BG Göttingen

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Die BG Göttingen, ehemals MEG Göttingen, ist eine Göttinger Basketballmannschaft. Sie ist Teil des Vereins BG 74 Göttingen. Der Lizenzträger für die Beko Basketball-Bundesliga ist die starting five GmbH.


BG 74: Eine 34-jährige Erfolgsgeschichte

Seit dieser Saison spielen zwei Teams mit dem Namen BG 74 in der höchsten Basketball-Liga Deutschlands. Damit haben die Vereinsgründer um Wessel Lücke vor 38 Jahren wohl kaum gerechnet, als sie aus den Abteilungen der TG 46 und Tuspo 61 eine Spielgemeinschaft gründeten. Auch nicht, dass ihr Verein einmal zu den zehn größten Basketball-Vereinen Deutschlands gehören würde.

BG 46/61 hieß die Neugründung, die Wessel Lücke und Klaus Rümenapp von der TG gemeinsam mit Sieghard Drescher, Jürgen Seibert und Gerhard Wolff von Tuspo in die Wege leiteten. Am 17. Juni 1970 war die Zusammenlegung der beiden Basketball-Abteilungen perfekt. Gerade einmal 7200 Mark betrug der Jahresetat für die Saison 1970/71. Und das bei knapp 200 aktiven Korbjägern. Nach vier Jahren zog sich die TG 46 aus der Zusammenarbeit zurück. Das war die Geburtsstunde der Basketball Gemeinschaft Göttingen von 1974. Am 7. Juni 1974 trafen sich die Verantwortlichen im „Gasthaus Germania“ zur Gründungsversammlung. Zum Vorsitzenden wurde Lothar Riel gewählt, an seine Seite traten Drescher, Lücke sowie Reinhard Schulze und Jürgen Seibert. Für Lücke, der seit jeher die treibende Kraft bei den Veilchen ist, steht neben sportlichen Leistungen immer auch das Soziale im Mittelpunkt. „Ein Verein kann nur funktionieren, wenn er seinen Mitgliedern ein Heimatgefühl vermittelt“, so der BG-Chef. Wichtig sei es, neben den Spielern immer genug Leute zu haben, die sich „als Schiedsrichter, Kampfrichter und Organisatoren zur Verfügung stellen“, betont Lücke. Froh ist er aktuell darüber, dass „so viele alte Hasen zurückkehren und sich im Verein engagieren“.

118 Teams beim Mini-Turnier

Gerade da die Bundesliga-Teams in einer GmbH ausgegliedert seien, müsse der Verein wieder mehr an die Nachwuchsförderung denken, sagt Lücke. Eine Institution im deutschen Basketball ist dabei das Mini-Turnier. 1980 richtete die BG das Turnier für Unter-Zwölfjährige zum ersten mal aus. Damals nahmen gerade einmal sechs Mannschaften teil. Gespielt wurde in einer kleinen Turnhalle in Weende. Zum zehnjährigen Jubiläum kamen bereits 36 Teams mit mehr als 400 Kindern nach Göttingen. Acht Jahre später, 1998, waren es 64 Mannschaften, und in diesem Jahr haben sich laut Lücke bereits 118 Teams für das Turnier am 14. und 15. Juni angemeldet.

