Berufsfeuerwehr Göttingen

Aus Wiki Göttingen
(Weitergeleitet von Berufsfeuerwehr)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Fahrzeug der BF-Göttingen

Die Göttinger Berufsfeuerwehr arbeitet sehr eng mit der Freiwilligen Feuerwehr zusammen. 2008 feierten die beiden Wehren ihr gemeinsames Jubiläum, die Berufsfeuerwehr wurde 100 Jahre und die Freiwillige Feuerwehr Göttingen wurde 150 Jahre. Der aktive Einsatzdienst im abwehrenden Brandschutz, der technischen Hilfeleistung und der Notfallrettung wird durch drei Wachabteilungen geleistet.Eine Wachabteilung besteht aus einem Beamten des gehobenen feuerwehrtechnischen Dienstes (Wachabteilungsleiter) und 28 Beamten des mittleren feuerwehrtechnischen Dienstes. Sie besetzen einen Löschzug, sämtliche Fahrzeuge für die technische Hilfeleistung, drei Rettungswagen sowie zwei Notarzteinsatzfahrzeuge. Bei Bedarf wird ebenfalls der Rettungsassistent des Rettungshubschraubers durch speziell dafür ausgebildetes Personal gestellt.

Arbeitsalltag

Damit eine lückenlose Sicherstellung der Aufgaben gewährleistet ist, wird der Dienst der Wachabteilungen in einem 24- stündigen Schichtrhythmus versehen. Dienstbeginn ist um 7.30 Uhr. Bis 8.00 Uhr werden die Fahrzeuge übernommen, d.h. die Überprüfung der Beladung auf Vollständigkeit und Funktion der technischen Geräte. Ab 8.00 Uhr Montags bis Freitags beginnt die Arbeitszeit. Wenn keine Einsätze anliegen, verrichten die Feuerwehrbeamten in den Werkstätten (Geräte-, Atemschutz-, Schlauch-, KFZ-, Funkwerkstatt) ihren Dienst. Durch die in handwerklichen Berufen ausgebildeten Feuerwehrbeamten ist die Berufsfeuerwehr in der Lage, Fahrzeuge, Geräte und die Wachgebäude größtenteils selber instand zu halten. Ab 18.00 Uhr beginnt Montag bis Freitag die Bereitschaftszeit, in der die Beamten auf dem Wachgelände ihren eigenen Interessen nachgehen können, immer unter der Maßgabe, im Falle eines Alarms sofort die Fahrzeuge zu besetzen und auszurücken.

Uniwache

Im April 1996 nahm aufgrund einer Vereinbarung zwischen dem Land Niedersachsen und der Stadt Göttingen die Feuerwache Klinikum (Uniwache) den Betrieb auf. Die Feuerwache wurde vom Land Niedersachsen gebaut und mit 32 Berufsfeuerwehrbeamten der Stadt Göttingen besetzt. Im präventiven Bereich (VB) arbeitet die Feuerwache an allen Planungen für Neu- und Umbauten der Universitätsklinik mit und sorgt für die Einhaltung der brandschutzrechtlichen Bestimmungen. Der Einsatzbereich unterteilt sich in 2 Bereiche:

  • Vertragsbereich - Uniklinik, Humanmed. Nordbereich
  • Komunaler Einsatzbereich - Nordstadt

Chemieeinsätze in Serie und Unfälle

793 Löscheinsätze ist die Göttinger Berufsfeuerwehr im vergangenen Jahr gefahren – inklusive Fehlalarme. 1919-mal musste sie anderen Hilfe leisten. Ungewöhnlich und auffällig waren mehrere Chemie-Einsätze und Verkehrsunfälle mit Toten – auch im Stadtgebiet.

