Das peinliche Halsgericht

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Kultur- und Heimatverein Harste e.V
Gerichtslinde.jpg
Gerichtslinde im Domänenpark

Das peinliche Halsgericht

Ja, so hieß das damals im 17. Jahrhundert. Dieses Halsgericht tagte (entweder unter der Gerichtslinde oder auch auf dem Thie), wenn jemand aufgrund eines Deliktes (z.B. Mord, Notzucht, Meineid, Ketzerei, Diebstahl von Sachen, die mehr als 4 Silbergroschen wert waren, Urkundenfälschung etc.)durch den Strick oder das Schwert vom Diesseits ins Jenseits befördert werden sollte.

In Harste ist es tatsächlich zu mehreren Gerichtsverhandlungen mit Todesurteil gekommen. Die Urteile wurden auf dem Galgenberg vollstreckt. Das letzte hier in Harste ausgesprochene Todesurteil und die anschließende Hinrichtung erfolgte im Jahre 1818.

Dass es auch in Harste solch ein Gericht gab - und zwar bis 1823 - zeigt die besondere Stellung dieses Ortes in früherer Zeit. Woher kam das?

Eigentlich ganz einfach! Harste hatte eine Burg, und Burgen wurden oft zu Amtssitzen, als die welfischen Gebiete in kleinere oder größere Herrschaftsbezirke aufgeteilt wurden. (13./14. Jahrhundert) Ein vom herzog eingesetzter Vogt (später Amtmann) verwaltete den fürstlichen Grundbesitz, überwachte die Dienstleistungen der Untertanen, zog die Abgaben ein und übernahm juristische Aufgaben. Der Herrschaftsbezirk und Amtssitz Harste umfasste im Jahr 1418 die Dörfer: Ellershausen, Emmenhausen, Esebeck, Grone, Harste, Hetjershausen, Holtensen, Lenglern, Mengershausen, Parensen, Rosdorf und Weende. Später kamen noch Knutbühren und Nikolausberg dazu und noch später dann Roringen, Herberhausen, Bösinghausen und Marienstein. Bis zur Auflösung im Jahre 1823 gehörten diese Dörfer zum Amt Harste.

Quelle: Plesse Archiv, Heft 12 und Buch "Harster Geschichten" vom Kultur- und Heimatverein e.V.