Carl-Hermann Starke

Aus Wiki Göttingen
Wechseln zu: Navigation, Suche
Carl-Hermann Starke
Goetheallee Ende der 1950er Jahre: Neubau mit Gewächshäusern.

Carl-Hermann Starke war Kunstgärtner am Leinekanal in Göttingen.

Als Carl-Hermann Starke 1856 von Dresden nach Göttingen zog, um die großen Gärten der privaten Töchterschule an der Goetheallee und eines Wohnhauses an der Neustadt zu betreuen, war die Bebauung in diesem Teil Göttingens noch sehr luftig. Genug Platz für Gewächshäuser, die der Vorsteher der Töchterschule bereits hatte bauen lassen, und für große Beete. Aus der Initiative seines Arbeitgebers wurde eine „Kunst- und Handelsgärtnerei“, die 1862 bereits unter „Kunstgärtner“ Starkes Namen lief.

31 Jahre war der Neubürger alt, als er vier Jahre später die Gärtnerei pachtete und auf eigene Rechnung übernahm. „Carl-Hermann Starke, Kunst- und Handelsgärtner“ war der Name des Betriebes, der erste und einzige Gartenhandel in Göttingen. Er lag zwischen Allee (heute Goetheallee) und Petrosilienstraße und grenzte im Osten an den Leinekanal. Mit Ehefrau Mathilde kaufte er sechs Jahre später das Wohnhaus Allee 7. Die Gärtnerei expandierte durch Flächenkauf. Es entstanden neue Gewächshäuser, ein Verkaufspavillon an der Allee, schließlich ein Geschäft am Mark. Starke pachtete und kaufte Flächen an der Groner Landstraße hinzu.

Das Ehepaar hatte zwölf Kinder, von denen zehn den Firmengründer überlebten. Zwei Söhne übernahmen den Betrieb nach Hermanns Tod 1909: Paul die Gärtnereien und Robert die in Richtung Geismar ausgelagerte Baumschule. Während der Weltkriege führten der Arbeitskräfte- und Materialmangel dazu, dass die Landschaftsgärtnerei und das Blumengeschäft am Kornmarkt während des Zweiten Weltkrieges aufgegeben werden mussten. Während der wenigen Luftangriffe auf Göttingen wurden zudem die Hälfte der Gewächshäuser und Pflanzenbestände vernichtet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg sollten die Baumschule und die Gewächshäuser wieder aufgebaut werden. Die Familie beschloss, nach Roberts Tod unter Pauls Leitung neu zu planen und zu bauen. Roberts Töchter Ursula Meyer-Burgdorff und Marianne Landrock-Starke übernahmen die Führung des großväterlichen Betriebes. Die Bereiche Baumschule und Gartenbau wurden getrennt und aufgeteilt. Die Gärtnerei oblag Marianne Landrock-Starke und ihrem Ehemann Wolfgang Landrock, heute 90-jährig, nach dessen Ideen das Areal an der Goetheallee 1958 umgestaltet wurde.

Bis Mitte der 1970er Jahre standen die neuen Gewächshäuser und das Ladengeschäft mit der im Bogen geführten Schaufensterfront. „Dann sind wir in die Umlegung für die Neustadt gekommen“, erinnert sich Marianne Landrock-Starke, heute 81 Jahre alt. Die Gewächshäuser mussten weichen, ebenso das alte Wohnhaus der Familie: Es entstanden Mehrfamilienhäuser nebst einem neuen Laden, „wir waren von da an nur noch Handelsgärtnerei“.

1976 war der Einzug, „das haben wir groß gefeiert“, sagt Sohn Peter, der ebenfalls den Familienberuf ergriffen hat. Wobei die Berufsbezeichnung heute nicht mehr „Kunstgärtner“ lautet wie bei seinem Urgroßvater. Peter Landrock ist Florist, und er führte das Blumengeschäft in Nachfolge seiner Eltern von 1985 bis 1992.

An die Einzugsfeier kann sich die Familie gut erinnern. „Es gab einen Umzug mit Kutschwagen. Und es wurden Blumensträuße verteilt“, erzählt Landrock-Starke. Sohn Peter fuhr im Auto voran, „wir haben einen Film gedreht“.