Chirurgisches Regionalzentrum Göttingen

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In der Region Göttingen sollen künftig mehr Patienten an qualitätskontrollierten klinischen Studien teilnehmen können. In diesen Studien werden modernste operative Behandlungsverfahren, vor allem bei Krebspatienten, überprüft. Die Voraussetzungen dafür schafft das „Chirurgische Regionalzentrum Göttingen“, das seit Ende 2010 besteht.

Mit dem Aufbau und der Leitung eines solchen Zentrums für die Region Göttingen hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die Abteilung Allgemein- und Viszeralchirurgie der Universitätsmedizin Göttingen betraut. Das BMBF fördert das mit rund 710000 Euro für zunächst drei Jahre.

Das „Chirurgische Regionalzentrum Göttingen“ ist Teil des bundesweiten Studiennetzwerkes „Chir-Net“. Dieses Verbundprojekt ist ein vom BMBF gefördertes Netzwerk chirurgischer Regionalzentren. Deren gemeinsames Ziel ist es, eine patientenorientierte klinische Forschung durchzuführen, in der operative Verfahren und multimodale Therapiekonzepte, beispielsweise bei Patienten mit Tumorerkrankungen, in klinischen Studien kritisch überprüft werden. Das Verbundprojekt wird seit 2006 vom BMBF gefördert. Es unterstützt bisher sechs Regionalzentren in Kiel/Lübeck, Berlin, Köln/Witten-Herdecke, Heidelberg, München und Mainz.

Das Chirurgische Regionalzentrum Göttingen soll eine flächendeckende, professionelle Infrastruktur schaffen. Zum Konzept gehört die Einbindung und enge Vernetzung regionaler Krankenhäuser aller Versorgungsstufen.

Um eine nachhaltige Studienkultur zu schaffen, unterstützt das Regionalzentrum seine Partner-Krankenhäuser. Chirurgen in den Partner-Krankenhäusern werden beraten sowie in der Methodik und Konzeption klinischer Studien unterwiesen. Davon profitieren unmittelbar jene Patienten, die an den chirurgischen klinischen Studien teilnehmen.

Für den Aufbau des „Chirurgischen Regionalzentrums Göttingen“ hat die Abteilung Allgemein- und Viszeralchirurgie ein Team für die Durchführung klinischer Studien zusammengestellt. Dazu gehören Mitarbeiter für Studien- und Netzwerkarbeit sowie das Chir-Net-Team aus Chirurgen, einer Projekt-Koordinatorin (Johanna Kreutzer), einer „Study Nurse“ und einer „Flying Study Nurse“ (Susanne Klie).

Qualitätskontrollierte klinische Studien sind der Schlüssel zu einer am medizinischen Fortschritt orientierten Optimierung der Behandlung. Wenn mehr Patienten an klinischen Studien teilnehmen, nützt dies Forschern wie zukünftigen Patienten gleichermaßen: Für die forschenden Chirurgen ist es wichtig, dass viele Patienten an klinischen Studien teilnehmen. So führen ihre Untersuchungen schneller zu auswertbaren Ergebnissen und können zeitnah neue Behandlungsstandards setzen. Je früher die Ergebnisse in den klinischen Behandlungsalltag übertragen werden können, umso eher profitieren Patienten von den neuen Therapieverfahren.

Seit über zehn Jahren nehmen die Mediziner der Abteilung Allgemein- und Viszeralchirurgie erfolgreich und zum Teil federführend an klinischen Studien teil. Deren Ergebnisse führten bereits mehrfach zu einem Strategiewechsel und zu einer Standardisierung in der Behandlung von Darmkrebserkrankungen.