Chronik Holzerode

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Das Mittelalter und die Zeit der Herrschaft Plesse

1055 Mainzer Erzbischof Lupold gründet in Nörten ein dem Hl. Petrus geweihtes Stift. Als Ausstattung überträgt er Kirchenzehnten und Besitz an mehr als zwanzig Orten, darunter auch den Zehnten sowie „Waldäckerchen“, Felder, Wiesen und Weiden von Holzerode („Hozzesroth“). Dies ist die früheste urkundliche Erwähnung von Holzerode; der Ort selbst hat zu dieser Zeit bereits seit längerem bestanden. Der Name „Hozzesroth“ bedeutet soviel wie „Rodungssiedlung des Hozzi“.

1288 Das benachbarte Tyterlingerode (Deterdingerode) wird erstmals urkundlich als plessisches Dorf genannt. Vermutlich handelt es sich um eine Gründung der Herren von Plesse.

1322 Holzerode wird erstmals als Besitz der Herren von Plesse erwähnt und bleibt fortan rund 600 Jahre ein „Plessedorf“. Die Herren von Plesse verpfänden in diesem Jahr den 6. Teil von Holzerode (und dem benachbarten Tyterlingerode) für 24 Mark Silber an ihre Burgmannen Tyle und Jan von Bodenhausen.

1339 Der Mainzer Erzbischof Heinrich III. von Virneburg verlangt, dass der für Holzerode zuständige Priester Druchtlenus, der sich in Göttingen niedergelassen hat, wieder in sein Dorf zurückkehrt, um seinen Pflichten nachzukommen.

1349 Erstmals ist ein Vorwerk der Herren von Plesse in Holzerode genannt.

1379 Die Herren von Plesse lösen die 1322 verpfändeten Anteile von Holzerode und Tyterlingerode wieder aus. Tyterlingerode ist zu dieser Zeit bereits als Dorf aufgegeben, die Bewohner haben sich zumeist in Holzerode angesiedelt.

1397 Das Dorf Moseborn wird erstmals urkundlich erwähnt. In diesem Jahr erwirbt der Schuster Johann Moseborne in Göttingen das Bürgerrecht.

1399 Die Herren von Plesse verpfänden den Kirchenzehnten von Moseborn.

15. Jahrhundert Tyterlingerode wird als Wüstung im Besitz der Herren von Plesse erwähnt.

1425 Der Göttinger Bürger Hans von Dransfeldt und der Schreiber der Herren von Plesse, Hermann, werden als Vormünder der Kirche von Moseborn, die das Patrozinium St. Crucis (Heilig Kreuz) trägt, genannt.

1493 Mit dem plessischen Vorwerk in Holzerode wird Johann von Recke belehnt.

1495 Der Edelherr Dietrich II. von Plesse überträgt an seine Schwiegertochter Anna von Spiegelberg das Dorf Holzerode mit zwei Fuhrwerken als Brautgabe.

1540 Holzerode wird der neu gegründeten Pfarrei in Spanbeck angeschlossen; bisher hatte es kirchlich zu Unterbillingshausen gehört.


Im hessischen Amt Plesse

1571 Nach dem Tod des Edelherrn Dietrich V. von Plesse gelangen die Plessedörfer als heimgefallenes Lehen an die Landgrafschaft Hessen. Aus der selbstständigen Herrschaft Plesse wird das hessische Amt Plesse, der neue Landesherr ist Landgraf Wilhelm IV. Die Landgrafen von Hessen führen eine Bestandsaufnahme des Plesser Besitzes durch („Salbuch“). Über Holzerode finden sich folgende Angaben: 26 Haushalte („Hausgesessene“); Bürgermeister: Herboldt Gayrleyen, Vorsteher: Claus Koch und Hans Bolwaldt. Die Einnahmen der Herrschaft aus dem Dorf betragen: 1 Gulden 9 Groschen Dreschlot; 3 Gulden 1 1/2 Groschen Wiesenzins; 5 Gulden 5 Groschen 4 Pfennige Zins von den Rodeäckern; 2 Malter 1 1/4 Metzen Korn sowie den Moseborner Anteil an Korn, 34 Malter Hafer sowÌe den Moseborner Anteil, 555 Zinseier, 26 Rauchhühner, 26 Zehnthühner, 7 Erbzinshühner, 25 Hähne von Hofbreiten und Wiesen, 33 Gänse Erbzins.

nach 1571 Das Landbuch des Niederfürstentums Hessen verzeichnet Moseborn als Wüstung, aus der das Amt aber weiterhin Abgaben erhält: jährlich 28 Malter und 13 Metzen sowie 166 Hähne. Die Dorfflur von Moseborn ist also weiterhin – vor allem von Holzerode und Unterbillingshausen aus – bewirtschaftet worden.

1576 Amtstsleute der Herzöge von Braunschweig-Grubenhagen und der Landgrafen von Hessen überprüfen den Grenzverlauf der hessisch gewordenen ehemaligen Herrschaft Plesse.

1581 Auf Anordnung des Bovender Amtmanns Hesse wird in der „Hölle“ eine Ziegelei errichtet; im ganzen Amt gibt es damit drei Ziegeleien.

1588 Das Besitzverzeichnis der ehemaligen Herrschaft Plesse führt auf, dass Holzerode keinen eigenen Wald habe und die Bewohner das Holz bei der Landesherrschaft kaufen müssen. Im Dorf gibt es ein „eigenes Kirchlein“, in dem der Pfarrer von Spanbeck predigt. Dafür erhält er Geldzahlungen sowie Korn- und Haferlieferungen.

um 1600 Im Auftrag der Landgrafen von Hessen erhält der Oberförster Simon Vöckel einen herrschaftlichen Hof übertragen.

