Gänseliesel

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Das Göttinger Gänseliesel
Die Weender Straße mit Gänseliesel, Aufnahme um 1953

Das Gänseliesel ist eine 1901 errichtete Brunnenfigur vor dem Alten Rathaus Göttingen. Es dient als Wahrzeichen der Universitätsstadt Göttingen. Die vom Architekten Heinrich Stöckhardt entworfene und vom Bildhauer Paul Nisse geschaffene Bronzefigur zeigt ein von Gänsen umgebenes junges Mädchen.

Obwohl nie eine offizielle Einweihung des Brunnens stattfand, bezog die Göttinger Studentenschaft das zukünftige Wahrzeichen der Stadt in ihr Brauchtum ein. Trotz des oft feuchten und rutschigen Brunnenrandes musste jeder neue Student auf den Brunnen klettern und dem "Gänsemädchen" seine Aufwartung machen - in Form eines Kusses. Mit Ende des Ersten Weltkrieges stiegen die Studentenzahlen rapide an, so dass auf dem Marktplatz oft ein reges Treiben rund um den Brunnen herrschte. Für die Polizei eine Veranlassung, 1926 eine Verordnung zu erlassen, das Küssen des Gänseliesels wegen groben Unfugs unter Strafe zu stellen.

Das Kussverbot, das seinerzeit für Tumulte sorgte, bestand bis 1991 - zumindest auf dem Papier. Denn nach alter Tradition erklettert jeder frisch gebackene Doktor das Liesel, drückt ihm einen Kuss auf den Mund und schmückt es mit einem Blumenstrauß.

Sowohl der Brunnen als auch das Liesel wurden mehrfach Opfer von Vandalismus (Verlust eines Arms, Brandanschlag, Farbsprühereien).

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Lebendes Gänseliesel

Seit 1995 wird einmal im Jahr ein Gänseliesel aus Fleisch und Blut gewählt.

Das Gänseliesel 2007 heißt Elena Ahlborn.
Das Gänseliesel 2008 heißt Naima Madlen Diesner.
Das Gänseliesel 2009 heißt Sarah Ossenberg.
Das Gänseliesel 2010 heißt Jennifer Naaß.
Das Gänseliesel 2011 heißt Merle Nowak.
Das Gänseliesel 2012 heißt Sophie Heinemann.

Gänseliesel-Märchen

Das Göttinger Tageblatt hat im Jahr 2001 einen Literatur-Wettbewerb ausgerufen. Aufgabe war, ein Märchen über das Gänseliesel zu schreiben. Entstanden ist daraus das Gänseliesel-Märchen in hochdeutscher und plattdeutscher Sprache.

Zitate

Metallene Ranken streben empor
Wie eh’ zu luft’gem Gehäuse.
Doch was hat die gute Liese heut vor?!
– Sie zählt bei den Gammlern die Läuse."

Weblinks