Erdbebenwarte am Hainberg

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In der Astronomischen Hütte: Wolfgang Brunk justiert das Passage-Instrument

Die Historische Erdbebenwarte in Göttingen befindet sich auf dem Hainberg im Göttinger Wald.

Die jahrelange Rundumerneuerung der historischen Erdbebenwarte ist abgeschlossen. Als letztes ist die sogenannte Astronomische Hütte restauriert worden. Bei einem Tag der offenen Tür am Sonntag 15. August, will der Verein Wiechert‘sche Erdbebenwarte Göttingen den Besuchern die Hütte und die anderen wissenschaftshistorischen Schätze der ehemaligen Forschungsstätte in der Herzberger Landstraße 178 präsentieren. Beginn ist um 12 Uhr.

Die 1902 gebaute Astronomische Hütte wurde seit März für rund 7000 Euro restauriert. Die Sparkasse hat 5000 Euro dazu beigesteuert. Herzstück der Hütte und somit auch der Sanierungsarbeiten war das sogenannte Passage-Instrument. Mit ihm konnten Geophysik-Pionier Emil Wiechert und sein Team in einer Zeit weit vor der Erfindung von Atomuhren anhand der Sterne präzise die Zeit bestimmen. Damit wurden die weltweit erfassten Daten von Erdbewegungen und Erdbeben synchronisiert. So war eine genaue Auswertung dieser Daten gesichert. Wie die Hütte wurde das Gerät 1902 gebaut, von einer Firma in Dresden. Auch 100 Jahre später funktioniert es noch.

Weitere Stationen beim Tag der offenen Tür am Sonntag sind: das alte Erdbebenhaus mit den mehr als hundert Jahre alten und immer noch funktionierenden Seismographen, das neue Erdbebenhaus, in dem heute ein moderner Seismograph die Erderschütterungen aufzeichnet, das Gaußhaus, in dem Carl Friedrich Gauß mit Wilhelm Weber ab 1833 experimentierte und die Samoa-Hütte. Auf Samoa hatte die Göttinger Warte ab 1902 eine Messstation eingerichtet. Zudem soll am Sonntag stündlich mit Hilfe der vier Tonnen schweren Mintropkugel ein künstliches Erdbeben erzeugt werden. Führungen werden angeboten.