Bonifatiusschule II

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Bonifatiusschule II

Die Bonifatiusschule II ist eine Realschule in Göttingen. Dort werden etwa 483 Schüler von etwa 40 Lehrern, deren Durchschnittsalter bei 40 liegt, unterrichtet. Die Schulleitung liegt bei Bernhard Stillig. Die Bonifatiusschule II betreut eine bis drei Klassen je Jahrgang mit einer Schülerzahl von etwa 25 im 5. Jahrgang.

Besonderheiten der Bonifatiusschule sind: Offene Ganztagsschule montags bis donnerstags von 13 Uhr bis 16 Uhr; Mittagessen; ein Sozialpädagoge und zwei Beratungslehrer bieten Hilfe bei allen Problemen; Fremdsprachenangebote in Englisch und Französisch; Musik-AG; Wahlpflichtkurse für Juleica, Compassion, Schülerfirma;, Hauswirtschaft und Kunst; der Schüleraustausch findet mit England und Frankreich statt; es gibt Arbeitsgemeinschaften in den Bereichen Werken, Ballspiele, Fahrrad, Film, Informatik und HipHop. Außerdem gibt es eine enge Zusammenarbeit mit den Berufsbildenden Schulen, die Ausbildung von Schülermediatoren, ein Tastaturkurs und eine Ferienfreizeit in Griechenland.

Konzept

Die Bonifatiusschule II ist eine staatlich anerkannte Freie Katholische Bekenntnisschule in der Trägerschaft des Bistums Hildesheim mit einem Haupt- und Realschulzweig. Ab August 2008 ist sie ab dem Jahrgang 5 nur noch eine Realschule.

Aktuelle Debatte um Quote

Kein Interesse an konfessioneller Monokultur

Die katholische Bonifatiusschule II (Boni II) in Göttingen soll so schnell wie möglich ihre Anzahl nicht katholischer Schüler reduzieren. Zurzeit liegt die Quote bei 50:50. Angestrebt ist ein maximaler Anteil von 30 Prozent der Kinder und Jugendlichen, die einer anderen oder keiner Glaubensgemeinschaft angehören. Dagegen regt sich Protest.

Vorlag der Verwaltung

Um dieses Ziel schnell zu erreichen, soll die Realschule vorerst in den jeweils neuen fünften Klassen „ausschließlich“ katholische Kinder aufnehmen. Das sieht eine Vorlage der Göttinger Verwaltung vor, die der Rat der Stadt am Freitag absegnen soll. Das Dekanat der Katholiken in Göttingen protestiert vehement gegen diese Vorgabe: Mit Blick auf die Ökumene wäre das „fatal“, sagt Helmut Hanisch, Assistent des Dechanten: „Wir haben kein Interesse an einer konfessionellen Monokultur. Auch in einer Schulgemeinschaft ist ein Miteinander verschiedener Religionen wichtig.“

Bistum will Ausnahmeregelung

Eine Vereinbarung (Konkordat) zwischen Land und Kirche erlaubt grundsätzlich einen Anteil von bis zu 30 Prozent nicht katholischer Kinder und Jugendlicher an den Schulen unter kirchlicher Trägerschaft. Seit 2006 hatte das Bistum für die Boni II als Ausnahme eine Quote von 50:50 beantragt – zunächst, um den Wegfall der Orientierungsstufe zu kompensieren, dann als Reaktion auf neue Gesamtschulen im Kreis Göttingen.

Zurück zur Ursprungsquote

Jetzt will die Kirche die Sondergenehmigung bis 2017 verlängern lassen. Zugleich will sie schrittweise die Ursprungsquote erreichen, indem sie in den jeweils fünften Klassen den Anteil nicht katholischer Schüler verringert. Kinder anderer oder ohne Konfession in den oberen Klassen können bleiben. Als Träger öffentlicher Schulen muss die Stadt zustimmen. Sie drängt aber nach Rücksprache mit der Landesschulbehörde zu einem schnelleren Weg: Bis die 70:30-Quote für die ganze Schule erreicht ist, soll die Boni II zunächst nur katholische Schüler aufnehmen. Dabei ist rechtlich umstritten, ob sich das Ende einer Ausnahmegenehmigung auf die gesamte Schule oder nur auf neue Klassen bezieht. Der Schulausschuss des Rates hat das Thema vor diesem Hintergrund vertagt.

