Demonstrationen in Göttingen

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Demonstration

Demonstrationen 2009

Januar

  • Gleich bei zwei Demonstrationen in der Innenstadt ging es am 17. Januar 2009 um den Gaza-Krieg zwischen Israel und der Hamas. Zu der Demonstration mit rund 150 Teilnehmern, die am Wilhelmsplatz startete, hatten unter anderem die Palästinensische Gemeinde, der Paritätische Wohlfahrtsverband und die antifaschistische Gruppe Grobian aufgerufen. Die Teilnehmer hier forderten einen sofortigen Waffenstillstand und eine humanitäre Versorgung in Gaza. Die Polizei sorgte mit mäßiger, aber klarer Präsenz dafür, dass die beiden Kundgebungen getrennt blieben.

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Bis zu 10000 Schüler und Studenten haben am 17. Juni in Göttingen für grundlegende Bildungsreformen demonstriert. Mit Transparenten und Trillerpfeifen zogen sie friedlich durch die Innenstadt. Unter anderem protestieren sie gegen Studiengebühren und eine verkürzte Schulzeit für Abiturienten. Der Zug reicht vom Markt über Rote Straße und Kurze-Geismarstraße bis zum Geismartor, der Lärm ist ohrenbetäubend. Immer wieder skandieren Schüler und Studenten Sprüche wie "Bildungsklau im ganzen Land, unsere Antwort ist Widerstand" oder "Bildung für alle, und das umsonst". Auch auf Transparenten drücken sie aus, was sie ärgert: Mit Sprüchen wie "Lernst du noch, oder bezahlst du schon" protestieren sie gegen Studiengebühren und private Hochschulen. Der Satz "Geistige Lehre statt fleißige Lehre" richtet sich gegen verschulte Bachelor-Studiengänge. Und der Ruf "Kein Turbo-Stress" richtet sich gegen das Abi nach zwölf Schuljahren.

Von den Gesamtschulen IGS in Geismar und KGS in der Weststadt hatten sich schon am Vormittag etwa 2000 bis 3000 Schüler auf den Weg zum bundesweiten Bildungsstreik gemacht, darunter auch viele Schüler der Gymnasien. Die Streik-Initiatoren sprechen später von insgesamt 10000 Teilnehmern, die Polizei von etwa 7000. Parallel demonstrierten auch Schüler in Northeim.

Die Stimmung in Göttingen ist laut und zornig, aber auch fröhlich und friedlich - Polizisten sind kaum zu sehen. Nur am Neuen Rathaus und am Wilhelmsplatz kommt es kurz zu kleinen Rangeleien - schnell gestoppt von anderen Demonstranten. Am Nachmittag besetzt eine Gruppe die Uni-Verwaltung. Präsident Kurt von Figura bietet Gespräche an.

"Wir sind gegen diese schlechte Bildungspolitik und das Turbo-Abi", beschreiben Louisa und Ronja aus dem zehnten Jahrgang am Hainberggymnasium ihre Protest-Motivation. Bei nur noch acht Gesamtschuljahrgängen bis zum Abi müssten die Schüler an der IGS früher als bisher getrennt werden, beklagt Hans aus dem achten Jahrgang. Theologiestudentin Anna-Katharina aus dem vierten Semester demonstriert gegen jüngste Uni-Reformen und damit vor allem für künftige Studenten. Auch sie sollen "selbstbestimmt und ohne zunehmenden Druck" studieren können. In Redebeiträgen am geschützt eingepackten Gänseliesel fordern Studenten- und Schülervertreter sowie Gewerkschafter neben der Abschaffung von Studiengebühren und Turbo-Abitur auch mehr Lehrer, kleinere Klassen, weniger Konkurrenzdruck, eine bessere Förderung vermeintlich schwacher Schüler und weniger soziale Ausgrenzung ärmerer Schüler und Studenten. Der gestrige Bildungsstreik ist eingebettet in eine Aktionswoche an der Uni Göttingen mit Workshops, Kulturveranstaltungen und kleineren Protestaktionen in der Stadt

Quelle: ULRICH SCHUBERT im Göttinger Tageblatt vom 18. Juni 2009.

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