1618 Zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges leben hier 22 Bewohner, acht Jahre später werden noch 19 gezählt.

1640 Hans Degenhardt eröffnet eine Gastwirtschaft, die fortan über 300 Jahre lang im Besitz der Familie bleibt.

1664 Die Göttinger Familien von Dramfeld und Hardege erwerben vom hessischen Amt Bovenden Besitz im Dorf als Lehen.

1690 Hans Kirchmann, von der Ausbildung her Schreiner, hat bis 1709 die Lehrerstelle inne.

um 1700 Auf dem Grund und Boden der ehemaligen Siedlung („Wüstung“) Meynershusen beginnt der Oberförster Heinrich Lechte mit der Kultivierung von neuem Land.

1738 Landgraf Friedrich von Hessen lässt als Landesherr der ehemaligen Herrschaft Plesse die Kirche erbauen.

1744 Mit Genehmigung des Amtes errichtet Andreas Schnur eine Mühle an der Lindenbrücke („Schnursmühle“).

1753 Die Gaststätte „Struthkrug“ wird an den Ziegelmeister Claus Schulze aus Levershagen verkauft; er überträgt sie vier Jahre später an seinen Schwiegersohn Isenhuth.


Das französische Königreich Westphalen (18071813)

1807 Nach dem Sieg Napoleons über Preußen in der Schlacht von Jena und Auerstedt bildet dieser als Modellstaat nach ranzösischem Vorbild ein neues Königreich für seinen Bruder Jérôme. Dieses „Königreich Westphalen“ wird zusammengefügt aus den linkselbischen Besitzungen Preußens, aus den Kurfürstentümern Hessen und Hannover, den Herzogtümern Bremen und Oldenburg, den Bistümern Hildesheim und Osnabrück und zahlreichen kleineren Territorien. Dabei werden auch ohne Rücksicht auf historische Bindungen neue Verwaltungseinheiten geschaffen. Gemäß dieser neuen Verwaltungsgliederung gehört Holzerode zum „Kanton“ Bovenden in der „Präfektur“ Nörten des „Departements“ Leine.

1813 Nach der Völkerschlacht bei Leipzig (16. bis 19. Oktober) und Napoleons Flucht nach Frankreich bricht auch die Herrschaft seines Bruder Jérôme zusammen. Auf dem Wiener Kongress 18141815 werden die vor-napoleonischen Herrschaftsverhältnisse im wesentlichen wieder hergestellt. Das hessische Amt Plesse soll aber nicht zurück an Hessen fallen, sondern an das neue Königreiche Hannover; Hessen wird durch anderweitigen Gebietsaustausch entschädigt.


Im Königreich Hannover (1815–1866)

1815 Mit Vertrag vom 16. Oktober tritt Kurhessen die Herrschaft Plesse, das Kloster Höckelheim und das Amt Neuengleichen an das Königreich Hannover ab.

1825 Nach jahrelangem Bemühen von Lehrer Nachtigall und Pastor Schlarbaum wird endlich der Neubau einer zweigeschossigen Schule begonnen; zehn Jahre später werden hier insgesamt 100 Kinder unterrichtet.

1830/1831 Durch schweren Hagelschlag hervorgerufen, gibt es eine große Teuerungswelle und Hungersnot in den Plessedörfern.

1833 Holzerode hat 87 Wohnhäuser und 489 Einwohner.

1840 Die Grundabgabe des „Zehnten“ wird abgelöst; sie beträgt für Holzerode insgesamt 3210 Reichstaler.

1846/47 Eine schwere Missernte in großen Teilen Mitteleuropas betrifft auch die Städte und Dörfer des Königreichs Hannover. Der Spanbecker Pastor Philipp Lorenz August Post berichtet dem Konsistorium in Hannover, dass in Holzerode viele Arme darben und hungern, namentlich die Alten. „Arbeiten möchten alle, aber Arbeit findet sich für wenige nur. Alles hofft auf die Eisenbahn.“

1850 Der Forstbezirk Holzerode, der bisher zur Forstinspektion Nörten gehört hatte, wird der Forstinspektion Bovenden zugewiesen.


In der preußischen Provinz Hannover

1866 Nach der Schlacht von Langensalza wird das Königreich Hannover von Preußen annektiert und zur preußischen „Provinz Hannover“. Die älteren Einwohner haben damit nacheinander vier verschiedene Landesherrschaften erlebt (Landgrafschaft Hessen, Königreich Westphalen, Königreich Hannover, Königreich Preußen).

1871 Christan Hinze ist als Gemeindediener der einzige Lohnempfänger der Gemeinde. Er nimmt zugleich auch die Aufgaben des Nachtwächters und des Feldhüters wahr. Sein Amt hat er bis zu seinem Tod im Jahre 1888 inne. An seiner Entlohnung als Nachtwächter beteiligt sich jedes Haus des Dorfes.