Zurück in der Bundesliga

Eine Damenmannschaft der BG 74 spielte 1978 erstmals in der Bundesliga. Damals wechselte die komplette weibliche Basketball-Abteilung des 1. SC Göttingen 05 zu den Veilchen – und brachte die Erstliga-Lizenz mit. Nach dem Abstieg 1988 spielten die BG-Damen bis 2003 in der Zweiten Liga mit kurzen Abstechern in die Regionalliga. Vor fünf Jahren führte Trainer Mahmut Ataman die Veilchen zurück in die Bundesliga, wo sie in dieser Saison nach zwei schwächeren Jahren wieder in die Playoffs streben. Die Herren stiegen 1976 in die Zweite Liga auf. Unter Trainer Wessel Lücke setzten die Spieler um Dan Palmer und Michael Südkamp sich in den Entscheidungsspielen gegen Bergheim durch. Eine im Nachhinein für den Erfolg maßgebliche Verpflichtung gelang der BG 1989 mit dem 267-fachen tschechischen Nationalspieler Vlastibor Klimes. Mehrmals verpassten die Veilchen den Auftieg in die Erste Liga nur knapp. Im vergangenen Jahr war es dann so weit. Unter Trainer John Patrick schaffte die Herren-Mannschaft mit nur zwei Niederlagen den Sprung in die Beletage des deutschen Basketballs. Auch im Jugendbereich ist die BG wieder erstklassig. Gemeinsam mit den Basketballern des ASC 46 spielen die Veilchen in der Nachwuchs-Bundesliga. Das Team Göttingen ist nach einer schwierigen ersten Saison in diesem Jahre auf einem guten Weg, die Playoffs zu erreichen.


Die BG 74 stellte mit John Patrick den Trainer des Jahres der 2. Herren-Basketball-Bundesliga Nord in der Saison 2006/2007. Seit Spielzeitbeginn der Saison 2007/2008 ist der Spielbetrieb der Basketball-Bundesligamannschaften (Damen und Herren) in eine GmbH (starting five GmbH) ausgegliedert, an der der Verein BG 74 e.V. ein sechstel der Anteile hält. Die anderen Gesellschafter sind Ulrich Frank, Marc Franz, Michael Hamel, Michael Pickart und Robert Stahr.

Seit kurzem ist Fernsehmoderator Lou Richter, der drei Jahre im Regionalliga-Team der Veilchen spielte, als Medienratgeber bei der BG tätig.

Mannschaften

Die 1. Herrenmannschaft besiegelte am 24. März 2007 mit einem 82:70-Sieg gegen den Mitteldeutschen BC den Aufstieg in die 1. Basketball-Bundesliga. Die Damen-Mannschaft sicherte den Klassenerhalt durch die 70:77-Niederlage des ASC Mainz gegen die BG Zehlendorf am 14. April 2007. Im Nachwuchsbereich kooperiert die BG mit dem ASC 46 Göttingen, die gemeinsame U19-Mannschaft (seit 2005) spielt in der NBBL. Dass der Verein sowohl mit der Herren-, als auch mit der Damen- und der Jugendmannschaft drei Erstligisten in der Saison 2007/2008 stellt, ist einzigartig in Deutschland. Sponsoren sind unter anderem Börner-Eisenacher, die Krombacher-Brauerei, die Sparkasse Göttingen sowie das Hotel Freizeit In.

Team der 1. Herren-Mannschaft Saison 2007/2008


Team der 1. Herren-Mannschaft Saison 2008/2009



Team der 1. Herren-Mannschaft Saison 2009/2010

  • Headcoach: John Patrick
  • Assistant Coach: Stefan Mienack
  • Teammanager: Jan Schiecke
  • Physiotherapeuten: Patrick Rißler
  • Athletiktrainer: André Weimer
  • Mannschaftsarzt: Prof. Dr. Wolfgang Schultz, PD Dr. med. Johannes B. Dahm


Team der 1. Herren-Mannschaft Saison 2010/2011

Team der 1. Herren-Mannschaft Saison 2011/2012

  • Headcoach: Stefan Mienack (bis Dezember 2011)
  • Assistant Coach: Michael Meeks (seit Dezember 2012 Headcoach)
  • Assistant Coach seit Dezember 2011: Daniel Jusup
  • Sportdirektor: Jan Schiecke
  • Physiotherapeuten: Uwe Klaaßen, Bernd Doods, Daniel Bartels, Tobias Schnedler
  • Athletiktrainer: Stefan Adler
  • Mannschaftsärzte: Dr. Friedemann Baum, Prof. Dr. Johannes Dahm, Prof. Dr. Uwe Fischer, Dr. Ralf Hamann, Dr. Jan Schüttrumpf, Dr. med. dent. Athanasios Tsigaras


