Ernst Grages

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Ernst Grages sammelt seit 20 Jahren Papiergeld. Heute ist er 61 Jahre alt. Er hat 44 Jahre als Computertechniker gearbeitet. Er engagiert sich auch ehrenamtlich für die Dorfgemeinschaft: Seit 1996 ist er Ortsheimatpfleger, seit 2006 ist er im Kirchenvorstand aktiv.

Ernst Grages

Geldscheinsammlung

Zu den Schätzen in seiner Sammlung gehört ein roter 100-Dollar-Schein der Deutsch-asiatischen Bank von 1914. Bisweilen finden sich sogar kleine Sinnsprüche auf dem Geld, so bei Scheinen des „Freistaates Flaschenhals“, einem unbesetzten Niemandsland am Rhein mit eigenem Notgeld, das nach dem Ersten Weltkrieg von 1919 bis 1923 bestand. In mehreren Ordnern und Kartons verwahrt Grages seine schönen Scheine – allerdings extern. Denn der Wert einzelner Scheine kann immerhin bis zu einigen tausend Euro reichen. Seine Sammlung wächst ständig. Er bringt von Reisen etwas mit, erhält manchmal auch etwas von Bekannten, und als Sammler tummelt er sich natürlich auch auf Tauschbörsen und Auktionen oder kauft bei Händlern. Schwerpunktmäßig sammelt Grages Scheine aus Deutschland und dem Südsee-Raum. Wenn ihn eine Grafik besonders anspricht, ist er aber auch für Scheine außerhalb dieser Gebiete zu haben. Die Scheine der Südsee sammle er um ein wenig die Sehnsucht nach dieser Region zu stillen. An den Geldscheinen fasziniert ihn, wie sich Länder, Städte oder einzelne Kommunen darauf darstellen. Grages bemüht sich in seiner Sammlung um Erhaltungsgrad I: kassenfrisch, sauberes Papier, keine Knicke, Falten, Nadelstiche oder Einrisse, ohne Gebrauchsspuren. Entsprechend unverbraucht sieht seine Sammlung aus. Aus der galoppierenden Inflation während der Weimarer Republik stammt auch der Notscheck zur Verrechnung über 500 Milliarden Mark vom 16. November 1923. Der älteste Geldschein aus Grages’ Sammlung stammt aus dem Jahr 1857: zehn Thaler Courant, fürstlich Schaumburg-Lippische Kassen-Anweisung.

Weitere Sammlungen

Geldscheine sind zudem nicht das Einzige, was Grages sammelt. Zu seinem Haushalt gehört auch eine erkleckliche Anzahl von Schellackplatten mit Schwerpunkt auf Jazz, ein Konvolut an historischer Spezialliteratur über die Besatzungszeit in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg, eine Reihe von Kaffeerezepten, einiges an Literatur über seine Heimatstadt Hannover und natürlich auch eine Sammlung von Postkarten mit Laubach-Motiven. Darüber hinaus hat er gemeinsam mit seiner Frau einige Märchenbücher zusammengetragen.