1874 Ludwig Böckel wird für zehn Jahre Bauermeister.

1880 Holzerode hat 533 Einwohner; diese Zahl verändert sich bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts nur geringfügig (1905: 551). Die andernorts häufig durch die Verkoppelung ausgelöste Landflucht der Kleinbauern in die Städte hat hier keine Rolle gespielt. Die hiesigen Arbeiter fanden vor allem in der nahegelegenen Ziegelei Hölle und im Kalischacht Reyershausen Beschäftigung. Die steuerliche Belastung liegt in dieser Zeit bei 1.809,39 Mark Staatssteuern (Ebergötzen: 3.818,90 Mark) und 288, 86 Mark „Beiträge“ (Ebergötzen: 611,02 Mark) sowie 473,51 Mark Straßenbauumlage (Ebergötzen: 907,27 Mark). Die „Beiträge“ zog das Amt ein, um Geisteskranke, Blinde, Taubstumme und Alterspflegefälle betreuen zu können.

1884 Georg Hartmann jr., ein fähiger Kommunalpolitiker, wird Bauermeister; bis 1918 wird er ohne nennenswerte Gegenstimmen immer wieder gewählt.

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1885 Der Göttinger Professor Georg Drechsler unternimmt eine Bestandsaufnahme über die Verteilung von Grundbesitz und Viehhaltung im „Landwirtschaftlichen Kreisverein Göttingen“. Für Holzerode ist festgehalten: Die Zahl der Betriebe beträgt 102, die Grundfläche beträgt insgesamt 319,85 ha, davon: im Dorf 12,82 Ha, an Ackerland 244,82 ha, an Wiesen 62,22 ha; davon sind 292,09 ha eigen und nur 27,81 ha Pachtland. An Zugtieren sind vorhanden: 22 Pferde, 20 Ochsen und 68 Zugkühe; an Nutzvieh gibt es: 62 Kühe, 37 Kälber und Rinder, 47 Schafe, 72 Lämmer und Jährlinge, 58 Ziegen, 203 Gänse; bei den Schweinen ist die Stückzahl nicht verzeichnet, sondern nur das Gesamtgewicht von 21.230 Kilogramm.

1887 Der Spanbecker Pastor Johann Adam Heilmann erinnert sich an seine Amtszeit und vermerkt über Holzerode: „Am regsten war die Kirchlichkeit in Billingshausen, am schlechtesten in Holzerode. Dort waren die sozialen Verhältnisse, besonders in früheren Jahrzehnten, überaus traurig gewesen. Diebstähle, besonders im Wald, und andere Vergehen aller Art, waren in manchen Familien zu fester Sitte geworden.“ Und über den alten Lehrer Isenhuth: „Lehrer Isenhuth förderte die Kinder im ersten Schuljahr so weit, daß sie zu Weihnachten mit geringen Ausnahmen lesen und ihren Namen schreiben konnten. … Auch im Rechnen bekamen die Kinder genügende Kenntnisse für ihr weiteres Leben mit. Isenhuth hielt bis über sein 50. Dienstjahr hinaus seine Schule. Ein kleines schwaches Männchen, ist er doch über 90 Jahre alt geworden.“

1891/92 Das Protokollbuch der Gemeinde überliefert erstmals die Zusammensetzung des Gemeindeausschusses: 4 Ackermänner, 1 Arbeiter, 4 Kötner, 1 Ziegelbrenner, 1 Zimmermann, 1 Maurer, 1 Lohgerber.

1892 Gründung des ersten Vereins in Holzerode, des „Männergesangvereins“ (MGV)

1895 Der Maurer Karl Kolle wird Gemeinderechnungsführer; er muss zur Sicherheit eine Kaution von 1000 Goldmark hinterlegen.

1896 Die Wegeführung im und um den Ort wird verbessert: Über den Bach in der Klappstraße wird eine Brücke geführt, der Ausbau der Verbindung nach Bösinghausen wird für die Jahre 1897–1900 vorgesehen, der Weg nach Spanbeck soll ab 1899 ausgebaut werden.

1900 Es wird geplant, die Wegeverbindung nach Gillersheim auszubauen; die voraussichtlichen Kosten betragen 8.800 Mark. Zwei Jahre später steht die Finanzierung: Die Gemeinde kann 2.800 Mark aufbringen, über 6.000 Mark soll eine Anleihe aufgenommen werden.

1902 Der Ackermann Hermann Degenhardt wird zum Schiedsmann bestimmt. Er nimmt dieses Amt bis 1908 wahr. Die Verkoppelung wird abgeschlossen. Bei der danach durchgeführten Viehzählung werden folgende Zahlen ermittelt: 19 Pferde und Fohlen, 237 Kühe, Ochsen und Rinder, 51 Schafe, 428 Schweine, 122 Ziegen, 103 Gänse, 4 Enten, 788 Hühner, 2 Puten.

1903 Der Gemeindeausschuss wird auf 9 Mitglieder verkleinert.

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1905 Seit langem bilden Holzerode und Spanbeck einen gemeinsamen Hebammenbezirk zur organisierten medizinischen Hilfe für Gebärende; die beiden Gemeinden teilen sich die Ausbildungskosten (Spanbeck 40 Prozent, Holzerode 60 Prozent). In diesem Jahr folgt Amalie Allershausen in diesem wichtigen Amt ihrer Mutter, die diese Aufgabe viele Jahre lang wahrgenommen hatte.

1906/07 Die erhalten gebliebene Überlieferung informiert erstmals über den Etat-Voranschlag der Gemeinde; er beträgt 4.861,50 Mark in Einnahme und Ausgabe.

1908 Schiedsmann wird in diesem Jahr August Vollbrecht, er bleibt für zehn Jahre in dieser Funktion.

1908/09 Der Etat-Voranschlag der Gemeinde steigt gegenüber dem Rechnungsjahr 1906/07 um mehr als 20 Prozent, auf 5.907,52 Mark.

