Eilensen

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Wappen von Eilensen

Eilensen ist ein Ort im Landkreis Northeim am Fuße des Solling. Der Nachbarort von Deitersen, Ellensen und Dassel gehört zur Stadt Dassel.

Personen und Organsiationen

  • 1893 Der Gesangverein wird gegründet - er geht aus der seit 1871 bestehenden "Singgemeinschaft Eilensen" hervor.
  • 1934 Die Freiwillige Feuerwehr wird gegründet.

Wappen von Eilensen

Bedeutung: Das Hochkreuz mit den Ringen stellt den alten Kreuzstein in der Feldmark von Eilensen dar. Es wird vermutet, dass der Stein früher Klostereigentum kennzeichnete.

Beschreibung: Im roten Feld ein goldenes Hochkreuz mit vier oben gleichschenklig in Kreuzform angesetzten Ringen, rechts unter dem Kreuzarm eine goldene Reute, links ein goldener Pflugsech.

Der Rat der Gemeinde Eilensen fasste den Beschluss über das Wappen auf seiner Sitzung am 09. Dezember 1954. Das Staatsarchiv in Hannover stimmte dem Entwurf in einer Stellungnahme am 19. Januar 1955 zu. Genehmigt wurde das Ortswappen von Eilensen durch den Niedersächsischen Minister des Innern am 31. Mai 1955.

Ein Pflugsech ist ein am Pflugbaum senkrecht befestigtes Messer, das das Erdreich für die Pflugschar vorschneidet. Die Reute wird auch Pflugabstreifer genannt.

Um den Eilenser Kreuzstein ranken sich mindestens drei unterschiedliche Sagen die offen lassen, ob es sich um einen Sühnestein, Mahnstein oder einfach nur Erinnerungsstein handelt.

1. Ein Bauer hat sich hier bei der Feldarbeit selbst zu Tode gepflügt, als die Pferde wild wurden.

2. Ein Bauer wurde hier als Strafe zu Tode gepflügt, weil er seinem Feldnachbarn Land "abgepflügt" hatte.

3. Ein Einbecker Bürger hat beim Holzholen den Weg für unbefahrbar gehalten. Er nahm aus der nahen Klause ein "Bild" und warf es als Befestigung in den Weg. Auf dem weiteren Weg stürzte er vom Wagen, fiel vor ein Rad und wurde überfahren. Dabei wurde ihm ein Bein zerquetscht.