Team der 1. Herren-Mannschaft Saison 2013/2014

Team der 1. Damen-Mannschaft, die in der Saison 2008/2009 den Namen Trinos trug

  • Jennifer Kerns (3) (Spielerin, Co-Trainerin)
  • Dagmar Rajecka (4)
  • Anna Dettbarn (9)
  • Michaela Abelova (10)
  • Nekane Krumm (13)
  • Bettina Bode (14)
  • Petra Simoncicova (15)
  • Stefanie Beck (21)
  • Saskia Hähnel (22)
  • Ofa Tulikihihifo (44)
  • Riikka Lehtonen (55)
  • Vlastibor Klimes (Trainer)

Team der 1. Damen-Mannschaft 2013/2014

  • A. Daub
  • L. Thüring
  • N. Aha
  • J. Crowder
  • J. Hirmke
  • M. Jörgensen
  • M. vom Hofe
  • L. Leykam
  • C. Dobroniak
  • N. Krumm
  • L. Wenke
  • B. Bencker
  • K. Grudzien
  • J. Lücken
  • R. Bryant
  • Headcoach: Jennifer Kerns


Spielstätten

Die Damen-Mannschaft spielt regulär in der 1.250 Zuschauer fassenden FKG-Halle. Die Herren-Mannschaft wechselte im Dezember 2006 aufgrund der zu geringen Zuschauerkapazität in die 2.200 Zuschauer fassende Godehardhalle. Um in der Basketball Bundesliga spielen zu dürfen, muss ein Verein allerdings eine Spielstätte vorweisen, die mindestens 3.000 Zuschauer fasst. Die Herren-Mannschaft trägt daher ihre Heimspiele der Saison 2007/2008 in der Lokhalle aus, die 3.500 Zuschauer fasst. Seid 2011 die auf dem Schützenplatz neu errichtete Sparkassen-Arena eröffnet wurde, spielen die Veilchen dort.

Fanclubs

Am 11. November 2006 wurde der erste offizielle Fanclub der BG mit dem Namen "Veilchen-Power" von acht Fans gegründet. Inzwischen hat der Fanclub 30 Mitglieder. Die Veilchen-Power-Mitglieder legen ihr Hauptaugenmerk auf die Organisation von Auswärtsfahrten, Choreografien und Öffentlichkeitsarbeit.

Inzwischen gibt es auch zwei weitere Fanclubs, namens "BG Bambule" und "Veilchen Supporters e.V."

Presse

BG 74 heißt ab sofort MEG Göttingen

Die Starting five, Lizenzträger des Basketball-Bundesligisten BG 74, hat für den Erstliga-Spitzenreiter einen Namenssponsor gefunden: Die Veilchen heißen ab sofort MEG Göttingen.

Die MEG AG ist ein in Kassel angesiedeltes Versicherungsunternehmen. Firmengründer ist Mehmet E. Göker, der heute Vorstandsvorsitzender ist und 2008 vom Bundesverband ausgebildeter Trainer und Berater (BaTB) mit dem Unternehmerpreis ausgezeichnet wurde. Der Vertrag soll eine Laufzeit von zweieinhalb Jahren haben, Einzelheiten sollten am Freitag auf einer Pressekonferenz in der Lokhalle bekannt gegeben werden. Quelle: Göttinger Tageblatt, 6.3.09

MEG Göttingen heißt ab sofort wieder BG

Mit sofortiger Wirkung heißt Göttingens Basketball-Bundesliga-Team BG Göttingen. Der Vertrag über das Namenssponsoring der MEG AG wurde aufgelöst. Die Veilchen gehen schon im nächsten Spiel mit dem neuen, aber doch altbewährten Namen auf Punktejagd. Quelle: Göttinger Tageblatt, 8.1.10

Mike Scott verlässt vorzeitig die BG

Der Forward und ehemalige Leistungsträger spielte nach überstandener Fußverletzung zuletzt keine Rolle mehr im Team von Headcoach John Patrick. „Der Vertrag wurde in beidseitigem Einvernehmen aufgelöst“, sagt BG-Pressesprecher Björn-Lars Blank, der keine Details preisgab.