1909/10 Der Etat-Voranschlag der Gemeinde steigt auf 8.040,68 Mark, gegenüber dem Rechnungsjahr 1906/07; eine Steigerung von rund 65 Prozent!

1910 Erstmals gibt es Wahlberechtigte aus allen drei Besitzklassen, so dass das preußische Dreiklassenwahlrecht volle Anwendung findet. Gewählt wurden: in der I., der obersten Klasse, der Gastwirt Carl Degenhardt, in der II. Klasse der Zimmermeister Karl Kolle, in der III. Klasse der Tischlermeister August Vollbrecht. Die Abschaffung des undemokratischen Dreiklassenwahlrechts ist wichtiges politisches Ziel der Sozialdemokratie.

Sommer 1913 Die Holzeröder feiern letztmalig den „Schüttenhoff“ alter Art; Bürgermeister Georg Hartmann wird Schüttenhoff-König.

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1914 Mit Ausrufung der Mobilmachung mussten sich alle wehrtauglichen Männer Holzerodes im Alter zwischen 18 und 42 Jahren beim Bürgermeister Georg Hartmann melden und wurden umgehend zwecks Einkleidung zu ihren Einheiten in Marsch gesetzt.

1914/15

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Der letzte, vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs aufgestellte Etat beträgt 5.112,85 Mark. Für die Zeit des Ersten Weltkrieges von 1914 bis 1918 gibt es nur sehr wenige überlieferte historische Daten aus dem Ort. Der Familienchronist Eduard Finke, zu Kriegsbeginn ein 12 Jahre alter Dorfjunge berichtet aber von einer sehr schweren Zeit, in der mehr als 100 wehrpflichtige Männer an der Front waren. Die älteren Männer, Frauen und Kinder mussten alle in der Landwirtschaft vorkommenden Arbeiten verrichten. Die vielen zum Teil schon sehr frühen Kriegstoten brachten sehr viel Leid ins Dorf. In fast jedem zweiten Haus war ein Toter zu beklagen. Darüber hinaus kamen in den Kriegsjahren noch zusätzliche Unglücke und schwere Krankheitsfälle hinzu. So starb der Drechsler Heinrich Thiele beim Bäumerücken im Wald und der Landwirt Heinrich Sindram stürzte sich aus der Scheune zu Tode. An einer Diphtheriewelle im Winter 1916 starben zahlreiche Kinder. Es war eine bedrückende und schwere Zeit, in der vor allem die Kinder unter den Kriegsfolgen zu leiden hatten.

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In der Weimarer Republik (1918–1933)

Ende 1918 Von den 126 aus Holzerode zum Kriegsdienst eingezogenen Männern sind 42 gefallen und sieben in Gefangenschaft geraten; als letzter von diesen kommt Karl Lechte 1920 aus französischer Gefangenschaft zurück. Unter den Kriegstoten an der Front waren allein 18 junge, ledige Burschen um die 20 Jahre herum. Unter den vielen Witwen waren 19 noch sehr junge Frauen, alle mit Kleinstkindern.

Dezember 1918 Aufstellung einer aus 22 Männern bestehenden „Bürgerwehr“ zur Festigung der allgemeinen Sicherheit, insbesondere zur Abwehr von Diebstählen im Ort.

Januar 1919 Nach der Novemberrevolution 1918 im Reich und dem Ende der Monarchie tritt der langjährige Bürgermeister Georg Hartmann von seinem Amt zurück und die „Regierung“ in Holzerode wird bis zu Neuwahlen des Gemeinderates – wie anderswo auch – von einem „Bauern- und Arbeiterrat“ übernommen; an dessen Spitze steht der bisherige Beisitzer Carl Linnemann II.

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Januar 1919 Grippe-Epidemie in Holzerode. Vom 7. bis 24. Januar musste die Schule geschlossen werden, weil mehr als die Hälfte der Schulkinder erkrankten. In Holzerode sterben insgesamt 13 Personen an dieser Krankheitswelle des Winters 1919.

ab Frühjahr 1919 Die schulentlassenen Jugendlichen müssen sich in Ebergötzen im Winterhalbjahr einer Berufsschulausbildung unterziehen.

1. Juli 1919 Gründung des ersten sozialdemokratischen „Wahlvereins“, des späteren Ortsvereins der SPD in Holzerode.

Sommer 1919 Erste Gemeinderatswahlen nach dem Ersten Weltkrieg, bei der 312 Bürger nun erstmalig nach „gleichem und freiem“ Wahlrecht wahlberechtigt sind. Mit dem Bauern Carl Linnemann II wird noch einmal ein sog. „Bürgerlicher“ zum Bürgermeister gewählt; erstmalig erringen mit Minna Gleitze und Auguste Recke auch zwei Frauen über eine eigene Liste der „Kriegswitwen“ des Dorfes ein Mandat im Gemeinderat.

30. August 1919 Großbrand auf dem Grundstück des Zimmermanns Kolle, der auch die beiden Nachbargrundstücke in Mitleidenschaft zieht.

Januar 1920 Diphtherieepidemie in Holzerode. Mehr als 50 Kinder erkranken und die Schule muss vom 22. Januar bis 26. Februar geschlossen werden; zwei Kinder sterben infolge dieser Erkrankung.

ab 11. Juli 1920 Einrichtung einer täglich zweimaligen Busverbindung nach Göttingen und Osterode (über Ebergötzen und Waake bzw. über Lindau).

