Friedrich Hund

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Prof. Dr. Friedrich Hund (* 4. Februar 1896 in Karlsruhe; † 31. März 1997 in Göttingen) war ein deutscher Physiker.


Leben

Nach dem Studium der Mathematik, Physik und Geographie in Marburg und Göttingen war er ab 1925 als Privatdozent für Theoretische Physik in Göttingen, Professor in Rostock (1927), Leipzig (1929), Jena (1946), Frankfurt am Main (1951) und ab 1957 wieder in Göttingen tätig. Hinzu kommen Aufenthalte in Kopenhagen (1926) bei Niels Bohr und Gastvorlesungen an der Harvard University (1928).

Wirken

Er stellte 1925 die Hundsche Regel auf, damals eine rein empirische Regel in der Atomphysik, die erst später begründet und zu drei Regeln erweitert wurde. 1926/27 hat er den später so genannten Tunneleffekt zuerst bei isomeren Molekülen entdeckt und beschrieben. Es wurden mehr als 250 Aufsätze und Schriften von ihm veröffentlicht.Hund hat sich besonders auch mit der Geschichte der Physik befasst. So hat er u.a. in den letzten Jahren die Studien von Wilfried Schröder zu Emil Johann Wiechert sowie zum Ätherproblem bei Einstein, Mie und Wiechert von Wilfried Schröder sehr gefördert (s. auch Annalen der Physik, 1989).

In der Molekülphysik und -spektroskopie unterscheidet man nach Hund die so genannten Hundschen Kopplungsfälle (a) bis (e), je nach der Art und Weise, in der die verschiedenen quantenmechanischen Drehimpulse (Elektronenspin, Bahndrehimpuls, Rotation) zum Gesamtdrehimpuls koppeln (Vektoraddition).

Bekannt ist in der Molekülphysik auch die Hund-Mulliken-Methode, die von der Heitler-London-Methode zu unterscheiden ist.

1974 erhielt Hund den Otto-Hahn-Preis für Chemie und Physik.

Video

Quantenmechanik im Aufbruch Informationen
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Autor: Helmut Rechenberg
Hersteller: IWF Göttingen
Produktion: 1988
Länge: 42:10 min
Beschreibung: Friedrich Hund berichtet aus seinem Leben, Göttingen 1988. Gesprächspartner: Helmut Rechenberg