Antifee-Festival

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Das Antifee-Festival findet seit 2006 jährlich im Sommer auf dem Campus der Georg-August-Universität Göttingen statt. Es versteht sich als „Festival für feministische Gesellschaftskritik“. Das Motto spiegelt sich in der Auswahl der auftretenden MusikerInnen und im Rahmenprogramm des zweitägigen Festivals wider. Dazu zählen Diskussionsveranstaltungen, Workshops, Lesungen und Podiumsdiskussionen. Politische Gruppen informieren an Ständen über ihre Arbeit.

Das Antifee finanziert sich aus Spenden, Stiftungsbeiträgen und Mitteln der studentischen Selbstverwaltung und wird organisiert von ehrenamtlich tätigen Helfern. Für die Besucher ist der Eintritt konstenlos.

Antifee 2011

Eine zierliche Frau mit orangen Haaren und glitzernder Jacke kommt auf die Bühne. „Hallo. Wie geht es Sie.“ Das Antifee-Festival auf dem Campus hat begonnen, und die elegante Erscheinung ist die dänische Musikerin Vibeke Falden.

Mehrere Tausend Menschen sind laut Veranstalter am Freitag und Sonnabend zum Antifee-Festival auf den Göttinger Campus gekommen. Zwölf Liveauftritte standen auf dem Programm.

Zu den elektronischen Klängen von Keyboard und Mischpult singt Falden an diesem Abend von fer­nen Welten und dem gelobten Land. Dann wieder überlagert ein aggressiver, dunkler Technobeat den zarten Gesang: In die Schublade der elfengleichen Sängerin aus dem Märchenland will sich Falden nicht einsortieren lassen. Mehrere hundert Men­schen auf der Wiese vor dem Blauen Turm verfolgen ihren Auftritt. „Wir wollen mehr davon hören, ja nicht aufhören“, ruft jemand. Doch der Zeitplan ist straff. Nach knapp 30 Minuten muss die Künstlerin ihre Sachen wieder packen. Denn um 20.30 Uhr stürmt die Göttinger Elektropunk-Band „The Blue Screen of Death“ die Bühne.

Die junge Sän­gerin Claude im Iron-Maiden-Shirt ver­langt ihrer Stimme das Äu­ßerste ab, schreit, springt – und steckt das Publikum mit ihrer Energie an. Der Berliner „Scream Club“ kann sich um 21.30 Uhr über gut aufgewärmte Zuhörer freuen. „What time is it? – Party Time!“ rufen sich Band und Pu­blikum im Hip-Hop-Takt zu, vor der Bühne wird getanzt. Cindy Wonderful tritt in Krawatte und Jackett im Look der 1980er auf, Sarah Adorable mit riesigen Schulterpolstern und seitlich anrasierter Punk­mähne: Ihre Büh­nenoutfits hinterfragen Rollenklischees, werden politisches Statement.

Mittlerweile ist es dun­kel geworden, etwa 2000 Menschen sind da. Wer nicht unter den Feiern­den ist, sitzt mit Freunden bei einem Bier oder vegetarischen Imbiss auf dem Platz. „Für Feminismus und gelebte Gesellschaftskritik“ ist das Motto des Festivals. Neben Musikauftritten finden Lesungen und Diskussionen statt.

Auch am nächsten Abend sind es wieder mehr als 1000 Besucher. Auf der Bühne spielen „Radio Burroughs“ aus Berlin. Ein bisschen erinnert die fünfköpfige Band um Janett Bielau an „The Cure“. Eingängige Melodien auf E-Bass und -Gitarre rahmen den Gesang. Oft geht es um Trennungen, immer um ein Ich, das sich selbst treu bleiben will. „It doesn’t make us companions“ und „You decide, I make decisions“, singt Bielau kraftvoll, in sich gekehrt. Lisa (20) aus Göttingen ist zum dritten Mal hier, für Lea (20) aus Witzenhausen ist es der erste Besuch. Vom Festival-Konzept ist das Paar begeistert. Lisa meint: „Es müsste noch mehr solcher Plattformen geben.“

Antifee 2012

Ein bisschen versteckt hinter der Zentralmensa auf dem Campus der Göttinger Universität hatten die Organisatoren von „Antifee“ ihre Bühne am Freitag und Sonnabend aufgebaut. Das Motto des Festivals: „feministische Gesellschaftskritik“. Zwölf Bands umfasste das Programm, nahezu ausschließlich waren Musikerinnen eingeladen worden.

Das Spektrum reichte von leichtem Pop über Liedermacher-Sound und Rap bis hinzu Indie, Punk und Art-Music. Inhaltlich stand natürlich im Vordergrund: Kritik an Gesellschaft aus feministischer Sicht. Ein weiteres Statement setzten die Organisatoren beim Speisen-Angebot. An einigen Ständen wurde Eintopfartiges angeboten, Hotdogs und Pizza wurden über den Tresen gereicht – alles ausdrücklich vegan.

Gut besucht waren beide Tage, der Freitag besser, denn das Wetter spielte einigermaßen mit. Am Sonnabend tröpfelte es hin und wieder, doch mehr als 500 Besucher genossen auch an diesem Tag die entspannte Stimmung unter den Festival-Gästen.

  • Quelle: Artikel von Peter Krüger-Lenz im Göttinger Tageblatt vom 18. Juni 2012.

Web

www.antifee.de