Freimaurerloge "Augusta zum goldenen Zirkel"

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Eingangsportal des Logenhauses
Sebastian Lamprecht, Meister vom Stuhl

Die Geschichte der Göttinger Freimaurerloge "Augusta zum goldenen Zirkel" reicht bis in das Jahr 1747 zurück. Seit 1949 gehört sie der Großloge der "Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland" an. Ihre heute 35 Mitglieder, treffen sich regelmäßig im Logenhaus in der Oberen Karspüle 47.

Verstecken braucht sich die Göttinger Freimaurer-Loge "Augusta zum goldenen Zirkel" nicht - jedenfalls nicht in puncto großer Namen. Zwei Studenten aus Halle, darunter der Vater des berühmten Adolf Freiherr von Knigge, später selbst Freimaurer, initiierten die Logengründung 1747. Zehn Jahre zuvor war, ausgehend von England, in Hamburg die erste deutsche Loge entstanden.

In Göttingen erwarb der spätere preußische General Gerhard David von Scharnhorst, damals noch Fähnrich bei den Dragonern in Northeim, den Lehrlings- und Gesellengrad. Zehn Jahre lang wirkte der Amtsrichter und Verfasser des Münchhausen-Romans Gottfried August Bürger als "Bruder Redner".

Selbst Revolutionäre gab es unter den Freimaurern. Diese spielten in der Französischen Revolution von 1789 eine wichtige Rolle. Vom revolutionären Geist des 18. Jahrhunderts ist heute jedoch wenig zu spüren.

Um ihre staatstragende Gesinnung zu demonstrieren, haben die Göttinger Freimaurer in ihrem Tempel eine große Deutschlandfahne hängen. Als vaterlandslose Drahtzieher einer "jüdisch-freimaurerischen Weltverschwörung" waren die Logenbrüder in der Nazizeit angefeindet worden. Die Göttinger Loge beschloss 1935 in Anwesenheit zweier Gestapo-Beamten die Selbstauflösung. Die Polizei beschlagnahmte das Inventar und die Bibliothek mit ihren 3000 Büchern. Das Haus in der Oberen Karspüle 47 wurde 1938 enteignet. Erst 1953 erhielten die Brüder es zurück.

Die Erfahrung der Verfolgung durch den Staat bestärkte die Freimaurer in einem diskreten Auftreten. Viele schweigen über ihre Logenzugehörigkeit. Rituale halten sie geheim. Bis vor einer Dekade durften Nichtfreimaurer, so genannte Profane, den Göttinger Tempel, nicht betreten. Hier üben sich die Brüder in Toleranz und Humanität. Ein wichtiges Element bildet dabei die regelmäßige Tempelarbeit. Bekleidet mit weißen Handschuhen und schwarzem Zylinder, mit Schurz und dem Logenabzeichen am himmelblauen Band vollziehen sie rituelle Wechselgespräche. Vortragsabende weiten den Horizont. Feiern vertiefen die Gemeinschaft unter den Mitgliedern von Mitte 20 bis ins hohe Alter.


Informationen, auch über Veranstaltungen, finden sich unter Freimaurerloge "Augusta zum goldenen Zirkel" in Göttingen.