Die Veilchen versuchen nun, Chester Frazier für die am Sonnabend beginnenden Playoffs zurück zu holen. Der defensivstarke Guard, der mit der BG in der vergangenen Serie die Euro-Challenge gewann, arbeitete das vergangene Jahr als Kotrainer an der Universität in Illinois. „Er steht noch auf dem Spielerbogen, wäre also sofort einsatzberechtigt. Wir arbeiten hart daran, ihn zu verpflichten“, sagt BG-Pressesprecher Björn-Lars Blank.

Mienack und Meeks sind neue Trainer

tefan Mienack, Michael Meeks und Jan Schiecke tragen künftig die sportliche Verantwortung bei Basketball-Bundesligist BG Göttingen. Der 30-jährige Mienack rückt als bisheriger Assistenz-Coach von John Patrick zum Chef-Trainer auf, neuer Kotrainer ist der 39-jährige Meeks.

Schiecke bekleidet das Amt des Sportdirektors, das zuletzt noch vom zu den s.Oliver Baskets Würzburg wechselnden John Patrick zusätzlich zum Posten des Headcoaches ausgeübt wurde.

Das neue Trainerduo soll mit einem Zwei-Jahres-Vertrag ausgestattet werden. „Wir würden gerne langfristig zusammen arbeiten. Primäres Saisonziel ist der frühzeitige Klassenerhalt. Wenn die Erfolge vorhanden sind, dann greift eine Option über weitere zwei Jahre“, sagte Schiecke, der seit 2008 als Teammanager für die BG tätig ist, aber bereits Teilaufgaben eines Sportdirektors in der vergangenen Saison übernahm. Ab sofort ist Schiecke hauptverantwortlich für die Koordination der sportlichen Abteilung. Dieses Aufgabenfeld umfasst die interne Kommunikation mit allen Verbänden, Scouting, Recruiting, Verwaltung des Teambudgets sowie die Betreuung des Jugendkonzepts.

„Auf der Suche nach einem neuen Trainergespann sind wir nicht den schnellen, einfachen Weg gegangen, sondern waren zweieinhalb Wochen sehr intensiv beschäftigt“, sagte BG-Geschäftsführer Marc Franz. Das Konzept, welches Stefan Mienack und Michael Meeks vorgelegt haben, habe das Management am meisten beeindruckt. „Wir haben uns daher bewusst für diese Göttinger Lösung entschieden. Es ist ein Neustart, aber mit bekannten Komponenten“, so Franz.

Im neuen Konzept sollen besonders deutsche Spieler eine neue Rolle bekommen. „Wir wollen Spieler mit Entwicklungspotenzial, die wir langfristig binden. Für US-Amerikaner wollen wir weiterhin ein Sprungbrett für höhere Aufgaben sein“, umriss Mienack seine Göttinger Basketball-Philosophie. Ab der Saison 2012/13 greift in der Bundesliga eine neue Regel, die vorsieht, dass jedes Team sechs deutsche Spieler im Kader haben muss. Dabei betonte er explizit die Zusammenarbeit mit den Regionalliga-Teams der BG 74 und des ASC 46. Mienack betonte, dass er daran arbeite, Ex-Veilchen zurück nach Göttingen zu holen: „Nicht nur Spieler, die in der vergangenen Saison hier spielten.“

Drei Jahre lang war Mienack Assistent von Headcoach John Patrick, dem er „sehr dankbar ist, dass er mir vor drei Jahren die Chance gegeben hat, sein Kotrainer zu werden“. Bevor Mienack zur BG stieß, war er als Coach im Jugend- und Seniorenbereich beim ASC 46, der BG 74 und dem Niedersächsischen Basketballverband aktiv. „Stefan hat sich diese Chance verdient, es ist eine gute Lösung. Michael Meeks bringt enorme Erfahrung mit. Das kann passen“, sagte Patrick.

