Förste

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Wappen von Förste
Förste aus der Luft

Förste ist ein Ort im Landkreis Osterode. Der Ort liegt im Harz und gehört zum Stadtgebiet von Osterode.

Aktuell

Personen und Organisationen

Lexikonteil

  • Einwohnerzahl: In der Ortschaft leben heute 2037 Einwohner (Stand 2001).

Geschichte

  • In einer Königsurkunde Otto III. aus dem Jahr 990 wird Förste erstmals erwähnt.
  • Im sumpfigen Sösetal eigneten sich einige höhergelegene Bereiche zur Anlage einer Siedlung. Schrittweise erfolgte eine Trockenlegung und Kultivierung der Talaue. Hier traf die überregional bedeutsame Handelsstraße von DuderstadtWulftenDorste – Förste – Seesen auf den Verbindungsweg Osterode – Förste – Westerhöfer Wald – Leinetal.
  • Zum Herrschaftsbereich der Welfen gehörte Förste seit dem 12. Jahrhundert. Die Grundherrschaft hatten verschiedene Adelsfamilien und Klöster inne. So verfügten die Familien von Letgast, von Oldershausen, von Behr, von Steinberg und von Rössing über Besitzungen und Rechte im Dorf. Auch verfügten Klosterfrauen des Stiftes Gandersheim und das Osteroder St. Jacobi-Kloster über Landbesitz in Förste.
  • Die Ritter von Letgast, die als Burgmannen auf der nahegelegenen Silberburg im Lichtenstein lebten, stifteten 1304 die Förster Kapelle (1890/1938 abgebrochen).
  • Nach dem Aussterben der Familie von Letgast 1353 gingen deren Besitzungen an die von Oldershausen über, die bis ins 20. Jahrhundert hinein die größten Grundbesitzer des Ortes waren.
  • Die Landwirtschaft stellte bis ins 20. Jahrhundert den Haupterwerbszweig der Förster dar. Daneben gab es auch eine Reihe anderer Gewerbe im Bereich des Dorfes. Alte Schlacken weisen auf die Tätigkeit mittelalterlicher Schmelzhütten bei Förste hin. Einige der im Ort ansässigen Handwerker stellten Gerätschaften her, die in der Landwirtschaft Verwendung fanden (Stellmacher, Sattler, Böttcher). Andere Handwerker produzierten entweder Dinge des täglichen Bedarfs (z. B. Bäcker, Schuster, Schneider) oder waren als Bauhandwerker tätig. Eine Papiermühle und mehrere Mahlmühlen nutzten die vorhandenen Wasserkräfte aus. Die Gipsvorkommen bei Förste wurden und werden zur Gewinnung von Baumaterial genutzt. Die in Förste lebenden Juden, die auch einen eigenen Friedhof unterhielten, waren häufig als Viehhändler tätig.
  • 1731/1732 wurde der Sösedamm angelegt. Nach ergiebigen Niederschlägen oder während der Schneeschmelze kam es häufig zu Überflutungen durch die Söse, die beträchtliche Schäden im Dorf anrichteten.
  • 1916 – 1918 wurde zwischen Förste und Dorste ein neues, gradliniges Flussbett gegraben, das einen schnelleren Abfluss des Wassers ermöglichte.
  • Die von 1929 – 1931 errichtete Sösetalsperre diente auch dem Hochwasserschutz. Trotz dieser Maßnahmen kam es – wenn auch seltener – bei extremen Witterungslagen zu Überschwemmungen in Förste.
  • 1844/1845 erbaute man die Sösebrücke zwischen Nienstedt und Förste, die die Furt und den älteren Fußgängersteg ersetzte.
  • Das hannoversche Ablösungsgesetz von 1831 erlaubte nun auch den Förster Bauern, die verschiedenen Abgaben und Dienste durch hohe Geldzahlungen abzulösen. Die dienstpflichtigen Meier- und Kothöfe wurden dadurch in freie Bauernstellen umgewandelt.
  • Zwischen 1862 und 1882 erhielten die landwirtschaftlich genutzten Flächen der Förster Feldmark in einem sogenannten Teilungs- und Verkopplungsverfahren einen neuen Zuschnitt.
  • 1898 erfolgte die Gründung einer Molkereigenossenschaft (Molkerei bestand bis 1939).
  • 1898 erhielt die Gemeinde mit der Eröffnung der schmalspurigen Kreisbahn einen Eisenbahnanschluss (1967 Stillegung der Kreisbahn).
  • 1913/1914 kam es zum Bau eines neuen Schulhauses.
  • Die Bevölkerungsstruktur im Ort änderte sich mit der Eingliederung der Flüchtlinge nach dem 2. Weltkrieg. Die Einwohnerzahl wuchs von 1537 im Jahr 1939 auf 2559 im Jahr 1950.
  • Seit den 60er Jahren werden in Förste Mineral- und Heilwässer gewonnen und abgefüllt.
  • Die Flurbereinigung 1959 – 1974 führte zu einer Neuordnung der Wirtschaftsflächen sowie des Wege- und Gewässernetzes.
  • 1972 wurde Förste in die Stadt Osterode am Harz eingemeindet.

Links

Förste im Internet