  • Quelle: Uli Schubert, "Kein Interesse an konfessioneller Monokultur", Artikel im Göttinger Tageblatt vom 13. März 2012.


Sie beschließen das Ende der Boni II

Steht die Bonifatiusschule II (Boni II) in Göttingen vor ihrem schleichenden Ende? Die katholische Realschule darf ab Sommer im jeweils fünften Jahrgang vorübergehend nur noch katholische Kinder aufnehmen. Diese Vorgabe gilt so lange, bis das Verhältnis von katholischen und nicht katholischen Schülern über alle Jahrgänge bis Klasse Zehn 70 zu 30 beträgt.

Zurzeit liegt die Quote an der konfessionellen Realschule des Bistums Hildesheim bei 50 zu 50. Göttinger Bildungspolitiker und die Kirche fürchten, dass die Anmeldezahlen unter diesen Bedingungen deutlich zurückgehen. Dann ließe sich die Schule kaum noch halten und müsste geschlossen werden.

„Sehr gut“, kommentierte der Grünen-Politiker Ulrich Holefleisch am Freitag im Rat der Stadt per Zwischenruf genau diese Sorge der Schule und der katholischen Kirche. Ein Zwischenruf mit heftiger Reaktion aus den CDU-Reihen, der nicht alleine zeigt, dass dieses Thema umstritten und emotional besetzt ist.

Ausnahmefrist läuft aus

Der Hintergrund: Seit über 200 Jahren gibt es die katholische Bonifatiusschule in Göttingen, seit 1982 hält sie einen eigenen Realschulzweig. Nach einer Vereinbarung zwischen Kirche und dem Land (Konkordat) darf sie neben katholischen Kindern und Jugendlichen bis zu 30 Prozent Schüler ohne oder mit anderer Konfession aufnehmen. Als 2006 die Orientierungsstufe abgeschafft wird und 2009 neue Gesamtschulen im Kreis die Göttinger Schullandschaft aufwirbelten, beantragte sie als Ausnahme eine Verteilungsquote von 50  zu  50. Die Stadt als eigentlicher Träger der weiterführenden Schulen stimmte zu. Jetzt läuft die Ausnahmefrist wieder ab und die Schule will mit Blick auf sinkende Schülerzahlen verlängern.

Das hat der Rat der Stadt auf Vorschlag der Verwaltung am Freitag abgelehnt. Und zwar alleine mit den Mehrheitsstimmen von SPD und Grünen. Damit die Schule jetzt so schnell wie möglich wieder über alle Jahrgänge auf die Normalqoute 70  zu  30 kommt, darf sie ab Sommer in den neuen fünften Klassen bis auf Weiteres „ausschließlich“ katholische Kinder aufnehmen. Ältere nicht katholische Schüler dürfen bleiben.

„Das überlebt die Schule nicht"

„Das überlebt die Schule nicht. Sie beschließen das Ende der Boni II“, bedauerte für die CDU Ratsherr Thomas Häntsch. Zuvor hatte der Vertreter der katholischen Gemeinden in Göttingen, Helmut Hanusch, bestätigt, dass das Bistum selbst eine Mindestanmeldezahl pro Jahr vorschreibe, um die Zukunft der Schule zu sichern. Rutschen die jährlichen Anmeldungen unter 54, müsse die Boni II aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen werden.

Um das zu verhindern, schlug die CDU/FDP-Fraktion eine Übergangregelung vor – unterstützt von den Linken und der Piratenpartei: Wenigstens im nächsten Schuljahr sollte die Schule in den neuen fünften Klassen die Quote von 70 zu 30 halten dürfen. Ein Vorschlag, den vorab auch Schuldezernent Siegfried Lieske schriftlich verteilt hatte, dann aber als „Denkanstoß“ wertete und während der Ratssitzung formal zurückzog. Darauf konterte Holger Welskop (CDU): „So kann man doch nicht mit der Schule und den Eltern umgehen.“ Zugleich räumte Lieske ein, dass Schule und Stadtverwaltung es versäumt hätten, rechtzeitig auf die übliche Quote hinzuarbeiten.

