Dietmar Pörschke

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Dietmar Pörschke

Dietmar Pörschke ist Forschungsgruppenleiter am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie. Er wurde als erster Deutscher mit der John-Kerr-Medaille ausgezeichnet. Er erhielt die Auszeichnung, die nur alle drei Jahre vergeben wird, für herausragende Arbeiten auf dem Gebiet der Elektro-Optik.

Der 68-jährige Pörschke studierte Chemie an der Universität Göttingen und promovierte an der Technischen Universität Braunschweig bei Manfred Eigen. Seit 1971 forscht er am Göttinger Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie und leitet dort die Forschungsgruppe Biomolekulare Dynamik. Pörschke lehrte von 1986 bis 2006 das Fach Biophysikalische Chemie in Vorlesungen und Praktika an der Georg-August-Universität.

Forschung

Das Forschungsgebiet des Preisträgers hat Tradition in Göttingen: Bereits Georg Christoph Lichtenberg und später die Nobelpreisträger Peter Debye und Manfred Eigen untersuchten erfolgreich die Wirkung elektrischer Felder auf Materie. Die Elektro-Optik setzt dazu optische Methoden ein und bestimmt die Wirkung solcher Felder insbesondere auf Makromoleküle in Lösungen oder Kolloid-Suspensionen.

Um damit auch biologische Makromoleküle wie Nukleinsäuren und Proteine unter physiologischen Bedingungen untersuchen zu können, erweiterte der Physiko-Chemiker die Empfindlichkeit der Messmethoden. Durch Kombination verschiedener Verfahren gelang es ihm, neue Möglichkeiten zur Analyse von Reaktionen zu entwickeln. Verknüpft mit der von ihm und Jan Antosiewicz in Göttingen entwickelten „quantitativen molekularen Elektro-Optik“ lassen sich so genaue Informationen über die globale Struktur und Dynamik von Makromolekülen erhalten.

Praktische Anwendung finden Erkenntnisse aus dem weiteren Bereich der Elektro-Optik beispielsweise bei der „elektronischen Tinte“ in E-Book-Lesegeräten. Hierbei werden Effekte an Kolloiden genutzt, die durch von außen einwirkende elektrische Felder entstehen.