Cron & Lanz

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Die Konditorei Cron & Lanz ist seit 1871 in Göttingen ansässig.

Geschichte

Hervorgegangen ist die Konditorei aus dem Geschäft, das der Konditormeister Ernst Menz in der Weender Straße 35 betrieb. Neben der Konditorei befand sich eine Weinhandlung, außerdem betrieb der Inhaber eine Likörfabrik. 1864 stellte er den damals 20 Jahre alten Heinrich Cron ein, der nach sieben Gehilfenjahren 1871 die Konditorei übernahm. Ernst Menz wandte sich von nun an dem Weinhandel und Likörgeschft zu.

Cron verlegte die Konditorei in die Weender Straße 28. 1871 holte sich Cron Unterstützung. Er stellte seinen Cousin Leonhard Lanz ein, der ein Jahr später Crons Schwester Henriette heiratete. Zusätzlich eröffnete Lanz ein Restaurant in der Prinzenstraße.

Mit Ablauf des Pachtvertrages musste die Konditorei aus der Weender Straße 28 ausziehen. Das neue Ladenlokal befand sich in der Weender Straße 54. Dort wurde am 1. April 1876 die Firma Cron & Lanz offiziell gegründet. Im Nebengebäude richtete Lanz eine Backstube und ein Café mit "Damenzimmer" ein.

1887, zur Feier des 150. Gründungsjahres der Georg-August-Universität, diente das Haus als Lokalität für das Bankett nach dem Festakt in der Aula der Universität.

Trotz solcher Erfolge wurde kurze Zeit später der Restaurantbetrieb eingestellt. 1899 bekam die Konditorei weitere Verstärkung: Adolf Grummes wurde als Gehilfe eingestellt. Auch seine Verlobte, Louise Unterberg, wurde in den Betrieb aufgenommen. Grummes übernahm am 4. Januar 1904 das Geschäft. Unter seiner Leitung wurde 1912 in der Weender Straße 25 ein Neubau bezogen. Es soll das erste Gebäude in Göttingen gewesen sein, das mit Beton und Eisenfachwerk entstand.

Der Erste Weltkrieg markierte auch für die Firma Cron & Lanz einen tiefen Einschnitt. Erst während der Weimarer Republik setzte ein erneuter Aufschwung ein. Adolf Grummes mietete im Nachbargebäude seines Cafés, in der Weender Straße 23, zusätzliche Räume an. 1929 zählte der Betrieb dann bereits 30 Mitarbeiter.

1930 übernahm Adolf Grummes zweite Frau Therese das Geschäft. Sie starb 1932. Die Firma hinterließ sie Adolf Grummes Söhnen aus erster Ehe: Hans und Willy. Sie nahmen an dem Haus in der Weender Straße 25 einige bauliche Veränderungen vor.

1940 wurden die Brüder eingezogen. Die Konditorei wurde von Willys Ehefrau weitergeführt, was in Kriegszeiten und Zeiten der Rationierung von Lebensmitteln zu einem wirtschaftlichen Einbruch führte. Hinzu kam, dass Hans 1944 fiel und Willy nach Kriegsende als vermisst galt. Der Betrieb wurde zeitweilig eingestellt.

Ab 1945 wurden wieder Torten und anderes Gebäck angeboten. Außerdem kehrte Willy Grummes aus französischer Kriegsgefangenschaft zurück. Er eröffnete 1949 ein Gartencafé, das sich hinter dem Wohnhaus der Grummes in der Weender Straße 23 befand. Grummes erwarb das Haus und eröffnete zudem eine Filiale in der Brüder-Grimm-Allee 8.

1961 richtete der Filmarchitekt Walter Haag unter anderem das "Grüne Zimmer" ein. Alle Räume des Cafés wurden neu gestaltet und dabei 50 neue Sitzplätze geschaffen.

1965 trat Andreas Grummes in den elterlichen Betrieb ein, ab 1972 wirkte er als persönlich haftender Gesellschafter.

1984 erhieltr der Betrieb die Auszeichnung für "beispielhafte Leistungen in der Berufsausbildung junger Menschen".

Nach der Einrichtung der Göttinger Fußgängerzone 1974 richtete Cron & Lanz das erste sogenannte Boulevard-Café mit 50 Plätzen ein.

1975 starb Willy Grummes.

1980 schloss Andreas Grummes das Gartencafé und richtete stattdessen eine Dachterrasse ein. 1986 ließ er den gesamten Produktionsbereich der Konditorei abreißen und komplett erneuern. Die Produktionsbereiche Gebäck/Torten und Pralinen wurden voneinander getrennt.

1991 wurde das Nachbargebäude in der Weender Straße 23 saniert, Hansjochen Schwieger erweiterte ihn durch eine Glasveranda. Es entstand das "Crönchen", das Bistro bei Cron & Lanz.

Weitere Veränderungen folgten 1998 bis 2000: An der Fassade des Geschäftshauses wurden kleine Balkone angebracht und der Verkaufsraum umgestaltet.

Quelle: 125 Jahre Konditorei-Café Cron & Lanz - Eine Chronik des Göttinger Traditionshauses


Öffnungszeiten:

Montag bis Freitag 8.30 - 19.00 Uhr
Samstag 8.30 - 18.30 Uhr
Sonn- und Feiertage 13.00 - 19.00 Uh


Literarische Erwähnung findet das Café u.a. bei dem Physiker Carl Friedrich von Weizsäcker und dem Schriftsteller Peter Bamm.

Mehr Informationen zu Cron und Lanz im Internet.