Barbara

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Barbara, bürgerlich Monique Andrée Serf (1930-1997), ist eine französische Chansonette und Komponistin jüdischer Abstammung. Nach Flucht (1940) und Versteck in einem Dorf in Vichy-Frankreich (bis 1944) folgte ein Studium klassischer Musik in Paris. Barbara interpretierte zunächst Chansons von Édith Piaf, Jacques Brel und George Brassens. Mit letzteren war sie persönlich bekannt. Eine erste eigene Schallplatte nahm sie 1957 auf; der erste große Erfolg wurde die LP "Barbara chante Barbara".

Auf Betreiben des damaligen Leiters des Jungen Theaters, Hans-Gunther Klein, konnte Barbara 1964 für ein Gastspiel nach Göttingen "gelockt" werden. Das JT war 1964 in den heutigen Räumen des kommunalen Programmkinos Lumière untergebracht. Barbara wurde damals betreut vom stellvertretenden JT-Intendanten Peter Grande und dem Vorsitzenden des Vereins der Freunde des JT, Horst Wattenberg (Quelle: Leserbrief von Peter Grande, GT, 14.06.2007).

Lumière

Die Eindrücke von Göttingen verarbeitete Barbara im Chanson "Göttingen", der als musikalischer Beitrag für die Völkerverständigung gilt. Das Stück war offenbar in Frankreich sehr beliebt und trug nicht unwesentlich zur Bekanntheit Göttingens in Frankreich bei.

Auch über vierzig Jahre nach ihrem Gastspiel lebt die Erinnerung an Barbara aufgrund ihres Göttingen-Chansons 2007 in Göttingen weiter. So wurden im Juni 2007 im Garten des Lumiére Rosen in Erinnerung an Barbara gepflanzt.

Umfangreichere Informationen zu Barbara finden sich im deutschen und im französischen Wikipedia.

Liedtext "Göttingen"

Die französische Sängerin Barbara hatte 1964 ein Engagement am Jungen Theater. Dieses einschneidende Erlebnis verarbeitete Sie liedermacherisch, indem Sie das folgende, in Frankreich sehr erfolgreiche, Lied komponierte und mehrfach sang:

Göttingen

  • Bien sûr, ce n'est pas la Seine,
    Ce n'est pas le bois de Vincennes,
    Mais c'est bien joli tout de même,
    A Göttingen, à Göttingen.
  • Pas de quais et pas de rengaines
    Qui se lamentent et qui se traînent,
    Mais l'amour y fleurit quand même,
    A Göttingen, à Göttingen.
  • Ils savent mieux que nous, je pense,
    L'histoire de nos rois de France,
    Herman, Peter, Helga et Hans,
    A Göttingen.
  • Et que personne ne s'offense,
    Mais les contes de notre enfance,
    "Il était une fois" commence
    A Göttingen.
  • Bien sûr nous, nous avons la Seine
    Et puis notre bois de Vincennes,
    Mais Dieu que les roses sont belles
    A Göttingen, à Göttingen.
  • Nous, nous avons nos matins blêmes
    Et l'âme grise de Verlaine,
    Eux c'est la mélancolie même,
    A Göttingen, à Göttingen.
  • Quand ils ne savent rien nous dire,
    Ils restent là à nous sourire
    Mais nous les comprenons quand même,
    Les enfants blonds de Göttingen.
  • Et tant pis pour ceux qui s'étonnent
    Et que les autres me pardonnent,
    Mais les enfants ce sont les mêmes,
    A Paris ou à Göttingen.
  • O faites que jamais ne revienne
    Le temps du sang et de la haine
    Car il y a des gens que j'aime,
    A Göttingen, à Göttingen.
  • Et lorsque sonnerait l'alarme,
    S'il fallait reprendre les armes,
    Mon cœur verserait une larme
    Pour Göttingen, pour Göttingen.
  • Mais c'est bien joli tout de même,
    A Göttingen, à Göttingen.
  • Et lorsque sonnerait l'alarme,
    S'il fallait reprendre les armes,
    Mon cœur verserait une larme
    Pour Göttingen, pour Göttingen.


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Hier der deutsche Text, damit nicht so Französischkundige das Chanson auch gut verstehen können:

Göttingen

  • Na ja, dort gibt es keine Seine
    und auch nicht den Wald von Vincennes.
    Doch schöne Orte, die ich kenne
    in Göttingen, in Göttingen.
  • Es gibt keine Kais oder Lieder,
    die klagen und kehren immer wieder.
    Und dennoch blüht auch dort die Liebe
    in Göttingen, in Göttingen.
  • Mir scheint, als ob sie besser wüssten
    die Geschichte Frankreichs großer Fürsten.
    Hermann, Peter, Helga und Hans
    in Göttingen.
  • Und dass sich niemand je beklage:
    doch die Märchen uns'rer Kindertage
    "Es war einmal...", ja, sie begannen
    in Göttingen.
  • Na ja, wir haben unsere Seine
    und unseren Wald von Vincennes.
    Doch schönere Rosen ich nicht kenne
    als in Göttingen, in Göttingen.
  • Wir haben unsere grauen Morgen,
    Verlaines Seele mit ihren Sorgen.
    Doch sie sind die Melancholie selber
    in Göttingen, in Göttingen.
  • Wenn ihnen mal die Worte fehlen,
    dann wird’s mit einem Lächeln gehen.
    So können wir sie doch verstehen,
    die blonden Kinder in Göttingen.
  • Für manche Leute ist’s unglaublich.
    Für andre der Vergleich untauglich.
    Doch Kinder sind genau die gleichen,
    in Paris, wie in Göttingen.
  • Lasst jene Zeit nie wiederkehren,
    wenn Blut und Hass die Welt zerstören.
    Denn es gibt Menschen, die ich liebe
    in Göttingen, in Göttingen.
  • Und sollten Kriegsrufe ertönen
    und die Kanonen wieder dröhnen,
    so manche Träne mein Herz verlöre
    für Göttingen, für Göttingen.
  • Es gibt so viel, das ich dort liebe
    in Göttingen, in Göttingen.
  • Und sollten Kriegsrufe ertönen,
    und die Kanonen wieder dröhnen,
    gar viele Tränen mein Herz verlöre
    an Göttingen, an Göttingen.

(© D. Kaiser, alias Didier Caesar)


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