9. Nov. 1920 Die ersten 42 Häuser werden an die elektrische Stromversorgung angeschlossen.

1921 Lehrer Witz verlässt die Schule und wird durch den Lehrer Bornträger abgelöst.

1. Juni 1921 Gründung des Arbeitersportvereins „Freier Jugend-Turn- und Sportverein“.

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1922 Mit dem Erwerb einer Dreschmaschine führt Fritz Gobrecht diese neue landwirtschaftliche Technik auch in Holzerode ein.

24. März 1924 Der Elektromeister Otto Lieberwierth führt erstmals ein Rundfunkgerät im Gasthaus Degenhardt vor.

April 1924 Gastwirt Rühling errichtet einen Saalneubau.

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4. Mai 1924 Bei den Gemeinderatswahlen bekommt die Liste der SPD die absolute Mehrheit im Rat und der Arbeiter August Vollbrecht wird der neue Bürgermeister.

20. Juli 1924 30-Jahrfeier des „Männergesangvereins“ Holzerode.

1. Mai 1925 Gründung eines zweiten Gesangvereins, des „Arbeitergesangvereins Waldesgrün“.

Sommer 1925 Gründung eines zweiten Sportvereins, des „bürgerlichen“ „Deutschen Turn- und Sportvereins“.

Oktober 1925 Gastwirt Fahlbusch lässt einen zweiten Saalneubau in Holzerode folgen.

April 1927 Die Gemeinde Holzerode erwirbt für 28.000 RM die Ziegelei „Hölle“ von den in Konkurs gegangenen Besitzern Rudolf aus Krebeck um Arbeitsplätze zu sichern; zum Ziegelmeister wird der Schachtmeister Heinrich Lechte gewählt.

Sommer 1929 Das Schulhaus wird durch einen Anbau erweitert und mittels sog. „Notstandsarbeiten“ (Einsatz von 40 Erwerbslosen im Umfang von 300 Tagewerken) sowie einer Bausumme von insg. 1.500 RM wird am alten Fischteich „Unter den Eichen“ eine Badeanstalt gebaut.

1929 Bei den Gemeinderatswahlen bekommt die Liste der SPD wieder die absolute Mehrheit. Zum Bürgermeister wird jetzt der Sozialdemokrat Karl Vollbrecht gewählt, der seit 1925 auch Mitglied des Kreistages ist.

6. August 1931 Ein Unwetter sucht Holzerode heim und führt zu starken Überschwemmungen des Beverbaches.

13. Dez. 1931 Ein Brand zerstört die Scheune des Bauern Heinrich Dettmar.

30. Januar 1932 Erste Versammlung der „Eisernen Front“, des republikanischen Bündnisses gegen den aufkommenden Nationalsozialismus.

1932 Die „Botenfrau“ Elise Schnur wird 88 Jahre alt; sie hat 48 Jahre lang ca. 7.000 mal zu Fuß die Strecke nach Göttingen und zurück mit voller Kiepe bewältigt und dabei ca. 200.000 km zurückgelegt.

14. April 1932 Ein Brand zerstört die Stallungen des Arbeiters August Finke, Nr. 103, wobei auch eine Kuh und vier Schweine verbrennen.

21. August 1932 Die erste große Glocke der reformierten Kirche wird feierlich eingeweiht.

Sommer 1932 Nach einem Verbot des Pastors Warsing, bei der Beisetzung eines Mitgliedes die Parteifahne auf dem kirchlichen Friedhof mitzuführen, beschließt die sozialdemokratische Mehrheit im Gemeinderat den Ankauf eines Geländes „vor den Tannen“ zum Bau eines neuen, gemeindeeigenen Friedhofs.


In der Zeit des Nationalsozialismus (19331945)

Über die Zeit des Nationalsozialismus in Holzerode gibt es relativ wenig gesicherte Daten und Informationen. Das liegt zum einen daran, dass die verantwortlichen politischen Kräfte unter Führung der Nationalsozialisten zunächst keinerlei erwähnenswerte, geschweige denn fortschrittliche Entwicklungen in Holzerode vorantrieben, dann kriegsbedingt ab 1939 auch nur noch Stagnationen und Rückschritte zu verzeichnen waren. Darüber hinaus liegen für diese Zeitraum auch fast keine schriftlichen Aufzeichnungen vor. So gibt es z.B. in der sonst auch für die allgemeine Entwicklung in Holzerode recht ergiebigen Schul-Chronik keinerlei Eintragungen.

12. März 1933 Letzte freie Kommunalwahlen in Holzerode. Die NSDAP-Liste erreicht dabei fünf Sitze und die SPD-Liste trotz schwerer Behinderungen im Wahlkampf noch vier Sitze. In der zweiten Gemeinderatssitzung am 27. Mai 1933 werden die vier Ratsmitglieder der SPD zur Niederlegung ihrer Mandate gezwungen, und der inzwischen gewählte Bürgermeister August Böneke kann nun nach dem neuen Führerprinzip diktatorisch „regieren“.

1. Mai 1933 Verbot des traditionellen Mai-Vergnügens des SPD-Ortsvereins und dann auch im Mai Verbot aller Organisationen der Arbeiterbewegung in Holzerode (SPD-Ortsverein, Gewerkschaftskartell, Arbeiter Turn- und Sportverein, Arbeitergesangverein „Waldesgrün“) durch die nationalsozialistischen Machthaber.

