Edemissen

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Wappen von Edemissen

Edemissen ist ein Ort im Landkreis Northeim zwischen Harz und Solling. Der Ort gehört zur Stadt Einbeck.


Personen und Organisationen

  • Ortsbürgermeister: Ernst-August Halbfaß
  • Im Jahre 1934 wurde die Freiwillige Feuerwehr gegründet. Außerdem gibt es einen Gesangverein mit angeschlossenem Gemischen Chor sowie einen Turn- und Sportverein.


Lexikonteil

Allgemein

  • Einwohner gesamt: (01/2007): 495. Davon sind 253 Einwohner männlich. 242 Einwohner sind weiblich.
  • Geographische Lage: 9° 51' Länge, 51° 46' Breite.
  • Lage: Der südöstliche Teil des Kreises Einbeck, der von der Leine, dem Unterlauf der Ilme und dem Höhenzug der Ahlsburg begrenzt wird, wird von Norden nach Süden von der Straße Einbeck - Moringen und in der Ost - West - Richtung von der Straße Salzderhelden - Hoppensen durchschnitten. Am Kreuzungspunkt dieser beiden Straßenzüge liegt das Dorf Edemissen.

Geschichte

Der Name des Dorfes Edemissen ist die Benennung einer altsächsischen Siedlung nach einer Familie dieses Namens, die die Niederlassung gegründet hat oder nach der sie benannt wurden. Im Fredelsloher Klosterarchiv erscheint der Name als »Emidehus« im 9. Jahrhundert. Daß es tatsächlich eine Familie dieses Namens gegeben hat, ergibt sich aus der Tatsache, daß im Jahre 1332 ein Ludolfus von Edemissen genannt wird. In den alten Urkunden der Kirche Odagsen wird 1349 ein Heinrich und Werner von Edemissen angeführt.

Die älteste hier bekannte Urkunde über Edemissen stammt aus dem Jahre 1135 und hat folgenden Inhalt: »Aus dem Jahre 1135 am 3. Januar gegeben zu Rusteberg: Adalbert, Erzbischof zu Mainz und apostolischer Legat, gestattet dem freiwillig in die Ministerialität des Erzbischofs übergetretenen Bernolf in seiner Kirche übergebenen Habe dem Kloster Fredelsloh 3 Hufen zu Ettemissen (Edemissen) durch die Hand des Klostervogtes zu übertragen.« Im Jahre 1283 erscheint ein Graf von Wolderberg als Lehnsherr von Ettemissen, der 1273 seine Rechte an das Kloster Fredelsloh abgetreten hat. 1337 ist ein Freigut in Edemissen erwähnt. Aus dem Vorhergesagten geht hervor, daß das Kloster Fredelsloh in Edemissen größere Besitzungen und Meierhöfe hatte.

Im Dorf selbst hat sich eine Niederlassung der Fredelsloher Nonnen befunden; ihr Haus stand neben der alten Kapelle, die 1701 wegen Baufälligkeit abgerissen und nicht wieder aufgebaut wurde. Das Nonnenhaus selbst soll nach Aufzeichnungen in der Odagser Kirchenchronik am 24. Februar 1872 abgebrannt sein.

Im Jahre 1804 hören wir die ersten Klagen über französische Einquartierung; die Besatzung soll zwei Jahre gedauert haben. Die Bevölkerung litt schwer unter den verwilderten Soldaten; es wird berichtet, daß die Soldaten in Edemissen gekochtes Fleisch aus den Fenstern warfen und die Einwohner des Dorfes belästigten. So ist nicht verwunderlich, wenn die gequälten Einwohner sich hier und da zur Wehr setzten. So soll der Sage nach ein Edemisser Bauer in der Nähe des Ortes einen französischen Soldaten erschlagen und dann verscharrt haben; aber die Hand des Toten war jeden Morgen wieder sichtbar. Da legten die Einwohner eine große Steinplatte auf die Stelle; später soll dieser Franzosenstein in die Kirchhofsmauer eingefügt worden sein.

1857 begann hier die Verkoppelung der Äcker, die 1862 beendet war. Drei Gemeindemitglieder haben sich der Verkoppelung widersetzt, indem sie ihre alten Koppeln weiter bestellten, und als man sie mit Gewalt daran hinderte, haben sie lange Zeit die zugewiesenen Äcker unbestellt liegen lassen.

Die Bewohner Edemissens sind Landwirte und in der Landwirtschaft beschäftigte Personen. Die katasteramtliche Gesamtfläche der Gemeinde beträgt 487,88 ha., die Gesamtwirtschaftsfläche 549,15 ha. Da es an Viehweiden fehlt, beschränkt sich die Rindviehzucht auf Stallhaltung.

Eine Dreschmaschinengenossenschaft ermöglicht auch den kleinen Landwirten eine schnelle und rationelle Gewinnung der Körnerfrüchte. Eine Wasserleitungsgenossenschaft baute im Jahre 1904 eine Wasserleitung, die 1934 durch eine zweite Leitung leistungsfähiger gebaut wurde. Das Wasser kommt vom Landmannsholz.

Infolge der Mehrernten durch Einführung der Fruchtwechselwirtschaft, durch die Verkoppelung, die Anwendung von Kunstdünger, durch bessere Ackergeräte und Maschinen, durch die Stallfütterung und den Wunsch der Landbevölkerung, bequemer und gesünder zu wohnen, entwickelte sich aus dem Streckhof (bei dem Wohnteil, Stallungen und Scheune nebeneinander lagen) der Hakenhof und bei gesteigerten Ansprüchen schließlich der Dreiseithof.

Die Bevölkerungszahl des Dorfes betrug 1898 477 Einwohner, 1947 durch den Zuzug von Flüchtlingen und Evakuierten 801. Bei der Volkszählung 1950 wurden 91 Gebäude, 219 Haushaltungen, 830 Einwohner (387 männliche und 443 weibliche) gezählt und 1952: 846. Die Schulkinder besuchten die hiesige Volksschule. Diese war bis zum Jahre 1947 einklassig, in diesem Jahre wurde eine zweite Lehrkraft eingestellt, im Jahre 1951 eine dritte Lehrkraft.

Das Schulhaus, das 1870/71 neu erbaut wurde und einen Klassenraum aufwies, genügte der wachsenden Schülerzahl nicht mehr, so dass sich die Gemeinde zum Neubau eines zweiten Schulgebäudes entschloß. Der Bau wurde 1950 mit einer Kostenanrechnung von rund 60.000 DM ausgeführt, die zwei neuen Schulklassen mit modernem Schulgestühl eingerichtet. Im Keller wurden Wannenbäder und Duschen eingebaut. Am 15. April 1951 wurde die Schule feierlich eingeweiht.

Den 18 Gefallenen im ersten Weltkrieg hat die Gemeinde 1921 neben der Schule ein würdiges Denkmal gesetzt. Die Bevölkerung war vor dem zweiten Weltkrieg ganz evangelisch, nach 1945 sind einige katholische Familien zugezogen. Das Dorf gehört kirchlich zur Kirchengemeinde Odagsen. Im Jahre 1953 baute die Gemeinde eine Friedhofskapelle. Beim Einmarsch der Amerikaner 1945 wurden 6 Gehöfte ganz oder teilweise durch Beschuß zerstört.

Links

Edemissen im Internet