Cheltenhampark

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Rohnsches Badehaus im Cheltenhampark (Vetter)

Der Cheltenhampark wurde 1976 nach der englischen Partnerstadt Göttingens Cheltenham benannt. Die zentrale Lage nahe der Innenstadt macht den Park zum Anziehungspunkt für Leute, die sich schnell ins Grüne begeben möchten. Ein Kinderspielplatz, Liegewiesen, ein Schwänchenteich und riesige schattenspendende Bäume laden zum Verweilen ein. Stimmungsvoll wirkt überdies eine Rekonstruktion des Rohns´schen Badehauses im Park. Der Park wird auch für kulturelle Veranstaltungen genutzt.


Kritik von Anwohnern: Müll, Lärm, Parties

Lärm, Müll, Partys bis in die Nacht, Vandalismus. Die Anwohnern vom Göttinger Cheltenhampark sind wegen der „zunehmenden Exzesse“ in ihrer Nachbarschaft extrem genervt. Bei der Diskussionsveranstaltung „Highlife in allen Gassen“ der Göttinger CDU mit Vertretern von Polizei und Stadtverwaltung machten sie ihrem Ärger Luft.

Die Situation im Park werde immer schlimmer. Vor allem bei schönem Wetter sei an Ruhe in den Abendstunden nicht zu denken, berichtete eine Anwohnerin. Zwei Nächte lang habe sie nicht geschlafen. Die Anwohner kritisierten Stadt und Polizei, die Situation nicht in den Griff zu bekommen und sprechen von „Versagen auf ganzer Linie“. Die Stadt versage, weil sie zwar Personal habe, morgens ab 8 Uhr Knöllchen für Parksünder zu schreiben, aber niemanden, der in den Abendstunden im Park für Ordnung sorge. Die Polizei, wenn sie denn überhaupt komme, verwarne nur und drohe bestenfalls mit dem Zeigefinger. Eine Lösung für die Probleme lieferten die Anwohner dann auch gleich mit: den Park während der Abendstunden absperren.

„Ab 22 Uhr das Betreten des Parks zu verbieten, ist leicht umzusetzen“, kommentierte Polizeidirektor Gerd Hujahn den Vorschlag. Allerdings müsse die Stadt wissen, „wie weit sie dabei tatsächlich gehen“ wolle. Die Polizei brauche „klare gesetzliche Vorgaben“. Er vermisse in der „liberalen Politik“ des Rates den „Nachdruck“. Derzeit, so Hujahn, kontrolliere die Polizei sehr wohl im Cheltenhampark. Eine dauerhafte Präsenz würde aber zwei bis drei Streifen binden. Das sei personell nicht zu leisten.

Siegfried Lieske, Dezernent für Ordnung, berichtete während der Diskussion von seinen Beobachtungen im Cheltenhampark: „Eine sehr angenehme Atmosphäre, wenn auch nicht immer für Anwohner“, räumte er ein. Für die Stadt gehört der Cheltenhampark zu den sieben Brennpunkten, die beobachtet werden. Aber: Der Fachbereich Ordnung werde das Problem allein nicht lösen können und führte Personalknappheit ins Rennen. Gleichzeitig appellierte er: „Es ist nicht nur die Verwaltung gefragt, alle sind gefragt!“ Lieske forderte mehr „bürgerschaftliches Engagement“ ein. Man wolle mit Anwohnern aber auch mit den Nutzern ins Gespräch kommen.

Während bei der Polizei im Jahr 2010 für den Cheltenhampark 16 „sonstige Ereignisse“ – Polizeieinsätze, die lediglich eine Ermahnung und kein Verfahren nach sich gezogen haben – und acht Ermittlungsverfahren in den Akten vermerkt sind, stieg die Zahl in 2011 auf 37 bei den „sonstigen Ereignissen“ und zwölf bei den Ermittlungsverfahren. Als Straftaten nennt Polizeisprecherin Jasmin Kaatz für den Cheltenhampark in den Jahren 2010 und 2011 Körperverletzungen, Diebstahl, Drogen, Exhibitionismus oder Erpressung. Für 2012 liegen bislang 5 „sonstige Ereignisse“ und zwei Straftaten vor.

  • Quelle: Göttinger Tageblatt 16. 06. 2012.

Konfliktlösung: "Chelti" wieder sauber und ruhig

Beinahe täglich gehen Beschwerden über nächtliche Ruhestörungen und Müll im Cheltenhampark im Göttinger Fachdienst Ordnung ein. Jetzt fand ein erstes Begegnungstreffen zur Konfliktlösung im sogenannten „Chelti“ statt. Eingeladen waren die Anwohner des Parks und Jugendliche, die ihre Freizeit dort verbringen.

Anwohner und Jugendliche haben ähnliche Interessen: einen ruhigen und sauberen Cheltenhampark. © EF

Das Interesse ist entsprechend groß: Vier Anwohner und mehr als 20 Jugendliche sitzen zusammen und kommen schnell ins Gespräch. Bald stellt sich heraus, dass es viele gleiche Interessen gibt. Die Anwohner möchten nachts ihre Ruhe haben und ärgern sich über vermüllte Wege, Spielplätze und Vorgärten.


