Freiheit

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Burgruine in Freiheit

Freiheit ist ein Ort im Landkreis Osterode. Der Ort liegt im Harz. Er gehört zum Stadtgebiet von Osterode.

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Lexikonteil

  • Einwohner: Durch die Eingliederung der Flüchtlinge nach dem 2. Weltkrieg ist die Einwohnerzahl von 1527 im Jahr 1939 auf 2101 im Jahr 1949 gewachsen. In neu ausgewiesenen Baugebieten entstand zusätzlicher Wohnraum. Seit dem 19. Jahrhundert wurde mehrfach über die Vereinigung der Gemeinde Freiheit mit der Stadt Osterode verhandelt, da die Beziehungen zwischen den Kommunen in wirtschaftlicher, infrastruktureller und städtebaulicher Hinsicht schon zur damaligen Zeit sehr eng waren. Erst 1971 fanden diese Bemühungen mit der Eingemeindung des Dorfes Freiheit in die Stadt Osterode ihren Abschluss. In dem Ort leben heute 2142 Einwohner (Stand 2001).

Geschichte

  • Im 12. Jahrhundert wurde die Burg auf dem Bergsporn zwischen den Tälern der Söse und des Lerbaches erstmals erwähnt. Die Verteidigungsanlage sicherte den Söseübergang und den Weg in den Oberharz (alte Harzstraße). Hier hatten die Ministerialen der welfischen Herzöge von Braunschweig ihren Sitz. Im Lerbachtal, auf einem der Burg zugehörigen Areal, siedelten sich einige Handwerker und Dienstleute an, die die Burgbesatzung versorgten und für sie arbeiteten. Diese kleine Siedlung unterstand nicht der Gerichtsbarkeit der benachbarten Stadt Osterode. Die Bewohner der Siedlung trieben in ihrem Dorf auch Handel und traten somit in Konkurrenz zum Osteroder Marktplatz.
  • 1474 unterband Herzog Albrecht II. von Braunschweig – nach Einflussnahme des Osteroder Stadtrates – den Verkauf von Waren „auf der Freiheit".
  • 1577 untersagte man den Freiheitern, Bier zu brauen und Wein auszuschenken, auch durfte in diesem Dorf nur noch Osteroder Bier verkauft werden.
  • 1637 bestand schon eine Schule in Freiheit. Ende des 17. Jahrhunderts (1689) gab es in dem Ort 90 Häuser, in denen 439 Menschen lebten. Viele Einwohner des Dorfes arbeiteten als Tagelöhner, häufig auch in der nahen Stadt Osterode. Daneben gab es auch verschiedene Handwerker und Leineweber im Dorf. Eine Besonderheit stellten die Eseltreiber da, die mit ihren Lasttieren Transporte auch in den oft unwegsamen Bereichen des Harzes durchführten. Insbesondere nach der Inbetriebnahme des Osteroder Harzkornmagazins im Jahr 1722 konnten zahlreiche Freiheiter als Eseltreiber ihren Lebensunterhalt bestreiten.
  • 1823 zählte man in Freiheit 140 Wohnhäuser und 914 Einwohner. In dieser Zeit entwickelte sich Freiheit zu einem Industriedorf, dessen Bewohner ihr Einkommen überwiegend aus Industriearbeit bezogen.
  • 1884 wurden die Weiderechte der Gemeinde Freiheit abgelöst. Die sogenannten Herrendienste, die die Dorfbewohner für den Landesherren, der gleichzeitig der größte Grundherr des Ortes war, leisten mussten, wurden im Laufe des 19. Jahrhunderts durch Geldzahlungen abgelöst.
  • Anfang des 19. Jahrhunderts gab es über 70 Webstühle im Dorf. Sie mussten mit der Einführung der mechanischen Webmaschinen ihre Betriebe aufgeben, fanden jedoch meist, jetzt als Industriearbeiter, Beschäftigung in den großen Textilfabriken. Im Ort gab es mehrere Industrieunternehmen der Textilbranche, wie z. B. die Wollwarenfabrik Eichental, die Fabrik Dameral und später das Unternehmen v. Allwörden & Badendieck. Die letzte Textilfabrik der Gemeinde musste in der 1929 beginnenden Weltwirtschaftskrise ihren Betrieb einstellen. Auch eine große Eisengießerei produzierte von 1898 bis 1967 in Freiheit.
  • Mitte der 30er Jahre siedelten sich die Optische Werke und die Maschinenfabrik Heber im Ort an.
  • Nach dem Krieg gab es im Dorf auch eine Schuhfabrik und von besonderer Bedeutung war das bis 1967 bestehende Rundfunk- und Fernsehwerk von Conti, später Imperial, wo zeitweilig über 1800 Beschäftigte Arbeit fanden.

Links

Freiheit im Internet

Heimatstube Freiheit e.V.