Dianji Estévez Caraballo

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„Hatte nie einen Gitarrenlehrer“: der 19-jährige Göttinger Dianji Estévez Caraballo.

Dianji Estévez Caraballo ist ein Musiker aus Göttingen. Beim Talentwettbewerb des Internetportals "You Tube" belegte er mit seinem Gitarrenspiel den dritten Platz.

Ein Naturtalent mit eigener Technik

Wer das Zimmer von Dianji Estévez Caraballo betritt, vermutet nicht sofort, dass sich der 19-jährige Göttinger der akustischen Gitarre verschrieben hat. Über dem Schreibtisch hängt ein Poster der amerikanischen Nu-Metal-Band Korn. „Follow the leader“ steht dort. Von der Wand am Kopfende des Bettes blickt

Heath Ledger als Batmans Gegenspieler Joker ins Zimmer. In einem Ständer in der Mitte des Raumes steht eine E-Gitarre. Erst auf dem zweiten Blick fällt die Akustikgitarre auf. „Meine Taylor“, sagt Dianji, der für seinen Künstlernamen gerne die Anfangsbuchstaben seiner beiden Nachnamen an den Vornamen hängt.

Es ist die Gitarre, die ihm bei „You Tube“-Secret-Talent-Wettbewerb in diesem Jahr Glück gebracht hat. Den dritten Platz von 2600 Bewerbern hat DianjiEC bei dem Online-Video-Wettbewerb der Internet-Videoplattform gemacht. Seine Eigenkomposition „Breaking the Silence“ kam an bei den Internetnutzern, die ihre Stimme abgegeben haben.

„New Age Percussive Fingerstyle“ nennt Dianji seinen Stil selbst. Wer ihn beim Spiel zusieht, weiß warum: Melodiös sind seine Kompositionen, flink huschen seine Finger der linken Hand über das Griffbrett, während die rechte die Saiten mal sanft zupft, mal hart anreißt, so dass sie laut auf den Metallbünden schnarren. Immer wieder unterbrochen vom Schlagen des Beats auf dem Holzkorpus seiner Taylor. Hier fließt zusammen was den 19-Jährigen bisher musikalisch beeinflusst hat.

Vor zehn Jahren etwa hat er zum ersten Mal eine Gitarre in der Hand gehabt. Eine Flamenco-Gitarre von seinem Vater. Das Spielen der Stücke ging ihm leicht von der Hand. Ein Naturtalent, wie es scheint. Nach den ersten Gehversuchen im Flamenco wechselte Dianji die Musikrichtung und die Gitarre: Er spielte in verschiedenen Metal-Projekten. Beides – Flamenco und Metal – klingen in seinen Kompositionen an. Hinzukommt der treibende Beat, den sich der Berufsschüler von den französischen Elektropoppern Daft Punk abgehört hat. Und weil die normale Stimmung der Gitarrensaiten auf E A D G H E viel zu gewöhnlich ist, experimentiert er mit ihr herum. Bei „Breaking the Silence“ etwa sind die Saiten auf B B D Gb B D gestimmt.

„Ich hatte noch nie einen Gitarrenlehrer“, sagt Dianji. Auch Notenlesen hat er erst vor einem Jahr gelernt. Ein, wie er sagt, notwendiges Übel. Dianji will im Herbst mit einem Musikstudium in Hamburg beginnen, auch um sein Hobby zum Beruf zu machen. Ein Schritt dahin ist bereits gemacht: Zehn eigene Stücke sind fertig komponiert. „Wenn es zwölf sind gehe ich ins Studio und nehme eine CD auf.“