Christian Bach

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Der Göttinger Christian Bach (*1980) sammelt seit 1993 Autogramme.

Zur Person

Christian Bach

DJ Ötzi, Sarah Kuttner, Sophia Loren, die Pet Shop Boys – die Stars und Sternchen sind bei Christian Bach zu Hause. Wenn auch nur als Foto und mit ihrem Autogramm.

Bach ist Autogrammsammler. Ordnerweise hat er sie zusammen getragen. Wie viele er seit dem Beginn seiner Sammelleidenschaft vor gut 17 Jahren angehäuft hat? Bach hat das Zählen längst aufgegeben. „10 000 vielleicht“, schätzt er vorsichtig. 1993, als 13-Jähriger, hat Bach sein erstes Autogramm ergattert. „Von Pierre Littbarski, meinem absoluten Lieblingsspieler“, erinnert sich Bach. Damals spielte „Litti“ noch beim 1. FC Köln. Was mit Littbarski begann, hat Bach nicht mehr losgelassen.

Endgültig von der Sammelleidenschaft erfasst wurde Bach bei einem DFB-Pokalspiel von Göttingen 05 gegen die Eintracht aus Frankfurt am 13. August 1994. Auch wenn Göttingen mit 0:6 untergegangen ist, für Bach war an dem Tag entscheidend, den Bundesligastars wie Andi Köpke, Jay Jay Okocha oder Manfred Binz um Trainer Jupp Heynckes persönlich gegenüber zu stehen. In der Anfangszeit folgten dann die Autogramme seiner Jugendhelden: von Boris Becker über Roxette und Peter Maffay bis hin zu den Scorpions.

Das oft gebrauchte Wort Autogrammjäger hört der 30-jährige Bach nicht gerne. Das sei zu negativ. „Ich stehe nicht so aufs Auflauern“, sagt er. Tabu sei es auch, die Prominenten beim Essen oder wenn sie sich im Gespräch befinden anzusprechen. „Das gehört sich nicht“, sagt Bach. Nur auf die ganz zufällige Begegnung setzt Bach aber auch nicht. „Man geht dann schon mal ganz gezielt in Clubs oder Diskotheken, in Hoffnung, wen berühmtes zu treffen.“

Bach erzählt etwa von einer zweitägigen Tour nach Hamburg, bei der er bei fünf bis sechs Großveranstaltungen auf die Stars gewartet hat. Dafür bleibt dem jungen Familienvater, der bei Novelis im Vertrieb arbeitet, heute nur noch wenig Zeit. Vielmehr würde er heute die Personen mit dem Wunsch nach einem Autogramm anschreiben. „Die Familie hat Vorrang“, sagt er.

Und manchmal muss man einfach nur Glück haben und die Zeit für sich arbeiten lassen. So befinden sich in Bachs Sammlung auch Autogramme vom frischgebackenen Formel-Eins-Weltmeister Sebastian Vettel und NBA-Basketballstar Dirk Nowitzki. Eigentlich nichts Besonderes, nur: Vettels Autogramm stammt aus einer Zeit, in der er noch in der Formel Drei fuhr. Nowitzki spielte damals noch für Würzburg in der Bundesliga.

Auch wenn in der internationalen Sammlerszene oft horrende Summen gezahlt werden, ein Autogramm Shakespeares etwa wird mit rund einer Million Euro gehandelt, Bach hat den Wert seiner umfangreichen Sammlung nie ausgerechnet. Die Erinnerungen, die daran hängen, ließen sich vermutlich ohnehin nicht mit Gold aufwiegen.