Auf seine neue Rolle bei der BG Göttingen blickt Meeks gespannt und aufgeregt. „Ich kann nicht abwarten, dass es los geht. Die Zusammenarbeit mit Stefan ist prima. Es ist spannend, hier eine neue Karriere zu beginnen. Wenn ich nicht hier in Göttingen gewesen wäre, würde ich wohl noch ein paar Jahre als Spieler aktiv sein“, sagte der 39-Jährige. Bei Bedarf würde er in Notsituationen auch weiterhin auf dem Parkett stehen. „Ich werde alles tun, um das Team so stark wie möglich zu machen“, so Meeks.

„Ich freue mich, dass sich das Team M&M mit bekannten und vertrauten Gesichtern durchgesetzt hat. Das neue Konzept überzeugt mich, es passt auch in die wirtschaftliche Situation“, betonte Business-Club-Sprecher Alexander Schneehain.

Teilnahme am Europapokal 2011/12

Auch in der Saison 2011/12 wird Basketball-Bundesligist BG Göttingen wieder auf dem internationalen Parkett vertreten sein. Am Donnerstag, 30. Juni, gab das Management der Veilchen bekannt, dass es die Mannschaft des neuen Trainergespanns Stefan Mienack und Michael Meeks für die Euro-Challenge gemeldet hat.

Den dritthöchsten europäischen Pokal-Wettbewerb hatten die Veilchen in der Saison 2009/10 in der heimischen Lokhalle sensationell gewonnen. Am 2. Mai 2010 bezwangen die Göttinger den russischen Spitzenklub Krasnye Krylia Samara im Finale mit 83:75 (35:28) – damals noch mit John Patrick als Headcoach, Mienack als Assistent und Meeks als Spieler.

Mit dem historischen Erfolg qualifizierten sich die Veilchen für den Eurocup 2010/11, den zweithöchsten Wettbewerb, bei dem sie als einziger deutscher Verein bis ins Viertelfinale vorstießen. „Wir haben intensiv überlegt, ob es Sinn macht, in der nächsten Saison auf europäischem Parkett zu spielen“, verriet BG-Geschäftsführer Marc Franz. „Wir haben uns dafür entschieden, weil der Europapokal in den vergangenen beiden Jahren für uns nicht nur sportlich, sondern auch wirtschaftlich ein Erfolg und die Begeisterung riesig war. Außerdem ist die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb ein nicht hoch genug einzuschätzender Vorteil bei der Verpflichtung neuer Spieler“, fügte Franz hinzu.

Neben der BG starten sechs weitere deutsche Klubs in den Europapokal-Wettbewerben: Champion Brose Baskets Bamberg in der Euroleague, Vizemeister Alba Berlin in der Euroleague-Qualifikation, die Skyliners Frankfurt im Eurocup, die Artland Dragons in der Eurocup-Qualifikation und die EWE Baskets Oldenburg und Telekom Baskets Bonn gemeinsam mit den Veilchen in der Euro-Challenge. Die Gruppenauslosung findet am Donnerstag, 7. Juli, in Barcelona statt.

Gute Nachrichten für die BG und den Basketballstandort Göttingen gibt es auch im Lizenzierungsverfahren für die Bundesliga-Saison 2011/12. Lizenzinhaber Starting five (S5) GmbH habe den zuständigen Gremien der BBL fristgerecht zum gestrigen 30. Juni 80 Prozent ihrer kalkulierten Sponsoringerlöse nachgewiesen, berichtete Marketingleiter Stephan Karasch. „Wir haben die Auflage, wie auch in den beiden vergangenen Jahren, mit Hilfe unserer Partner und Sponsoren wieder erfüllt. Wir möchten uns ausdrücklich für das Vertrauen und das konstruktive Miteinander bedanken“, fügte Karasch hinzu. Marc Franz ist sicher, „dass wir zu Saisonbeginn die 100 Prozent erreichen werden“.