„Wir hatten weniger spektakuläre, aber dafür interessante Einsätze“, kommentiert Martin Schäfer, Leiter der Berufsfeuerwehr, die Einsatzstatistik seines Teams für das Jahr 2008. Dazu zähle eine Serie von vier Chemieunfällen im Sommer: mit Salpetersäure und Großeinsatz im Felix-Klein-Gymnasium, ausgelaufenem Desinfektionsmittel im Klinikum, Salzsäure aus einem Lkw im Industriegebiet und Chlorgas im Weender Freibad. Hinzu kamen fünf kleinere Chemieeinsätze. Ebenfalls auffällig seien mehrere tödliche Unfälle auf der Autobahn, aber auch im vermeintlich langsameren Stadtverkehr, so Schäfer. Zu den größeren Einsätzen – meist mit Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehren – gehörten die Evakuierung eines Altenzentrums während eines Schwelbrandes im Juli und ein ausgebranntes Brautmodengeschäft in der Innenstadt im November. Unterm Strich weist die Statistik für 2008 mit 793 Brandeinsätzen weniger als im Jahr davor (858) aus. Dafür mussten die hauptberuflichen Einsatzkräfte mehr Hilfe in anderen Fällen leisten als 2007: 1919 gegenüber 1856. Erstmals hat die Berufsfeuerwehr ihre Einsätze detailliert aufgelistet. Dabei zeigten sich im Bereich der Brandeinsätze folgende Auffälligkeiten, so Schäfer: 21 Löscheinsätze in Geschäften und Gewerbebetrieben – acht mehr als 2007; fünf Garagenbrände – vorher nur zwei und 26 Löscheinsätze mit Autos und Lastwagen – neun weniger als im Vorjahr. Am häufigsten brannte es in Sammelcontainern (168) und in Zimmern (67). Tiere und verschlossene Türen 47-mal mussten die Helfer nach Unfällen eingeklemmte Menschen aus ihrem Auto befreien – nur vier solcher Einsätze waren es im Vorjahr. Rückläufig sind Ölspur-Einsätze (206 gegenüber 285). Und auch das gehört zum Alltag der Feuerwehr: 401-mal und damit täglich musste sie Tiere retten oder versorgen; 233 Einsätze fallen unter das Stichwort „Tür öffnen“ – 70 mehr als 2007. Hinzu kommen noch viele medizinische Rettungseinsätze Seit 2007 neu in der Einsatzstrategie und darum sprunghaft auf 132 Zähler angestiegen ist der Einsatz eines Blockfahrzeuges. Dabei sichere ein großes schweres Fahrzeug mit etwas Abstand Unfalleinsätze auf viel und schnell befahrenen Straßen ab, erklärt Schäfer. Heranfahrende Autos würden ausgebremst, „so schützen wir die Verletzten und Helfer effektiver“. In anderen Städten sei dieses verfahren noch unüblich. Leitstelle In der Hauptwache der Göttinger Berufsfeuerwehr ist die Einsatzleitstelle untergebracht. Sie koordiniert die Einsätze aller Feuerwehren in Stadt und Landkreis, medizinischen Noteinsätze und Krankentransporte. Die Zahl ihrer Fälle ist seit 2006 von 43180 auf 51862 gestiegen. Das sind 142 Fälle täglich, so Feuerwehrchef Martin Schäfer. Ein wesentlicher Grund: Seit 2007 werden die Notdienste neu organisiert und in einer Notfallambulanz konzentriert. Alle Anrufe zu diesem Bereich werden jetzt ebenfalls von der Einsatzleitstelle bearbeitet.

Quelle: Göttinger Tageblatt, 09.01.2009


Frauen wollen nicht zur Berufsfeuerwehr

Göttingens einzige Feuerwehrfrau: Monika Stahlmann.

Die große Kampagne der Stadt Göttingen war erfolglos: Nur 13 Frauen haben sich in diesem Jahr für eine Ausbildung bei der Göttinger Berufsfeuerwehr beworben – genau so viele (oder auch wenige) wie zur vorherigen Bewerbungsrunde. Zum Vergleich: Neben diesen Frauen gab es 267 männliche Bewerber.

„Ein sehr ernüchterndes Ergebnis“, kommentierte Göttingens Feuerwehr-Chef Martin Schäfer diese Zahlen. Der große vorangegangene Werbeaufwand „hat leider nichts gebracht“.

Nur drei Frauen hätten sich für den gehobenen Dienst bei der Berufsfeuerwehr beworben, zehn für den mittleren Dienst.

Unter dem Slogan „Frauen zur Berufsfeuerwehr“ und „Ein Job für Frauen – und das mit Leidenschaft“ hatte die Stadt in den vergangenen Monaten die große Werbetrommel gedreht: mit Anzeigen, Flyern und großformatigen Bildern auf Stadtbussen. Während einer Info-Veranstaltungen in der Feuerwehrzentrale konnten Frauen auch praktisch testen, ob sie den Anforderungen dieses Berufes gewachsen sein könnten.

Schon lange versucht die Feuerwehr selbst, den Frauenanteil unter ihren Beschäftigten zu erhöhen. Das Frauenbüro und der Rat der Stadt forderten die Verwaltung zugleich auf, offensiver zu werben und Frauen zu motivieren, zur Berufsfeuerwehr zu gehen.

Mit ihrem geringen Frauenanteil ist die Göttinger Berufsfeuerwehr allerdings nicht alleine. Bundesweit sind weniger als 370 Feuerwehrfrauen hauptberuflich aktiv – das ist knapp ein Prozent aller Feuerwehrleute.

In Göttingen gibt es bisher nur eine einzige Feuerwehrfrau unter den 171 Beamten der Göttinger Berufsfeuerwehr. Anders als bei der Polizei müssen Berufseinsteiger hier eine abgeschlossene Ausbildung mitbringen. Das sind überwiegend technische oder handwerkliche Berufe. Für bestimmte Positionen ist ein abgeschlossenes Studium Voraussetzung.

Quelle: Artikel im Göttinger Tageblatt vom 14. Mai 2013.

Foto: Swen Pförtner.

Kontakt

Weblinks