Christophoruskirche Weende

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Drei Jahre nach der Sperrung wegen Einsturzgefahr saniert: die Christophoruskirche in der Theodor-Heuss-Straße.

Neues Dach für Christophorus

Nach drei Jahren der Improvisation kann die evangelisch-lutherische Christophoruskirche Weende 2009 Weihnachten wieder wie gewohnt in der Kirche feiern. Seit 2006 war das nicht der Fall. Damals wurden die Kirche und die unter dem Dach liegenden Gemeinderäume gesperrt. Experten hatten Mängel bei der Dachkonstruktion festgestellt und eine Einsturzgefahr bei Schneelast oder Sturm gesehen. Die Überprüfung des Daches war eine Folge des Einsturzes der Eissporthalle in Bad Reichenh all. Dabei hatte es 15 Tote gegeben. Nach dem Unglück wurden ähnlich konstruierte Dächer untersucht – dazu gehörte auch das der Christophoruskirche. Mit der Sperrung stand die Gemeinde in der Vorweihnachtszeit ohne Kirche da.

Unter dem Motto „Kein Raum in der Herberge“ wurde der Weihnachtsgottesdienst 2006 unter freiem Himmel gefeiert. Kurzzeitig stand sogar aufgrund der schwierigen Finanzsituation im Kirchenkreis sogar eine Sanierung der Kirche in Frage. Doch weil das Gebäude seit 2002 unter Denkmalschutz steht, musste der Kirchenkreisvorstand schließlich dem Einbau von Stützen zustimmen. Diese Maßnahme ermöglichte, dass ab Mitte Februar 2007 wieder Gottesdienste in der Kirche stattfinden konnten. Auch der Weihnachtsgottesdienst 2007 wurde zwischen den Stützen gefeiert.

Im März 2008 erteilte die Landeskirche dann die Baugenehmigung und sagte die Übernahme der Kosten der Sanierung zu. Im September 2008 gab es neue Probleme. Die Kirche wurde erneut gesperrt und innen und außen eingerüstet, nachdem beim Öffnen des Daches weitere Probleme in der Konstruktion festgestellt wurden. Als Folge wich man 2008 mit dem Weihnachtsgottesdienst in den Gemeindesaal aus. Mehrfach wurden die Bauarbeiten gestoppt, so dass die Sanierung bis in den November 2009 dauerte. Die Kosten kletterten gegenüber Anfangsschätzungen in die Höhe. Die Summe beziffert der Vorsitzende des Kirchenvorstands, Reinhart Wilfroth, aber etwa 700 000 Euro.

Die Christophorusgemeinde wurde 1964 aus Gebieten der beiden Gemeinden St. Petri Weende und St. Jacobi gebildet. Die 1962 bis 1964 erbaute Christophoruskirche wurde nach einem Entwurf des Münchener Architekten Olaf Andreas Gulbransson gestaltet, der mehrere Kirchen in ganz Deutschland konzipiert hat. Vor der Fertigstellung der Kirche kam Gulbransson 1961 im Alter von 45 Jahren bei einem Autounfall ums Leben.