Die S5 suche aber weiterhin nach starken Partnern, nicht zuletzt mit Blick auf das neue Jugendkonzept, das in Kooperation mit ASC 46 und BG 74 erarbeitet wurde (Tageblatt berichtete), und die Ausbildung leistungsstarker Nachwuchsspieler. „Zum Beispiel suchen wir noch für den Niedersachsencup am 17. und 18. September einen Namenssponsor“, ergänzte Franz. Die Begeisterung der Göttinger für Spitzenbasketball sei jedenfalls ungebrochen, betonte er mit Hinweis auf die mehr als 1000 Dauerkarten, die für die nächste Saison bereits verkauft worden seien. „Trotz der vielen Veränderungen.“


BG trennt sich von Headcoach Stefan Mienack

Hier noch als Trainergespann im Gespräch: Stefan Mienack (r.) muss den BG-Cheftrainer-Posten für Michael Meeks räumen.

Um die beängstigend an Geschwindigkeit zulegende Talfahrt der BG Göttingen zu stoppen, hat die Sportliche Leitung des Basketball-Bundesliga-Schlusslichts die Notbremse gezogen: Cheftrainer Stefan Mienack wurde mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entbunden. Das gab das BG-Management gestern in einer kurzen Meldung bekannt. Wesentlich ausführlicher wurden am gestrigen Abend die Sponsoren über das Vorgehen und die Planungen des Club-Managements informiert. Initiiert wurde die Veranstaltung im Hotel Freizeit In vom Vorstand des Business-Clubs, der gemeinsam mit BG-Erstliga-Lizenz-Inhaber starting five (S5) eingeladen hatte.

„Wir wollen mit aller Macht in der Liga bleiben“, betonte S5-Geschäftsführer Marc Franz den drastischen Schritt. Als neuen Chefcoach präsentierte das BG-Management Michael Meeks, Mienacks bisheriger Assistent. „Es tut mir für Stefan sehr leid. Aber wir hoffen, dass diese Entscheidung den wichtigen Impuls bringt“, so Franz.

Sportdirektor Jan Schiecke betonte: „Stefan hat extrem hart gearbeitet. Hätten alle Beteiligten eine ähnliche Arbeitseinstellung, wären wir jetzt nicht in dieser Lage. Diese Entscheidung ist uns enorm schwer gefallen, aber bei 1:13 Siegen mussten wir handeln. Es gibt nur wenige Stellschrauben.“

Ins zweite Glied werde Mienack nicht rücken. „Ich kenne keinen Klub, bei dem so etwas funktioniert hat“, meinte Franz. Meeks werde ein neuer, erfahrener Assistent zur Seite gestellt. „Daniel Jusup wird Michael assistieren. Unter Jusup hat Michael die Adria-League gewonnen. Michael bat ihn, ihm hier in Göttingen zu helfen“, sagte Schiecke. Der Kroate ist gestern in Göttingen angekommen und wird Meeks bereits beim Spiel in Bayreuth an der Linie assistieren.

Das neue Trainer-Duo wurde laut Aussage von Geschäftsführer Franz „bis auf Weiteres mit einem Interimsvertrag ausgestattet.“ Sportdirektor Schiecke verwies darauf, dass das Konzept mit einem erfahrenen Co-Trainer jenem ähnele, welches Rhein-Energie Köln mit Sasa Obradovic durchführte. Dass der Serbe, der 1998 mit der jugoslawischen Nationalmannschaft Weltmeister wurde, Köln in seiner ersten Trainersaison 2006 zum Titel geführt hat, verschwieg er anstandshalber.

Bei der Gesprächsrunde im Freizeit In stellten sich die S5-Vertreter Franz, Frank Meinertshagen (ASC 46) und Sportdirektor Jan Schiecke den kritischen Fragen der Sponsoren. Franz unterstrich dabei, dass die Situation bedenklich sei und dass durch den ausbleibenden sportlichen Erfolg sich auch die Einnahmen aus den kalkulierten Zuschauereinnahmen nicht realisieren ließen. „Wir haben für diese Spielzeit mit durchschnittlich 2800 Besuchern kalkuliert. Wir haben den erwarteten Zuschauerschnitt in unseren Planungen schon um 200 nach unten angepasst. Wir haben nicht damit gerechnet, dass die Zahlen so massiv einbrechen“, so Franz.