Sozialdemokrat Tom Wedrins hingegen betonte, dass die 70:30-Quote keine willkürliche Ratsentscheidung sei, „sondern Gesetz“. Und wenn ein freier Schulträger unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten bestimmte Klassenstärken vorschreibe, „ist das seine Angelegenheit“, ergänzte Rolf Becker, Fraktionsvorsitzender der Grünen.

  • Quelle: Uli Schubert, "Sie beschließen das Ende der Boni II", Artikel im Göttinger Tageblatt vom 19. März 2012.


Trotz Unsicherheit viele Anmeldungen

41 katholische und 35 nichtkatholische Kinder haben sich zu Beginn der Woche für den neuen fünften Realschuljahrgang an der Bonifatiusschule II (Boni II) in Göttingen angemeldet. Besonders bei den Kindern ohne Bindung zur katholischen Kirche ein überraschendes Ergebnis mit Signalwirkung.

Anmeldung unter Vorbehalt

Ihre Anmeldung steht unter Vorbehalt und es ist nicht klar, ob die Kinder zum neuen Schuljahr tatsächlich aufgenommen werden können.

Verträge ändern

Unterdessen gibt es im Landtag in Hannover Bestrebungen, die Verträge des Landes mit der katholischen Kirche zu den sogenannten Konkordatsschulen zu ändern. Damit soll in erster Linie die Umwandlung in eine Oberschule erleichtert werden. Zugleich soll aber auch die bisherige Einschränkung, dass katholische Schulen maximal 30 Prozent nichtkatholische Kinder aufnehmen dürfen, entfallen – eventuell schon ab kommendem Schuljahr. Dann wäre der Göttinger Streit hinfällig. Offen ist dann aber, ob das Land dann weiterhin Bekenntnisschulen finanziell stärker unterstützt als andere Privatschulen.

Verwaltungsrechtler stellen Formfehler fest

Ein Beschluss des Rates der Stadt Göttingen soll eigentlich verhindern, dass die Boni II zum Schulstart im September auch wieder nichtkatholisches Kinder neu aufnimmt. Damit will die Ratsmehrheit erreichen, dass die Schule insgesamt möglichst schnell wieder auf die Quote von 70:30 katholische und andere Kinder kommt. In den vergangenen Jahren durfte sie als Ausnahme jeweils bis zu 50 Prozent halten. Ein Verwaltungsrechtler stellte allerdings fest, dass der Ratsbeschluss Formalfehler aufweisen und ungültig sein könnte. Der Schulelternrat hatte ihn mit einer Prüfung beauftragt (Tageblatt berichtete).

Eltern für Korrektur des Ratsbeschlusses

Die stellvertretende Vorsitzende des Gremiums, Cindy Heine, äußerte sich begeistert darüber, dass nach den Sommerferien 76 Kinder auf die Boni II wechseln wollen. Bei einer Quote von 70:30 könnten dann 17 nicht-katholische Kinder aufgenommen werden. Für eine Korrektur des Ratsbeschlusses wollen sich die Eltern im Schulausschuss einsetzen.

  • Quelle: Uli Schubert, "Boni II: Trotz Unsicherheit viele Anmeldungen", Artikel im Göttinger Tageblatt vom 28. Juni 2012.

Schulgelände und Freizeit

Verschiedene Bereiche am Geismartor, im Schildweg, und in der Nikolaistraße können von den Schülern als Freizeitangebot genutzt werden. Zudem werden weitere Sportmöglichkeiten wie die Tischtennis-AG, die Fußball-AG, die SKI-AG, die Kanu-AG und Schwimmen angeboten.

Schuleinzugsbereich

Der Einzugsbereich umfasst die Stadt und Teile des Landkreises Göttingen.

Unterrichtszeit

7.45 Uhr bis 16 Uhr

Prominente Ehemalige

Hans-Joachim Vogel (ehemaliger SPD-Bundesvorsitzender)

Anschrift

Bonifatiusschule II
Am Geismartor 4
37083 Göttingen
Telefon: 0551/548130
E-Mail: info@bonifatiusschule-goettingen.de

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