Baugesellschaft Baumbach

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Rainer Nothdurft

Der Diplom-Ingenieur Rainer Nothdurft ist geschäftsführender Gesellschafter der Ludwig Baumbach Baugesellschaft GmbH und der Ziegelwerk Friedland GmbH.


"Wir sind heute das älteste Hochbau-Unternehmen der Region“, so Nothdurft. 1893 hat sein Großvater, Maurermeister Ludwig Baumbach, die Firma gegründet. Nothdurft, der die Firmenleitung 1982 übernahm, hat 1983 die Bereiche Hochbau und Ziegelei getrennt. Im Hochbau sind heute 20 Mitarbeiter, in der Ziegelei 30 Beschäftigte tätig. Zusammen erwirtschaften sie einen Umsatz von 5,5 Mio. Euro. Vor 30 Jahren machten noch insgesamt 150 Beschäftigte einen Umsatz von umgerechnet 15 Mio. Euro.

Firmengründer Baumbach verfolgte das Ziel, Häuser vom Fundament bis zum Dach mit eigenen Handwerkern zu errichten. Darüber hinaus stellte er die nötigen Baustoffe, damals auch Bauholz, Kalk- und Sandsteine, selbst her. Baumbach renovierte 1901 bis 1903 die Klosterkirche Bursfelde. Von 1909 bis 1911 errichteten seine Mitarbeiter den alten Gaußturm auf dem Hohen Hagen. Unter seinem Sohn Rüdiger Nothdurft setzte das Unternehmn zunehmend Maschinen ein. Baumbach verfügte als eines der ersten Bauunternehmen im Kreis Göttingen über Turmdrehkräne und Seilzugbagger. In einer Arbeitsgemeinschaft mit den Firmen Raulf, Dawe und Claus entstand Ende der 60er-Jahre das Geisteswissenschaftliche Zentrum der Uni mit dem Blauen Turm. In den vergangenen Jahren hat die Hochbaufirma vor allem im Kiesseekarree (50 Häuser), im Elliehäuser Neubaugebiet Am Gesundbrunnen sowie auf den Zietenterrassen schlüsselfertige Gebäude errichtet. Mittlerweile arbeiten die Urenkel des Firmengründers im Betrieb. Im Hochbau ist Bauingenieur Henrik Notdurft tätig, Gerald Notdurft in der Technik der Ziegelei.

Firmenporträt

Aus der Wirtschaftsbeilage des Göttinger Tageblatts 2009


Ziegelwerk Friedland

Einstellung der Produktion 2012

Das Ziegelwerk Friedland stellt die Produktion ein. Der seit Dezember stillgelegte Ofen wird nicht mehr in Betrieb genommen. Geschäftsführer Rainer Nothdurft begründet die Entscheidung vor allem mit den hohen Energiekosten. Preise für Gas und Strom seien in wenigen Jahren um rund 100 Prozent gestiegen.

Allein 2011 hatte der Betrieb eine Preissteigerung von 25 Prozent zu verkraften, gibt Nothdurft bekannt. Ein Überangebot an Hintermauerziegeln hat gleichzeitig zu fallenden Preisen auf dem Markt geführt. 19 Mitarbeiter sind von der Schließung betroffen.

Weitervermittlung der Mitarbeiter

Einige der Beschäftigten können, so Nothdurft, weitervermittelt werden. Andere gehen mit der Kündigung in den Ruhestand. Ein Insolvenz-Verfahren gibt es nicht. Die Maschinen werden ausgebaut und verkauft, der Lagerbestand zum 1. April an die Wienerberger GmbH mit Sitz in Hannover abgegeben.

Gestiegener bürokratischer Aufwand

Der gestiegene bürokratische Aufwand hat zum Aus beigetragen, so Nothdurft. Bei einem Kohlendioxid-Ausstoß, der 0,1 bis 0,15 Prozent des Gesamtausstoßes ausmacht, muss er denselben bürokratischen Aufwand etwa beim Kohlendioxid-Handel und der sogenannten CE-Kennzeichnung leisten wie Großwerke.

Der Geschäftsführer: „Das ist für ein mittelständisches Unternehmen nicht mehr tragbar.“ Die Erweiterung der Produktpalette und eine Energieeinsparung bei der Produktion brachte keine Wende.

Sonderpreis "Umwelt"

Das Ziegelwerk Friedland wurde vor 111 Jahren gegründet. Es ist das vorletzte seiner Art in Niedersachsen. 2010 zeichnete es das niedersächsische Umweltministerium mit dem Sonderpreis „Umwelt“ für Innovationen im Klimaschutz aus.

Quelle: Artikel von Telse Wenzel im Göttinger Tageblatt vom 26. März 2012.

Suche nach neuer Nutzung

Tongruben inmitten Friedlands: Auf verfüllten Flächen (hinten) soll Strom erzeugt werden.

Der Ton aus diesen Kuhlen steckt hart gebrannt in den Wänden unzähliger Häuser. Die riesigen Gruben mitten im Dorf Friedland sind teils wieder verfüllt. Nach der Aufgabe der Ziegelfertigung in Friedland sucht Inhaber Rainer Nothdurft nach einer neuen Nutzung des Ziegeleigeländes.

Eine Möglichkeit: Die Flächen der bereits verfüllten Teile der Kuhle sollen mit einer Fotovoltaikanlage bestückt werden.

Im Bauausschuss der Gemeinde war dieser Plan jetzt Thema und wäre beinahe zerredet worden. Der Unternehmer hatte schon vor einem Jahr einen Antrag auf eine 5000 Quadratmeter große Anlage beim Landkreis eingereicht. Der aber wurde zurückgewiesen, weil der Bereich im Flächennutzungsplan dem Tonabbau vorbehalten ist.

Mehr als Fotovoltaik möglich

Die Gemeinde müsste den Plan ändern. Einige Politiker meinten es so gut, dass sie gleich eine Ausweisung als Gewerbegebiet vorschlugen, damit außer Fotovoltaik mehr möglich ist.

Das fand der Antragsteller reizvoll, er rechnet aber selbst nicht damit, dass die verfüllten und teils noch nicht standsicheren Kuhlen so schnell bebaut werden. Vorerst wolle er die Hallenbereiche der Ziegelei gewerblich anbieten.

Selbst für die Solaranlage müsse die Wirtschaftlichkeit nach heutigen Bedingungen noch geprüft werden. Der Ausschuss verzichtete daraufhin zunächst auf eine Empfehlung und will erst den Ortsrat ein Votum abgeben lassen.

Quelle: Artikel von Jürgen Gückel im Göttinger Tageblatt vom 8. Juni 2013. Foto: Christina Hinzmann, erschienen im Göttinger Tageblatt vom 8. Juni 2013.