Deutlicher wurde Meinertshagen: „Ja, die Hütte brennt“, griff er die Anfrage von VGH-Vertreter Holger Jortzik auf und fügte an: „Weil wir verschuldet sind. Es war ja auch kein Geheimnis, dass wir zu Saisonbeginn Probleme mit der Lizenz hatten. Im Moment sind die Zahlen noch im Plan, wir werden aber Probleme bekommen, wenn die Zuschauerzahlen nicht besser werden.“

In einer emotional geführten Diskussion, die Freizeit-In-Chef Olaf Feuerstein mit einem flammenden Plädoyer und einer Management-Schelte („Das Management ist bei seinen Aussagen heute ähnlich treffsicher wie die Mannschaft auf dem Feld“) in Gang brachte, zeigte sich dann einmal mehr, mit wie viel Liebe die heimischen Sponsoren dem Basketball verbunden sind, und dass der Business-Club das Fundament des Erstliga-Standorts Göttingen ist. Mehr als 30 Mitglieder entschlossen sich spontan, gemeinsam einen fünfstelligen Euro-Betrag zu spenden, damit die Veilchen zwei neue Akteure verpflichten können. Damit dürften jetzt wohl die sich derzeit bei der BG im Probetraining befindenden Jerel Allen (Forward) und Matt Bauscher (Point Guard) unter Vertrag genommen werden. Welcher Spieler dann den Club verlassen muss stehe noch nicht fest. Die BG hätte sonst acht Ausländer unter Vertrag, sie kann aufgrund der von der BBL geforderten fünf Deutschen aber nur sieben einsetzen. Vermutlich muss ein Guard weichen.

Offiziell bekannt gegeben wurde am gestrigen Abend auch, dass der BG-Marketing-Leister Stephan Karasch die S5 verlässt. „Ich werde Mitte Dezember auf eigenen Wunsch und aus privaten Gründen die GmbH verlassen“, teilte Karasch kurz mit. Einen neuer Marketingleiter will die S5 bis Januar 2012 gefunden haben. Mit neuen Aufgaben im Marketing und der Sponsorenbetreuung wurde Daniel Endres ausgestattet. Der 27-Jährige ist bereits Jugend-Koordinator der S5 und Headcoach des U-19-Basketball-Bundesliga-Teams des BBT Göttingen.

Sponsoring-Aktion der Fans

Die Fans des Basketball-Bundesligisten BG Göttingen haben eine Sponsoring-Aktion gestartet. Unter dem Motto „BG-Fans zeigen Herz“ wird ab sofort Geld für eine Spieler-Nachverpflichtung gesammelt.

Das Geld ist zweckgebunden für die Verpflichtung eines neuen Akteurs. Klappt sie nicht, wird es zurückgezahlt. Als besonderer Anreiz werden zehn Shirts mit den Unterschriften aller Euro-Challenge-Sieger des BG-Teams von 2010 für die höchsten Sponsoring-Beiträge ausgelobt. Weitere fünf Shirts werden unter allen Teilnehmern der Aktion verlost. Das Fan-Sponsoring ist wegen der Wechselfrist begrenzt bis zum 28. Januar, der Verlauf wird im Internet dokumentiert.

Sehr gefreut hat sich Hartmut Niemann, der Initiator der Aktion, über die spontane Solidarität eines Anhängers von Ratiopharm Ulm, am kommenden Sonnabend um 19.30 Uhr Gast der BG in der Sparkassen-Arena. Unmittelbar nachdem er von der BG-Faninitiative erfahren habe, habe der Ulmer 30 Euro überwiesen.

Auch die Skybembels, Fanclub des Liga-Konkurrenten Frankfurt Skyliners, unterstützen die von Veilchen-Power gestartete Aktion. Beim Heimspiel gegen Ludwigsburg am vergangenen Sonntag zeigten die Frankfurter Anhänger ihre Verbundenheit mit den Göttingern und sammelten ihrerseits Spenden, die dem Sonderkonto für die BG-Nachverpflichtung zugeführt werden.

