicht gepflanzt. Kleines Bild, 2002: das Farnhaus, rechts noch flankiert von einem großen Baum.

Den ganzen Sommer über rollten die Bagger, im Alten Botanischen Garten wird gewerkelt und gearbeitet. Der Eingangsbereich an der Unteren Karspüle soll umgestaltet, die exotischen Kübelpflanzen besser präsentiert, die Anlage allgemein attraktiver werden. So hatte es die Universität Göttingen angekündigt. Doch bereits jetzt regt sich Unmut über die Maßnahmen.

Vor allem der komplett gepflasterte Eingangsbereich ruft harsche Kritik hervor. Von „absolut trostlos“ bis „ideenlose Verunstaltung“ reichen die Kommentare von Bürgern, die die Tageblatt-Redaktion erreicht haben.

Einer der Kritiker der Umgestaltung des Eingangsbereichs ist Hartmut Dierschke, ehemaliger Leiter der Abteilung für Vegetationskunde und Populationsbiologie im Albrecht-von-Haller-Institut für Pflanzenwissenschaften. „Nachdem eine riesige alte Blutbuche und ein sehr ansehnlicher Trompetenbaum wegen Altersschwäche entfernt werden mussten, hätte es Möglichkeiten für eine attraktive Neugestaltung dieses Bereichs gegeben“, sagt Dierschke.

„Entstanden ist jedoch eine versiegelte, trostlose Steinpflasterfläche großen Ausmaßes, ohne jeglichen botanischen Inhalt. Statt eines Kleinods gibt es nur noch Öde, statt Park einen überdimensionalen, kostenaufwändigen Parkplatz.“

Bestenfalls resignierendes Kopfschütteln

Das dafür investierte Geld hätte man lieber in die Pflege des Gartens oder in die Wiederbelebung der aus Finanznot geschlossenen Grünen Klasse stecken sollen, erklärt Dierschke. Denn größere Bereiche des Gartens ließen sich, „wenn überhaupt, nur noch mit Hilfe von Freiwilligen in Ordnung halten“.

Er habe mit mehreren Institutsangehörigen über die Umgestaltung des Eingangsbereichs gesprochen. Ergebnis: „Fast durchweg Ablehnung, bestenfalls resignierendes Kopfschütteln.“ Für das Albrecht-von-Haller-Institut sei der Vorgang „ein recht blamables Aushängeschild“.

Angesprochen auf die Kritik teilt die Uni-Pressestelle lediglich mit: „Die Gestaltungs- und Umbauarbeiten im Alten Botanischen Garten verlaufen wie geplant und dauern noch an.“ Und weiter: „Sollten uns konkrete Beschwerden von Besuchern des Gartens erreichen, kümmern wir uns selbstverständlich darum.“

Gerüchte, nach denen es im Frühjahr Bestrebungen gegeben haben soll, den Hallerschen Garten einzuebnen, kommentiert die Pressestelle nicht. Und zur Kritik an der Pflege und dem Zustand des Alten Botanischen Gartens heißt es lapidar: „An der Verbesserung der personellen Ausstattung mit Gärtnerstellen arbeiten wir gerade.“

Quelle: Artikel von Andreas Fuhrmann im Göttinger Tageblatt vom 16. August 2013.

Foto: Hinzmann/Beuermann.

Öffnungszeiten

  • täglich von 8 bis 18.30 Uhr.

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