Die Jugendlichen, bei der Jugendhilfe als Baumgruppe bekannt, verstehen die Probleme der Anwohner gut und versuchen selbst, im Cheltenhampark für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Doch werde ihnen von anderen jugendlichen Gruppen nicht immer ausreichend Respekt entgegengebracht. „Es wäre doch vernünftig, wenn abends um zehn oder elf Uhr das Ordnungsamt vorbeikommt und für Ruhe sorgt, ohne die Anwesenden gleich rauszuschmeißen,“ fordert einer der Jugendlichen mit bunten Haaren und Irokesenschnitt: „Wenn schon ich als Punk sage, schickt das Ordnungsamt, dann muss mal was passieren.“


Natürlich sei auch die Anwesenheit der Ordnungshüter nicht die Lösung aller Probleme, doch der Grundstein für die Zusammenarbeit sei gelegt. Die Streetworker des Projekts „Go Willi“, das schon am Wilhelmsplatz ähnliche Probleme kontrolliert, verteilten zudem Fragebogen an Anwohner und Jugendliche, um beurteilen zu können, welche Vorstellungen die Beteiligten vom Cheltenhampark haben. „Für die Jugendlichen ist der Park genauso wichtig wie für die Anwohner, da sie hier in großen Gruppen zusammensitzen können und ihre Freiheit haben“, erklärt Milena Jurczik von „Go Willi“. Siegfried Lieske, Dezernent für Jugend, Schule und Ordnung, ist froh, dass der Abend so erfolgreich verlaufen ist: „Es ist wirklich klasse, dass so viele da waren, betont er. „Dieses Treffen ist ein Start gewesen, nicht das Ende. Wir werden wieder einladen.“

  • Quelle: Göttinger Tageblatt 08.11.2012

Treffen von Anwohnern und Besuchern

Problemlösung im Park: Treffen von Anwohnern, Besuchern und Vertretern der Initiative „Netzwerk Innenstadt“.

Die Temperaturen steigen, und damit nimmt auch wieder der Andrang im Cheltenhampark zu. Dafür ist eine Grünanlage da. Doch in den vergangenen Jahren kam es immer wieder zu Zwischenfällen: Müll lag überall auf den Wiesen verteilt. Anwohner beschwerten sich über Radau bis spät in die Nacht.

Der Kinderspielplatz wurde beschädigt. Um Probleme wie diese kümmert sich seit 2011 das „Netzwerk Innenstadt“, darunter Vertreter der Stadt, der Polizei und der Jugendhilfe Göttingen. Nach sich häufenden Beschwerden organisierte das Netzwerk im vergangenen Herbst erstmals ein Begegnungstreffen im Cheltenhampark für Besucher und Anwohner. Jetzt folgte die zweite Auflage mit rund 60 Teilnehmern, darunter auch Jugenddezernent Siegfried Lieske.

Die Jugendhilfe präsentierte eine aktuelle Umfrage unter Anwohnern und Besuchern, die von Mitarbeitern des Projekts „Go Willi“ vorgenommen wurde. Diese haben seit 2012 ihre Aktivitäten auch in den Cheltenhampark ausgeweitet.

Christian Hölscher, Geschäftsführer der Jugendhilfe, fasst die Ergebnisse so zusammen: „Als wiederkehrende Probleme aus dem vergangenen Jahr werden die Vermüllung und die Lärmbelästigung in den Nachtstunden der Sommermonate beschrieben. Als Ursache wird unter anderem zeitweiliger übermäßiger Alkoholkonsum von jungen Leuten benannt.“

„Niemand will ein Verbot“

Tatsächlich sei der Hauptteil der abendlichen Besucher im Alter von 16 bis 20 Jahren, sagt Hölscher. Tagsüber werde der Park auch stark von Studenten und Familien mit Kindern genutzt. Dann herrsche eine angenehme und friedliche Atmosphäre.

Die Jugendlichen hätten Verständnis für die Sorgen der Anwohner, sagt Hölscher. Sie hätten erneut die Bereitschaft geäußert, mit ihnen zusammen nach Lösungen zu suchen. Die Anwohner stünden dem offen gegenüber. „Niemand will ein Verbot“, betont Hölscher.

Unterstützung müsse aber auch von der Stadt kommen. So habe sich eine Anwohnerin mehr nächtliche Kontrollgänge des Stadtordnungsdienstes gewünscht.

Lieske sicherte Unterstützung zu. Die Verwaltung habe zusätzliche Mülleimer aufgestellt. Außerdem kündigte er für Ende Mai an, feuerfeste, größere und mit Deckeln versehene Mülleimer im Cheltenhampark aufzustellen. „2013 ist die Situation bislang ruhig. Bereits jetzt hat die Vermüllung deutlich abgenommen.

Der Park wird täglich gereinigt“, sagt Hölscher. Probleme habe es „wegen der lang anhaltenden Winterwitterung“ in diesem Jahr tatsächlich noch nicht gegeben, bestätigt Dirk Schneider von der Polizei Göttingen. Lediglich eine Ruhestörung sei angezeigt worden.

40 Einsätze und 7 Straftaten

Im vergangenen Jahr hat die Polizei laut Schneider hingegen rund 40 Einsatzanlässe im Cheltenhampark gezählt, darunter zehn Ruhestörungen und fünf wegen alkoholisierter Personen.

Zudem wurden sieben Straftaten erfasst: eine Sachbeschädigung, als ein Baum in Brand gesetzt wurde, eine Körperverletzung, zwei Diebstähle, Unterschlagung und Nötigung. Damit sich diese Zahlen in diesem Jahr nicht wiederholen, wollten alle Beteiligten in Kontakt bleiben, sagt Hölscher. Im Spätsommer gebe es das nächste Treffen.

Außerdem gebe es Überlegungen, den südwestlichen Teil des Parks unterhalb des Schwänchen-Teichs für Parkbesucher attraktiver zu gestalten, sagt Hölscher. „Denkbar wäre es, Bänke und Tische aufzustellen, um den jungen Menschen von der Wohnbebauung weiter entfernte Plätze anzubieten.“

Vielleicht könne man so auch erreichen, dass nicht mehr direkt neben den Gräbern des Albani-Friedhofs gefeiert wird.

  • Quelle: Göttinger Tageblatt 08.05.2013
  • Foto: Peter Heller.