Berwartshausen

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Wappen von Berwartshausen

Berwartshausen ist ein Ort im Landkreis Northeim zwischen Harz und Solling. Der Ort gehört zur Stadtgebiet von Northeim.

Aktuell

Personen und Organisationen

  • Ortsvorsteher: Otto-Karl Keese.

Eine große Vereinstätigkeit gibt es im Dorf nicht. Im Jahre 1963 wurde eine Freiwillige Feuerwehr gegründet, der unter der jetzigen Leitung von Ortsbrandmeister Torsten Bohmhauer 12 aktive und 5 passive Ortseinwohner angehören. Mit der Nachbargemeinde Schnedinghausen wurde die 1975 Sportgemeinschaft Schnedinghausen - Berwartshausen e.V. gegründet.

Lexikonteil

  • Einwohnerzahl mit Hauptwohnsitz (Stand 1/2008): 87.

Geschichte

Die dörfliche Entwicklung startet im Jahre 1221 und ist der eng verbunden mit der Nachbargemeinde Schnedinghausen. Damals gründete das Zisterzienser-Kloster Amelungensborn bei Höxter in Schnedinghausen einen Klosterhof, der als Musterhof für die Ihm angeschlossenen acht Halbmeierhöfe in Berwartshausen galt. Diese Halbmeierhöfe hatten eine Durchschnittsgröße von rund 100 Morgen.

Aus der Zeit der Einwanderung der Sachsen in dieses Gebiet stammt wohl der Ortsname Berwartshausen. In alten Chroniken taucht der Ort auch Barwetshusen oder Bergoldeshausen auf. Wenn der Name Hartmann in beiden Orten vertreten ist, so kann dieser wohl zurückgeführt werden auf einen Laienbruder des Klosters mit Namen Hartmanus, der im Jahre 1272 einen der Halbmeierhöfe in Berwartshausen bewirtschaftete.

1624, im 30-jährigen Krieg wurde Berwartshausen von den Tilly-Soldaten zerstört. Im Jahre 1772, entschloss sich das Kloster Ammelungensborn, seinen hier vorhandenen Besitz an den Grafen von Hardenberg zu verkaufen. Der Graf verkaufte im Jahre 1803 die Halbmeierhöfe und Ländereien mit allen Rechten und Pflichten an die Vorfahren der heutigen sogenannten Gutskäufer für einen Gesamtbetrag von 90000 Talern. Im Verlaufe der nachfolgenden Jahre sind aber von den früheren acht Höfen im Dorf nur die heute noch bestehenden drei Höfe übrig geblieben.

Das Dorf eingebettet in einer Feldmark von 275 Hektar ist am Moorefluss gelegen. Vor dem Zweiten Weltkrieg lebten rund 100 Einwohner, die ausschließlich ihren Lebensunterhalt von der Landwirtschaft bezogen im Ort. Nach dem Krieg stieg die Einwohnerzahl durch die Flüchtlinge und Heimatvertriebenen aus dem Osten 1959 auf 172 an, ging dann aber wieder im Jahre 1963 auf 157 und im Jahre 1966 auf 162 zurück und hat sich heute auf 140 Einwohner "eingependelt".

Nach dem Krieg wurde der sogenannte "Umbruch im Dorf" dadurch eingeleitet, dass die drei landwirtschaftlichen Betriebe des Dorfes gemeinsam ein Baugelände von 7,5 Morgen zum Bau einer Landarbeitersiedlung am Ortsrand, an der Straße nach Hillerse, zur Verfügung stellten. Hier ist im Laufe der Zeit eine kleine Ortsrandsiedlung entstanden. Da die Gemeinde früher keinen eigenen Friedhof hatte und kirchenmäßig zur Nachbargemeinde Hillerse gehörte, wurde in der Erschließung des Siedlungsgebietes auch ein eigener Dorffriedhof angelegt. 1961 baute die Gemeinde hier eine Friedhofskapelle, ausgestattet mit einer Lautsprecheranlage.

Das Dorf liegt vier Kilometer von der Kreisstadt Northeim entfernt, nahe der vorbeiführenden Bundesstraße 241 und einen Kilometer entfernt von der Autobahnauffahrt Northeim-West.

Seit 1870 ist der Ort an das Schienennetz der Bundesbahn angeschlossen, hat jedoch seinen Haltepunkt Ende der Siebziger Jahre verloren. Vor einigen Jahren wurde der ehemalige Bahnhof abgerissen. Sowohl Güter als auch Personenzüge befahren auch heute noch regelmäßig die Strecke Northeim-Ottbergen.

Über das Straßennetz hat die Gemeinde nach allen Richtungen eine gute Verkehrsbindung. Der Ort wird täglich von mehreren Bussen angefahren, um einen Anschluss an die Kreisstadt Northeim mit diversen kommunalen Einrichtungen aufrecht zu erhalten. 1975 wurde die bis dahin selbständige Ortschaft der Stadt Northeim angeschlossen.

Neben der Schule in Höckelheim besuchen auch mehrere schulpflichtige Kinder des Ortes die weitergehenden Schulen in Northeim. Die Ortschaft hat an gewerblichen Unternehmen einen Sanitär-Installateurbetrieb und einen Direktvermarkter landwirtschaftlicher Erzeugnisse.

Wappen

Das Ortswappen zeigt ein Schwert eingefasst in drei Ringe. Dies drei Ringe symbolisieren die heute noch bestehenden drei landwirtschaftlichen Betriebe Hartmann, Keese und Sehlen. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass das Dorf auch heute noch seinen ländlichen Charakter erhalten hat, auch wenn die Landwirtschaft in den letzten Jahrzehnten durch zunehmende Mechanisierung und Technisierung keinen Bezug zur ursprünglichen Feldarbeit aufweist.



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