Ein Schnitt in den Bauch

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"Ein Schnitt in den Bauch" ist ein für Jugendliche konzipiertes Theaterstück, das Jörn Barke (Redakteur beim Göttinger Tageblatt) geschrieben hat.

Inhalt

Charly ist 14, und sie ist schwanger. Vater des Kindes ist der 16-jährige Tom, ein eher ruhiger Zeitgenosse, nachdenklich, ja beizeiten offenbart er sogar melancholische Züge. Dann zum Beispiel, wenn er über seine Affinität zu Edgar Allen Poe sinniert. Ganz anders präsentiert sich sein Freund Leo. Keck, vorlaut, immer einen lässigen Spruch auf den Lippen. Ein Draufgänger und Hallodri, wie er im Buche steht.

Anfangs scheint Leo Toms Problem gar nicht richtig zu begreifen. Charly und schwanger? „Die ist doch selber noch ein Kind“, sagt er nur. Wie wahr. Dann holt er sich etwas zu essen. Tom malt sich derweil aus, wie die 14-Jährige ihr Kind per Kaiserschnitt auf die Welt bringt. Ein tiefer Schnitt, dann viel Blut. Das war’s.

Als Leo zurückkehrt, ist die Angelegenheit für ihn schon greifbarer geworden. „Denk doch mal an das Kind, wie das grinst und nuckelt“, sagt er zu Tom. „Kannst du das nicht nehmen, schließlich ist es dein Werk?“. Aber Tom kann nicht. Charly will ihn nicht sehen.

Leo driftet wieder ab. Im Frankreichurlaub habe er Natalie kennen gelernt, wunderschön, mit kastanienbraunen Haaren. „Da musste ich mich am Strand schnell auf den Bauch legen.“ Irgendwann lag er dann auf ihr. „Drei Wochen haben wir nur rumgevögelt“, sagt er. „Und wie war die Landschaft“, fragt Tom. „Landschaft? Das weiß ich jetzt auch nicht mehr so genau“, entgegnet Leo. Am Ende, die Jungen trinken Bier, haben sie sich irgendwie verändert. Tom geht aus der Haut, schreit. Und Leo rät Tom – ganz sensibel – Charly doch mal mit einem Blumenstrauß zu besuchen.