Ferdinand Heinrich Georg Baring

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Ferdinand Heinrich Georg Baring (* 15. Juni 1801 in Landesbergen; † 27. August 1856 in Bad Elgersburg)[1] war ein evangelisch-lutherischer Pastor, zuletzt als Superintendent zu Rotenburg (Wümme).

Leben

Baring wurde 1801 in Landesbergen geboren, wo sein Vater Amtsvoigt und damit Stellvertreter des Amtmannes zu Landesbergen im Amt Stolzenau war. Er besuchte von 1815 bis 1817 das Michaelis-Gymnasium in Lüneburg, wo er seine höhere Schulbildung erhielt. Danach studierte er an der Universität Göttingen, zusammen mit seinen Cousins Karl (1803–1868), später ebenfalls Pastor und William Baring (1805–1840), zuletzt Postsekretär in Dannenberg (Elbe) und Osterode am Harz.

Als 1822 nach den bereits existierenden Lehrerseminaren in Hannover und Osnabrück ein weiteres Lehrerbildungsinstitut in Stade im Königreich Hannover eröffnet wurde, berief man Baring als ersten Inspektor an das dortige Seminar.[2] Dort war er ein aktiver Förderer der Lehrerausbildung in seinem Bezirk. 1830 wurde er als Pastor an das Pfarramt in Borstel im Alten Land berufen.[3] Dort initiierte er auch die Errichtung einer Sparkasse in seiner Gemeinde. 1843 wurde er als Pastor an die St.-Johannis-Kirche nach Verden an der Aller versetzt. Er wirkte auch bis 1854 als Garnisonprediger im dort stationierten Truppenteil der königlich-hannoverschen Armee.

Eine Predigt, gehalten am 12. Juni 1851 bei der Fünf-Jahresfeier des 1846 in Verden gegründeten „Vereins für kirchliche Zwecke“, d. h. für die innere und äußere Mission, gedruckt im Verlag Tressan in Verden, zeigt Barings große Teilnahme für die damals neu erwachte freie kirchliche Arbeit.

Mit Wirkung vom 1. Januar 1855 wurde Baring schließlich das Amt des Superintendenten zu Rotenburg im Königreich Hannover übertragen. Diesen Dienstposten konnte er aufgrund seines frühen Todes nur etwas mehr als eineinhalb Jahr ausüben.

Auszeichnungen (Auswahl)

Baring wurde für seine kirchlichen und seelsorgerischen Tätigkeiten eine Gedenkmünze an den Hamburger Brand, am rot-weißen Bande zu tragen, verliehen. Diese Münze enthielt die Inschrift: „Das dankbare Hamburg seinen Freunden in Not. 1842 Mai 5–8“. Sie erinnerte an Barings große Mitwirkung bei diesem ersten, aus einem derartigen Anlass ganz Deutschland erlassenden Unterstützungswerk.

Familie

Baring stammt aus der Baring-Familie, deren ununterbrochene Stammfolge mit Petrus Baring (* um 1483; † zwischen 1532 und 1536), Bürger in Groningen (Friesland) beginnt. Er entstammte der hannoverschen Linie mit dem Ahnherren Johann Baring (1545–1603), erster lutherischer Pastor zu Artlenburg und Enkel von Petrus Baring, dort dem zweiten Hauptast mit dem Pastor Melchior Lorenz Baring (1650–1691) als Stammvater. Barings Urgroßvater war Johann Georg Baring (1682–1735), Pastor in Mariendrebber, sein Großvater Anton Gottfried Baring (1718–1773), Amtsrichter in Neustadt am Rübenberge und Stammvater des Baring-Rumannschen Zweiges.

Ferdinand Baring war der Sohn des Amtsvoigts Christoph Christian Baring (* 1. August 1765 in Neustadt am Rübenberge; † 7. Oktober 1838 in Elbstorf) und dessen 1797 geheirateter zweiter Ehefrau Maria Dorothea Elisabeth geb. Meier (1778–1848), der Schwester seiner ersten Ehefrau. Sein Vater war während der französischen Besetzung Percepteur im französischen Departement der Elbmündung in Scharnebeck, zuletzt wieder Amtsvoigt in Elbstorf bei Winsen an der Luhe mit einem Jahreseinkommen von 1000 Talern. Baring hatte noch sechs Geschwister, u. a.:

  • Adelaide Friederike Dorothea Baring (* 1802) ⚭ Julius Oelzen (1790–1867), Superintendent in Groß Berkel
  • Friedrich Eduard Albrecht Baring (1805–1886), Superintendent in Hollenstedt.

Baring heiratete am 11. Juni 1833 Louise geb. Bossau (* 1803 in Hamburg; † 14. Juni 1888 in Nieder-Kunzendorf), Tochter des Archidiakons Bossau an der St.-Katharinen-Kirche. Das Paar hatte keine eigenen Kinder, adoptierte]´ aber die älteste, damals fünfjährige Tochter von Barings Cousin William Baring (1804–1840) aufgrund dessen zeitigen Todes:

  • Louise Baring (* 24. April 1835 in Duderstadt; † 20. Mai 1907 im Kurort Ziegenhals, Schlesien). Sie liebte ihre Adoptiveltern so sehr, dass sie den Gedanken, es seien nicht ihre leiblichen Eltern, nicht ertragen konnte, schrieb sie später darüber. Sie heiratete 1857 den Landesältesten und Landrat des Kreises Münsterberg in Schlesien, Hugo Adolf von Sametzki (1830–1896), Herr auf Nieder-Kunzendorf. Sie hatte zwei Söhne.

Literatur

  • Adolf Baring: Die Familie Baring, insbesondere die hannoversche Linie, mit 22 Abbildungen und einer Wappentafel in: Deutsches Rolandbuch für Geschlechterkunde, herausgegeben vom "Roland" Verein zur Förderung der Stamm-, Wappen- und Siegelkunde E.V., 1. Band, Dresden 1918, S. 7ff.

Einzelnachweise

  1. Sterbenotiz in: Nekrolog in: Hof- und Staatshandbuch für das Königreich Hannover auf das Jahr 1856, Digitalisat auf Google Books, S. XII.
  2. Friedrich Köster: Alterthümer, Geschichten und Sagen der Herzogthümer Bremen und Verden, Stade 1856, Onlineversion auf Wikisource, S. 157.
  3. HKLH, Artikel Borstel, Onlineversion auf kirchengemeindelexikon.de, abgerufen am 24. November 2019.

Weblinks