Cinema

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Cinema ist der Name eines früheren Programmkinos in Göttingen.

Rückblick: Programm

  • Erstaufführungen
  • Filmklassiker
  • Repertoirefilme
  • Filme im Original mit Untertiteln
  • Dokumentarfilme
  • (Stumm-) Filme mit Live-Musikbegleitung
  • Filme in Anwesenheit von Regisseuren und Schauspielern
  • (Dokumentar-) Filme mit anschließender Diskussion
  • Kinderfilme

Rückblick: Cinema-Fest

Als vollen Erfolg wertet der Verein „Filmkunstfreunde Göttingen“ das Cinema-Fest im dezember 2010. Mehr als 140 Gäste sahen den Filmklassiker „Leoparden küsst man nicht“ von 1938 mit Cary Grant und Katharine Hepburn im Kino Cinema.

Anlass für die Veranstaltung war die bevorstehende Schließung des letzten Innenstadtkinos Göttingens, in welchem vorwiegend Filmklassiker, internationale Filme oder Dokumentationen gezeigt werden. Das Traditionskino muss bis Ende Januar aus den Räumlichkeiten neben der Jakobikirche ausziehen, da das Haus in der Weender Straße 58 verkauft wurde. Die Filmkunstfreunde setzen sich für den Erhalt des Cinema ein. Der im September dieses Jahres gegründete Verein hat sich zur Aufgabe gemacht, neue Räume und Sponsoren für das Kino zu finden. Wer den Verein unterstützen möchte, kann sich per E-Mail an filmkunstfreunde@cinema-goettingen.de melden.

Das Aus für das Cinema

Mit einem Abschiedswochenende geht eine Ära zu Ende. Nach 46 Jahren muss das Cinema in der Weender Straße 58 schließen. Für Sandra Kirchner ist es ein schwerer Abschied. „Ich mag die Menschen einfach so gerne“, sagt die Betreiberin des letzten Innenstadtkinos in Göttingen. „Man trifft ganz viele Leute, alles Menschen, die mir sehr am Herzen liegen.“ Erst habe sie von ihrem Vater Abschied nehmen müssen, nun von „seinem“ Kino, das inzwischen auch zu ihrem geworden ist.

Am 30. April 1963 wurde das Cinema vom Filmverleih „Neue Filmkunst Walter Kirchner“ eröffnet. Die „Neue Filmkunst“ bot nur künst­lerisch anspruchsvolle Filme im Verleih und im ­Cinema an. Gleichzeitig pflegte sie die Filmgeschichte und hat die Werke von Ernst Lubitsch, Max Ophüls oder Alfred Hitchcock aus den 20 und 30er Jahren für die Leinwand wieder entdeckt.

Mitte der 70er Jahre hat Kurt Krause das Programmkino übernommen. Hans Joachim Flebbe mit der Cinemaxx-Kette betrieb es von 1980 bis Februar 1999. Nach einer kurzen Schließzeit wurden die Räume als Arthouse-Programmkino wiedereröffnet. Betreiber war die „Lupe GmbH“ als Nachfolgeverleih der „Neuen Filmkunst“. Neue Arthousefilme und viele alte Klassiker wie „La Strada“ oder Hitchcocks „Eine Dame verschwindet“ standen wieder auf dem „Spielplan“. „Mein Vater wollte es so gerne wieder machen“, erzählt Sandra Kirchner.

So habe sie die Theaterleitung übernommen. Seit November 2005 führt die Tochter des Gründers das Traditionskino als Einzelbetreiberin, zuletzt mit fünf Teilzeitmitarbeitern. Seit der Wiedereröffnung ist das Cinema jedes Jahr für sein Programm ausgezeichnet worden.

Erklärtes Ziel von Sandra Kirchner war es, ein vielseitiges und anspruchsvolles Filmkunstprogramm mit internationalen Filmen zu bieten. Regelmäßig gab es Live-Konzerte. „Weit umfassend“ nennt Kirchner den Publikumskreis mit Kunst-, Theater-, Literatur- und Musikinteressierten, Senioren, Schülern, Studenten und Familien. Zwar seien die Besucherzahlen in den vergangenen zwei Jahren zurückgegangen. Doch gerade in der letzten Zeit habe sie viele Mails bekommen von Besuchern des Cinema, die sehr traurig darüber seien, dass das kleine Kino nun schließe. In der Innenstadt gibt es nun kein Kino mehr, bedauert Kirchner. Auch dem Sternkino droht das Ende.

Im Cinema sind die Projektoren ausgebaut. Die Kinostühle will Sandra Kirchner am Montag abschrauben und einlagern. Dann muss sie die Schlüssel abgeben. Einen Lagerraum hat sie bereits gefunden. Denn sie hofft, dass es an einem anderen Ort in Göttingen bald weitergehen kann. Mit Live-Veranstaltungen will sie bis dahin in der Stadt präsent bleiben.

Programm zum Abschluss

Mit vier Veranstaltungen an einem Wochenende sagte das „Cinema“ seinen Fans „Auf Wiedersehen“. Den Anfang machte am Freitag, 28. Januar 2011, Mark Gillespie. Im Sommer spielte er auf europäischen Straßenmusikfestivals. Im Winter tourte er mit seiner Band oder als Duo mit Tom Drost durch die Konzertsäle. Dabei machte er regelmäßig Station in der Weender Straße. Das Konzert begann um 20 Uhr.

„Oliver Steller sprach und sang Gotthold Ephraim Lessing“ hieß es am Sonnabend, 29. Januar 2011, um 19.30 Uhr. Es begleiteten ihn Bernd Winterschladen (Saxophon) und Dietmar Fuhr (Kontrabass). Ab 22.15 Uhr stieg anschließend ein Abschiedskonzert für das Innenstadtkino – mit Björn Jentsch, Dietmar Fuhr, Oliver Steller, Bernd Winterschladen und Überraschungsgästen.

Von seinem jüngsten Publikum verabschiedete sich das Programmkino am Sonntag, 30. Januar 2011, um 15 Uhr. Oliver Steller las Gedichte für Kinder. Und wieder waren seine Freunde Bernd und Dietmar dabei.