Bismarckturm

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Luftbild vom Bismarckturm im Göttinger Wald (selber fliegen?)
Eingang Bismarckturm

Geschichte

In den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts plante der Verschönerungsverein Göttingen, einen Aussichtsturm auf dem Kleperberg (332 Meter über NN) zu errichten. Dafür berief Rechtsanwalt Dr. Eckels am 15.01.1886 eine Versammlung ein.

Anfangs war der Bau eines kostengünstigen Aussichtsturmes geplant. Jedoch kam 1892 ein Bürger auf die Idee, den Aussichtsturm nach dem ehemaligen Reichskanzler Bismarck zu benennen. So wurde am 20. März ein Bismarckturm-Bauverein gegründet.

Am 10. Mai 1892 genehmigte Fürst Otto von Bismarck, nach einer diesbezüglichen schriftlichen Anfrage, das zu errichtende Bauwerk ihm zu Ehren „Bismarckturm“ zu benennen. Er schrieb u.a.: „Ich danke für die Ehre, welche mir durch die Benennung des Turmes erzeigt wird [...]“

400 Personen traten dem Turmbauverein bei und spendeten bis 1896 6100 Mark, um das Bauwerk zu finanzieren. Weitere Spenden in Höhe von 7900 Mark kamen zusammen. Durch Ringstiftungen wurden 14500 Mark, aus Spendensammlungen 7900 Mark und durch weitere Veranstaltungen (Gartenfest, Basar, Konzerte) 2700 Mark und Eintrittsgelder (bis 31.03.1898) 3100 Mark gesammelt. Damit konnten die Gesamtkosten von 43700 Mark in etwa gedeckt werden.

Jeder, der sich an den so genannten Ringstiftungen beteiligt hatte, durfte eine Stein- oder Metallplatte mit Widmung und Sinnspruch an der inneren Turmwand einzulassen. Insgesamt wurden 29 Ringe zu je 500 Mark gestiftet, davon einer von Oberbürgermeister Merkel und jeweils Doppelringe von der Stadt Göttingen, der Gesellschaft zum Bären und von Bismarckverehren aus Hamburg.

Am 28. Juni 1892 erfolgte die Grundsteinlegung auf dem Kleperberg. Nach der Ansprache von Oberbürgermeister Merkel legte Justizrat Dr. Eckels den Grundstein des Turmes, der unter anderem eine Abschrift des Bismarck-Briefes, der Satzung des Turmbauvereins enthielt.

Die Einweihung des Turmes erfolgte erst nach Fertigstellung der Gedächtnishalle am 18. Juni 1896, zeitgleich mit der Einweihung des großen Kaiser-Wilhelm-Denkmals am Kyffhäuser.

In der Folgezeit wurde das Bauwerk als Aussichtsturm genutzt. Der Bismarckturm-Verein löste sich auf einer Generalversammlung am 30. März 1898 auf und beschloss, dass der Turm jährlich am 01. April (Bismarcks Geburtstag) beleuchtet wird. Diese jährliche Illuminierung soll bis 1915 stattgefunden haben.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Turm geplündert, die Bismarck-Büste entwendet und ein Teil der Widmungstafeln sowie alle Scheiben wurden zerstört. Der Göttinger Verschönerungs-Verein (G.V.V.) sanierte ihn von 1952 bis zum 12. Juni 1953.

Die ursprüngliche Bismarck-Büste wurde durch eine andere Bronze-Büste Bismarcks ausgetauscht.

1985 wurde der Bismarckturm erneut saniert.


Baubeschreibung

Der 31,5 Meter hohe Turm wurde als sechseckiger, viergeschossiger Hauptturm mit angefügtem rundem Treppenturm vom Baurat Heinrich Gerber aus Göttingen entworfen. Die Bauarbeiten wurden vom Architekten Conrad Rathkamp aus Göttingen (Obmann der Göttinger Maurermeister) zum Selbstkostenpreis durchgeführt. Bereits im Herbst 1894, nur zwei Jahre nach der Grundsteinlegung, stand der Rohbau.

Der Treppenturm und der Hauptbau besitzen jeweils eine Zinnenaussichtsplattform, die über Treppen erreichbar sind. Über Wendeltreppen mit 180 Stufen ist die oberste Aussichtsplattform erreichbar. Im zweiten Obergeschoss des Hauptgebäudes befindet sich die Bismarck-Gedächtnishalle. Die Decke der Halle hat eine geschnitzte Holzverkleidung. Die Wände der Halle sind bis auf eine Höhe von 1,25 m mit einer Täfelung aus Eiche versehen. In der Mitte der Halle wurde eine bronzene Bismarckbüste von H. Magnussen auf einem Sockel aufgestellt.


Besichtigungen 2012

Der Bismarckturm im Göttinger Stadtwald oberhalb des ehem. KWP öffnet seine Türen ab April. Besucher haben Feiertags und am Wochenende, von 11.30 bis 18 Uhr die Gelegenheit, die Stufen emporzuklimmen und die Aussicht auf das Leinetal zu genießen. Geöffnet ist fortan zur gleichen Zeite an Sonnabenden, Sonntagen und Feiertagen.

Die Wände werden von Widmungstafeln geschmückt.