Früchte der Veilchen-Fan-Initiative: 42.000 Euro

Rechtzeitig vor dem Heimspiel der BG Göttingen gegen die s.Oliver Baskets Würzburg am Sonnabend um 19.30 Uhr in der Sparkassen-Arena hat der Gutachter-Ausschuss der Basketball-Bundesliga (BBL) der BG Göttingen grünes Licht für die Verpflichtung eines weiteren Spielers gegeben.

Dass US-Profi Darrell Tucker, der seit mehr als einer Woche mit dem Team von Chefcoach Michael Meeks trainiert, den Veilchen-Kader verstärken wird, mochte BG-Pressesprecher Björn-Lars Blank am Freitag nicht bestätigen. „Die Wahrscheinlichkeit ist recht hoch, dass es Tucker wird. Er ist zurzeit der einzige Spieler, den wir im Training haben. Doch die Entscheidung darüber werden der Coach und Sportdirektor Jan Schiecke nach einem weiteren Training wohl erst morgen früh treffen“, berichtete Blank.

Möglich wird die Verpflichtung erst durch die sensationell erfolgreiche Spenden-Initiative „BG-Fans zeigen Herz“. Statt der avisierten 15    000 Euro waren bis zum gestrigen Freitag rund 22    000 Euro auf dem Sonderkonto der Aktion eingegangen, die noch bis nach dem Würzburg-Match weiterläuft. Beeindruckt von der Fan-Initiative, haben auch zwei Göttinger Geschäftsleute, die anonym bleiben wollen, ihre Schatullen geöffnet. Sie stellen je 10    000 Euro, zweckgebunden für den Spielereinkauf, zur Verfügung.

„Wir wollen ein Zeichen setzen, dass wir alles uns Mögliche tun wollen, Erstliga-Basketball in Göttingen zu erhalten, und wir hoffen, dass andere Sponsoren unserem Beispiel folgen“, sagte einer der Geldgeber. Den Scheck des einen Sponsors wird Kaufpark-Manager Andreas Gruber in der Pause nach dem ersten Viertel des heutigen Spiels den Initiatoren der Fan-Aktion, Hartmut Niemann und Johannes Kraska, überreichen. Als Scheckbote des anderen Gönners fungiert Starting-five-Geschäftsführer Marc Franz.

Die anstehende Verpflichtung ist die letzte, die die BG tätigen darf, weil das Kontingent von 18 Spielern pro Saison, die die BBL zulässt, damit erfüllt ist. „Deshalb müssen wir uns Zeit nehmen, den Spieler zu finden, der uns weiterhilft“, erläuterte Meeks, warum er die Entscheidung noch hinauszögert. „Allerdings: Je früher er uns zur Verfügung steht desto besser ist es angesichts der wenigen Spiele für das Team.“ Um einen absoluten Topspieler zu holen, brauche man allerdings 25    000 bis 30     000 Euro pro Monat, verdeutlichte Meeks die Dimensionen.

An einer zu hohen Ablöseforderung sei die Verpflichtung seines Wunschkandidaten Andrew Drevo gescheitert, verriet der Coach. Für den Power Forward, der im fünften Viertelfinal-Playoff 2010 gegen Bremerhaven die BG im Alleingang aus dem Rennen geworfen hatte, verlange sein Arbeitgeber, der NBA-Development-Ligist Iowa Energy 35    000 US-Dollar.

Falls die Wahl auf den als Power Forward und Center einsetzbaren 2,06 Meter großen Tucker fällt, kann er schon heute Abend gegen John Patricks Würzburger eingesetzt werden. Tucker wäre dann mit seinen 31 Jahren der älteste und international erfahrenste Spieler im Göttinger Team. Die Wurf- und Reboundwerte, die für den Basketball-Globetrotter in den vergangenen acht Jahren in neun Mannschaften notiert wurden, sind solide. Obwohl der US-Amerikaner seit dem Ende seines Engagements beim israelischen Erstligisten Maccabi Rishon 2010/11 kein offizielles Match mehr bestritten hat, zeigt sich Meeks von dessen Leistungen im Training sowie bei einem inoffiziellen Test gegen Ligarivale Braunschweig sehr angetan.

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