Dransfeld

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Dransfeld
Wappen von Dransfeld.jpg
Wappen von Dransfeld
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Göttingen
Schulen:
Einwohner: 4146 (31. Dez. 2007)
Postleitzahl: 37127
Vorwahl: 05502
Kennzeichen:
Bürgermeister: Rolf Tobien (SPD)
Website: Die Samtgemeinde Dransfeld im Internet


Dransfeld ist eine Stadtgemeinde in Südniedersachsen im Landkreis Göttingen und Sitz der Samtgemeinde Dransfeld.

Geschichte

Eine Urkunde des Herzogs Albrecht aus dem Jahr 1255 bezeichnet Dransfeld erstmals als Stadt. Nach Einschätzung des früheren Göttinger Stadtarchivars Ferdinand Wagner könnte der Sohn Heinrich des Löwen dem Ort die Stadtrechte verliehen haben, um seine Pfalzgrafschaft nach Süden zu schützen. Dransfeld sei durch seine Lage auf der Wasserscheide zwischen Göttingen und Hann. Münden besonders gut als Stützpunkt geeignet gewesen. Zudem hätte es mit seinen zwei Kirchen nach damaligem Ermessen bereits städtische Züge aufgewiesen.

Erstmals urkundlich Erwähnung fand Dransfeld bereits am 12. Februar 960. Damals schenkte König Otto I. dem neu gegründeten Reichskloster Hilwartshausen, in dem Nonnen lebten, die Höfe bei den Dörfern Threnesfelde sowie Jühnde und dem später aufgegebenen Fredershausen. Die ersten Spuren menschlicher Besiedlung reichen bis in die Altsteinzeit zurück, die vor 10.000 Jahren endete. Faustkeine und Messer, Kratzer, Stichel und Schaber fanden sich unter anderem im Alten Dorf südlich von Dransfeld sowie beim Gut Wellersen. Die Menschen lebten damals als Jäger und Sammler. Vor dem Wetter suchten sie unter Felsvorsprüngen, wie sie sich in Reinhausen finden, Zuflucht. Das südliche Niedersachsen bevölkerten damals Mammut und Steppenwisent, Wildpferd und Wollnashorn. Keulen und Geräte aus Geweihen erinnern an menschliche Siedler der Mittelsteinzeit, die vor 6000 Jahren endete. Spuren von Lagerplätzen haben sich in Bühren erhalten. Polierte Feuersteinwerkzeuge und Keramik stammen aus der Jungsteinzeit, die vor 3800 Jahren zuende ging. Damals bestanden in Rosdorf und Grone feste Siedlungen. Die Menschen bauten die Weizenart Emmer, Spelzgerste und Roggentrepse, Erbsen und Bohnen an. Sie kannten den Flachs und züchteten Schafe und Ziegen, Schweine und Rinder. In der Bronzezeit, die 800 v. Chr. endete, wurden in der Dransfelder Feldmark, aber auch bei Knutbühren, Hann. Münden und Hedemünden Grabhügel errichtet, die bis heute überdauert haben. Die Kelten, die bis 50 v. Chr. im südlichen Leine- und Weserbergland lebten, wurden von Germanen über den Rhein nach Westen abgedrängt.

Um 100 n. Chr. stießen Soldaten des Römischen Kaiserreichs nach Südniedersachsen vor. Daran erinnern Keramikscherben und Münzen, die im Dransfelder Alten Dorf und bei Mielenhausen gefunden, aber auch die Urnengräber bei Banteln und Gladebeck. Deutschlandweit Aufmerksamkeit erregte im vergangenen Jahr die Ausgrabung eines Römerlagers bei Hedemünden unter Leitung des Göttinger Kreisarchäologen Klaus Grote. Ab dem 8. Jahrhundert kamen mit dem Vorrücken der Franken die Menschen in Südniedersachsen mit dem Christentum in Kontakt. Keimzelle der späteren Stadt Dransfeld war das bereits erwähnte Alte Dorf, das nach dem Bevölkerungsrückgang im Dreißigjährigen Krieg aufgegeben wurde.

Großbrand

Am 28. Januar 1834 wütete ein Großfeuer in der Stadt Dransfeld, das die Stadt fast völlig zerstörte. Ein Sturm wütete am Abend des 28. Januars 1834 über Dransfeld. Die Menschen saßen in ihren warmen Stuben, als gegen 19 Uhr plötzlich durch die Straßen der Ruf „Feuer, Feuer“ gellte. Die Sturmglocke läutete. In der Immenstraße, einer Seitengasse am Unteren Tor, brannte es. Angefacht durch starke Böen griffen die Flammen schnell um sich. Bald brannte es in der Straße am Bache. Dann fing das Stadthaus Feuer. Die Kirche und die Schule gingen in Flammen auf. Panik brach aus. Menschen und Tiere liefen durcheinander. Eltern suchen ihre Kinder. Kranke wurden herausgetragen. Vereinzelt schleppten Menschen Wertgegenstände in den Keller. Beim Versuch, noch etwas aus dem brennenden Haus zu retten, kam die 24-jährige Marie Topfunde ums Leben. Außerdem kam der Wittwer Johann Christian Mühlenhausen ums Leben. Bettlägrige Kranke mussten während der kalten Winternacht im Freien campieren.