Juni 1934 Die Gemeinde verkauft die Ziegelei „Hölle“ wieder an den privaten Vorbesitzer Stefan Rudolf aus Krebeck, allerdings aufgrund der Unfähigkeit der damaligen Gemeindeführung mit einem Verlust von 14.000 RM. Schon bald danach wird die Ziegelei von Rudolf an die hannoversche Firma Schriever & Co veräußert, die den Betrieb bis 1944 aufrecht erhält.

1935 Fertigstellung des heutigen Gemeindefriedhofs.

1935 Dreschmaschinenbesitzer Karl Gobrecht stellt seinen Betrieb auf Elektrizität um.

1936 Ablösung des Gemeindeführers August Böneke durch seinen Parteigenossen der NSDAP Karl Vollbrecht.

Frühjahr 1937 Der 38 Jahre an der Volksschule Holzerode tätige Schulleiter Peter tritt in den Ruhestand.

März 1941 300-jähriges Bestehen der Gastwirtschaft Degenhardt.

Mai 1941 Eröffnung des NSV-Kindergartens.

1943 Nach Unregelmäßigkeiten bei der Schweineschlachtung wird der „Gemeindeführer“ (Bürgermeister) Karl Vollbrecht (NSDAP) durch seinen Parteigenossen Karl Thiele im Amt abgelöst.

11. Januar 1944 Der Krieg kommt noch direkt nach Holzerode. Beim Abschuss und Absturz eines amerikanischen Bomberflugzeuges direkt am Ortsrand kommen mehrere Besatzungsmitglieder zu Tode, drei überleben und werden im Ort festgenommen. Infolge der Explosion einer noch an Bord befindlichen Bombe brennt die Scheune auf dem Grundstück Karl Finke an der Kirche nieder und eine Reihe von Häusern, insbesondere auch das Lehrerwohnhaus, werden erheblich beschädigt.


In der Nachkriegszeit und Frühzeit der Bundesrepublik (1945–1972)

8. April 1945 Um 17.00 Uhr erreichen amerikanischen Kampftruppen Holzerode und befreien den Ort vom Faschismus.

8. Mai 1945 Kriegsende: Aus der derzeitigen Einwohnerschaft sind zum Kriegsende 16 gefallene und 8 vermisste Soldaten zu beklagen. In Gefangenschaft sind noch 8 Soldaten. Von den Vermissten kehrt letztlich niemand zurück und die letzten drei Gefangenen kommen erst im Dezember 1949 (Otto Heise) bzw. im Januar 1950 (Otto Linnemann und Reinhold Sittko) aus Lagern in der Sowjetunion zurück.

Oktober 1945 Aufstellung einer zwölfköpfigen Nachtwache zur Festigung der allgemeinen Sicherheit im Ort.

Herbst 1946 Erste Gemeinderatswahlen nach Kriegsende. Von den kandidierenden zwei Wahllisten erhält die Liste der SPD 8 Sitze und die der NLP 1 Sitz. Bürgermeister wird der Sozialdemokrat Karl Kaufmann, Gemeindedirektor bleibt der bisherige kommissarisch Bürgermeister Wilhelm Linnemann.

Ende 1946 Beginn der bis Juni 1950 dauernden täglichen Schulspeisungen für bedürftige Kinder; 1949 nehmen daran noch 48 Kinder teil, die für eine Mahlzeit 10 Pfg. zahlen müssen.

26. Sept. 1946 Neugründung eines Nachfolgesportvereins für die beiden Vereine aus der Zeit der Weimarer Republik, des „Turn- und Sportvereins Holzerode“; Vorsitzender wird für kurze Zeit H. Baron, dann folgt ihm für fast 25 Jahre Hans Wieczorek an der Spitze des Vereins.

Januar 1947 Beginn von regelmäßigen Kinoübertragungen der „Weender Lichtspiele“ auf dem Saal Rühling.

Ende 1947 Holzerode hat jetzt 911 Einwohner, die sich aus 519 einheimischen „Altbürgern“ sowie 392 sog. „Evakuierten“ vor allem aus den zerbombten Großstädten sowie Flüchtlingen aus dem Osten zusammensetzen. Im einzelnen sind dies 46 aus Hannover, 3 aus Bremen, 1 aus dem Saargebiet, 30 aus dem Rheinland, 24 aus Brandenburg, 6 aus Sachsen, 1 aus Thüringen, 32 Personen aus Ostpreußen, 67 aus Westpreußen, 11 aus Sudetendeutschland, 62 aus Schlesien, 15 aus Pommern, 18 aus Posen, 5 aus dem Warthegau, 4 aus Jugoslawien, 7 aus Rumänien, 4 aus Bessarabien und 20 aus Polen. Insgesamt sind bis zu diesem Zeitpunkt seit dem Kriegsende 392 Personen zugezogen und müssen mit Wohnraum versorgt werden.

31. Oktober 1948 Erste Kirmesfeier nach dem Krieg; von da ab gibt es jedes Jahr im Oktober dieses zentrale Dorffest.

28. Nov. 1948 Gemeinderatswahlen: Die SPD erhält 6 Sitze, die DP 3 Sitze. Zum Bürgermeister und Gemeindedirektor in Personalunion wird der Sozialdemokrat Karl Kolle gewählt.

Januar 1949 Das Busunternehmen Baumgarten bekommt ein „neuen“ Bus mit 25 Sitz- und 25 Stehplätzen und betreibt auf der Linie unterhalb des Hünstollens über Roringen und Herberhausen den regelmäßigen Personentransport von und nach Göttingen (Fahrpreis 1,20 DM Einzelfahrt, 7,00 DM die Wochenkarte).

