Bernshausen

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Bernshausen ist ein Ort in der Samtgemeinde Radolfshausen im Landkreis Göttingen, Südniedersachsen. Der Ortsteil der Gemeinde Seeburg liegt ab der Ostseite des Seeburger Sees. Seine Gemarkung umfasst 5,39 km².

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SV Bernshausen

Geschichte

Funde in der Gemarkung Bernshausen belegen eine Besiedlung des Raumes in der Jungsteinzeit, die allerdings nicht kontinuierlich durch die folgenden Jahrhunderte nachgewiesen werden kann. Wie archäologische Ausgrabungen zeigten, wurde - vermutlich im 7. Jahrhundert - eine Fluchtburg rund 400 Meter südlich des heutigen Aueauslaufs angelegt, die etwa bis ins 12. Jahrhundert bestand. Die erste urkundliche Erwähnung fällt in die Zeit zwischen 835 und 845, wie einer Abschrift des Schriftstücks aus dem Jahr 1476 zu entnehmen ist. Das Corveyer Güterverzeichnis, so der Name des Dokuments, belegt eine Schenkung an das Kloster Corvey. 1013 schenkte Kaiser Heinrich II. einen Hof in Bernshuson dem Bistum Paderborn. In verschiedenen Schriftstücken, die zwischen 1250 und dem 15. Jahrhundert entstanden sind, tritt die Adelsfamilie der Ritter von Bernshausen in Erscheinung. Teile des Ortes fielen 1438 und 1626 Kriegshandlungen zum Opfer. Zudem wütete 1897 ein Brand. Nachdem Bernshausen seit dem 15. Jahrhundert dem Amt Gieboldehausen zugehörig war, fiel es 1885 dem Landkreis Duderstadt zu.

1175-Jahrfeier in Bernshausen am 12. Juni 2011

1175-Jahrfeier

Am Brunnen vor dem Tore / Da steht ein Lindenbaum / Ich träumt’ in seinem Schatten / So manchen süßen Traum.“ Mit pathetischen Zeilen begrüßte der Männergesangverein Bernshausen die zahlreichen Geburtstagsgäste der 1175-Jahrfeier seines Dorfes.

Am Pfingstsonntag, 12. Juni 2011, präsentierte die Seegemeinde Bernshausen weit mehr als 5000 Besuchern aus der Region und den Nachbarkreisen eine echte Dorfidylle aus restaurierten Fachwerkhäusern, historischen Ausstellungen, Handwerkskunst, gastlichen Hofschänken und Cafés mit dem Flair der guten, alten Zeit.

Ein Nachmittag scheint knapp bemessen, um die unzähligen Darbietungen, Stände und das vielfältige kulinarische Angebot zur Gänze zu entdecken. Über die gesamte Oberdorf- und Rosenstraße des ältesten Eichsfelder Dorfes unweit des Seeburger Sees sind über 50 Anlaufpunkte verteilt.

„Seit Anfang des Jahres waren wir schon mit der Organisation des Festes beschäftigt“, sagt der Bernshäuser Ortsheimatpfleger Bernd Siebert. Alle fünf Minuten wird der Mann im historischen Leinenhemd mit den aufgestickten Initialien auf der Brust von Passanten zu der gelungenen Veranstaltung beglückwünscht.

Zusammen mit dem stellvertretenden Bürgermeister Bernd Knöchelmann (CDU) hat Siebert den rührigen Arbeitskreis für das Festprogramm geleitet. Durch Spenden, Erlöse und die Trägerschaft der Gemeinde ist der Heimatpfleger zuversichtlich, den Trubel schmerzfrei stemmen zu können.

Die Stimmung unter den Flanierenden auf der Festmeile und in den kleinen Gassen ist bestens. Vor dem Dorfplatz lauschen begeisterte Besucher den schmissigen Klängen der Lauseberger Big Band, die mit Hits von Stevie Wonder und den Beach Boys für lockere Unterhaltung sorgt, während wenige Meter weiter flauschige Lämmchen beim Toben und Blöken beobachtet werden können. Schäfer und Hofbesitzer Heiko Freckmann lädt tierliebe Kinder zu einer Rundfahrt in seiner Schafskutsche ein, in die auch Erwachsene gerne einsteigen. Eine Hüpfburg, Selber-Filzen für Groß und Klein und eine Pony-ReitStation bieten den jüngeren Besuchern außerdem jede Menge Vergnügen und Kurzweil.

Für die richtige Anzahl der Geburtstagskerzen will Johannes Wicht mit Sohn Konstantin sorgen. Exakt 1175 Kerzen möchte er á 50 Cent verkaufen. „Damit soll die Renovierung des Dorfgemeinschaftshauses unterstützt werden“, so der Bernshäuser. Wer vom Besichtigen der stilecht gewandeten Musköchinnen, geschickten Löffelmacher, Seiler, Dachdecker, Messerschmiede, Korbflechter und Volkstänzer dann eine etwas trockene Kehle bekommen hat, der befeuchtet diese wahlweise mit selbstgepresstem Apfelmost, Rhabarbertrunk, Holundersaft, frischer Milch oder einem kühlen Gerstensaft.


Wappen

Das Bernshäuser Wappen wurde erstmals 1423 erwähnt. Es zeigt drei Rosen auf einem nach rechts gerichteten Schrägbalken.

Literatur

Wolpers, G.: 1100 Jahre Bernshausen, Neuauflage Duderstadt 1986

Siebert, B.: Bernshausen, zur neuesten Geschichte des ältesten Dorfes des Untereichsfeldes, Duderstadt 1986

Grote K.: Bernshausen, Bonn 2003