Annemarie Hasse

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Einen besonderen Tag hat am Donnerstag, 7. April 2011, Annemarie Hasse in Wollbrandshausen erlebt. Im Pflegeheim Haus Drei Linden vollendete sie ihr 100. Lebensjahr.

Mehrere Briefe mit Geburtstagsgrüßen lieferte die Post ins Haus. Und auch einige Verwandte sowie der Bürgermeister sagten sich zum Gratulieren an. Von ihren drei Kindern konnte jedoch keines zum runden Geburtstag in die Höherberggemeinde kommen, da sie selbst schon betagt sind – kein Wunder, wenn die Mutter 100 ist.

Im Kreis der Mitbewohner und Mitarbeiter feierte die älteste Bewohnerin des Hauses Drei Linden ihren Geburtstag. „Hoch soll sie leben“, sang die Gratulantenschar nach dem Frühstück. Hellwach blickte Annemarie Hasse ein wenig später ins Objektiv des Tageblatt-Fotografen. 100 Jahre sieht man dem „Geburtstagskind“ wirklich nicht an. Ein leises „Danke“ kam der Jubilarin beim „Herzlichen Glückwunsch zu Ihrem 100. Geburtstag“ über die Lippen. Eher schweigsam nahm sie es wahr.

Mit ihrem Rollator ist die alte Dame im Heim noch unterwegs. „Sonnenanbeterin“ werde sie ein wenig scherzhaft genannt, berichtet Beschäftigungstherapeutin Christel Gruschwitz. „Frau Hasse liebt die Sonne und die Natur“, erläutert die Mitarbeiterin des Hauses. Gern halte sich die Bewohnerin im Bereich des Wintergartens auf.

Annemarie Hasse wurde am 7. April 1911 in Insterburg in Ostpreußen geboren. Sie wuchs in Tilsit auf, studierte in Königsberg Germanistik, Kunst und Sport. Schon im Alter von fünf Jahren, so berichtet Gruschwitz, habe Hasse Schwimmen gelernt und sei eine sehr gute Schwimmerin gewesen.

„Sie war immer interessiert im musisch-künstlerischen Bereich“, berichtet Gruschwitz. Zuletzt gewohnt habe Hasse, die als Buchhändlerin arbeitete, in Hann. Münden. Nach einigen Jahren in Wernigerode habe sie auch einige Zeit in Duderstadt verbracht. „Frage die Natur, sie wird dir antworten.“ Nach diesem Lebensmotto habe Hasse stets gelebt, so die Therapeutin. Auch Yoga habe sie betrieben.

  • Quelle: Eichsfelder Tageblatt, 08. April 2011, S. 9