Die hoch auflodernden Flammen ließen unterdessen hunderte Helfer aus den umliegenden Dörfern herbeieilen. Bei den Löscharbeiten fingen die Spritzen selbst an zu brennen, so heftig war die Feuersbrunst. Innerhalb von drei Stunden brannten die Häuser in der Langen Straße von einem Tor zum anderen nieder. Nach sechs Stunden waren von 155 Wohnhäusern samt Scheunen und Ställen nur noch verkohlte Grundmauern übrig. Die Glocken der St.-Martini-Kirche waren geschmolzen. Vier Wochen lang loderten in den Ruinen immer wieder Flammen neu auf. Nur 50 Häuser überstanden den Brand. Die meisten Überlebenden hatten alles verloren. Selbst in den Keller getragene Wertgegenstände waren verbrannt. Mehr als 300 Schafe sowie Rinder und Pferde kamen um.

Den Abgebrannten von Dransfeld schlug eine Welle der Hilfsbereitschaft entgegen. Schon am Morgen des 29. Januar trafen die ersten Lebensmittel ein. Es fanden in ganz Deutschland Sammlungen statt. Die Göttinger spendeten Würste und Kartoffeln. Kassel zeigte sich großzügig. Sogar aus England kam Unterstützung. In einer Ecke des abgebrannten Rathauses entstand eine Notküche, wo monatelang für die Opfer gekocht wurde. Viele der Obdachlosen kamen in der Region unter, darunter mindestens 120 Kinder in Münden.

Neuplanung der Stadt

Das Königreich Hannover, zudem Dransfeld damals gehörte, ließ nach der Katastrophe die Stadt neu planen. Verwinkelte Gassen wichen langen, geraden Straßen. Die Häuser an der Langen Straße durften nur noch zweigeschossig sein. Der alte St.-Johannis-Kirchhof, der viele Jahre als Friedhof gedient hatte, wurde überbaut. Nicht alle Dransfelder waren mit den Neuerungen einverstanden. Die Obrigkeit ließ sich aber durch Einwände nicht beirren. Um günstig Baumaterial zu beschaffen, wurde die fünf bis acht Meter hohe Stadtmauer abgerissen. Außerdem fielen drei Stadttürme. Die Einweihung des Martini-Kirchen-Neubaus fand 1841 sieben Jahre nach dem Brand statt.

Personen

Der Musiker und Komponist geistlicher und weltlicher Lieder, Johannes Jeep, wurde 1582 in Dransfeld geboren.

Namensgebung

Nach Erkenntnissen des Sprachforschers Prof. Jürgen Udolph hieß Dransfeld 960 "Threnesfelde". Die Vorsilbe "Threnes" stammt aus dem Baltischen und bedeutet "Sumpf" oder "sumpfiges Land". Der Ortsname Dransfeld lässt sich also, laut Udolph mit "sumpfige Felder" übersetzen.

Die Hasenmelker

Die Dransfelder werden im Volksmund als die "Hasenmelker" bezeichnet. Das liegt daran, dass 1660 fasste der Bürgermeister Georg Grünewald die mündlich überlieferte "Histohrge von den Hasenmelkers un Asinus Freters" in plattdeutsche Reime. Die heute noch hiernach aufgeführte "Dransfelder Hasenjagd" spiegelt den andauernden Kampf um das Nutzungs- und Jagdrecht der Dransfelder am Hoher Hagen wieder.

Ortschaften

Die Samtgemeinde Dransfeld besteht aus den Gemeinden Bühren, Jühnde, Niemetal, Scheden und der Stadt Dransfeld.

Die Ortschaften der Samtgemeinde Dransfeld sind Bühren (Gemeinde Bühren), Dransfeld, Bördel, Ossenfeld und Varmissen (Stadt Dransfeld), Jühnde und Barlissen (Gemeinde Jühnde), Ellershausen, Imbsen, Löwenhagen und Varlosen (Gemeinde Niemetal), Scheden, Meesen und Dankelshausen (Gemeinde Scheden)

Vereine

Sehenswürdigkeiten

Niemetal

Gaußturm

Hoher Hagen

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