Fährenpfortenturm

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Blick von der Fuldabrücke: Fährenpfortenturm in Hann. Münden.
40 Meter Hoch: Der Turm wurde für die Bleischrotproduktion aufgestockt.

Der Fährenpfortenturm, oder auch Hagelturm, ist ein historisches Gebäude in Hann. Münden und diente Jahrhunderte lang als Teil der Stadtbefestigung.

Hagelturm in Hann. Münden: Fest zum Saisonstart

Auf dem Hagelturm in Hann. Münden wird am Mittwoch, 1. Mai 2013, ein Turmfest gefeiert. Passend zum Tag der Arbeit eröffnet das dortige Museum der Arbeit die neue Saison. Das Turmfest findet von 12 bis 17 Uhr statt.

Ein Aufstieg auf den 40 Meter hohen Turm ist möglich. Als Lohn winkt die Aussicht auf Altstadt, Flüsse und Wälder. Die alte Anlage zur Bleischrotherstellung der Firma Haendler & Natermann sei wieder zu besichtigen, heißt es in einer Mitteilung. Ein Film zeigt den früheren Produktionsablauf.

In der Turmkammer wurde das Blei geschmolzen und durch ein Sieb gegossen. Die Bleitropfen fielen wie Hagel hinab. Damit die Kugeln bereits ausgekühlt waren und sich nicht mehr verformten, wenn sie in den Auffangbottich fielen, war eine bestimmte Fallhöhe nötig.

Als die Firma Haendler & Natermann den Fährenpfortenturm – einen Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung – in der Mitte des 19. Jahrhunderts erwarb, stockte sie den Turm daher um ein Drittel auf etwa 40 Meter auf. Das Prasseln der Bleitropfen gab dem Turm einen neuen Namen: Hagelturm. Heute gehört der Turm der Stadt.

Göttinger Tageblatt vom 26.04.2013

Herstellung von Bleischrot

600 Jahre ist es jetzt her, da wird in einer Kämmerei-Rechnung der Stadt Hann. Münden erstmals der markante Fährenpfortenturm erwähnt. „Jahrhundertelang diente er als Teil der Stadtbefestigung“, erläutert Karin Gille-Linne, die Vorsitzende des Arbeitergeschichtsvereins. Oben vom Turm aus lässt sich der Verlauf der Stadtmauer noch gut erkennen. Die alte Wallanlage bildet heute einen Grüngürtel im Häusermeer. Die Gebäude der Altstadt stehen dicht gedrängt auf der Landzunge zwischen Fulda und Werra.

Aus 40 Meter Höhe sind auch einige der anderen Stadttürme zu sehen. Sie sind mit 26 Metern deutlich kleiner. Grund ist die Nachnutzung des Fährenpfortenturms, nachdem er nicht mehr für die Verteidigung der Mündener benötigt wurde. Fabrikant Carl Georg August Natermann kaufte ihn 1848. Er ließ ihn aufstocken, um dort Bleischrot zu produzieren. Das Metall wurde hoch oben über der Stadt in 400 Grad Celsius heißen Öfen geschmolzen und durch ein Sieb gegossen. Es tropfte herunter und bildete beim Fallen Kugeln, die unten in einen mit Wasser gefüllten Bottich aus Eichenholz fielen. Das dabei entstehende Geräusch brachte dem Bauwerk den Namen Hagelturm ein.

Der Bleischrot wurde getrocknet und mit einer Siebtrommel nach Größe auf den Zehntelmillimeter genau sortiert. 1980 lief die Produktion nach dem alten Verfahren aus. Die Stadt kaufte den Turm mit Nebengebäuden für 150 000 Euro zurück. Gemeinsam mit dem Arbeitergeschichtsverein und mit Unterstützung des Unternehmens entstand im Jahr 2000 ein Museum, dass die Geschichte des Turms dokumentiert. Seit 2008 ist die Plattform des Turms für Besucher begehbar. Die Aussicht ist atemberaubend.

Und warum heißt das Bauwerk Fährenpfortenturm? „In unmittelbarer Nähe des Turms gab es eine Pforte in der Stadtmauer, die zur Fulda-Fähre führte“, erklärt Gille-Linne. Die Fuldabrücke gab es damals noch nicht.

Museum und Turm sind von Mai bis Oktober jeweils sonnabends und sonntags von 12 bis 17 Uhr geöffnet. Für Gruppen sind Sonderführungen möglich.

  • Quelle: Göttinger Tageblatt, 12.8.2010

Fährpfortenturm zur Weihnachtszeit

Weithin sichtbar: die größte Kerze Hann. Mündens.

Sie überstrahlt zur Weihnachtszeit alles und dient somit hervorragend als Wegweiser: Hann. Mündens größte Weihnachtskerze. Hinter ihr verbirgt sich der Fährenpfortenturm, ein Aussichtsturm mitten in der Stadt. Jedes Jahr zur Adventszeit wird er mit rotem Stoff verkleidet und mit einer riesigen gelben Flamme versehen. So auffallend gestaltet leuchtet der Turm den Weg in die Stadt.

Der Fährenpfortenturm befindet sich in der historischen Altstadt Hann. Mündens am Ende der Radbrunnenstraße. Weitere Infos zum Turm und dem dort beheimateten Museum der Arbeit unter Telefon 0 55 41 / 90 87 49. Das Museum ist geöffnet von Mai bis Oktober, sonnabends und sonntags von 12 bis 17 Uhr. Weitere Informationen zu den weihnachtlichen Stadtführungen unter Telefon 0 55 41 / 7 53 13.