Bahnhof Northeim

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InterCity beim Halt im Northeimer Bahnhof

Am 31. Juli 1854 wurde der Bahnhof Northeim mit der Eröffnung der Strecke von Alfeld nach Göttingen eröffnet. Es folgten die Südharzbahn nach Herzberg, die am 1. September 1871 in Betrieb ging, sowie die Sollingbahn nach Ottbergen, die am 15. Januar 1878 eröffnet wurde. So schnell wie heute war man vor über 140 Jahren nicht in der Landeshauptstadt. Anfangs dauerte die Fahrt fast drei Stunden. Das war aber im Vergleich zum Pferd immer noch blitzartig. 1911 hatte die Fahrzeit halbiert. Um 1960 brauchte der Zug nur noch eine Stunde von Northeim nach Hannover.

Der Bahnhof blieb vom Krieg nicht verschont: So wurde das repräsentative Northeimer Bahnhofsgebäude, das um 1885 entstand, noch im April 1945 durch US-Bomber zerstört. Danach gab es zunächst Baracken. Ende der 1960er-Jahre entstand das heutige Ensemble. Seit 1993 gibt es im Northeimer Bahnhof ein Reisezentrum, das die klassischen Schalter ablöste.

Zugunglück

Im Northeimer Bahnhof kam es am 15. November 1992 zu einem folgenschweren Unglück. Die schreckliche Bilanz: elf Tote und 51 Verletzte.

Sechs Millionen Euro für Northeimer Bahnhof

Der Bahnhof in Northeim wird für knapp sechs Millionen Euro barrierefrei ausgebaut und umfassend modernisiert. Darauf haben sich die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen mbH (LNVG) und die Deutsche Bahn AG in einem Bau- und Finanzierungsvertrag geeinigt.

Noch im Juni werden am Bahnhof, der täglich von knapp 3 500 Reisenden genutzt wird, die Bagger anrücken. Im Frühjahr 2013 sollen die Modernisierungsarbeiten beendet sein, sagten LNVG-Geschäftsführer Klaus Hoffmeister und Friedemann Keßler, Regionalbereichsleiter Nord der DB Station&Service AG, anlässlich des gemeinsamen Spatenstiches am Freitag in Northeim.

Die Bahnsteige werden auf 245 Meter Länge (Gleise 1, 2, 3) bzw. 140 Meter Länge (Gleise 11,12,13) angepasst und angehoben. So können auch Menschen mit Behinderung ohne fremde Hilfe in die Züge ein- und aussteigen. Gleichzeitig werden die Personentunnel saniert und die Aufzüge an die neuen Bahnsteighöhen angepasst. Die Bahnsteige erhalten eine komplett neue Ausstattung, zum Beispiel mit neuen Informationsvitrinen, neuen Wetterschutzhäusern und Sitzplätzen. Auch in die Beleuchtungs- und die Lautsprechertechnik wollen Bahn und LNVG investieren.

Die LNVG, die das Finanzmanagement des Landes für den gesamten ÖPNV koordiniert, bezuschusst über ihr Bahnhofsprogramm „ Niedersachsen ist am Zug! II “ die Modernisierung von fast 40 Stationen. Mit einer Förderung von gut 30 Millionen Euro löst sie dabei Gesamtinvestitionen von über 100 Millionen Euro aus. 70 Millionen Euro werden durch die DB beigesteuert, unter anderem durch den Einsatz von Mitteln des Bundes

Göttinger Tageblatt vom 8. Juli 2012