21. August 1949 Einweihung des neuen Sportplatzes am Osterholz.

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9. Oktober 1949 Wegen vielfach größerer Viehdiebstähle bekommt Holzerode einen ständigen Polizeiposten; besetzt wird er mit dem Polizeiwachtmeister Weber.

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Anfang 1950 Einrichtung einer Arztpraxis durch Dr. Cordt im Hause Bundfuß (heute Bergolte).

18. Mai 1950 Die Ortsgruppe Holzerode des „Deutschen Ostlandbundes“ führt ein großes Chorkonzert mit 140 Sängern auf dem Saal des Gasthauses Rühling durch. In Ansprachen betonen der 1. Vorsitzenden Hermann Woop und der Bürgermeister Karl Kolle die Bedeutung der Veranstaltung für das gute Zusammenleben von Einheimischen und Flüchtlingen.

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20. Mai 1950 Polizeimeister Weber spricht zu den Schüler/innen der 2.–4. Klasse über die Polizeiverordnung zum Schutze der Jugend (vom 10. Juni 1943!): „Er wies ganz besonders auf die Verbote des Besuches von Kinovorstellungen und Tanzveranstaltungen hin und warnte vor den Folgen einer solchen Übertretung. Leider war die Unsitte des Besuches solcher Veranstaltungen durch Schulkinder bis in den nächsten Morgen hinein schon sehr verbreitet bei den bereits konfirmierten Schüler/innen.“ (Auszug aus der Schulchronik)

23./24. Mai 1950 Durch ein Unwetter gibt es große Überschwemmungen des Beverbaches mit zahlreichen Schäden im Ort.

12. August 1950 Durch Brandstiftung kommt es zu einem größeren Brand der Scheune und Garage von Karl Linnemann (heutiges Grundstück des Altenwohnheimes Peter Müller), der auch die Scheune des benachbarten Landwirtes Wilhelm Heise stark gefährdet.

1950/1952 Verrohrung des Dorfbaches über eine Strecke von jeweils 100 Metern.

24. Dez. 1950 Am Heiligabend wird die elektrische Straßenbeleuchtung durch die EAM wieder in Betrieb genommen.

August 1951 Offizielle Schließung der Badeanstalt wegen Fehlens eines Bademeisters.

21. Oktober 1951 Inbetriebnahme eines Löschwasserbehälters in der Hünstollenstraße (damals noch Dorfstraße).

27. Oktober 1952 Erstes Kirmesschießen in der Nachkriegszeit; Schützenkönige werden Heinrich Thiele bei den Männern und Helmut Bährens bei den Junggesellen.

Herbst 1952 Errichtung der ersten drei Siedlungshäuser für Flüchtlinge (Daberkow, Kasper und Beyer).

9. Nov. 1952 Bei den Gemeinderatswahlen bekommt die SPD 4 Sitze, die DP 3 Sitze und der BHE 2 Sitze. Bürgermeister und Gemeindedirektor bleibt Karl Kolle (SPD); er wird zugleich auch als Kreistagsabgeordneter gewählt.

15. Dez. 1952 Gründung der „Laienspielgruppe Holzerode“.

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1. Januar 1954 Viele Flüchtlinge und Evakuierte der ersten Nachkriegszeit ziehen wieder fort. Holzerode hat jetzt wieder weniger Einwohner, nur noch 780 (514 Einheimische, 266 Flüchtlinge und Evakuierte).

1954 Die 1939 stillgelegte Ziegelei „Hölle“ nimmt den Betrieb wieder auf.

3. April 1954 Die reformierte Kirche in Holzerode bekommt eine neue zweite Glocke, die am Ostersonntag, den 18. April 1954, erstmalig geläutet wird.

2.–4. Juli 1955 900-Jahrfeier des Ortes.

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Ende 1955 Gründung eines Fremdenverkehrsvereins.

1. August 1956 Auflösung des Polizeipostens, Wachtmeister Weber wird nach Göttingen versetzt.

Sommer 1957 Bau des Gemeinschaftsmelkstandes (des damalig dritten in der Bundesrepublik).

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1957 Beitritt der Gemeinde zur Spar- und Darlehenskasse.

23. Januar 1958 Gründung des „Schützenvereins Holzerode“ im Gasthaus Rühling.

Herbst 1960 Bei den Gemeinderatswahlen bekommt die SPD-Liste wieder die absolute Mehrheit. Bürgermeister und Gemeindedirektor bleibt Karl Kolle.

24. Juli 1961 Der 1957 gegründete Schützenverein Holzerode weiht im Lauseberg seinen neuen Kleinkaliber-Schießstand ein.

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Dezember 1961 Nach 320 Jahren im Besitz der Familie Degenhardt geht das Gasthaus „Zur Krone“ in den Besitz von Erich Köpke über.

1963/64 Beginn des Baus der Oberflächenkanalisation und der Wasserleitung.

Herbst 1964 Bei den Gemeinderatswahlen verliert die SPD-Liste etwas an Stimmen, behält aber die absolute Mehrheit. Bürgermeister und Gemeindedirektor bleibt Karl Kolle.

Pfingsten 1966 Einweihung des Schützenhauses am Osterholz.