Geschichte

  • Nach Flechsig wird Eilensen erstmals im Jahre 1022 als "Ilisun" erwähnt. In dieser Namensform ist die südlich von Eilensen fließende Ilme zu erkennen.
  • Die älteste bekannte urkundliche Erwähnung von "Eylenhusen", dem heutigen Eilensen, stammt aus dem Jahre 1119, aber es kann als sicher angesehen werden, dass bereits seit dem 5./6. Jahrhundert n. Chr. an der Stelle des Dorfes Eilensen eine Siedlung vorhanden war. Der Ort Eilensen hat eine besondere Bedeutung, da hier bis zum Ende der zweiten Bischofszeit alljährlich in der Pfingstzeit ein Freigericht tagte. Die Freien können auf Karl den Großen zurückgeführt werden.
  • 1119 Eine domina Hoburga schenkt dem Stift zu Corvey Güter in "Crymmenhusen (später Krimmensen), Eylenhusen (später Eilensen) und Regildinghusen (später Relliehausen)". Sie liegen "in comitatu Reinoldi", also in der Grafschaft Dassel, die Reinhold, der Vater des Reichskanzlers, besitzt.
  • 1310 Der letzte Graf von Dassel, Graf Simon, verkauft seine Grafschaft Dassel an den Bischof von Hildesheim und veräußert damit auch das Dorf Eylenhusen, samt dem Herrenhof.
  • 1327 Der Bischof von Hildesheim konnte von der alten Burg Hunnesrück in den Amtsbergen, dem Amtssitz der Grafschaft, den zugehörigen Landbesitz schlecht verwalten. Daher erhebt er den freien Wirtschaftshof (Herrenhof) in Eilensen zu einem Vorwerk. Die Herren von Ellenhusen waren Lehnsmänner des Bischofs.
  • 1383 Bischof Gherd von Hildesheim erteilt den Gebrüder von Oldershausen die Genehmigung zum Verkauf von 5 Hufen und einen Sattelhof beim und im Dorf Eilensen für 60 Mark Einbecker Währung an die Einbecker Bürger Hans Raven und Dietrich Engelhusen.
  • im 14. Jahrhundert Eilensen bekommt eine Kapelle – die St. Anna Kapelle, dicht neben dem Vorwerk. Sie wurde von dem Junker Hans von Leuthorst erbaut und mit 20 Morgen begütert. Die St. Anna Kapelle ist eine Wehrkirche mit dicken Mauern und kleinen Fenstern; sie diente als Andachts- und Speicherstätte und die Bevölkerung konnte im Fall der Gefahr hinter ihren Mauern Schutz finden. Im 15. Jahrhundert wurde sie sogar noch um ein Obergeschoss erweitert.
  • 1626, im 30jährigen Krieg, blieb die Kapelle allein im Dorf stehen, wenn auch mit schweren Brandschäden. Die 17 Häuser der Bauern wurden eingeäschert. 1685 wurde eine Empore gestiftet und 1722 der Glockenstuhl erneuert. 1758 wurde das schadhafte Dach ersetzt. 1950 wurden einige Verbesserungen vorgenommen und die gewölbte Decke durch eine gerade Fläche ersetzt. 1962/63 wurde eine totale Innenerneuerung vorgenommen.
  • 1433 Am 09. April 1433 gab Moritz, Abt des Klosters Corvey, den Brüdern von Bock die Zustimmung zum Verkauf von 10 Hufen an das Augustiner-Kloster in Einbeck, die unter anderem auch in der Feldmark Eilensen lagen.
  • 1521 Im Verlauf der "Stiftsfehde", in der die Heere von Heinrich I. von Wolfenbüttel und Erich I. von Göttingen-Calenberg die Burg Hunnesrück eroberten und weitgehend zerstörten, wurden auch viele Dörfer und Felder auf dem Gebiet des Amtes Hunnesrück zerstört. Eilensen wird bis auf wenige Häuser niedergebrannt.
  • 1585 Der neue Landesherr, Herzog Julius von Wolfenbüttel, ließ, um eine Übersicht zu gewinnen, eine Volkszählung durchführen. Eilensen zählte damals 16 Feuerstellen und 95 Einwohner.
  • 1643 Während des 30jährigen Krieges (1618-48), hat es in den Dörfern Eilensen, Ellensen und Krimmensen grausame Verluste an Menschenleben gegeben hatte. Der letzte Verwalter des Vorwerks war Adolf Wesche, Amtmann der Erichsburg, daher "Weschenhof". Die Welfen gaben das Vorwerk mit dem Dorf an das Bistum Hildesheim zurück. Der Hunnesrücker Amtsschreiber Anton Oistfeld erhielt für treue Dienste vom Kurfürst Ferdinand das Vorwerk als Lehen, mit allen Ländereien steuerfrei. Die Erben bekamen eine Vergütung von der Hofkammer und einen Halbspännerhof in Eilensen (Wilhelm Henne neben der Kapelle).
  • 1644 Nachdem die Kriegsschäden an der St. Anna Kapelle ausgebessert waren, erhält sie jene Glocke, die in Eilensen noch heute zum Gottesdienst ruft.
  • 1664 Kopfsteuerbeschreibung des Hochstifts Hildesheim: etwa 18 Feuerstellen und 52 Einwohner.
  • 1748 Eilensen bekommt bereits ein Schulhaus (neben der Kirche, heute Helle 8, 1911 abgebrannt), in dem Kinder bis zum 9. Lebensjahr in Lesen, Schreiben und Rechnen unterwiesen werden. Ab dem 10. Lebensjahr gingen die Kinder nach Ellensen in die Pfarrschule.
  • 1769 Land- und Wiesenbeschreibung: Es werden 17 Feuerstellen mit Landbesitz angegeben.
  • 1835-42 Ablösung der Pflicht- und Herrendienste. Die Bauern mussten hohe Summen zahlen.
  • 1848 Erst in diesem Jahr war die Befreiung der Bauern beendet.
  • 1877 Der Friedhof, bis dahin in der Dorfmitte bei der St. Anna Kapelle gelegen, wird an den Dorfrand ("Osterland", heute "Krempel") verlegt.
  • 1877-1907 Eigener Schulverband Eilensen.
  • 1883 Eilensen wird Haltepunkt der Eisenbahnstrecke der "Ilmebahn". Der Fahrkartenverkauf befand sich in der Gaststätte Uhde an der Krugstraße.
  • 1898 Das erste Feuerwehrgerätehaus, das damalige "Spritzenhaus", entsteht an der Krugstraße. In den Folgejahren - um 1900 - entstanden auch die ersten Wohnhäuser außerhalb des Dorfzentrums an der Krugstraße.
  • 1904 Die Feuerwehr erhält die erste Handdruckspritze.
  • 1921 Auf dem Thieplatz in der Dorfmitte wird ein Ehrenmal mit den Namen der Gefallenen des 1. Weltkrieges errichtet. Es wurde nach dem zweiten Weltkrieg durch die Namen der dort Verbliebenen ergänzt.
  • 1924 Eilensen erhält eine eigene Poststelle - bis dahin war die Post von Markoldendorf aus zugestellt worden.
  • 1926 Eilensen wird mit einer Oberleitung an die Elektrizitätsversorgung angeschlossen.
  • 1936 Eine Trinkwasserzisterne wird an der Straße nach Deitersen errichtet. Eilensen und die Gemeinden Deitersen, Hunnesrück und Erichsburg bilden zusammen einen Wasserbeschaffungsverband.
  • 1939 Eilensen zählt 178 Einwohner. Im anschließenden 2. Weltkrieg (1939 - 45) leisten die meisten Männer Kriegsdienst. Viele sehen die Heimat nicht wieder.
  • 1948 Evakuierte, Flüchtlinge und Vertriebene haben die Einwohnerzahl des Dorfes auf 300 Einwohner wachsen lassen. Damaliges Gewerbe im Ort: 1 Kolonialwarenladen, 1 Friseur, 1 Schuster, 2 Schneider, 2 Fuhrunternehmen, 1 Omnibusbetrieb.
  • 1950 Die Löschwasserzisterne am Thie wird gebaut. Im Zuge der Baumaßnahmen wird das Gefallenen-Ehrenmal an die St. Anna Kapelle versetzt.
  • 1960 Das Kalthaus - eine Gemeinschaftsgefrieranlage mit 44 Fächern - wird über der Löschwasserzisterne errichtet.
  • 1965 Eilensen hat 263 Einwohner.
  • 01.03. 1974 Der Gebietsänderungsvertrag tritt in Kraft: 16 politische Gemeinden schließen sich zur "Stadt Dassel" zusammen. Eilensen ist von nun an eine Ortschaft der Stadt Dassel.
  • Quelle: Ulrich Freter und ergänzt von Holger Bertram mit Auszügen aus "Hans Mirus - Chronik der Stadt Dassel".

Links

Eilsensen im Internet