Bowling-Center Weende

Aus Wiki Göttingen
Wechseln zu: Navigation, Suche

54-jährige Bowling-Meisterin ermordet

Nächtliche Bluttat im ersten Stock: das Bowling-Center in der Werner-von-Siemens-Straße in Weende.

Die Betreiberin des Bowling-Centers in Weende ist in der Nacht zum Donnerstag ermordet worden. Die Göttinger Polizei hat noch keine Hinweise auf den oder die Täter und hat eine Mordkommission eingesetzt.

Weende. Gefunden wurde die Leiche der 54-jährigen Geschäftsfrau Christiane Gellert nach Tageblatt-Informationen am Donnerstag um 7.30 Uhr von einem guten Bekannten. Schon anderthalb Stunden zuvor war eine Putzkolonne angerückt, die sich aber noch nicht bis in die Geschäftsräume in der Werner-von-Siemens-Straße vorgearbeitet hatte. Bei einer Pressekonferenz gestern Nachmittag hielt sich die Polizei „auch aus ermittlungstaktischen Gründen“ bedeckt. Die Frau sei „durch Gewalteinwirkung gegen den Körper“ getötet worden, sagte Kripo-Chef Volker Warnecke. Die Frau sei allerdings nicht erschossen worden, erklärte Annegret Kortleben, Leiterin der 30-köpfigen Mordkommission. Die am Donnerstag begonnenen Vernehmungen von Personen aus dem Umfeld der Getöteten und der Angestellten des Bowlingcenters dauern an. Einen konkreten Tatverdacht habe die Polizei nicht, betonte Warnecke weiter. Die mögliche Tatzeit gaben die Ermittler zwischen 1.30 und 8 Uhr an. Um einen Raubmord habe es sich wahrscheinlich nicht gehandelt, weil Geld und anderes mögliches Diebesgut unangetastet geblieben sei. Auch ein Zusammenhang der Tat mit einem Einbruch in das Bowling-Center vor einigen Wochen sei nicht zu erkennen.

Nach weitergehenden Tageblatt-Informationen war der Abend im Bowling-Center harmonisch ausgeklungen. „Es gab Publikumsbetrieb wie üblich“, sagte ein Mitarbeiter eines angrenzenden Bürokomplexes, der bis zum späten Mittwochabend gearbeitet hatte. Eine Mitarbeiterin des Bowling-Centers habe Geburtstag gefeiert, außerdem habe die Belegschaft ihren Spaß daran gehabt, einen neu angelieferten, zweiten Dart-Spielautomaten auszuprobieren. Bis auf zwei Personen und das spätere Opfer verließen die letzten Mitarbeiter das Bowling-Center gegen 0.30 Uhr. Gegen 2.30 Uhr hätten die beiden Männer die Bowling-Bahn verlassen. Christiane Gellert sei geblieben, um sich wie auch an anderen Tagen noch um die Tagesabrechnung zu kümmern. Danach wurde sie nicht mehr lebend gesehen. Der Bekannte der Frau, der die Leiche schließlich fand, hatte nach Tageblatt-Informationen in der Nacht mehrfach versucht, die 54-Jährige auf deren Mobiltelefon zu erreichen. Als dies bis in die Morgenstunden erfolglos blieb, fuhr er ins Bowling-Center, wo er in den Büroräumen auf die Getötete stieß. Zuvor war gegen 6 Uhr die Putzkolonne angerückt, der jedoch noch nichts aufgefallen war. Nach dem Fund der Leiche alarmierte der Mann umgehend die Polizei. Stimmen diese Informationen, läge die Tatzeit zwischen 2.30 und 6 Uhr. Nach Tageblatt-Informationen sei die Polizei wegen einer chronischen Erkrankung des Opfers zunächst von einem natürlichen Tod ausgegangen.

Angaben, es habe am Mittwochnachmittag in den Geschäftsräumen eine lautstarke Auseinandersetzung zwischen dem späteren Mordopfer und einem Angestellten gegeben, wollte die Polizei nicht kommentieren. Nach Tageblatt-Informationen soll die Frau außerdem in Streit mit einem weiteren ehemaligen Mitarbeiter gelegen haben, den sie vor einigen Wochen gefeuert haben soll.


Anklage erhoben

Wegen Mordes an der 54-jährigen Inhaberin des Bowling-Centers in Weende hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen einen 38-jährigen Mann erhoben. Der Göttinger soll am 4. September vergangenen Jahres unter bislang ungeklärten Umständen in das Gebäude eingedrungen sein und Christiane Gellert getötet haben. Die Tatzeit hat laut Anklage zwischen 2.30 und 5.45 Uhr gelegen. „Das völlig überraschte Opfer“, führt Staatsanwaltschaftssprecher Hans-Hugo Heimgärtner aus, sei „mit einem schmalen und glatten Strangwerkzeug von hinten erdrosselt“ worden. Die Tote wurde gegen 8 Uhr von ihrem Lebensgefährten gefunden. Nach wie vor bestreitet der Angeschuldigte, ein Russlanddeutscher, der weiterhin in Untersuchugshaft sitzt, die Tat. Allerdings, so Heimgärtner weiter, werde er „insbesondere durch ihm zuzuordnende DNA-Spuren, die am Opfer selbst und an dessen Bekleidung festgestellt worden sind, belastet“. Die Ermittlungen hätten außerdem keine Hinweise auf ein mögliches Motiv der Tat ergeben. Der Mann, ein früherer Mitarbeiter im Bowling-Center, war knapp drei Wochen nach der Bluttat festgenommen worden.