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23. Dez. 1966 Fertigstellung der zentralen Trinkwasserversorgung; anschließend Verlegung der Hausanschlüsse

1967 Bau eines Hochbehälters zur Wasserversorgung aus dem Ellerbachtal.

1968 Aufgabe der Bullenhaltung im Ort wegen Unrentabilität.

Herbst 1968 Bei den Gemeinderatswahlen bekommt die SPD-Liste wieder die absolute Mehrheit. Bürgermeister und Gemeindedirektor bleibt Karl Kolle.

6. Nov. 1968 Einweihung des heutigen Ehrenmals für die Opfer der Kriege und Gewaltverbrechen am alten kirchlichen Friedhof.

1968–1972 Intensiver Straßenausbau.

19.–21. Juli 1969 Erneuerung der Schüttenhofftradition und Feier des 1. Schüttenhoffs „neuer Art“ seit 1913.

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Ende 1969 Fertigstellung der Oberflächenkanalisation für den gesamten Ort.

Winter 1970 Willi Vollbrecht, seit 1968 stellv. Bürgermeister und Gemeindedirektor, verhandelt erfolgreich mit der Kirchenleitung der Reformierten Kirche in Leer um die langfristige Anpachtung von Kirchengelände zum Bau einer neuen Sportplatzanlage. Gegen Widerstände im Gemeinderat wird daraufhin im Gemeinderat der Bau der heutigen Sportanlage beschlossen; dessen Baubeginn erfolgt noch im gleichen Jahr.

1971 Einweihung der Friedhofskapelle und Baubeginn der Mehrzweckhalle am Sportplatz (der Hochbau erfolgt weitgehend in Eigenleistung durch eine aktive „Rentnertruppe“).

Oktober 1971 Wildernde Hunde töten 46 Schafe.


In der Zeit von der Integration in die Gemeinde Ebergötzen bis zur Gegenwart (1972–2005)

11. Dez. 1972 Letzte Sitzung des Rates der selbstständigen Gemeinde Holzerode.

16. Januar 1973 Zusammenschluss von Ebergötzen und Holzerode zur „Einheitsgemeinde“ Ebergötzen; die gemeinsame SPDListe aus Ebergötzen und Holzerode hat die absolute Mehrheit und der Ebergötzer Werner Edel (SPD) wird Bürgermeister; sein Stellvertreter wird Willi Vollbrecht (SPD).

Frühjahr 1973 In Umsetzung der Gebiets- und Verwaltungsreform erfolgt die Gründung der Samtgemeinde Radolfshausen und die Einheitsgemeinde Ebergötzen/Holzerode wird Mitglied der Samtgemeinde Radolfshausen. Bei den Gemeinderatswahlen bekommt in der Mitgliedsgemeinde Ebergötzen-Holzerode die Liste der SPD wieder die absolute Mehrheit und Werner Edel bleibt Bürgermeister, sein Stellvertreter wird erneut Willi Vollbrecht. Die Verwaltung erfolgt zunächst durch die Samtgemeinde.

ab 1973 Nutzung der alten Schule als Vereinszentrum und Außenstelle der Gemeindeverwaltung.

1973 Verlust des letzten nutzbaren Saales im Dorf durch eine Gasexplosion im Gasthaus Rühling.

1. Mai 1974 Gründung des „Rallye-Clubs“ Holzerode in der 1973 neu eröffneten Gaststätte von Herta und Ludwig Kaufeld.

August 1975 Inbetriebnahme des neuen Sportplatzes.

Juli 1976 Feier des 2. Schüttenhoffs „neuer Art“.

1976 Bei den Gemeinderatswahlen bekommt die Liste der SPD wieder die absolute Mehrheit; Werner Edel bleibt Bürgermeister, zu seinem Stellvertreter wird Dr. Wolfgang Buss gewählt.

Sommer 1977 Die ersten Grundschuljahrgänge werden in der Wilhelm-Busch-Schule in Ebergötzen eingeschult.

November 1976 Einweihung der Mehrzweckhalle am Sportplatz.

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September 1977 Gründung des „Reitervereins“ Holzerode.

1978 Die Gemeinde Ebergötzen-Holzerode verwaltet sich wieder selber. Bürgermeister Edel übernimmt in Personalunion auch das Amt des Gemeindedirektors.

Juni/Juli 1979 Bau von zwei Tennisplätzen oberhalb des Sportplatzes.

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Ende 1980 Bürgermeister Werner Edel tritt aus Altersgründen vom Amt des Bürgermeisters und Gemeindedirektors zurück. Willi Behre (SPD) wird in beiden Ämtern sein Nachfolger, sein Stellvertreter wird Willi Vollbrecht.

Juli 1983 Feier des 3. Schüttenhoffs „neuer Art“.

März 1985 Befestigung eines Festplatzes an der Mehrzweckhalle.

1985 Einrichtung eines Jugendraumes in der Alten Schule.

1986 Erstellung von zwei Kinderspielplätzen.

13.–15. Juli 1990 Feier des 4. Schüttenhoffs „neuer Art“.

Sommer 1996 Bau des Grillplatzes oberhalb des Sportplatzgeländes (wiederum weitgehend in Eigenleistung mit einer neuen „Rentnertruppe“).

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Juli 1997 Feier des 5. Schüttenhoffs „neuer Art“.

1999 Genehmigung des Neubaugebietes „Unter der Struthbreite“ mit 37 Bauplätzen.

Frühjahr 2005 Ausbau der Straße „Am Sportplatz“.

24. Juni-3. Juli 2005 950-Jahrfeier Holzerodes mit 6. Schüttenhoff „neuer Art“.

  • Quelle: Festschrift 950 Jahre Holzerode, 2005

siehe auch:

Holzerode